Leipzig - Völkerschlachtdenkmal (Galerie)

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    • Leipzig - Völkerschlachtdenkmal (Galerie)

      Leipzig - Völkerschlachtdenkmal

      Das Völkerschlachtdenkmal in Leipzig zählt sicher zu den beeindruckendsten Denkmalanlagen in Deutschland und hat mich auch persönlich vor Ort sehr verblüfft, weil es schon gigantische Ausmaße hat.
      Errichtet nach den Entwürfen von Bruno Schmitz zum Gedenken an die Völkerschlacht bei Leipzig wurde das Denkmal 18.10.1913 eingeweiht. Mit einer Höhe von 91 Metern zählt es zu den größten Denkmalbauten Europas und man kann diesen Bau nur als monumental beschreiben.

      Ich war abends am Denkmal und ich muss sagen, die Stimmung war atemberaubend. Hier meine Impressionen :D


      Im Vordergrund der künstlich angelegte See, auch See der Tränen genannt















      APH - am Puls der Zeit
    • Der "Trauerkitsch" war damals aber sehr modern. Die meisten damaligen Denkmäler betrieben Heldenverehrung, nicht selten mit monarchischer Propaganda. Erst wurde der Sieg gefeiert und danach die Opfer betrauert. Hier ist es anders. Die Trauer steht ganz klar im Mittelpunkt. Dabei wird sich auch gar nicht ausdrücklich auf die deutsche Nation beschränkt, wie bspw. in der Kelheimer Ruhmeshalle. In den Reliefs sind sterbende Menschen in einer leidenden Formensprache abgebildet, wie man sie auch nach dem 1. Weltkrieg bei vielen Kriegsgegnern wiederfindet. Unterscheidungen zwischen Generalen, Offizieren und Mannschaften sucht man ebenfalls vergeblich.
      Zum letzten Jubiläum hat sich wieder gezeigt, dass viele den wirklichen Charakter des Denkmals leider immer noch nicht erkennen und es einfach unter "wilhelminisch" oder gar "völkisch" abstempeln, was an sich eigentlich schon widersprüchlich ist. Ein Kommentar in der WELT war da besonders peinlich. Georg Schramm hat sich als sein alter Ego Oberst Sanftleben in der Anstalt mal vor Jahren positiv über das Denkmal geäußert. Das fand ich erstaunlich, denn Schramm zählt ja auch eher zum linken Zeitgeist.
    • Ich denke, dass man in Deutschland auch wieder ein Recht haben sollte, an gefallene Soldaten zu erinnern. Denn um es mal ganz platt zu sagen, ein Großteil dieser Leute, die damals umgekommen sind, waren doch die ärmsten Säue überhaupt, egal in welchem Krieg sie gefallen sind, denn es waren in der Regel ja nicht die Generäle oder die sonstigen Verantwortlichen, die auf den Schlachtfeldern ihr Leben verloren, sondern zumeist die einfachen Soldaten, die ihren Dienst zu verrichten hatten.
      Und egal für welche Ideologie, für welches Regime oder für welche Politik diese Menschen gestorben sind, letztlich sind es Menschenleben, an denen Familien und Schicksale hängen. Und im Tod ist es dann egal, wer für welche Seite und Nation man gekämpft hat, am Ende bleibt es der Tod eines Menschen. Und in diesen Fällen war es nicht einer, sondern es waren Hundertausende und Millionen.
      Ich denke, jede Nation hat das Recht, dass es Orte gibt, wo man an diese Menschen erinnert, denn nichts ist schlimmer als ein Leben, das einfach vergessen wird. So ist zumindest meine Meinung.
      APH - am Puls der Zeit
    • Wissen.de schrieb:

      denn es waren in der Regel ja nicht die Generäle oder die sonstigen Verantwortlichen, die auf den Schlachtfeldern ihr Leben verloren, sondern zumeist die einfachen Soldaten, die ihren Dienst zu verrichten hatten.
      Kleine Anmerkung dazu:
      Zunächst mal sind für Kriege immer Herrscher bzw. Politiker verantwortlich und keine Generäle. Ein General hat in der Regel aufgrund seines Ranges die Verantwortung über einen größeren Truppenverband oder manchmal sogar über das ganze Heer, aber nicht die Verantwortung für den Kriegsausbruch.
      In den Napoleonischen Kriegen fielen allerdings auch sehr viele Generäle und sonstige Offiziere auf den Schlachtfeldern, da damals oftmals noch "von Vorne" geführt wurde. Den Generalstab mit einem Gefechtsstand im Hinterland gab es erst in den modernen Kriegen, da die Heere noch größer wurden und natürlich andere Kommunikationsmittel wie Funk zur Verfügung standen. Doch bei der Panzertruppe sah man sich ja in der Tradition der Kavallerie und selbst da führten viele Generäle noch von Vorne, wie z.B. Rommel und Guderian bei den Deutschen oder Patton bei den Amerikanern.
      Ich habe ein Buch über den Russlandfeldzug Napoleons, in dem gut beschrieben ist wie die Offiziere einer nach dem Anderen gefallen sind.
      Eine Gesamtübersicht aller gefallenen Generäle der Napoleonischen Kriege habe ich nur vom Österreichischen Heer gefunden:

      napoleon-online.de/AU_Generale/html/listen.html

      PS: Das Völkerschlachtdenkmal habe ich auch schon persönlich besucht und es hat micht sehr beeindruckt wenn gleich mir die Befreiungshalle in Kehlheim innen besser gefällt. Allerdings ist die Gesamtanlage in Leipzig aussen herum beeindruckender, war aber zu meinem Besuch vor 8 Jahren noch in einem etwas desolaten Zustand. Hat sich hier an den Aussenanlagen inzwischen etwas getan?
      " Dem Wahren, Schönen, Guten "
    • Ja, insbesondere Offiziere wiesen eine vergleichsweise hohe Verlustzahl auf. 1870/71 betrugen die Verlustquoten (Tod/Verwundet/Vermisst) im Sächsischen Heer bei den Offizieren 27%, bei Unteroffizieren und Mannschaften 11,6%.

      Das Umfeld des Denkmals ist in den letzten Jahren saniert worden. Darunter die Treppenanlage und zuletzt das Wasserbecken. U.a. der Vorplatz und die Gartenanlagen sind als nächstes geplant.
    • Das Völkerschlachtdenkmal in Leipzig ist eindeutig ein Denkmal der Trauer. Heldenverehrung kann ich dort nicht erkennen.

      Vielleicht kann man den heftigen Pathos verstehen, wenn man sich die Opferzahlen ansieht (Natürlich ist jeder Gefallene zu beklagen und es ist um ihn/sie zu trauern). Wenn man aber versucht, sich die abstrakten Zahlen in "Menschen" vorzustellen, hilft eventuell ein einfacher Vergleich. In Leipzig lebten damals 30.000 bis 35.000 Menschen. In den Tagen der Völkerschlacht sind 100.000 bis 120.000 Menschen zu Tode gekommen. Dazu noch die Verwundeten, die Pferde usw.

      In und um Leipzig muss es bestialisch gestunken haben. Noch heute werden Knochen der Gefallenen, Ausrüstungsgegenstände, Waffenteile usw. auf den Äckern vor Leipzig gefunden. Das dürfte zur Bauzeit des Völkerschlachtdenkmals noch stärker der Fall gewesen sein.

      Problematisch ist vor allem die politische Vereinnahmung des Völkerschlachtdenkmals durch die Herrschenden im 20. Jahrhundert für ihre Aufzüge.

      Die WELT kann auch vernünftig berichten.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Stahlbauer ()