Der Altmarkt

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    • Wohn- und Geschäftshaus MK4

      Obzwar der Bau erst Ende des Jahres beginnen soll, wurde das Grundstück bereits beräumt, also vor allem von seiner Vegetation befreit. Es schließen sich archäologische Erkundungsgrabungen an.


      Blick von der Stadtsparkasse über das Baufeld.


      Vor allem an der Böschung zum Versorgungstunnel unter der Straße An der Mauer hatte sich üppiges Grün ausgebildet.


      Dem Platz um die Kreuzkiche dürfte die Schließung dieser letzten Lücke gut bekommen und die Monumentalität des Sakralbaues noch einmal spürbar steigern.

      Bilder sind von mir.
      Wahre Baukunst ist immer objektiv und Ausdruck der inneren Struktur der Epoche, aus der sie wächst. Ludwig Mies van der Rohe
    • Wohn- und Geschäftshaus MK4 - Revitalis

      Auf dem letzten zu bebauenden Quartier an der Südseite des Altmarktes haben die archäologischen Grabungen begonnen.


      Blick in die Vergangenheit der Stadt.


      Bereits kurz unter der Erdkrume befinden sich die Rudimente des alten Dresden.


      Diese Mauer dürfte bereits weit vor der Barockzeit errichtet worden sein.

      Im Spätsommer dürften die Reste bereits ausgebaggert sein.

      Bilder sind von mir.
      Wahre Baukunst ist immer objektiv und Ausdruck der inneren Struktur der Epoche, aus der sie wächst. Ludwig Mies van der Rohe
    • In dem großen Geschäft an der Westseite des Altmarkts(21-23, ehemals Görtz Schuhe) eröffnet die Enchiladas Gruppe das nächste Systemgastronomie-Restaurant. Diesmal ein Wilma Wunder, welches es bis jetzt nur in Heilbronn und Mainz gibt.
      Es entstehen bis Ende 2017 180 Innen- und 300 Außenpltze auf 400m².

      Damit dürfte mit dem ständigen Ladenwechsel endlich Schluss sein. Meiner Meinung nach ist auch Gastro das einzigste was am Altmarkt wirklich funktioniert, da die Geschäfte alle in der Altmarkt-Galerie vorhanden sind.
      Außerdem stehen Außensitzplätze dem ziemlich leeren Platz gut zu Gesicht.

      sz-online.de/nachrichten/web-artikel-3649385.html
    • Wohn- und Geschäftshaus MK4 - Revitalis

      Mittlerweile haben die archäologischen Grabungsarbeiten auch auf die Westseite des Quartiers an der Schreibergasse übergegriffen.


      Ein Luftbild am Bauzaun verortet das Quartier im alten Dresden.


      Es wurden weitere bauliche Strukturen freigelegt.


      Diese erscheinen zum Teil recht gut erhalten.


      Das Gros der Kelleranlagen dürfte jedoch der Tiefgarage zum Opfer fallen.


      Dennoch würde man sich einen Erhalt zumindest dieser interessanten Kelleranlage an der Ecke zur Kramergasse durchaus wünschen.

      Bilder sind von mir.
      Wahre Baukunst ist immer objektiv und Ausdruck der inneren Struktur der Epoche, aus der sie wächst. Ludwig Mies van der Rohe
    • Wohn- und Geschäftshaus MK4 - Revitalis

      Die DNN berichten erneut über die archäologischen Ausgrabungsarbeiten auf dem Quartier, die nunmehr abgeschlossen werden konnten.

      dnn.de/Dresden/Lokales/Weg-fue…-der-Kreuzkirche-ist-frei

      Sehr erfreulich ist, dass der Keller des Pfarrwitwenhauses an der Ecke Schreibergasse/An der Kreuzkirche nicht dem Bau der Tiefgarage zum Opfer fällt, sondern erhalten und in den Neubau integriert wird. Die zukünftige Nutzung ist jedoch noch nicht abschließend geklärt.

      Auch Dresden-Fernsehen ist das Ereignis einen Videobeitrag wert:

      sachsen-fernsehen.de/kategorie/dresden/
      Wahre Baukunst ist immer objektiv und Ausdruck der inneren Struktur der Epoche, aus der sie wächst. Ludwig Mies van der Rohe
    • Die Gesellschaft Historischer Neumarkt Dresden e.V. hat sich bereits gegen einen Wiederaufbau ausgesprochen. In einer Pressemitteilung auf seiner Facebookseite schreibt der Verein:

      "Ein Antikriegsdenkmal oder ein Siegesdenkmal für Dresden?

