Leipzig - Waldstraßenviertel und Zentrum West (Galerie)

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    • Da einige wohl Probleme mit den immensen Ladezeiten haben, reduziere ich die die Anzahl der Bilder pro Beitrag auf max sieben, wie es von zeno angeregt wurde. Ich hoffe das ist für euch dann okay und es ist einfacher zum Anschauen. Sollten weiter Probleme bestehen, dann meldet euch einfach bei mir :D
      Wir erreichen die Kreuzung Waldstraße Ecke Feuerbachstraße


      Blick die Waldstraße entlang Richtung Norden




      Einer der zwei Türme


      Portal


      Der mächtige Erker


      Waldstraße


      Ich muss sagen, dass mir die Gründerzeit in Leipzig deutlich mehr zugesagt hat wie in Wiesbaden. Die Individualbauten in Wiesbaden mögen etwas prächtiger sein, in Leipzig wirkt alles aber eleganter und viel schöner komponiert, es ist schwer zu beschreiben, mir hat es einfach wesentlich besser gefallen.
      APH - am Puls der Zeit

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    • Wunderschöne Bildersammlung. Vielen Dank dafür! :daumenoben: :applaus:

      Dieses Viertel ist, was den Erhaltungsgrad anbelangt, quasi eine Ausnahme in Deutschland. Das macht mich wiederum traurig, denn viele andere Gründerzeitviertel könnten ähnlich ästhetisch wirken, wenn sie fachgerecht saniert und rekonstruiert werden würden.

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    • Es gibt in Leipzig einige Ecken, die eine ähnliche Geschlossenheit über mehrere Straßen aufweisen. Allerdings ist die Sanierungsqualität da mit unter nicht ganz so hoch. Das Waldstraßenviertel ist auch stilistisch recht homogen, überwiegend klassische Gründerzeit, kaum Jugendstil, kaum Reformstil. Den findet man in Leipzig in den äußeren Vierteln ansonsten recht häufig. Der von Paul Möbius beeinflusste Stil mit seinen runden Formen ist ein sehr schönes Leipziger Spezifikum.
    • Wissen.de wrote:

      Ich muss sagen, dass mir die Gründerzeit in Leipzig deutlich mehr ugesagt hat wie in Wiesbaden.
      Könnte es daran liegen, dass man in Wiesbaden, vor allem im Bereich der Ringstraßen viel Eklektizismus findet, während der Leipziger Gründerzeitstil sich strenger an Neorenaissance und Neobarock ausrichtet? Wo immer diese Stilhaltung qualitätvoll und oftmals durch den Gebrauch von Naturstein veredelt angewandt wurde, bestätigt sich die von Gottfried Semper ausgesprochene Direktive, dass der Renaissancestil, der in den italienischen Stadtrepubliken der frühen Neuzeit entwickelt wurde, am ehesten in die modernen Städte des republikanischen Zeitalters passe. Und so fühlen wir heute wieder, dass dieser Stil, der die deutschen Vorkriegsstädte geprägt hat, dann aber eine Zeit lang verachtet und zerstört wurde, mit vollem Recht von dem Großmeister des 19. Jahhunderts empfohlen wurde. Vielleicht wird er eines Tages von fähigen Architekten in metamorphosierten und abtrahierten Varianten neu zum Leben erweckt werden.
    • Philoikódomos wrote:

