Die großen Berliner Warenhäuser vor der Zerstörung

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    • Diese zwei kubischen Bauten (Alexanderhaus und Berolinahaus) aus den 20ern waren auch die einzigsten Gebäude, die die DDR nach 1945 konservieren ließ, weil sie sich besser mit den neuen Betonburgen “integrieren“ ließen... Sie stehen unter Denkmalschutz :wuetenspringen:
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    • Ähnlich wie am Potsdamer Platz, das maßstabsprengende moderne Columbushaus stand noch bis 1957, während alles andere schon abgeräumt war. Nur wegen der Nähe zur Mauer machte man auch hier letztlich keine Ausnahme, wahrscheinlich wäre es sonst das einzig verbliebene historische Gebäude. Jedenfalls bedauere ich dessen Verlust am wenigsten.
      In dubio pro reko
    • Leonhard schrieb:

      Kaiser Karl, danke für die interessanten Gegenüberstellungen und die Fotomontagen mit dem eingefügten Tietz! Leider würde das Tietz heute völlig deplatziert in der gigantomanischen modernen Umgebung wirken und würde den Platz in keinster Weise retten, von daher wäre das vergebene Liebesmüh..
      Wäre das wirklich vergebene Liebesmüh?





      Ich finde, dass diese Fassade diesem gruseligen Platz etwas von der Trostlosigkeit und Depression nimmt.
    • Kaiser Karl schrieb:

      Leonhard schrieb:

      Kaiser Karl, danke für die interessanten Gegenüberstellungen und die Fotomontagen mit dem eingefügten Tietz! Leider würde das Tietz heute völlig deplatziert in der gigantomanischen modernen Umgebung wirken und würde den Platz in keinster Weise retten, von daher wäre das vergebene Liebesmüh..
      Wäre das wirklich vergebene Liebesmüh?




      Ich finde, dass diese Fassade diesem gruseligen Platz etwas von der Trostlosigkeit und Depression nimmt.
      Ja, da hast du schon recht, vor allem auf deiner Fotomontage, die nur den einen Teil des Platzes zeigt, wirkt es schon besser. Wenn man aber die Gesamtsituation wie auf dem Luftbild betrachtet und z.B. das schwarze Hochhaus mit einbezieht, dann glaube ich, dass die eine schöne Fassade leider nicht viel ausmachen würde. Aber sei es wie es sei, es ist ja sowieso völlig illusorisch... vielen Dank trotzdem für die tollen Ansichten!
    • Bei aller Sympathie für Kreativität wäre mein erster Vorschlag an die Marke Brenninkmeijer, das Erscheinungsbild des C&A-Hauses am Alexanderplatz konsequent auf die 20er Jahre umzustellen. Der Zauber von Kauf- und Warenhäusern muss zurückkehren! Durch eine komplett geänderte Sortimentspolitik. Mittleres Segment bei hoher Qualität, Biotextilien und das ganze als Erlebnishaus im Art-Deco-Stil. Vom Preisschild bis zur Rolltreppe. Es muss spannend sein, zum C&A Alexanderplatz zu fahren.

      Gleichzeitig bietet sich so einmalig die Chance, die bisher in Deutschland praktizierten Billig-Hausmarken zu Highquality-Alleinstellungshausmarken umzukrempeln. Heißt, diese interessante Kollektion hoher Qualität gibt es nur bei uns.

      Momentan bekommen die meisten bei C&A vom Billigramsch ein langes Gähnen und Kopfschmerzen.
    • Am Märkischen Platz am südlichen Kopf der Waisenbrücke stand für einige Zeit das "Kaufhaus Neukölln am Wasser".


      bildindex.de



      Eigene Sammlung

      Im Zusammenhang - das Kaufhaus am linken Bildrand:

      Bild: Waldemar Titzenthaler

      Links anschließend das zu dem Zeitpunkt im Bau befindliche Märkische Museum.