      Mit Interesse verfolgt die Gesellschaft Historischer Neumarkt Dresden e.V. die Diskussion um einen Wiederaufbau des Germania-Denkmals auf dem Altmarkt. Sie ist gegen einen Wiederaufbau..."


      Jeder, der sich die
      Fähigkeit erhält Schönes zu erkennen, wird nie alt werden.

      www.archicultura.ch

    • Tja, und schon sind wir wieder bei der Politik. Es geht dabei viel um parteipolitische Profilierung. Die FDP schimpft, obwohl der Vorschlag offenbar einst von ihr selbst kam. Die Linke präsentiert sich als "Friedenspartei" (Wie war das noch mal mit Prag 1968 oder Afghanistan oder Stechschritt unter den Linden oder dem Schüren von Unfrieden zwischen "unten" und "oben"? :zwinkern: ) Die SPD meint, dass ein solches Denkmal "das Leben der Menschen in dieser Stadt" nicht verbessern würde. Das könnte man auch über das von der SPD initiierte Herbert Wehner-Denkmal in Striesen sagen. Oder das von der CDU einst projektierte Helmut Kohl-Denkmal, das dann - nicht untypisch - rasch versandete. Und die AfD irrt natürlich, dass die Germania ein Denkmal für die Zerstörung Dresdens sei. Letzteres fehlt noch in der Innenstadt, was bemerkenswert ist und etwas mit der bundesdeutschen Selbstverzwergung, auch gegenüber den eigenen Opfern, zu tun hat. Die Germania ist hingegen einfach eine Allegorie unseres Landes. Sie hat als Figur sicherlich mit Wehrhaftigkeit zu tun, ist aber eigentlich an kein konkretes historisches Ereignis gebunden, obgleich sie im Kaiserreich oft für Denkmale zum deutsch-französischen Krieg verwendet wurde. Es handelt sich also um zwei zu unterscheidende Projekte.

      Noch etwas anderes zu diesem teils tendenziösen Artikel der "Sächsischen Zeitung". Zitat:
      In den Städten, in denen die Germania noch steht, werden die Statuen gerne von Neonazis als Versammlungsort benutzt, oder sie lassen sich davor fotografieren.
      Für diese Behauptung wird kein Beleg erbracht. Es mag zwar nicht auszuschließen sein, dass sich auch ein Neonazi mal vor einer Germania fotografieren lässt. Es könnte aber auch sein, dass er mal ein Foto vom Eiffelturm macht, von der Frauenkirche, in der Hamburger Hafencity oder ein Selfie vor dem Herbert Wehner-Denkmal. Angesichts der zahlreichen Fotos, die Menschen vor Germania-Denkmalen machen, dürften solche Fotos allerdings wohl prozentual gering ausfallen.

      Oder sind das alles heutzutage auch bereits Neonazis, weil sie vor der Germania posen?...

      kulturland-rheingau.de/fileadm…6721_72rgb_296193f294.jpg

      bellevue-boppard.de/region-mit…gkeiten/niederwalddenkmal

      denise-bucketlist.de/das-niede…nkt-auf-meiner-bucketlist
    • Der Altmarkt ist so kaputt, dass dort die Germania verloren wirken täte. Ehrlich gesagt, habe ich bis dato nicht einmal gewußt, dass Germania den Bombenterror überstand und erst von den Kommunisten entfernt wurde - schon allein deshalb danke ich für diese Info. Auf den Altmarkt gehört meiner Meinung nach einzig und allein ein ordentliches Denkmal für die Opfer des 13/14.02.1945!

      Auf den Altmarkt würde ich die Germania nicht mehr stellen, aber eventuell an einen anderen Ort und von mir aus auch mit einer Zusatztafel ausgestattet. Immerhin war die Göttin Germania quasi ein Produkt des romantischen 19.Jhdt (wenn ich mich nicht irre), um die Einheit Deutschlands zu versinnbildlichen. Mit Nazitum hat diese Statue natürlich 0 zu tun gehabt, aber so wie man früher Deutschland womöglich zu hoch gelobt hat, so dumm ist es heutzutage wiederum Deutschland wo es nur geht zu verdammen und zu besudeln. Ein bisserl Normalität wäre doch langsam angebracht.

