Halle (Saale) - Altes Rathaus

  • Den Hauptbau könnte man noch verbessern, wenn man die schrecklichen Badezimmer-Fliesen an der Außenfassade entfernen und durch Putz ersetzen würde. Beim Erweiterungsbau ist hingegen Hopfen und Malz verloren.

  • Der Kaufhof-Hauptbau wirkt in natura gar nicht allzu schlimm, er ist eigentlich ziemlich unauffällig. Deswegen ist er dem guten Ursus bei seinem Besuch wohl auch nicht aufgefallen.


    Würde er nicht gerade am Markt stehen, wäre er durchaus akzeptabel, wobei aber ohnehin gesagt werden muss, dass Halles Markt noch nie ein Gesamtkunstwerk war. Er war und ist ein wilder Mischmasch aus unterschiedlichsten Gebäuden. So gesehen ist der Bau auch am Markt kein Weltuntergang.
    Da gibt es in der Altstadt Schlimmeres, worüber man sich aufregen kann, auch abseits des Betonklotzes und der Rathauslücke.


    So sah die Ecke übrigens in früheren Zeiten aus: https://www.mz-web.de/image/28…-halle1935-031117--1-.jpg


    Zur Orientierung: Ganz rechts ist die Ratswaage zu sehen, auf deren Grundstück heute der Kaufhofklotz steht. Links steht heute der angesprochene Kaufhof-Hauptbau.
    Fast die gleiche Perspektive heute: http://www.halle.de/images/de/…Ersten/kaufhof-xLarge.jpg


    Hier noch eine alte Luftaufnahme: https://www.mz-web.de/image/28…KQ/b-markt1935-031117.jpg

  • (...) Hier noch eine alte Luftaufnahme: mz-web.de/image/28762960/2x1/9…KQ/b-markt1935-031117.jpg

    Auf dieser Luftaufnahme, schätzungsweise aus den 1930er-Jahren, ist an der Stelle des heutigen Kaufhof-Hauptbaus bereits ein ziemlicher Klotz zu sehen. Auch der prächtige Giebel, direkt gegenüber, ist schon nicht mehr da. Also vielleicht ist der ältere Teil des Kaufhof vielleicht sogar eine Verbesserung zum Zustand vor der Zerstörung. (?)

  • das wag ich zu bezweifeln. Dieser seichte Nachkriegskitsch ist sicher nicht über gediegenen Funktionalismus zu stellen.
    Allerdings ist dieses Zick-Zack der Marktfront sicher kein ästhetischer Gewinn, noch dazu, da der Höhepunkt, das Rathaus derart in der Ecke versenkt war. Womöglich erschwerte dieser Umstand sogar den Wiederaufbau - die Lage des Rathauses entsprach eben nicht seinem Wert, und möglicherweise war dies im kollektiven Bewusstsein verankert. An sich hat die DDR gerade die Rathäuser eher aufgebaut.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Ich habe mal ein wenig recherchiert und ein halbwegs passables Bild des Vorgängerbaus gefunden, der wohl aus den 20ern oder 30ern gestammt haben dürfte: https://static.akpool.de/images/cards/113/1139002.jpg


    Dass das alte Rathaus in einer Ecke versenkt und dadurch marginalisiert war, würde ich so nicht unterschreiben und das ganz einfach aus dem Grund, dass es sich hier nicht um irgendeine unbedeutende Ecke handelt, in die sich kaum jemand verirrt, sondern um den Eingang zur Leipziger Straße. Die Leipziger Straße führt vom Riebeckplatz/Bahnhof zum Markt und ist somit die meistfrequentierte Fußgängerstraße der Innenstadt. Wer zum Markt geht, kommt in vielen Fällen von hier und geht auch über diese Straße zurück. Diese wichtige Stelle des Platzes wurde durch das alte Rathaus und das Stadthaus durchaus dominiert: https://dubisthalle.de/wp-cont…arbig-suedostpanorama.jpg


    Der heutige Zustand der Ostseite ist hingegen mehr als nur unwürdig.

  • Wie wenn es nie weg gewesen wäre...
    Schmeone: schwachsinn, dass man damit noch zögert, eine zwingendere Reko ist kaum vorstellbar - eine Baulücke in einer unzerstörten Stadt, wo so etwas Bedeutendes gestanden ist … ein Armutszeugnis.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Tolle Animation.Das es sich mit der Umsetzung der Reko des Rathaus in Halle so lange hinzieht ist schon schade.Zumal es sich um nur ein zu rekonstruirendes Gebäude handelt- im Gegensatz zu anderen Städten wo weitaus mehr Gebäude rekonstruiert werden bzw schon wurden.

  • Genau deswegen zieht es sich so hin. Es besteht kein dringender Handlungsbedarf. Der Hallesche Marktplatz ist schön und funktioniert gut, so wie er ist. In der Altstadt gab es und gibt es immer noch viele Häuser, die saniert werden müssen. Die Rettung vorhandener historischer Bausubstanz sollte Vorrang vor der Rekonstruktion eines nicht mehr vorhandenen Gebäudes haben.


