Bremen - Am Brill / Sparkassenquartier

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    • Heinzer schrieb:

      inwieweit hier überhaupt jemand Großkopfertes aus Bremen mitliest
      Ihr seid ja an der Quelle. Am besten, Ihr schreibt mal E-Mails oder Briefe an sämtliche Fraktionen in der Bremer Bürgerschaft, an den Senator für Umwelt, Bau und Verkehr, an die Sparkasse Bremen und an die in der Presse genannten Investoren, Familie Schapira aus Israel (es könnte sich um internationalen Großprojektentwickler Pinchas und Samuel Schapira handeln).
      Dann macht Ihr auf das Problem aufmerksam und seht einfach, welche Reaktionen zurückkommen.
    • Lieber Heimdall und lieber Heinzer,

      durch Axel Spellenberg hat es bereits eine Kontaktaufnahme zum hiesigen Establishment gegeben, die allerdings von Seiten der Politik bisher nichts Weiteres, als die sattsam bekannten, wohlfeilen Erklärungen erbrachte.

      Anbei der in diesem Zusammenhang entstandene, recht aufschlußreiche Schriftwechsel:

      Zunächst das Schreiben von Dr. Dieter Fricke, dem Parlamentsreferent für Umwelt, Bau, Verkehr und Queer ( :schockiert: ) der SPD-Bürgerschaftsfraktion im Lande Bremen, an Herrn Spellenberg:

      Sehr geehrter Herr Spellenberg,

      wir bedanken uns für Ihre Mail mit anregenden Vorschlägen für eine durchaus visionäre Umgestaltung des Areals vor dem Bremer Hauptbahnhof. Wir freuen uns, dass derzeit viele Menschen - auch weit über unsere Stadtgrenzen hinaus - sich bemüßigt fühlen, vielfältige Vorschläge für unsere Stadt zu erarbeiten. Das zeugt von großem Interesse an einer zukunftsorientierten Stadtentwicklung und spricht nicht zuletzt für die Attraktivität Bremens und besonders seiner historischen Altstadt. Gerade am Bahnhofsplatz darf man auf die Fertigstellung der sogenannten Dudler-Bauten und die entstehenden neuen Wegbeziehungen und Sichtachsen gespannt sein.

      Und – man darf es bei allen Überlegungen nicht außer Acht lassen – eine Vision ist immer auch eine zwar zukunftsweisende aber eben auch ein individuelle Vorstellung von Zukünftigem, dass nur Gestalt annehmen kann, wenn viele unterschiedliche Bedingungen und Akteure, Voraussetzungen und Zwänge fein aufeinander abgestimmt worden sind.

      Die geringen finanziellen Möglichkeiten, die in einem Haushaltsnotlageland leider die Realisierung etlicher guter Ideen beschränken oder gleich unmöglich machen, seien dabei einmal außen vor gelassen.

      Die spektakuläre Pyramide neben dem historischen Hauptgebäude der Sparkasse am Brill gehörte zu einem der drei interessanten Entwürfe für die künftige Neuordnung des Sparkassenareals. Wie Sie sicher wissen, hat sich die Jury einstimmig für den Berliner Entwurf als Grundlage für die weitere Planung entschieden, während der Münsteraner Vorschlag (der die Pyramide enthielt) ebenso wie der eines Bremer Planungsbüros verworfen wurde.

      Gerade angesichts der vielen Projekte, die der Bremer Innenstadt ein deutlich verändertes Gesicht verleihen werden, ist das Interesse der Stadtgesellschaft an den baulichen Veränderungen groß. In den Plänen, die – wie beim Jacobshof / Kontorhaus – bereits weit gediehen sind oder beim neuen Quartier am Parkhaus-Mitte – das planerisch noch ganz am Anfang steht – liegen darin vielfältige Chancen ebenso wie etliche Risiken.

      Es gibt viele Foren, die sich mit diesen Themen beschäftigen, in der die Zukunft der Stadt manchmal leidenschaftlich und oft mit großem Sachverstand diskutiert wird. Stellvertretend sei hier nur der „Bremer Stadtdialog“ genannt, eine Initiative unterschiedlicher Institutionen aus dem Bremer Baubereich.

