Leipzig - Graphisches Viertel (Galerie)

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    • Leipzig - Graphisches Viertel (Galerie)

      Leipzig - Graphisches Viertel

      Wir starten den großen Leipzigrundgang heute mit dem Graphischen Viertel und nähern uns dann über das Waldstraßenviertel und das Musikerviertel langsam der Innenstadt, die in ihrer Erhaltung für eine deutsche Großstadt über 500.000 Einwohner sicher einzigartig ist.
      Leipzig ist sicher die aktuell am stärksten wachsende Großstadt und hat Dresden hinsichtlich der Einwohnerzahl als größte Stadt Ostdeutschlands abgelöst. Leipzig ist in der Grundstruktur so anders wie Dresden, sei es vom historischen Stadtbild aber auch in der Jetztzeit.
      Dresden war ohne Zweifel die Stadt der Repräsentation Sachsens und auch die Stadt der Kunst und Kultur. Man merkt Leipzig einfach an, dass diese Art von Bauten extrem fehlt. Dafür aber punktet Leipzig auf ganz anderen Feldern, es ist die Stadt des Bürgertums, der "Industrie", sie war einfach das wirtschaftliche Zentrum Sachsens und gerade die Blütezeit um die Gründerzeitepoche ist überall in Leipzig greifbar.
      Und einen großen Anteil an dieser wirtschaftlichen Bedeutung der Stadt hatte das Graphische Viertel. So war Leipzig bis 1945 der Medien- und Verlagsstandort Deutschlands. Egal ob Brockhaus oder Reclam, das Zentrum der deutschen Verlagsstruktur lag hier.
      Anders als die Leipziger Innenstadt ging das östlich gelegene Verlagsviertel bei zwei verheerenden Angriffen 1943 und 1945 weitgehend unter. Mit der Besatzung Leipzigs durch die Sowjetunion wanderten viele Verlage in den Westen ab oder wurden enteignet, so dass die große Verlagskultur 1945 endete. Trotzdem lässt sich an vielen Ecken die historische Bedeutung des Quartiers erahnen und man muss sagen, dass hier aufgrund zahlreicher Brachen die größten Entwicklungspotentiale der Leipziger Innenstadt schlummern.
      Wir starten unseren Rundgang am Bahnhof und bewegen uns von da aus quer durchs Grafische Viertel zum rekonsruierten Buchgewerbehaus. Ich freue mich so auf diese Galerie, weil Leipzig einfach eine einzigartige Stadt ist. Los geht´s :D

      Wir beginnen bei leider bescheidenem Wetter am Hauptbahnhof, ich kann versprechen, dass die übrigen Galerien aber bei strahlender Sonne aufgenommen wurden, daher müsst ihr euch nur hier mit etwas trübem Wetter begnügen
      Ringbebauung gegenüber dem Hauptbahnhof an der Richard Wagner Straße


      Blick zur Ostseite des Hauptbahnhofs


      Blick in die Wintergartenstraße und dem Eingang zum Graphischen Viertel




      Blick nach Norden Richtung Brandenburger Straße und einem weiteren riesigen Neubauprojekt


      Einziger Altbau am Platz
      APH - am Puls der Zeit
    • Ostseite des Bahnhofs, der Bau ist in seinen Ausmaßen derart imposant, man kann die industrielle Bedeutung von Leipzig in der Zeit um 1900 allein aufgrund dieses Baus erahnen.






      Es geht hinein in die Wintergartenstraße, dieser Neubau sollte nicht Standard für das Quartier hier werden





      Es geht in den Bereich um die Querstraße, hier wird extrem viel gebaut aktuell.












      Das gesamte Gebiet ist noch heute völlig von Baulücken geprägt, alles sehr perforiert.
      Eckbau zur Schützenstraße


      APH - am Puls der Zeit
    • Ansonsten sind die "modernen" Bauten hier alle leider nicht nach APH-Geschmack, einzig die verbliebenen Altbauten können die Areale aufwerten


      Hochhaus am Ring


      Ecksituation an Czermaks Garten, hier wurde der Eckbau leider abgerissen, die Reste sind noch zu erkennen




      Ich hoffe inständig, dass dieser Bau gerettet werden kann, er ist in einem extrem schlechten Zustand, hoffen wir, dass er bis zu einer Sanierung durch hält






      Blick zur Querstraße



      Die Details des Baus waren so toll, er ist mir echt in Erinnerung geblieben


      Hoffen wir, dass sich eine Nutzung für diesen Bau findet! :thumbsup:
      APH - am Puls der Zeit
    • Die Leipziger Hochhäuser sind fast sämtlich gut gelungen und fügen sich interessant ins Stadtbild. Man hat den Eindruck eines planvollen Aufbaus rund um die Altstadt. Es wirkt fast wie modern interpretierte Wehrtürme für den Leipziger Kern. Irgendwie hat das was. Und es hat ja schon Vorläufer seit den 1920ern, da wurde damit ja bereits begonnen (am Augustusplatz). Ich finde, man sollte das sogar noch ergänzen, etwa mit einem Hochhaus am Goerdelerring.

