Neuer Urbanismus - New Urbanism

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    • Nöfer hat dazu selbst gesagt, ungefährer Wortlaut: "ich selbst durfte das in meinem Architekturstudium nicht lernen, wie man ein Arkanthusfries entwirft. Also habe ich mir einfach selbst eines ausgedacht."

      Also, die Kreativität ist schon da. Es hängt eben auch immer viel daran, wie viel der Bauherr bereit ist zu zahlen. So berichtete Nöfer, dass allein eine Natursteinsäule bei einem seiner Bauten schon gut 15.000 Euro verschlungen hat, wovon er den Bauherren erstmal überzeugen musste. Am Willen des Architekten dürfte es also weniger liegen. Qualitätvolles Bauen ist einfach zu schei*teuer in Deutschland. Hinzu kommt diese Melange aus fehlender Ausbildung und sicher auch etwas mangelndem Mut.

      Die US-Amerikaner und Briten sind da weiter, haben aber auch diverse Architekturschulen und -fakultäten, die konsequent klassisch ausbilden. Das schwappt erst allmählich zu uns. Die Notre-Dame-Universität ist in dem Bereich neuklassisches Entwerfen ja DIE Institution, ich konnte da intensive Gespräche führen und habe eine Zusage erwirkt, dass die Universität auf deutschem Boden aktiv werden wird. :) Seid gespannt.
    • PS: es würde manchem klassischen Architekten vielleicht guttun, sich mit klassisch ausgebildeten Bildhauern zusammenzutun. Manchmal scheint es mir, dass mancher Architekt mit der feineren Ausarbeitung einzelner Elemente überfordert ist und deswegen den einfachsten Weg wählt: eine horizontale Linie. Weswegen die Fassaden oftmals unbeholfen aussehen, nach dem Motto „irgendwas Gliederndes muss noch her, damit es irgendwie klassisch aussieht“. Bau-Kunst ist eben nicht bloß Statik und grundlegendes Gefühl für Proportion- das reicht allenfalls für die Grundskizze, das Skelett. Wir hier (ich denke ich spreche nicht nur für mich) wollen aber Gebäude mit Fleisch und Blut oder, „metaphysisch“ gesprochen: Seele. Dieses Manko beobachte ich bei so ziemlich allen Gebäuden von Nöfer (und bei anderen traditionellen Architekten in Deutschland). Es ist keine Schande, wenn man mit manchen Details überfordert ist und den Zusammenschluss mit Bildhauern sucht. Aber mir scheint es, dass genau dieser Schritt der „interdisziplinären“ Zusammemarbeit fehlt. Man könnte es mit einem Chefredakteur vergleichen, der auch das Layout selbst gestalten möchte, weil ein Freund ihm mal die Grundlagen von InDesign erklärte- und keiner in der Redaktion traut sich, ihm zu sagen, dass es dafür Grafiker gibt...
    • DarkVision wrote:

      [...] Was hast du gegen Nöfers Bauten? [...]
      Nichts, gerade sein Palais Holler (am Montagabend, gleich nach dem Symposium, den Kurfürstendamm lang gefahren und es in natura gesehen) und das Akanthusfries finde ich super - gerade weil er letzteres selbst entwickelt hat. Was mich stört ist, dass er, genau wie Mäckler, sich von der "traditionellen Bauweise" distanziert hat, "nicht in diese Schublade gesteckt werden möchte" und ebend "nicht traditionell, sondern wirklich modern" baut.

      Er sagte selbst, dass er Elemente aus der klassischen, traditionellen Palette nicht deshalb verwendet, weil sie den Bau irgendwie gestalten, traditionell und lebendiger machen, sondern allein aus ihrer Funktion heraus. Also quasi ein form follows function anders und weiter ausgelegt. Entsprechend 'leer' sehen auch seine Gebäude aus.

      Ein Léon Krier stand da vorne mit Leidenschaft und er hat (mir zumindest) das Gefühl vermittelt, dass er auch seine Arbeiten leidenschaftlich erstellt, dass es ihm egal ist was andere davon halten und ihn allgemein das Bauen einfach sehr berührt. Da haben sich Mäckler und Nöfer erst mal gerechtfertigt und distanziert und dann (inhaltlich stimme ich da mit ihnen 100%ig überein) emotionslos Städtebau erörtert.
      Es gibt eine Architektur, die zur Landschaft gehört, sowie eine andere, die sie zerstört.
    • Bei Mäckler ist es glaube ich wirklich Unvermögen zum klassischen Entwerfen und gestalten. Das hat er übrigens selber so zugegeben. Dass er es nicht gelernt hat und sich auch gar nicht recht zutraut. Vielleicht sollte ihm mal jemand eine klassische Summer School sponsern *zwinker*...

      Nöfer habe ich eher so verstanden, dass er wirklich eine friedliche Koexistenz von Modernismus und Klassik will. Dass er in keine Schublade will, verstehe ich insofern, als dies nunmal genau sein Ansinnen ist. Klassisch und modern bauen können, und auch dazwischen. Das macht ihn auch für größere und öffentliche Auftraggeber "akzeptierbar". Da ist nunmal auch das entsprechende Klima bei den Entscheidungsträgern usw. zu beachten. Insofern hat er da einen cleveren Ansatz.

      Leon Krier hingegen bekommt praktisch in ganz Europa keine Aufträge mehr. Was auch an seiner für mich nicht nachvollziehbaren Versteifung auf die Speer-Thematik liegt... Schade.

      In absehbarer Zukunft sehe ich auch noch mehr Luft für konsequent klassische, ornamentreiche Entwürfe in Deutschland. Dafür müssten einfach mal einige der US- oder UK-Architekten zu Projekten eingeladen werden, die so bauen. Dann fielen auch viele dumme Vorwürfe weg, die an deutsche Architekten gehen würden.
    • I will write in English, please.

      Without architectural education there is no way the influence of classical architecture can be improved. We need a school of classical architecture in Europe. Master Degree. At the moment, there is a summer school in Sweden and that is all I can think of.

      Also, Europe needs much more social housing and it would be great if the future housing would be inspired by Prince Charles' projects in the UK. Social housing that looks attractive - it sounds like a dream to me:)