      Wir sind gespannt und zuversichtlich, wie sich die Bremer Innenstadt zukünftig präsentieren wird. Die Bremer SPD wird diesen Prozess engmaschig begleiten. Die Bürgerschaftsfraktionen von SPD und Bündnis 90 / Die Grünen werden sich übrigens gemeinsam dieses Themas im April 2018 mit einer Anhörung im Haus der Bürgerschaft – zusammen mit Fachleuten – in einem ersten Schwerpunkt widmen.

      Mit freundlichen Grüßen

      Dr. Dieter Fricke




      Und hier die Antwort von Herrn Spellenberg an Herrn Fricke:




      Sehr geehrter Herr Dr. Fricke,

      für Ihre ausführliche Antwort danke ich Ihnen.

      So sehr visionär ist mein Vorschlag des Baus einer U-Station am Hauptbahnhof nicht, es gab schon in den 50er-Jahren solche Pläne.
      Leider hat es Bremen damals versäumt, eine solche Verkehrsentlastung am zentralen Knotenpunkt Hbf zu schaffen. Es wird Ihren Worten zufolge wohl bei dem oberirdisch chaotischen Zustand von Verkehrsüberschneidungen bleiben, schade um die neue Dudler-Architektur.

      Eine "Vision", die ich in einem internationalen Ideenwettbewerb schon 1980, und als einziger Architekt, entworfen und deren Realisierung bereits vorausgesehen hatte, war der Wiederaufbau der historischen Altstadt von Frankfurt am Main, unter meiner Forderung des Abrisses des damals erst sieben Jahre alten Technischen Rathauses. Das war, trotz Auszeichnung meiner Entwürfe mit einem Sonderpreis, ein Affront gegen die Stadtbaupolitik, die sich bis 2010 gegen den Abriss ihres Betonkomplexes am Römerberg gewehrt hatte. Heute ist der Rathauskoloss, wie von mir vor 38! Jahren gefordert, beseitigt, wie in meinem Entwurf geplante Altstadthäuser stehen heute auf dessen Grund, die jetzt mit 90 Millionen Euro Erlös verkauft wurden. Es waren eben gar nicht "viele Akteure", die dieses Projekt 30 Jahre nach mir lanciert und durchgesetzt haben, sondern nicht mal eine Handvoll engagierter Bürger. Nichts von deren Forderungen und Zielen war mit der Politik "fein abgestimmt". Für 65 Altstadtwohnungen gab es jetzt 900! Bewerber. Ein Riesenerfolg. Der Frankfurter Oberbürgermeister hat sich vom jahrelang erklärten Gegner zum glühenden Befürworter der wiederaufgebauten Altstadt gewandelt. Davon kann Bremen nur träumen.

      Ich habe in meinen ´visionären´ Bauentwürfen keine historischen Bauwerke beseitigt, wie das jetzt mit dem künstlerisch reich ornamentierten Johann-Jacobs-Haus an der Obernstraße passieren soll.
      Das verhält sich, analog zu den Künsten der Malerei, Bildhauerei, Musik oder Dichtung betrachtet, so, als würde man Gemälde, Skulpturen, Kompositionen oder Buchskripten vernichten, was kein Mensch wagen würde. Die Werke der Architektur, die als die "MUTTER ALLER KÜNSTE" gilt, werden wieder und wieder in barbarischer Art und Weise zerstört, ob im demokratischen Westen oder in Kriegsgebieten wie Syrien und dem Irak. Wie es denn vergleichsweise barbarisch wäre, historische Gemälde, Bilder, Plastiken, Musikstücke oder Bücher zu zerstören. Es ist keinerlei Unterschied zwischen den genannten Künsten und der Architektur zu sehen, wird aber durch die Politik, Bauämter, Bauherren und Investoren immer wieder zu deren eigenem Vorteil gemacht.