      Könnte es daran liegen, dass man in Wiesbaden, vor allem im Bereich der Ringstraßen viel Eklektizismus findet, während der Leipziger Gründerzeitstil sich strenger an Neorenaissance und Neobarock ausrichtet?
      Wie schon von Saxonia angesprochen: Die "stilreine" Gründerzeit findet sich vor allem in den älteren und Innenstadtnahen Vierteln, wie zB. dem Waldstraßenviertel. Bei der überwiegenden Mehrheit des Gründerzeitbestandes aber, vor allem ab 1900, wird dann häufig die Ornamentik des Historismus abstrahiert und übersetzt in Reform- oder Jugendstilornamentik. So gibt es z.B. ziemlich viele Häuser, die formal von der Gliederung her strenge Neorenaissance sind, aber en Detail ein sehr modernes Formenvokabular haben. Die Berliner Gründerzeitfassaden beispielswiese scheinen mir (auch weil sie oft 40 Jahre älter sind) deutlich konservativer bzw. stilreiner als viele Leipziger Fassaden. Leipzigs "Boom" war auch einfach etwas später und so gibt es verhältnismäßig viele spätklassizistische Häuser und en Masse (eklektizistische) späthistorische Häuser aber alles dazwischen scheint mir recht dünn vertreten, mir liegen dazu aber keine Zahlen vor, so bitte ich um Korrektur, sollte meinn Eindruck täuschen.
      "Schönheit wird die Welt retten" - Dostojewski
    • Beim Anblick dieser wunderschönen, in ihrer Geschlossenheit ein klares Stilwollen vermittelnden und eine hochstehende Wohnqualität ausstrahlenden Gründerzeitwohnbauten frage ich mich, freilich nun etwas naiv, aber dennoch: "Wie konnte es nur passieren, wie konnte es geschehen und zugelassen werden, weshalb haben die Menschen das mitgemacht, Jahrzehnte später in Wohnmaschinen einzuziehen, die mehr einem betonierten Kartenhaus gleichen, als gestalteter Architektur?" Weshalb haben Sie nicht gleich von Anfang an von den Architekten einen menschenwürdigen, naturgemäßen Stil eingefordert. Die Bauhaus-Sprache hätte eine Marotte, eine Antibewegung der Architekturgeschichte bleiben können, hätten sich die Menschen nicht notgedrungen dafür entschieden diese anzunehmen zwecks eines Dachs überm Kopf zu haben, ...!?

      Wo bleiben heute sozialverträgliche Baugenossenschaften, die einen anheimelnden Stil für die Massen anbieten?

      Bildung tut not, damit Kultur wiederkehrt!
    • Dieser Umschwung, der in Deutschland besonders krass ausfiel, hatte eine ganze Reihe von Gründen, von denen der wirtschaftliche, die anfängliche Notlage der Nachkriegszeit der unerheblichste ist. Erstens würde ich die spezifisch deutsche Depression der bis heute andauernden Nachkriegsjahrzehnte nennen, die anhaltende Verstörung des deutschen Volkes, die sich in Selbstzweifel, Selbsthass, Lebensverneinung, Kulturverlust äußerte und im puren Funktionalismus eine Zuflucht fand. Architektur und alle Lebensfeier, die Grundlage für das Gedeihen von Architektur ist, war für lange Zeit anrüchig geworden. Man muss aber auch bedenken, dass die Generation unserer Großväter die gründerzeitlichen Hinterlassenschaften keineswegs so positiv wahrnehmen konnte wie wir heute. Zm einen konnte die Fülle der gründerzeitlichen Hinterlassenschaften dem Stadtbürger schon ein Gefühl des Überdrusses bescheren, das nach Abwechslung, Ruhe, Schlichtheit verlangte, zum aneren waren diese Bauten zumeist heruntergekommen, schäbig, schmutzig, schließlich, nach dem Krieg ruinös und verfallen. Man kann schon verstehen, dass der damalige Mensch einen architektonischen Neuanfang mit sauberen, klaren Formen ersehnte; denn noch war die Banalität der endlosen Kistenbauerei nicht geboren. Natürlich sehen wir heute, da die Moderne so gründlich abgewirtschaftet hat, wie für unsere Großväter die Gründerzeit abgewirtschaftet hatte, alles in anderem Licht, und wenn erst der modernistische Dogmatismus an den Hochschulen sich totgelaufen haben wird, wird ein neuer menschengemäßer Stadtbau möglich werden.