Die großen Berliner Warenhäuser vor der Zerstörung

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    • Erschreckend, wie manche Prachtbauten entstellt wurden. Was hat die Leute nur geritten. :(

      Eine Rekonstruktion? Leider scheitert es wohl oft am Geld. Der Wille, die Bereitschaft und die rechtlichen Möglichkeiten sind sicherlich da, aber das Hauptproblem wird wohl die Finanzierung sein.

      Eine steuerliche Förderung oder dergleichen könnte hier helfen, wobei manche Politiker dies wohl für nicht förderlich halten werden. :rolleyes:
    • Beim Warenhaus Weiss war zur Entstehungszeit vielleicht etwas zu viel des Guten, was natürlich nicht heißen soll, dass man aus dem Rumpfbau nicht deutlich mehr machen sollte. Insgesamt müßte die gesamte Ecksituation einschließlich der Bepflanzung deutlich aufgewertet werden.
      Ich bin sicher kein Verfechter der "Traditionelle um jeden Preis", aber ich bin gegen die "Trostlosigkeit und Langeweile im zeitgenössischen Bauen". dto.
    • Genau so was fehlt Berlin doch heute aber. Prachtbauten, die mal richtig übertreiben und aus dem Ruder schlagen. Die einzigartig und herausragend sind, statt fade und angepasst.

      Ich bin mir sicher, dass dieser ungewöhnliche Eckbau ein beliebtes Fotomotiv wäre.
    • Berkowitz wrote:

      Beim Warenhaus Weiss war zur Entstehungszeit vielleicht etwas zu viel des Guten, [...]
      Sehe ich auch so. Die Fassade ist ok, aber diese Zwiebeltürmchen und der Abschluss der Kuppel passen nicht. Neben der Fassade sollte die Kuppel und die zwei kleinen Türmchen zu ihrer linken und rechten Seite wiederhergestellt, statt des Globus aber eine einfache Laterne aufgesetzt werden.

      Hier, wie auch bei den anderen Häusern mit dem Globus drauf, muss ich auch irgendwie immer an "Der große Diktator" denken...
      Es gibt eine Architektur, die zur Landschaft gehört, sowie eine andere, die sie zerstört.
    • Das KaDeWe hatten wir hier noch nicht. Für dieses Warenhaus mussten fast ein Dutzend Häuser weichen, die mal gerade etwa zwölf Jahre alt waren.


      So sah der Wittenbergplatz vorher 1903/04 aus:




      Schöneberg, Wittenbergplatz, Fahrkartenhäuschen der U-Bahn, von Alfred Grenander, aus BAW März, 1903:





      Danach kam das 'Kaufhaus des Westens', kurz KaDeWe genannt, ebenfalls ein Haus von Jandorf, erdacht durch Emil Schaudt:

      Luftaufnahme:




      1907:






      1908 (aus BAW März 1908):






















      1908 (aus BfAuK) :








      1930:





      1931:





      1956:


    • erbse wrote:


      Ja, es war des Guten zuviel, ich glaube ja, dass es gerade diese Exzesse waren, die zum Bauhaus geführt haben, weil es irgendwann so bonbonhaft wurde, dass man sich fragen musste, wo das hin führen soll. Somit war die Reaktion auf dieses Extrem eben das genaue Gegenteil, nämlich ganz auf Ornamente zu verzichten.
      Heute muss ich aber sagen, dass es solche Bauten ja nirgends mehr gibt, egal ob der oben gezeigte Bau, der Kaiserpalast etc. alle Bauten wurden zerstört oder bereits vor dem Krieg zurück gebaut.
      Und gerade deshalb wäre ich dafür, eine Handvoll dieser Bauten zu rekonstruieren, denn diese Bauten sind die Spitze einer Entwicklung, die für die Architekturgeschichte eine besondere Relevanz hatte. Es wäre an der Zeit, dass man zumindest einige Bauten wieder verfügbar hat, an denen man dies auch in real erleben könnte. Da der obige Bau in weiten Teilen erhalten ist, würde es sich beispielhaft anbieten, gerade weil es ein besonders obszönes Beispiel dieser außer Kontrolle geratenen finalen Phase des Historismus war. Und ehrlich Leute, genau das finde ich klasse, jeder würde mit offenem Mund vor diesem Bau stehen, einige finden ihn super, andere kitschig, andere völlig daneben, aber jeder hätte eine Haltung dazu. Und das ist doch zehnmal besser als die Gleichgültigkeit, die man bei den allermeisten Neubauten heute hat.
      Also her mit diesem Teil :thumbsup: :thumbsup:
      APH - am Puls der Zeit
    • Danke für die alten Ansichten des Kadewes Spreetunnel :daumenoben: . Es ist sehr interessant die bauliche Entwicklung dieses Kaufhauses zu analysieren. Bereits in den frühen 30ern hat man das Gebäude aufgestockt und teilweise schon Verzierungen abgeschlagen. Dann nach WK 2 wurde das oberste Geschoss wiederrum modernistisch mit Flachdach umgebaut und wohl wurden an der Hauptfassade noch ein paar Ornamente abgeschlagen. Und vor nicht allzu langer Zeit wurde dieser Fehler behoben und man hat wieder ein schönes rotes Ziegeldach gebaut. Da die Reko der Ursprungsform ausgeschlossen ist (man will ja nicht weniger Verkaufsfläche) sollte man sich in Zukunft um das Anbringen der ursprünglichen Ornamente bemühen!
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    • Beim KaDeWe finde ich es glatt schade, dass man die postmoderne Glaskuppel wieder wegnehmen will. Die macht eigentlich den heutigen Bau ein Stück weit aus, finde ich. Und gibt ihm eine markante Struktur.