      Auch das baukünstlerisch großartige Ittmann-Haus von 1910 am Brill fällt einem solchen blinden Zerstören von KUNST durch Politik, Investoren und Architekten zum Opfer. Dort sind, wie auch am alten Jacobs-Haus, noch heute viele Ornamente und baukünstlerische Details vorhanden. Niemand hat das Recht - nur weil ein gewisser Architekt Adolf Loos 1908 das "Ornament und die Ornamentkunst als Verbrechen" deklariert hat - solche Werke künstlerisch feinsinniger Hände zu vernichten. Zahllose Werke der BAUKUNST sind in Bremen nach dem Kriege, und bis heute, zerstört und vernichtet worden - zuvörderst unter der Ägide der "SPD". Man stelle sich vor, dies hätte man auch mit Gemälden oder Werken der Dichtkunst so getan - wer das getan hat, ist hinlänglich bekannt - ich sehe nicht den geringsten Unterschied zwischen einem Vernichten von Werken der Malerei, Dichtkunst und denen der Baukunst. Nur weil dieser Politik ganz offenkundig der Bildungshorizont und die Einsicht dafür fehlt, zu wissen, dass die Bildende Kunst und Baukunst schon immer aufs engste ineinander verflochten waren, ist es noch lange kein Grund für barbarische Handlungen.

      Es fehlt in dieser Hinsicht der "Sachverstand" in Bremens rot-grüner Koaltion ganz und gar. "Engmaschig", die zunehmende Abrissfuror betreffend, geht es da in der Tat zu. Sie sollten daher im "Bremer Stadtdialog" einmal Leute zu Wort kommen lassen, die etwas von Baukunst und Kunst verstehen. Die Ihnen aufzeigen können, dass schon der Gründer des BAUHAUSES, Walter Gropius, 1919 die völlige Vereinigung der Malerei, Bildhauerei und Baukunst forderte, wenn er ausrief: "Das Endziel aller bildnerischen Tätigkeit ist der Bau!"
      Darin bestand die ganze Quintessenz der MODERNE, und nicht im Zerstören von Baukunstwerken und profitsteigernden Aufeinanderstapeln von Baumassen. So, wie es der "Berliner Entwurf" in besonders rücksichtsloser Manier geplant hat. Hier wird historische Baukunst (Ittmann-Haus) und Architektur des 21. Jahrhunderts (Erweiterungsbau Sparkasse von 2001) in einem Aufwasch zerstört und nur noch als ´Dreck´, nämlich Bauschutt, angesehen. ´Das Endziel´ der rot-grünen Politik ist nicht, wie von Gropius gefordert, die Wahrung und Förderung ´bildnerischer Kunst´, sondern deren Zerstörung!

      Wieder unter der Ägide der SPD, die man man nur noch als besonders der KUNST gegenüber feindselig gesinnt betrachten kann. Sie hat die Vernichtung von unendlich vielen von BAUKÜNSTEN und von BAUKÜNSTLERN, (u.a. von Architekt Poppe u.v.a.), geschaffenen Werken zu verantworten. Ihre Politik ist es, die Bremens Innenstadt und Altstadt in Zukunft dieses "deutlich veränderte Gesicht" verleihen wird, so, als wären Sie und die Investoren die alleinigen Eigentümer und Herrscher über Wohl und Wehe der Stadt. Damit, und mit der Zerstörung von Werken der KUNST, werden Sie sich einmal vor der Bremer Geschichte verantworten müssen. Es wäre ratsam, rechtzeitig umzukehren und neue, humanere Stadtbild-Ideen, wie die hier im Anhang aufgezeigten, zu fördern.
      Gemessen an meiner Frankfurter Vision von 1980 wird meine Bremer Brill-Vision von 2018 im Jahr 2056 realisiert sein. Visionen sind nicht aufzuhalten.

      Mit freundlichen Grüssen

      Axel Spellenberg

    • Vielen Dank für die Informationen. Natürlich ist ein Schriftwechsel in dieser Ausführlichkeit "Perlen vor die Säue". Inhaltlich ist das Anliegen völlig richtig gedacht. Das überfordert aber in dieser Dimension diejenigen, die das gar nicht lesen wollen, aber sollen, um eine Antwort schicken zu können.