    Das Video zeigt sehr gut, dass Marktplatz und Altstadt mit einer Rekonstruktion des Alten Rathauses noch ein bisschen schöner werden. Und groß genug für den Straßenbahnverkehr und die vielen Veranstaltungen bleibt der Platz auch. Die Reko kann man also machen, aber zwingend ist sie nicht. Der Neumarkt in Dresden, der Alte Markt in Potsdam oder bereits in den 80er Jahren der Marktplatz in Hildesheim waren wirkliche städtebauliche Problemzonen, wo was geschehen musste. Das kann man vom Marktplatz in Halle nicht sagen.

  • Solche Scheinargumente, obendrein abgelutscht bis zum Gehtnichtmehr... was hat das eine mit dem anderen zu tun? Werden in Halle keine Neubauten errichtet, weil alles in die Sanierung fließt?
    Und der Markplatz funktioniert eben nicht besonders mit dieser sinnlosen Ausbuchtung? Gerade hier wäre eine Wiederherstellung eines zentralen Ensembles mit relativ wenig Mitteln zu bewerkstelligen.
    So hoppertatschig geben sich sonst nur die Prager. Aber der zerstörte Rathaustrakt ist als Gebäude nicht sehr wertvoll gewesen (für den Platz natürlich unentbehrlich, wie auch die Mariensäule).

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Zum Jahresabschluss gibt es Neuigkeiten aus dem Vorstand der BI Rathausseite e.V.


    Es sind nur noch 8 Portalsteine des Barockflügel-Portals zu haben. Alle anderen Steine haben bereits einen Paten gefunden. Die Preise der übrigen Steine liegen zwischen zirka 800 bis 1800 Euro. Spenden in Ratenzahlung ist möglich.


    Für die Aufstellung des Portals werden schätzungsweise zwischen 50.000 und 100.000 Euro benötigt. Ein genauerer Kostenvoranschlag wird derzeit von einer Fachfirma berechnet.


    Das Landesamt für Denkmalpflege in Sachsen-Anhalt denkt sogar darüber nach, das restaurierte Portal unter Denkmalschutz zu stellen. Wenn das tatsächlich passiert, wäre es möglicherweise ein Vorteil für die Rekonstruktion des Alten Rathauses. Das könnte auch die Spendenbereitschaft erhöhen.


    Mehr Informationen gibt es dann im kommenden Jahr.

  • Jetzt ist ja gerade Weihnachtsmarkt. Da hätte das Alte Rathaus gar keinen Platz auf dem Marktplatz. Ich habe es mir vor Ort angesehen: Der Weihnachtsmarkt nimmt die ganze nutzbare Platzfläche ein. Auch im Internet gibt es detaillierte Infos zum Halleschen Weihnachtsmarkt. Weitere Bereiche sind auf dem Hallmarkt und auf dem Alten Markt rund um den Eselsbrunnen angesiedelt. Eine Verlegung von Buden in die an den Marktplatz angrenzenden Straßen wäre schwierig. Einige Straßen sind zu schmal, andere müssen für den Straßenbahnverkehr freibleiben. Eventuell könnte es in der Leipziger Straße Ausweichflächen geben. Man kann auch nicht sagen, dass der Hallesche Weihnachtsmarkt in seiner heutigen Form zu groß sei. Im Vergleich zu den Weihnachtsmärkten in Leipzig und Erfurt ist der in Halle kleiner.


    Der Marktplatz ist in seiner heutigen Form nicht zu groß, und der Ratshof ist ein gutes Gebäude, dass man nicht hinter einem rekonstruierten Alten Rathaus verstecken müsste.

  • Natürlich wird der verfügbare Platz gern genutzt, um dort einen Stand aufzubauen. Würde man die Marktkirche abreissen, wäre die freie Fläche auch sofort mit Marktbuden belegt. Der Weihnachtsmarkt, der in 3-4 Wochen des Jahres stattfindet, kann ja kein Verhinderungsgrund für die Rekonstruktion des Alten Rathauses sein. Dann wird es halt eine Handvoll weniger Buden auf dem Markt geben. Das wird den Weihnachtsmarkt jetzt nicht unattraktiver machen. Eher bietet das Rathaus eine noch schönere Kulisse. Mit dem Weihnachtsmarkt-Argument wurde auch die Rückkehr des Neptunbrunnens auf den Nürnberger Hauptmarkt verhindert. In Halle und Nürnberg hat es auch früher Weihnachts- und Christkindlesmärkte gegeben. Obwohl Brunnen und Rathaus eine gewisse Fläche blockiert haben.

  • Rastrelli, ich muss sagen, ich bin etwas verblüfft deinen Post hier im Reko-Forum zu lesen ?( . Stellplatz für Weihnachtsmarktbuden scheint mir ein originelles aber höchst zweifelhaftes Kriterium für Stadtplanung.
    Als ich dieses Jahr in Halle war, ist mir und meiner Begleitung sofort das Loch aufgefallen, dass das fehlende Rathaus reißt. Und außerdem sind die Gebäude an der Ostseite überwiegend schmucklos kahl, während Rathaus und Stadthaus zusammen ein schmuckes Ensemble bilden würden. Das ist echt eines der offensichtlichsten und naheliegendsten Rekoprojekte in ganz Deutschland.