      Bild: Waldemar Titzenthaler
      Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
      (Immanuel Kant)
    • Einfach nur zum Staunen!!! :blink: :) smile:)
      Bauen die ein Schloß/Rathaus mit Turm und Haube in westfälischer/niederländischer Renaissance für'n Kaufhaus. Das ist Einkaufserlebnis!!! Was für eine Zeit, diese Kaiserzeit, denke ich dabei immer wieder! Was für eine Prosperität und liquide Finanzmittel und das alles real, mit echten Werten bezahlt und hochgezogen!!! Welch' eine stetige Veränderung und Verbesserung des städtischen Lebensumfeldes in ständiger Zunahme der gebauten Schönheit. Mir würden die Augen überquellen, würde ich per Zeitmaschine durch das alte Berlin wandeln, wie es hier am Märkischen Ufer gezeigt wird! Einfach umwerfend.
      Danke an alle fleißigen Bildersammler und für's Reinstellen!
    • Noch einige Kaufhäuser die weniger bekannt sind:

      Kaufhaus Massen in der Leipziger Straße:





      Kaufhaus Maaßen am Oranienplatz, welches baulich noch existiert:




      Heute:






      Kaufhaus Brenninckmeyer am Oranienplatz, jetzt Hotel 'Orania':




      Warenhaus Jandorf an der Brunnenstraße / Ecke Veteranenstraße, das baulich noch existiert:







      Heutezeit:







      Hier findet man mehr Informationen:


      Jandorf


      Man erkennt, dass die Kauf- und Warenhäuser im Westteil der Stadt, so sie nicht zerstört waren, weiter genutzt wurden. Im Ostteil der Stadt wurden die meisten abgeräumt. Lediglich das Haus Jandorf in der Brunnenstraße, dass komplett erhalten blieb überlebte und wurde auch bis 1990 ständig genutzt.

      Aktuelle Fotos von mir.
    • Spreetunnel schrieb:

      @Vulgow:
      Weißt Du mehr über die Geschichte dieses Kaufhauses? War es nicht nur eine Ansammlung von Konfektionsbetrieben, die unten in den Läden ihre Waren èn detail verkauften? Kann im Augenblick nichts darüber finden.

      Ich habe keine Ahnung.

      Schau doch mal hier:
      Berliner Architekturwelt 4.1902, Heft 1, Seite 7 ff. (Bilder)
      Berliner Architekturwelt 4.1902, Heft 1, Seite 26 ff. (Text, unterbrochen von Bildseiten)

      EDIT: Eine Aufnahme vom Rolandufer über die Spree aus dem Jahr 1945.
      Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
      (Immanuel Kant)
    • Danke, aber da hatte ich schon geschaut, auch den Artikel zu den BIldern gefunden. Aus dem Text geht auch nur hervor, dass es sich um ein Geschäftshaus handelt, das an einzelne Nutzer vermietet wird.

      Hier die Bilder im Heft Januar 1902:












      Ich denke aber, aus dem Grundriss kann man ersehen, dass es sich hier um ein Geschäftshaus handelte und weniger ein Kaufhaus im klassischen Sinn mit einem Betreiber.
    • Das Kaufhaus an der Brunnenstraße sollte wiedereröffnen als "Kaufhaus 1900".

      EG: Lebensmittel, Souvenirs, Bücher, Schreibwaren (sämtliche Artikel in exklusiver historischer Aufmachung)
      1. OG Bekleidung im Retrostil (inklusive Reminiszenz an das DDR-Modeinstitut)
      2. OG Non-Food vor 1945 (ohne Bekleidung)
      3. OG aktuelle Artikel aus der DDR-Zeit (dauerhafte Ostpro)
      4. OG Spezialitätenrestaurant

      Ich wette, dieses Konzept wäre unerwartet erfolgreich.
    • Hier erscheint es sinnvoll, diese (nahezu vollständige) Warenhausliste zu zitieren:

      Spreetunnel schrieb:

      Ich habe mal eine Liste aller Warenhäuser aus einem Buch von Peter Güttler ohne technische Details zusammengestutzt. Es sind aber nur die Warenhäuser, Kaufhäuser (Häuser mit beschränktem Sortiment) sind nicht dabei:


      Peter Güttler

      Liste der vor 1945 erbauten Warenhäuser


      Kaiserreich

      Jandorf (Spittelmarkt) (0)
      Spittelmarkt 16/17 Ecke Leipziger Straße (Verw Bez. Mitte)
      1891/92 von Alterthum & Zadek und Hermann August Krause.