      Ich dachte deshalb eher an ein paar Bilder und ganz kurze Stellungnahmen, die den Entscheidungsträgern den Wert der zu erhaltenden historischen Fassaden etwas ins Bewusstsein tragen sollen.

      Dass die im großen Maße dort umplanen, glaube ich nicht. Man kann wohl auch das Areal nicht mit dem Dom-Römer-Areal vergleichen, das anders im kollektiven Bewusstsein verankert ist. Aber, sich für den Erhalt der historischen Elemente einzusetzen, könnte vielleicht zum Teil Erfolg haben.
    • Ob nun ein solcher am Ende fast in einen -neudeutsch- Rant abgleitender Brief unserer Sache förderlich war, möchte ich vorsichtig bezweifeln. Wenn wir von Anfang an auf Krawall und Opposition gehen, werden wir in dieser Stadt nichts bewegen und den Herren sogar noch gute Gründe dafür geben, gar nicht erst über diese Ideen nachzudenken. Auch das Setzen der SPD in Anführungszeichen und die Großschreibung einzelner Wörter helfen nicht, hier einen sachlichen Debattenanstoß zu geben, sondern lassen unsere Gegner sehr leicht das Bild ewiggestriger Träumer heraufbeschwören, die mit ihren unrealistischen Disneyland-Träumen die Geschichte zurückdrehen wollen (oder so ähnlich wird das dann immer beschrieben).

      Ich selbst kenne diese Leidenschaft, die so herrlich menschlich ist ja auch und auch die Wut, die einen manchmal überkommt, aber in Bremen die frontal die SPD anzugehen, ist in etwa so schlau, wie in Bayern die CSU: Man kann nur verlieren. Wir brauchen im Gegenteil -wie es damals beim Fall der Mozarttrassenplanungen geschah- zwingend die etablierten Parteien für unsere Ideen, müssen diese quasi von innen zernagen mit der unglaublichen Qualität von Herrn Spellenbergs Ideen. Es muss zwingend vermieden werden, uns wie gewünscht als "rechtskonservative Spinner" diffamieren zu können, die wir auch nicht sind. Wenn hieraus eine erfolgversprechende Bewegung werden soll, geht das imho nur klar überparteilich. Es würden sich sicher viele auch sozialdemokratisch und grün denkende Bremer für einen architektonischen Neubeginn in der Altstadt begeistern lassen, auch dank der tollen Ideen von Herrn Spellenberg - wenn dieser sich aber nun allzuleicht in die Rolle des alternden Querulanten drängen lässt, werden viele prinzipiell aufgeschlossene Leute sehr schnell die Finger von so etwas lassen, dafür ist die Stadt einfach zu linksliberal aufgestellt, auch im Bürgertum.
    • Heimdall schrieb:

      Ich dachte deshalb eher an ein paar Bilder und ganz kurze Stellungnahmen, die den Entscheidungsträgern den Wert der zu erhaltenden historischen Fassaden etwas ins Bewusstsein tragen sollen.

      Lieber Heimdall,

      selbiges ist bereits geschehen !

      Ich habe - Ihren Rat aufgreifend - heute Morgen eine derartige Rundmail versandt.

      Nun gilt es, abzuwarten, ob und wie darauf reagiert werden wird.
    • Sachlich ist das natürlich alles richtig, was Herr Spellenberg da schreibt, aber wir dürfen einfach keine Flanke bieten, wenn wir die Chance auf eine Wende in der Bremer Baupolitik wahren wollen, so wollte ich das gemeint haben.

      Bilder sagen da -wie Heimdall richtig sagte- oft mehr als 1000 Worte, und die Qualität von Herrn Spellenbergs Entwürfen spricht aus meiner Sicht massiv für sich. Das meinte ich mit "zernagen", wenn sich diese Bilder erstmal festsetzen bei den "Entscheidern", wird es ihnen einfach schwerer fallen, die Alternative Würfelhusten mit einer solchen Verve zu verteidigen. Mit Bildern (wie z.B. der Simulation der Stadtschlossfassade auf dem Palast der Republik Anfang der 90er Jahre) ist auch die aus jetziger Sicht fast unglaubliche Erfolgsgeschichte der Rekonstruktion desselben in Gang gekommen.

