Gibt es eigentlich auch schöne Tankstellen?

  • Ich habe diesen uralten Fred (leider sind die meisten Fotos inzwischen verschwunden) noch einmal hervorgeholt, weil er mir sofort in den Sinn kam, als ich neulich an diesem Haus in einem hessischen Ort mit dem helgeschneideresken Namen Poppenhausen vorbeikam:


    Also, ich würde das eine schöne Tankstelle nennen. Die Frage ist, ob die Fachwerkfreunde im Forum angesichts einer solche Nutzung begeistert oder eher entsetzt sind.


  • Interessant, die Fachwerktankstelle.
    Trotz einer gewissen verschandelung des Hauses muss man bemerken:
    Besser als wenn das Haus für eine Tankstelle abgerissen wurde
    und die Tankstelle wurde relativ gut in den Bau intigriert, es ist immer noch
    ein hübsches Gebäude, auch wenn man details vielleicht hätte optimieren können

  • Aus fachwerktechnischer Sicht ist an dem Haus ohnehin nichts bedeutsames, das kann gerade in der traditionellen Rhön so auch noch irgendwann in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts entstanden sein. Überhaupt impliziert der komische Dachvorbau, dass das Gebäude geradezu für die Tankstellennutzung entstanden ist, sicher aber tiefgreifend verändert wurde.

  • Im Bad Tölz wurde jetzt ein Tankstellenneubau eröffnet, der ganz im Stil der 50er Jahre gehalten ist. Schön, wenn manchmal auch bei Zweckbauten die Ästhetik gewinnt.


    Bilder gibt es auf Merkur.de

    Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
    Karl Kraus (1874-1936)

  • Ein interessanter Artikel im Spiegel über historische Tankstellen mit dazugehöriger Bilderstrecke.


    Quote

    Die neu errichteten Nachkriegstankstellen orientierten sich stilistisch zunächst noch an den Vorkriegsbauten, der amerikanische Einfluss, besonders durch die Ölgesellschaften, setzte sich mit der Zeit aber mehr und mehr durch. Mit dem ausufernden Heckflossen-Design der späten fünfziger Jahre ging auch im Tankstellenbau eine gewagtere Gestaltung einher. Vor allem die Dächer - Anfang der sechziger Jahre meist aus Spannbeton, wurden immer gewagter und ausgefallener. Trotz einer gewissen Normierung von Seiten der Ölgesellschaften entstanden in diesen Jahren erstaunlich viele unterschiedliche Ausführungen - ganz analog zur schnelllebigen Modellpolitik der Automarken in den fünfziger, sechziger und siebziger Jahren. Es war die Zeit des Wirtschaftswunders - man gönnte sich wieder etwas.


    In den 50er & 60er Jahren entstanden einige sehr interessante Tankstellenbauten wie in Bild Nr. 1 diese ARAL-Tankstelle in Bochum oder auch sehr gelungen die 1936 von Arne Jacobsen entworfene Tankstelle in Skovshoved.


    Als Volltanken noch Spass machte



    PS: Weiss jemand um welche Stadt es sich in Bild Nr. 3 handelt mit dem Stadttor im Hintergrund? Vielleicht Ingolstadt?

    In der Altstadt die Macht, im Kneiphof die Pracht, im Löbenicht der Acker, auf dem Sackheim der Racker.


    Hätt' ich Venedigs Macht und Augsburgs Pracht, Nürnberger Witz und Straßburger G'schütz und Ulmer Geld, so wär ich der Reichste in der Welt.