      Danke jedenfalls schonmal für die Eindrücke, freu mich auf mehr!
    • Ich finde eben, dass man da differenzieren muss. Bei einer durchdachten Anordnung im Stadtraum und sehenswerten, charakteristischen Gestaltungen wie in Leipzig oder Frankfurt geht das schon klar, finde ich. Oder am Berliner Potsdamer Platz. So einen Brei wie Köln oder Stuttgart brauche ich dagegen nicht. München ist ein Grenzfall. Usw...
    • Hochhäuser inmitten europäischer historischer Städte gehen gar nicht. Sie sind für micht nur akzeptabel wenn sie in neuen separaten Stadtvierteln entstehen wie La Defense in Paris oder das BMW-Hochhaus in der Münchner Olympiastadt (das übrigens wirklich gelungen ist). Dagegen stört mich auch in München das dämliche Hotel-Hochhaus gleich neben dem Hauptbahnhof.
      In Leipzig hat man das Gefühl, daß sämtliche Straßenzüge irgendwie auf dieses City-Hochhaus zulaufen und es somit das dominierende Bauwerk des Zentrums ist (sozusagen der Dom oder das Stadtschloß Leipzigs). Und das ist nicht das Zentrum, das ich in einer europäischen Stadt erwarte bzw. sehen möchte.
      " Dem Wahren, Schönen, Guten "
    • Die Hochhausthematik ist extrem schwer zu bewerten, das rüttelt wieder an solchen Grundsatzdebatten die vielleicht interessant zu diskutieren sind, aber nicht zwangsweise in eine Galerie gehören, daher zurück ins Graphische Viertel :lachentuerkis:

      Auch dieser Neubau ist wieder ästhetisch sehr schwierig


      Blick die Querstraße hinunter zum Brockhausareal






      Und dann ein riesiger Baublock dort, wo früher mal das Verlagsgebäude des Brockhaus Verlages gestanden haben muss, denn das historische Verlagsgebäude suchte man hier leider vergebens



      Man sieht, was hier noch für Freiflächen zur Bebauung bereit stehen, Leipzig kann also noch ordentlich wachsen




      Blick zurück in die Querstraße










      Bauten in der Littstraße
      APH - am Puls der Zeit


    • Das Innere des riesigen Baublocks an der Straße "Großer Brockhaus"


      Es geht in die Salomonstraße


      Solche Ruinen sieht man hier im Viertel immer mal wieder






      Oben sehen wir schon den Eingang zur Kreuzstraße und ab da wird es wieder viel historischer


      Eckbau Kreuzstraße






      Und wer geau hin schaut, der sieht im Hintergrund schon den Hammerbau des Graphischen Viertels :lachentuerkis:
      APH - am Puls der Zeit
    • Und pünktlich zu diesem jetzt anstehenden Highlight kommt die Sonne raus :D


      Aber noch gedulden wir uns kurz






      Die Inselstraße ist nicht mehr weit und dann ist es da, das Reclam-Stammhaus. Welch Schüler wurde nicht mit den kleinen gelben Heftchen gequält, hier liegt der Ursprung dieses legendären Verlagshauses





      Eckbau Kurt Wolff Verlag






      APH - am Puls der Zeit
    • Es geht weiter mit dem Eckbau Inselstraße/Kreuzstraße gegenüber des Reclam-Baus (wo heute übrigens das Max-Planck-Institut sitzt).


      Blick die Inselstraße gen Süden, auch hier gibt es viele Lücken im Bestand






      Blick zurück gen Norden


      So stelle ich mir ein Schulgebäude vor




      Das Areal um die Kreuzung Inselstraße und Kreuzstraße war sicher der am besten erhaltene Bereich, den ich im graphischen Viertel abgelaufen habe, leider war alles andere sehr perforiert. Man stelle sich vor, die Bomben wären einen Kilometer weiter im Westen gelandet, die gesamte Innenstadt wäre heute nicht mehr da!
      APH - am Puls der Zeit
    • Weiter Richtung Buchgewerbehaus kommen wir jetzt zum Ground Zero, dem Areal mit den größten Zerstörungen und die riesigen Freiflächen sieht man bis heute


      Ja, die Neubauten sind auch hier beklebte Dämmpappbauten der einfachsten Form, auf der anderen Seite geben sie dem Areal wieder etwas Struktur, so dass man das Gefühl hat, man befindet sich im Zentrum einer Stadt, daher ist es als Übergangsbebauung meiner Meinung nach besser als diese weitläufigen Brachen, trotzdem sieht man den Bauten eben 100 m gegen den Wind an, dass es alles beklebt ist und wie diese Gebäude in 10 Jahre aussehen, ich will es gar nicht wissen.


      Es geht in die Dresdner Straße und da wartet dann dieser herrliche Bau der Handwerkskammer auf uns, früher natürlich auch ein Gebäude des Druckerwesens. Es zeigt, wie prächtig dieses Quartier mal gewesen sein muss







      Am Eingang zur Spohrstraße stehen noch diese Reste historischer Bebauung




      Blick zurück
      APH - am Puls der Zeit



    • In der Spohrstraße kommt dann mein großer real-life Moment von Leipzig, ja, auch die gibt es hier :lachentuerkis: :thumbdown:


      Bevor es allzu gruselig wird, gehen wir lieber schnell weiter zum Gutenbergplatz und dem Ziel meines gesamten Ausflugs, dem Buchgewerbehaus, meiner Meinung nach eine der eindrücklichsten Rekonstruktionen eines privaten Unternehens überhaupt.









      Und da ist es (eine Vielzahl der Bilder habe ich ja bereits gezeigt, aber ich denke, sie sollen in einer Galerie auch nicht fehlen, daher stelle ich sie hier im Kontext nochmals vor)



      und der historische Vergleich

      Buchgewerbehaus um 1900 - über wikipedia Verlag Louis Glaser, Leipzig - zeno.org/Ansichtskarten/M/Leipzig,+Sachsen - gemeinfrei































      Später geht es hier weiter :)
      APH - am Puls der Zeit

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    • Wissen.de schrieb:

      So stelle ich mir ein Schulgebäude vor

      Ab 1840 ist dieses Haus übrigens für vier Jahre das Wohnhaus von Clara und Robert Schumann gewesen.
      Neben der freien Grundschule gibt es dort auch ein kleines Museum und einen hübschen klassizistischen Konzertsaal.

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      "Schönheit wird die Welt retten" - Dostojewski