      Wenn nur ein paar der wichtigen Leute merken, dass der Kaiser (in diesem rumpeligen Bild die architektonische Investorenmoderne) eigentlich gar nichts anhat, wäre schon viel geholfen. Die Argumente sprechen eben so massiv für sich, dass sich dem aus meiner Sicht keiner auf Dauer wird entziehen können. Wie bekommen wir denn jemanden Eloquentes in den "Bremer Stadtdialog"? Dieser müsste auch gut vorbereitet in das weite Spektrum der Möglichkeiten von der Reko bis zur angepassten Neubauarchitektur gehen, Anschauungsbeispiele gibt es ja von Dresden bis Hildesheim, von Frankfurt bis Lübeck mittlerweile wahrlich genug - ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass man sich diesen herrlichen Beispielen so verschließen kann, wenn das gut aufbereitet und treffend vorgetragen würde.
    • Wieso wird das alles an einer Partei festgemacht? Ich kann mir kaum vorstellen das die SPD nächstes Jahr auch nur in die Nähe von 30% kommt, vielleicht sollte man auch ein bisschen in der Opposition für diese Vorhaben werben. Insbesondere AfD, FDP und meinetwegen auch der kümmerliche Haufen der Merkelpartei sollte man doch für so ein Projekt begeistern können! Die Grünen können sich ja über die paar Bäume freuen, die Hr. Spellenberg mit eingezeichnet hat....ansonsten sollte man vielleicht mal ein zweites Steintor planen da fühlen sich die linken Zecken doch immer sehr wohl!
    • Bausenator, Senatsbaudirektorin und ein Vorstandsmitglied der Sparkasse Bremen beim Betrachten der Entwürfe für das Sparkassen-Areal.

      Triptychon ohne Kommentar



      P.S.: Bisher ist noch kein einziger Rückläufer auf die Rundmail hier eingegangen... Sollten gerade Parlaments-Ferien sein??

      ?(

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Pagentorn ()

    • Sind wir hier alle bloß Dilettanten ?

      Sind Menschen, die sich - wie wir - mit Herzblut und teils großem Zeitaufwand für die Schönheit unserer Stadtbilder engagieren, nur deshalb, weil wir nicht hauptamtliche 'Fachleute' sind, lediglich Dilettanten, die man öffentlich ironisieren darf ? Nun, die Bremer Senatsbaudirektorin, Frau Prof. Iris Reuther, schein etwas derartiges zu denken. Zumindest klingt es so, wenn man ihre Ausführungen zu 'Fuballtrainern' etc. (min. 1:18 - 1:27) konsequent zu Ende denkt...

      Ich jedenfalls mußte ob dieser Aussage erst einmal schlucken... Denn so würgt man bürgerschaftliches Engagement und gelebten Gemeinsinn ab. Oder sehe ich das vielleicht etwas zu eng ?



      P.S. in diesem Beitrag wird neben dem Areal der Ansgarii-Kirche auch insbesondere auf das Projekt des Sparkassenquartiers eingegangen.
    • Mir scheint in Bremen ist noch ordentlich Bewusstseinsarbeit nötig! Das braucht Geduld und Durchhaltevermögen, bis sich da wirkliche Ergebnisse zeigen werden. Dann aber umso gewaltiger! Unterstützer gewinnen ist sicher wichtig. Und plastische, griffige Forderungen mit Fokus, nicht verzetteln. Weiter so! :daumenoben:
    • Pagentorn schrieb:

      Bisher ist noch kein einziger Rückläufer auf die Rundmail hier eingegangen... Sollten gerade Parlaments-Feiern sein??
      Geduld, Geduld. So etwas dauert bisweilen viele Wochen.
      Ich habe so etwas gelegentlich in der Vergangenheit auch schon gemacht. In gefühlt 70 Prozent der Fälle erhält man keine Antwort. Der Rest dauert eben etwas.
    • Ich werde der Senatsbaudirektorin heute mal eine E-Mail schreiben. Den von Pagentorn eingestellten Spaziergang habe ich auch schon gesehen (und irgendwo im Bremer Forumsteil schon kommentiert, wird hier langsam unübersichtlich).... man weiß nicht recht, was man davon halten soll. Unheimliche viele Floskeln, tlw. mangelt es anscheinend auch an Ortskenntnis, wenn bestimmte Straßennamen nicht erinnerlich sind oder beim Gespräch im Sparkassenareal offen gesagt wird, dass man hier noch nie gewesen sei.