      Ein interessanter Aspekt am Rande, weshalb man das Denkmal sehr wohl aufstellen könnte: Immerhin hat hier durch den Angriffskrieg (sic!) Frankreichs, Deutschland erst zusammengefunden und wurde quasi die Grundlage der heutigen Bundesrepublik gelegt. Ist doch im Prinzip sehr positiv behaftet! Wenn man mit dem Namen Germania ein neurotisches Problem hat, dann sollte man vielleicht auch die Fluglinie gleichen namens umbenennen :)
      "Lieber Gott, schütze uns vor Dreck und Schmutz,
      vor Feuer, Krieg und Denkmalschutz!"
    • Philipp Veit hatte bereits 1836 ein Gemälde der sitzenden Germania geschaffen. In der Paulskirche zu Frankfurt a. M., dem Tagungsort des Vorparlaments und der Frankfurter Nationalversannlung wurde 1848 ein großes Gemälde der nunmehr stehenden Germania über dem Rednerpult angebracht, dieses verdeckte die Orgel. An den Seiten des Bildes sah man zwei Eichenkränze, in welche folgender Text gemalt war:



      Walle hin du Opferbrand
      Hin über Land und Meer
      Und schling ein einzig Liebesband
      Um alle Völker her.
      sowie:
      Des Vaterlandes Größe,
      des Vaterlandes Glück,
      O schafft sie, ob bringt sie,
      dem Volke zurück!



      Ein Nationalsymbol, wie es die Germania war, war nichts Ungewöhnliches. Entsprechende Symbole hatten auch viele andere Völker (z. B. Frankreich mit der Marianne). Nachdem 1848 die von so Vielen erhoffte und ersehnte Deutsche Einigung gescheitert war, kam die Deutsche Vereinigung endlich 1871 in Gestalt des II. Kaiserreichs doch noch zustande. Die Germania war hierfür das Symbol, wobei die Germania als Sinnbild für das stolze und selbstbewusste Kaiserreich oftmals die Kaiserkrone in die Höhe hält oder sie selbst auf dem Haupte trägt. Die vielen Denkmäler der Germania, die in Deutschland nach 1871 errichtet worden waren, stehen sowohl für die Deutsche Einheit von 1871, als auch als Kriegerdenkmäler für die 1870/71 gefallenen deutschen Soldaten.
    • Villa1895 schrieb:

      Frankreich mit der Marianne
      Genau das war auch mein erster Gedanke. In Frankreich ist es selbstverständlich, dass jedes Rathaus eine Büste dieses weiblichen Nationalsymbols im Eingangsbereich hat. Und hier in Deutschland hasst man sich so sehr, und die Germania sowieso, dass es Gott erbarmt :weinen: . Von der GHND kann man nur enttäuscht sein, da sie in das selbe Horn bläst und meint die Germania stehe für Krieg...
      Um zur Facebookseite des Ortsverbandes Saarbrücken zu gelangen klickt mich !
    • Exilwiener hatte es schon angedeutet, Kenntnisse über das Nachkriegsschicksal des Denkmals sind wohl nicht allzu breit gegeben (ist ja auch kein Wunder). Ich möchte daher die wichtigsten Fakten (unter Nutzung von Wikipedia) hier zusammenfassen:

      wikipedia schrieb:

      Das Germaniadenkmal in der Mitte des Platzes blieb bei den Luftangriffen im Zweiten Weltkrieg weitgehend unversehrt, obwohl ringsumher alles total zerstört wurde. Nach den Luftangriffen im Februar 1945 sind 9.000 Leichen aufgestapelt und am Denkmal verbrannt worden. Die Asche der Toten wurde mit Pferdefuhrwerken zum Heidefriedhof transportiert und beigesetzt. Nach dem Krieg stuften im Mai 1946 die neuen kommunistischen Machthaber das Denkmal als faschistisches militärisches Objekt ein und setzten es auf die Liste B mit der Bemerkung, die Nebenfiguren anderweitig zu verwenden. Die sowjetische Militädministration in Dresden hatte sich für einen Verbleib des Kunstwerkes ausgesprochen und dessen Erhaltung gefordert. Doch der Rat der Stadt Dresden und das Landesamt für Denkmalpflege ließen im Juni 1946 die Germania mit Flaschenzügen vom Sockelholen. In der Folgezeit verschwanden auch die anderen Bronze- und Marmorreste. Ein Dresdner Zimmermann rettete den Kopf der Germania undversteckte ihn in einer Gartenlaube in der Johannstadt. Im Jahr 1991 wurde der Kopf dem Stadtmuseum übergeben. Auch zwei Köpfe der Nebenfiguren haben den Abriss überstanden. Teile des Denkmals nutzte man zur Rekonstruktion von Antonio Corradinis Üppigkeitsvase im Großen Garten. Das Sächsische Kirchenamt sorgte für einen Erhalt der Ehrenplatten mit den Namen der Gefallenen und ließ diese in einer offenen Ehrenhalle unmittelbar am Hauptportal der Garnisionskirche im katholischen Teil installieren.