      Jandorf (Belle Alliance Straße) (W)
      Belle Alliance Straße 1 (nach 1945 Mehringdamm 2, heute Blücherplatz 3) Ecke Tempel¬hofer Ufer (Verw. Bez. Kreuzberg) 1897/98 von Fritz Flatow (Ausführung, möglicherweise auch Entwurf). 3gesch. Mauerpfeilerbau,

      Jandorf (Große Frankfurter Straße) (0)
      Große Frankfurter Straße 113 (heute Karl Marx Allee 68) Ecke Andreasstraße 46 Ecke Blumenstraße 50 (Verw. Bez. Friedrichshain) 1899/1900 für Kaufhaus Max Mannheim erbaut (Architekt nicht zu ermitteln), 1901 von Jan¬dorf übernommen.

      Jandorf (Brunnenstraße) (0)
      Brunnenstraße 19 - 21 Ecke Veteranenstraße 28 (Verw. Bez. Mitte) 1903/04 von Lachmann & Zauber.

      Jandorf (Kottbusser Damm) (W)
      Kottbusser Damm 1 Ecke Planufer 96/97 Ecke Graefestraße 93 (Verw. Bez. Kreuzberg) 1905/06 von BR Franz Ahrens.

      Jandorf (Wilmersdorfer Straße) (W) Charlottenburg,
      Wilmersdorfer Straße 118/119 Ecke Pestalozzistraße 32 1905/06 von H. Enders; Bhr. Fa. Graff & Heyn.

      Kaufhaus des Westens (KaDeWe)
      (W) Schöneberg, Ansbacher Straße 26 (früher 12 14) Ecke Tauentzienstraße 21 24 Ecke Passauer Straße 41 43 1906/07 von Johann Emil Schaudt.

      Stein (W)
      Chausseestraße 70/71 (vormals 64 66 Verw. Bez. Wedding)
      Umbau mehrerer Wohnhäuser mit Läden zum Warenhaus 1907, Bauausführung durch C. Kuhn, Architekt nicht zu ermitteln.

      Tietz (Leipziger Straße) (0)
      Leipziger Straße 46 - 49, Krausenstraße 44 49 (Verw. Bez. Mitte)
      1899/1900 von Lachmann & Zauber, Fassaden von Bernhard Sehring.

      Tietz (Alexanderplatz) (0)
      Alexanderstraße 69 - 70 Ecke Alexanderplatz Ecke Am Königsgraben 1 3 (Verw. Bez. Abb. 34 39 Mitte) 1904/05 von Cremer & Wolffenstein, Mitarbeiter Jäger. 1. EB Alexanderstraße 64 68, Am Königsgraben 4 7 1907/08 von Cremer & Wolffenstein.

      Tietz (Frankfurter Allee) (0)
      Frankfurter Allee 5 (bis 1915 Nr. 109/110) Ecke Königsberger Straße (heute Lasdehner Straße Verw Bez. Friedrichshain) Gegen 1905, Architekt nicht zu ermitteln, Bhr. Fa. Max Mannheim (Kaufhaus). Umbau 1908 (nach Übernahme durch Fa. Hermann Tietz), Architekt nicht zu ermitteln.

      Warenhaus für Armee und Marine (0)
      Dorotheenstraße 60 (bis 1912 Nr. 71, heute Clara Zetkin Straße) Ecke Neustädtische Kirch¬straße 4/5 Ecke Mittelstraße 26/27 (Verw. Bez. Mitte) 1886/87 von de Hude & Hennicke.

      Wertheim (Oranienstraße) (W)
      Oranienstraße 53/54 (Verw. Bez. Kreuzberg)
      1893/94 von GRR Prof. Dr. Ing. E. h. Alfred Messel.

      Wertheim (Leipziger Straße) (0 Verw. Bez. Mitte)
      1. Bauabschnitt. Leipziger Straße 132/133
      1896/97 von GRR Prof. Dr. Ing. E. h. Alfred Messel.
      2. Bauabschnitt. Leipziger Straße 134/135; Voßstraße 31/32
      1899/1900 ebenfalls von Messel.
      3. Bauabschnitt. Leipziger Straße 136/137 Ecke Leipziger Platz 12; Voßstraße 24 30 1904 06 ebenfalls von Messel. 5-gesch. Mauerpfeilerbau (Leipziger Str. und Leipziger Platz),
      4. Bauabschnitt. Leipziger Straße 126 130
      1911/12 von Heinrich Schweitzer
      5. Bauabschnitt. Leipziger Platz 13; Voßstraße 24/25; Leipziger Straße 131.
      1926/27 von Paul Kolb (Vorentwurf 1914 und Grundrisse) und Prof. Eugen Schmohl (künst¬lerische Gestaltung).