      Zeigt eben auch, was für fürchterliche Unorte nach dem Krieg dort entstanden sind, man will dort nicht hin und wenn man da ist, schnell wieder weg. Die ganze stadtauswärts rechtsseitige Knochenhauerstraße vis a vis zum Kaufhof-Klotz ist ja auch so, vornean wenigstens noch gemischte Bebauung, bisschen was Älteres und früher ortstypischer Wiederaufbau geht das Richtung Ansgaritor alles in diesen fürcherlich deprimierenden "ca. 1960-Mist" über.





      Positiv finde ich immerhin ihre Aussagen zu den alten Wegebeziehungen und dem historischen Stadtgrundriss, der "Gold wert" sei und den Andeutungen, dass dieser in Teilen wiederhergestellt werden könnte, wenn man sich des Kaufhofklotzes entledigen würde.
    • Graue Maus an der Jakobistraße

      Solche nichtssagende Bausubstanz, wie Sie HEINZER für die Knochenhauerstraße beschreibt, gibt es leider auch im Sparkassenquartier. Der ehedem freistehende Neubau in der Jakobistraße aus dem Jahre 1956 gehört z.B. dazu. Der bisher nicht eruierbare Architekt - eventuell Eberhard Gildemeister ?? - hatte später nichts dagegen (oder konnte nicht verhindern), daß das Bauwerk von beiden Seiten in eine geschlossene Straßenfront 'eingegliedert' wurde: Von links durch den LBS-Bau von Müller-Menckens, von rechts durch den Eckbau an der Grützmacherstraße, durch welchen es mit dem Jacobs-Erweiterungsbau von 1934 verbunden wurde. Sein Verschwinden wird keine große Lücke hinterlassen. Lediglich den Schlußstein mit dem Bremer Wappen über der Durchfahrt rechts am Gebäude - und vielleicht noch die beiden Brüstungsgitter der beiden darüberliegenden Fenster sind erhaltenswert. Der Vorkriegszustand wies im Bereich dieses Gebäudes eine große Kleinteiligkeit auf. Ich denke, daß Axel Spellenberg hier eine einfühlsame Nachschöpfung des historischen Straßenbildes kreieren könnte.

      Blick vom Stephani-Kirchturm nach Osten. Die graue Maus an der Jakobistraße ist durch einen Pfeil markiert. Zu sehen ist hier der ursprüngliche, frei stehende Zustand des Gebäudes.


      Foto vom 25.01.2018 (von mir), welches den an die Portalachse des Hauptzollamtes anschließenden Fassadenteil der grauen Maus zeigt.


      Foto vom 25.01.2018 (von mir), welches die an das Eckgebäude an der Grützmacherstraße anschließenden Fassadenteile der grauen Maus illustriert.


      Der Schlußstein mit der Gebäudedatierung. Dieser ist - neben den Brüstungsgittern über ihm - der einzig erhaltenswerte Teil der Gebäudefassade !


      Luftbild aus der Vorkriegszeit, das die Kleinteiligkeit der Jakobistraße im Bereich der späteren grauen Maus belegt. Diesen Zustand müssen wir wieder anstreben!