      commons.wikimedia.org/wiki/Fil…24,_KaDeWe.jpg?uselang=de

      The post was edited 1 time, last by erbse ().

    • Spreetunnel wrote:

      Das KaDeWe hatten wir hier noch nicht. Für dieses Warenhaus mussten fast ein Dutzend Häuser weichen, die mal gerade etwa zwölf Jahre alt waren.
      Das ist Berlin! Welche baulichen Werte, welche Pracht großbürgerlicher Wohnpaläste wurde damals leichtfertig beseitigt! Ein Vorspiel zu der gigantische Vernichtungsorgie während des Zweiten Weltkriegs und dem Entstuckungswahn, der danach über die Riesenstadt hinwegfehte!
    • Wobei es von diesen Wohnpalästen damals in unmittelbarer Umgebung noch unzählige gleichartige gab, z.B. direkt auf der anderen Straßenseite. Dieses großartige Kaufhaus war den Umbau des Areals unbedingt wert. Was wäre der Wittenbergplatz heute ohne das KadeWe? Mit der späteren großflächigen Zerstörung kann man dieses Beispiel nicht gleichsetzen.
      In dubio pro reko

      The post was edited 3 times, last by Stuegert ().

    • Dicht beim Alexanderplatz, genauer gesagt in der Landsberger Straße 60-63 neben dem Haus 'Zum Hirschen', befand sich das Kaufhaus Hahn. Mehrfach erweitert wurde es 1912/13 im Berliner 'Spätjugendstil ' ergänzt und später noch auf 4 Etagen aufgestockt.

      Hier einige Bilder!

      Lage am Alexanderplatz:




      Blick über den Alexanderplatz in die Landsberger Straße, um 1909:




      Landsberger Str 60-63, Kaufhaus Fr. Hahn, von Walther Schilbach, aus BAW Januar, 1913






      Innenaufnahmen:




      Der Ort an dem das Kaufhaus stand existiert so nicht mehr. Ich habe mal einen einigermaßen aktuellen Plan (rot) auf den von Straube 1910 gelegt und die Lage des Kaufhauses Hahn blau eingezeichnet. Es läge also genau im Hines-Areal (Saturn)

    • Das zweite Luftbild ist sehr beeindruckend. Von der dichten Bebauung östlich der Prenzlauer Straße ist nichts(!) mehr vorhanden; und das geht ja noch weit außerhalb des Bildausschnitts weiter. Als einzige Vorkriegsbauten gibt es heute noch den Karstadt-Bau an der Keibelstraße und das Haus der Gesundheit an der Karl-Marx-Allee.

      Auch das Kaufhaus Hahn hatte nur eine kurze Lebensdauer. Bereits in den 1920ern wurde der Block vor der Georgenkirche mitsamt dem traditionsreichen Haus zum Hirschen (mit den 99 Schafsköpfen) im Zuge der U-Bahn-Bauarbeiten abgeräumt.

      Blick über das Kaufhaus Tietz, dahinter das grausam abgestuckte Grand-Hotel.




      Ich habe noch ein Warenhaus-Bild aus der Ecke auf Lager, welches ich mir mit der Adresse 'Landsberger Straße N°29" gespeichert hatte; hierzu kann ich aber keine weiteren Informationen finden. stickpoke:) Spreetunnel?
      Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
      (Immanuel Kant)