      Wertheim (Rosenthaler Straße) (0)
      Rosenthaler Straße 27 - 31 Ecke Sophienstraße 12 14 (Verw. Bez. Mitte)
      Abb. 30 33 1903 von GRR Prof. Dr. Ing. E. h. Alfred Messel, Mitarbeiter Rbm Walther Schilbach.
      EB Sophienstraße 15, 1905/06 ebenfalls von Messel.

      Wertheim (Königstraße) (0)
      Geviert Königstraße 31/32 (heute Rathausstraße) Neue Friedrichstraße 18 20 (heute Littenstraße) Grunerstraße 7 (bis 1933 Nr. 2) Stadtbahn (Verw. Bez. Mitte)
      1910/11 von Heinrich Kayser & Carl v. Großheim und Ernst Rentsch


      Wertheim (Moritzplatz) (W)
      Prinzenstraße 35 - 38 Ecke Moritzplatz Ecke Oranienstraße 149 154 Ecke Prinzessinnen¬straße 15 (Verw. Bez. Kreuzberg), 1912/13 von Prof Eugen Schmohl.


      1919 - 1945

      EPA Warenhaus (W)
      Wilmersdorf, Berliner Straße 150/151 Ecke Landhausstraße 23/24 Ecke Badensche Straße 24 1929 32 von Philipp Schaefer (Bauabteilung der Rudolph Karstadt AG).

      Galeries Lafayette (0)
      Friedrich Ebert Straße 11/12 (heute Ebertstraße) Ecke Bellevuestraße 112, am Potsdamer Platz (Verw. Bez. Mitte) Entw. 1928 von Erich Mendelsohn.

      Karstadt (Hermannplatz) (W)
      Hasenheide 1 - 4 Ecke Hermannplatz 10 Ecke Urbanstraße 77 81 (Verw. Bez. Kreuzberg)
      1927/29 von Philipp Schaefer, Mitarbeiter Curt Günther, Bltg. Rbin M. Binder, Curt Semmelroth, Paul Friedrich und Ing. H. Schäfer.

      Tietz (Chausseestraße) (W)
      Chausseestraße 70/71 (Verw Bez. Wedding)
      1929 von Johann Emil Schaudt.

      Tietz (Leipziger Straße) EB siehe Liste Kaiserreich

      Tietz (Schöneberg) (W) Schöneberg
      Entwurf gegen 1930 von Johann Emil Schaudt (nicht ausgeführt).

      Warenhaus der Konsumgenossenschaft (W)
      Oranienplatz 4 - 10 (früher Luisenufer 27 30) Ecke Segitzdamin 2 (früher Luisenufer 30);
      Abb. 69, 70 Prinzessinnenstraße 1 6 (Verw Bez. Kreuzberg)
      1930 32 von (Prof.) Max Taut & (Franz) Hoffmann; Innenarchitekt R. Lindemann.

      Nach 1945 waren es noch ca. 18 Neubauten die dazu kamen, bzw. das Zerstörte teilweise ersetzte.
      Aus: Farbfotos vom alten Berlin
    • Spreetunnel schrieb:

      Schön, dass sich jemand an die Liste erinnert.

      Heute bin ich zufällig am alten Warenhaus Jandorf an der Brunnenstraße vorbeigelaufen und welch' Wunder, es tut sich was. Gerüste werden gerade aufgestellt:


      Ja, das gute alte Modeinstitut, da wurden mir als 4 oder 5 Jähriger Bub greissliche Sachen angezogen, und ich mußt über den Steg wandern. Einmal stand (wahrscheinlich zu Dekorationszwecken) eine Schüssel miut Bananen , Weintrauben und Orangen dort.....hätt ja gern was da von gehabt - aber nö, ich wurd mit einem Stück Schokolade abgespeist. Das dies einst ein Kaufhaus war, erfuhr ich erst in diesem Thema hier. Danke :daumenoben:
      Amateure bauten die Arche, Profis die Titanic...