    • Wobei der gezeigte Bau -typisch für die Zeit bis etwa Mitte der Fünfziger- ja sogar noch zu den gelungeneren gehört aus der Nachkriegszeit, Natursteinfassade und eine eigentlich ganz gute Fassadengliederung, dazu eine beginnende "Alterswürde". Mit neuen, gegliederten Fenstern kann aus solchen Bauten sogar etwas werden, auch wenn er natürlich nicht unbedingt in eine Altstadt passt. Bin mir sogar ziemlich sicher, dass diese Gebäude die nächsten sein werden, bei denen die öffentliche Wahrnehmung von "Schrott" auf "eigentlich ganz nett" kippen wird. Solange nicht klar gesagt ist, dass die Nachfolge deutlich besser wird als das (und das ist aus meiner Sicht alles andere als sicher) würde ich mich sogar für den Erhalt solcher Gebäude stark machen.

      Dagegen dieses auf der rechten Seite und trotz der Kleinteiligkeit:



      Oder ein solcher unfassbar hässlicher Unort:



      oder dieses fürchterliche Potpourri der Grausamkeiten aus verschiedenen Epochen der letzten 50 Jahre hier aus der Hutfilterstraße (der rechts angeschnittene Bau ist keine 10 Jahre alt):

    • Fassadendetails des Martens-Baus

      Nachdem uns HEINZER mit eindrucksvollen Bildern die Tristesse im heutigen Ansgarii-Viertel – wir hier im Forum sollten uns angewöhnen, für das Gebiet zwischen Söge- und Bürgermeister-Smidt-Straße, diesen historischen Terminus wieder konsequent zu verwenden und ihn dadurch im kollektiven Unterbewußstein der ‚Stadtgesellschaft’ neu zu verankern, damit er dort dann für unserer Ziele wirksam werden kann... – vor Augen geführt hat, dachte ich, uns etwas Entspannung gönnen zu können und füge ein paar Ansichten des Martensbaus von 1906 bei, die belegen, welch eine baukünstlerische Labsal dessen Fassade darstellt. (Alle Aufnahmen am 25.01.2018 von mir angefertigt.)

      Ecktrakt mit Kuppel sowie – rechts davon – das nördliche Pendant zum (leider Ende der 60er Jahre umgestalteten) Portalbereich westlich des Kuppelbaus.


      Längsfassade an der Bürgermeister-Smidt-Straße (ehem. Kaiserstraße).


      Totale der Fassade an der Bürgermeister-Smidt-Straße von Ecktrakt (links) bis zum Trakt des Nordportals (rechts).
      (Es kamen leider ständig Busse und Bahnen... Entschuldigung !)


      Trakt des Nordportals.


      Übergang vom Martens- zum Müller-Menckensbau. Hier war früher die Ziergitter-geschmückte Einfahrt zum rückwärtigen Gartenareal.


      Einer der Blendgiebel an der Kuppel.


      Die ehemaligen Standflächen der Puttengruppen an der Kuppelbasis.


      Fenster im 2. Obergeschoß des Kuppeltraktes.


      Fenster im 1. Obergeschoß des Kuppeltraktes.


      Kartuschen-artiges Brüstungsfeld zwischen 1. und 2. Obergeschoß des Kuppeltraktes.


      Die zentrale derartige Kartusche am Kuppeltrakt mit einem Bienenkorb, dem damaligen Symbol der Sparkasse.


      Die emsigen und sparsamen Bienen. Man kann sogar ihre Augen erkennen.


      Bürstungsfeld unterhalb der Fenster des 1. Obergeschosses des Kuppeltraktes mit Balustrade.


      Pilaster-Kaptitel am Übergang des Ecktraktes zur Längsfassade an der Bürgermeister-Smidt-Straße.


      Pilaster ohne Kapitel zwischen den Fenstern im 2. Obergeschoß an der Bürgermeister-Smidt-Straße.


      Brüstungsfeld zwischen 1. und 2. Obergeschoß an der Bürgermeister-Smidt-Straße.


      (Mit dem obigen alternierendes) Brüstungsfeld zwischen 1. und 2. Obergeschoß an der Bürgermeister-Smidt-Straße.


      Pilaster-Basis zwischen den Fenstern im 1. Obergeschoß an der Bürgermeister-Smidt-Straße.


      Bekrönung des Nordportals


      Kartusche in der Bekrönung des Nordportals.