      By DeutscheFotothek‎, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=7937969


      Leichenverbrennung auf dem Altmarkt


      VonBundesarchiv, Bild 183-08778-0001 / Hahn / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5420481


      Kopf der Germania im Stadtmuseum


      Von Kolossos,CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=7435331


      In der originalen Bildbeschreibung nur als Fragmente des Germaniadenkmals bezeichnet, vermutlich sind das die beiden erhaltenen Köpfe der Nebenfiguren (Sockelfiguren)


      Vonubahnverleih - Eigenes Werk, CC0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=51359595


      Der Aufbewahrungsort der Relieftafeln in der Garnisionskirche


      Von Bybbisch94,Christian Gebhardt - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=68496299


      Eine dieser Tafeln


      Von Bybbisch94,Christian Gebhardt - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=68496307

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    • Justitia-Brunnen

      Der Vorstand der GHND spricht angesichts des bereits existierenden von einem "unwürdigen" Denkmal für die Luftkriegstoten und sieht den Wunsch vieler Dresdner den Opfern ein würdigeres Antikriegsdenkmal anstelle zu errichten, "das uns Krieg plastisch vor Augen führt". Hierzu schlägt die Vorstandschaft des Neumarkt-Vereins einen internationalen Wettbewerb für ein Antikriegsdenkmal auf dem zentralen Platz der Stadt vor.

      Ob der Vorstand der GHND mit dieser Festlegung seinen Mitgliedern ein Gefallen getan hat? Am Ende, und das ist bei diesem Vorschlag nicht auszuschließen, könnte der Verein als Initiator einer weiteren modernistischen und ebenso unwürdigen Erinnerungsform dastehen.

      Vor dem Hintergrund unvereinbarer Deutungshoheiten zum Germania-Denkmal und einem bereits bestehenden Kriegsmahnmal am Altmarkt könnte in der Debatte um die (Wieder-)Aufstellung von Denkmälern der 1888 beseitigte Justitia-Brunnen von 1478 eine überparteiliche Lösung sein.


      Die Nordseite des Altmarktes in Dresden mit Schlossstraße und Schössergasse und Justitia-Brunnen, Teil einer Reihe Dresdner und sächsischer Ansichten von Schlitterlau um 1770:

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      Der Neumarkt in Dresden nach Südosten, links Landhausgasse und Justitia-Brunnen, mittig Moritzstraße, rechts Hotel Stadt Rom und Kirchgasse, Teil einer Reihe Dresdner und sächsischer Ansichten von Schlitterlau um 1770:

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      Ansicht des Altmarktes in Dresden, Blick nach Süden in die Seegasse mit dem Chaisenhaus, dem Justitia-Brunnen und der im Bau befindlichen Kreuzkirche (um 1770):

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      Der Altmarkt in Dresden Anfang 19. Jahrhundert, mit dem Justitia-Brunnen (1653-1888), Blick nach Süden:

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      Der Altmarkt in Dresden nach Westen, links das Chaisenhaus, in der Mitte das Rathaus, rechts der Justitia-Brunnen (um 1820):

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      Der Altmarkt in Dresden mit Marktständen, Blick nach Süden, links der Justitia-Brunnen, im Hintergrund der Turm der Kreuzkirche, rechts das Rathaus, aus den "30 Mahlerischen An- und Aussichten von Dresden" (1824):

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      Der Altmarkt in Dresden nach Südwesten mit zahlreichen Marktbuden, dem Turm der Kreuzkirche, dem Justitia-Brunnen und dem Rathaus (um 1830):

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      Jeder, der sich die
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