Die großen Berliner Warenhäuser vor der Zerstörung

  • Eine Gnade für die Architekten der Gründerzeit, dass sie die Zerstörung ihrer Meisterwerke nicht mehr miterleben mussten. Vielleicht wäre es besser gewesen man hätte es noch nicht fotografisch dokumentieren können, denn es macht jedes mal einfach nur traurig, dass man diese Pracht nicht mehr real erleben kann.

  • Prächtig und wirtschaftlich sind leider zwei paar Schuhe. Das sehen wir ja z.B. in Görlitz.
    Ich kann mich noch erinnern wie Ende der 1960er der beeindruckende Lichthof des Hertie in Bamberg, in dem die Orientteppiche präsentiert wurden, durch Zwischendecken erheblich reduziert wurde um weitere Verkaufsflächen zu generieren. Dieses Schicksal wäre auch den Berliner Warenhäusern nicht erspart geblieben. Im KaDeWe lief es ja nicht nur dem Wiederaufbau geschuldet ähnlich.
    Daher wird auch der Wiederaufbau des Karstadt am Hermannplatz, der kommen wird trotz Befindlichkeiten einiger Kiezpolitiker, Wirtschaftlichkeit und Repräsentation geschickt verbinden müssen.

    Ich bin sicher kein Verfechter der "Traditionelle um jeden Preis", aber ich bin gegen die "Trostlosigkeit und Langeweile im zeitgenössischen Bauen". dto.

  • Das ist Frankreich! cool:)
    Dort gibt es bereits Rente ab 50, gelegentlich Generalstreik, funktionierende Streitkräfte, usw... und neben ein paar Absurditäten auch die Belle Epoque.
    Wir sind hier eben in Deutschland!
    Nicht zu vergessen, mit Blick ins Ausland, Harrods in London wurde auch umgebaut und war bereits fast pleite. Macy's in NYC geht es auch nicht besonders.

    Ich bin sicher kein Verfechter der "Traditionelle um jeden Preis", aber ich bin gegen die "Trostlosigkeit und Langeweile im zeitgenössischen Bauen". dto.

  • "Wir sind hier eben in Deutschland!"


    Eine ziemlich fatalistische Einstellung, die suggeriert, was in Frankreich geht sei bei uns unmöglich.

  • Fatalismus wäre zuviel gesagt. Jedoch sieht man anhand jüngerer Ereignisse in Dessau und anderen Orten, dass hier die speziell deutsche Vergangenheit und nicht nur die zwischen 1933 bis 1945 noch einige Projekte beeinträchtigt wenn nicht gar verhindert. In Frankreich wurde wenig zerstört, und diese Nation heißt nicht nur so, sondern fühlt auch so. In Frankreich gibt es wie in Deutschland einen sehr starken Lokalpatriotismus. Nur wie die Franzosen als Nation, trotz der momentanen innenpolitischen Zerrissenheit der Franzosen, fühlen wir uns in Deutschland bisher nur beim Fußball. Städtebaulich gibt es auch in Frankreich Fehler der Neuzeit wie die Banlieus. So ganz einig sind sie sich ja auch nicht beim Wiederaufbau von Notre Dame de Paris.
    Zurück zu Deutschland: Wir sind auf einem besseren Weg, aber es bleibt noch sehr viel zu tun. Bis auf die Rekonstruktion von Karstadt am Hermannplatz halte ich momentan Rekonstruktionen von Tietz und Co. in Berlin erst einmal auch aus wirtschaftlichen Betrachtungen heraus für sehr unwahrscheinlich. Sollte dann Karstadt am Hermannplatz nicht nur die Besucher, die Bezirkspolitiker sondern auch die Investoren glücklich machen, dann wären weitere Projekte dieser Art denkbar. Dann aber nicht als reines Warenhaus, sondern in Mischnutzung.

    Ich bin sicher kein Verfechter der "Traditionelle um jeden Preis", aber ich bin gegen die "Trostlosigkeit und Langeweile im zeitgenössischen Bauen". dto.