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    • Versuch zu einer Ergänzung zum Masterplan von Axel Spellenberg

      In aller Bescheidenheit erlaube ich mir, hier eine Ergänzung zu dem großartigen Plan von Axel Spellenberg zur Diskussion zu stellen, welche auf der Erkenntnis beruht, daß Wilhelm Martens 1906 seinen Bau gerne symmetrischer strukturiert hätte, wenn die Grundstücksverhältnisse ihm dies erlaubt hätten, d.h. konkret, wenn die Eigentümer der Nachbargrundstücke bis zur Grützmacherstraße ihre Grundstücke schon damals an die Sparkasse verkauft hätten. Unter Beibehaltung aller übrigen Elemente des Masterplans von Axel Spellenberg böte sich hier die Möglichkeit, die von Martens ursprünglich angestrebte Harmonie seiner Fassade zu verwirklichen.
      In der beigefügten, schnell hingeworfenen Visualisierung habe ich zudem noch dem 'Ittmann' sein altes Dach zurückgegeben.
      Idealerweise hat man sich dann noch eine Rekonstruktion des originalen Portals, der Dachaufbauten und der Puttengruppen an der Kuppel hinzuzudenken, die ich so schnell nicht einzeichnen konnte.

      Was halten die geschätzten Forums-Freunde von diesem ergänzenden Vorschlag ?

    • Portalrekonstruktion

      Wenn das Hauptportal des Martens-Baus mit seiner alten Funktion des Hauptzugangs zum Gebäudekomplex (die es seit Eröffnung der westlich angrenzenden Glashalle im Jahre 2001 verloren hatte) auch seine originale Gestaltung wiedergewonnen haben wird, sollten die - dann abgenommenen - aus den 60er Jahren stammenden beiden Relief- und die eine Inschriftentafeln eine neue Verwendung andernorts im Sparkassenquartier erhalten. Wie wäre es, diese - gemeinsam mit dem Schlußtstein der 'grauen Maus' von 1956 - am von Herrn Spellenberg projektierten kleinen 'Hasenpforten-Platz' an der Jakobistraße aufzustellen oder in die dortigen neuen, von Herrn Spellenbergs triangularem System geprägten, Fassaden zu integrieren ?
      (Die aktuellen Fotos wurden von mir am 25.01.2018 aufgenommen.)

      Die Inschriftentafel.


      Der Sämann.


      Die Schnitterin.


      Das originale 'Martens'-Portal.


      Hasenpforten-Platz
    • Entwaffnend schön

      Axel Spellenberg hat seine Pläne noch einmal überarbeitet und wer das Ergebnis betrachtet, der kann nur sagen:

      Das ist es !!!

      Wer diese Meister-Pläne, die aus dem Brill ein wahres Schmuckstück machen würden, nur einmal gesehen hat, für den ist sofort klar, daß man etwas Anderes, als diesen genialen Entwurf, schlechterdings überhaupt nicht mehr in Erwägung ziehen kann. Alles an ihm ist stimmig. Ihn mit dem Elaborat von Robertneun in einem Atemzuge zu nennen verbietet sich schlichtweg.
      Die Sparkasse Bremen und Familie Schapira haben es nun in der Hand, mit der Umsetzung dieses Entwurfs etwas wirklich Nachhaltiges für Bremen zu leisten. Sie sollten daher die ausgestreckte Hand des Baumeisters ergreifen. Bremen braucht solch begnadeten Künstler wie Axel Spellenberg !





      Ist dieses folgende Bild nicht einfach ein Traum ?




      Die Herkunft des modernen europäischen Geldsystems lag in Oberitalien. Die Fassade verweist darauf...
      Auch für ein dann - ehemaliges - Bankgebäude ein stimmiges Bauzitat !


      Der Martensbau erhält seine historische Dachgestalt - mit allem Zierrat - zurück.


      Axel Spellenberg versöhnt hier das rekonstruierte Martens-Portal mit den Relief-Platten der 60er Jahre.


      AOK-Zikkurat, Hauptzollamt-Fassade und Martensbau bilden einen reizvollen und mondänen Dreiklang an der Bürgermeister-Smidt-Straße. Keine Spur mehr von der Sterilität des Müller-Menckens-Baus.