Kaliningrad - Königsberg

  • Mich würde mal interessieren, ob es gegenwärtig Stadtplanungen für die Zukunft von Kaliningrad gibt?

    Insbesondere für die Altstadt oder das bisschen was von ihr übrig ist.

  • Mich würde mal interessieren, ob es gegenwärtig Stadtplanungen für die Zukunft von Kaliningrad gibt?

    Insbesondere für die Altstadt oder das bisschen was von ihr übrig ist.

    https://www.eurasischesmagazin…ht-neue-Architektur/14032


    ein paar Auszüge aus dem Artikel:



    "In Kaliningrad, dem alten Königsberg, gewinnt die Debatte um die Neugestaltung des historischen Zentrums an Schwung. Ein Architekturwettbewerb hat neue Ideen geliefert. Doch auch an diesen scheiden sich die Geister. Nun sucht die Stadt einen Kompromiss - und ein Stück Identität....


    Die Debatte, wie das historische Zentrum Kaliningrads künftig aussehen soll, ist mindestens zwanzig Jahre alt. Neu angefacht hat sie der Architekturwettbewerb „Herz der Stadt“, organisiert vom gleichnamigen Planungsbüro....


    Bis Ende des Jahres soll sein Büro auf Basis der Ergebnisse einen Bebauungsvorschlag erarbeiten und der Stadtverwaltung vorlegen. Die will ihn dann in ihre Rahmenplanung aufnehmen.

    Gewonnen hat ein Team aus Petersburg mit dem Vorschlag, die Fundamente des Schlosses freizulegen und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Als Reminiszenz an die Residenz ist ein repräsentatives Gebäude für verschiedene Veranstaltungen vorgesehen.


    ...

    Berücksichtigen will das Büro „Herz der Stadt“ außerdem die Arbeit des zweitplatzierten russisch-französischen Teams. Es präsentierte nach Meinung der Jury die besten Ideen für die öffentlichen Plätze und Grünflächen, die östlich des Dom Sovetov entstehen sollen. Den Abriss des Gebäudes schlug keiner der 19 Entwürfe vor, die es ins Finale geschafft haben.


    Königsberg so gut es geht wieder auferstehen zu lassen – das möchte ...Arthur Sarnitz....

    Am Wettbewerb haben Sarnitz und sein Team nicht teilgenommen, hatten sie ihre Ideen doch schon vor Jahren erfolglos präsentiert. Doch nun hat Gouverneur Zukanov eine Zusammenarbeit zwischen dem Büro „Herz der Stadt“ und Arthur Sarnitz angeregt. Und auch wenn Alexander Popadin an den Ideen seines Kollegen kritisiert, dass man eine Stadt nicht klonen kann, scheint es möglich, dass die Stadtplaner einen gemeinsamen Nenner finden. So können sich beispielsweise beide vorstellen, zumindest einen Turm des Schlosses wieder zu errichten.

    Einst ebenfalls kontrovers diskutiert wurde das „Fischdorf“ am Pregelkanal südlich des Dom Sovetov. Dort entstand ab 2007 eine kleine Einkaufs- und Flaniermeile. Schmale Häuser mit Fachwerkelementen stehen neben einem Leuchtturm ohne Hafen, ein Stück weiter befinden sich die Hotels „Kaiserhof“ und „Skipper“. Nicht jedem gefällt der historisierende Stil, auch er war Anlass für Kritik. Doch mittlerweile gehört das Mini-Viertel nicht nur als Foto-Motiv zu Kaliningrad dazu. Einheimische und Gäste gehen dort spazieren, wer es sich leisten kann, kehrt auf einen Kaffee ein.

    Dass das Büro „Herz der Stadt“ nun einen Bebauungsvorschlag für das Areal rund um das Haus der Räte erarbeiten soll, hält Alexander Popadin für einen wichtigen Schritt. Doch glaubt er auch, dass die Stadt ihr Zentrum mindestens weitere zehn Jahre diskutieren wird....."



    Also zwanzig Jahre wird schon diskutiert, zehn Jahre sollen noch dazu kommen .

    Das sind ja Zustände wie in Deutschand.




  • Danke newly.

    Ehe in Kaliningrad sich Städtebaulich mal richtig was bewegen sollte, werden die meisten Foristen hier so aussehen :opa:

    So wie es aussieht,liegt die städtebaulich/architektonische Zukunft der Stadt wohl noch in sehr,sehr weiter Ferne.

    Da ist es weit interessanter,sich über die gegenwärtige starke bauliche Entwicklung von Dresden ,Potsdam,Berlin,Budapest,.... hier auszutauschen,als über das für immer verlorene alte Königsberg . So sehe ich das.

  • "Alternative history" ist ein sehr spannender Bereich, der in den letzten Jahren viel an Interesse gewonnen hat und da möchte auch eine Frage in die Runde werfen:


    Das Stauffenberg-Attentat war bekanntlich am 20. Juli 1944. Einen Monat später wurde Königsberg praktisch vollständig zerstört. Die Absicht der Verschwörer war es ja mit den Alliierten Verhandlungen aufzunehmen, diese bestanden aber seit Casablanca 1943 auf einer bedingungslosen Kapitulation. Hätten die Leute des 20. Juli sofort im Anschluss kapituliert wären aus architektonischer Sicht nicht nur Nürnberg, Dresden oder Würzburg unversehrt geblieben sondern auch ganz Ostdeutschland, ergo auch Königsberg, Danzig und Breslau.


    Die grosse Frage ist: Was hätten die Alliierten getan? 8-10 Millionen Menschen nachträglich vertrieben? (Wobei in Böhmen und Mähren die Vertreibung nach München bereits beschlossene Sache war, das wäre so oder so durchgezogen worden). Wo hätten sie die Grenzen gezogen? Wohl kaum an Oder und Lausitzer Neiße.

    In der Altstadt die Macht, im Kneiphof die Pracht, im Löbenicht der Acker, auf dem Sackheim der Racker.


    Hätt' ich Venedigs Macht und Augsburgs Pracht, Nürnberger Witz und Straßburger G'schütz und Ulmer Geld, so wär ich der Reichste in der Welt.

  • Hallo Löbenichter, da die meisten Zerstörungen der deutschen Städte in den letzten neun Monaten bis Kriegsende stattfanden, hätte eine frühzeitige Kapitulation im Sommer 1944 viele Städte vor ihrer Vernichtung bewahrt. Außerdem wären durch die Kriegsverkürzung sehr viele Menschen nicht getötet worden (Soldaten und Zivilisten, einschließlich KZ-Insassen). Die mehrfache Teilung Deutschlands hingegen, einschließlich der Vertreibung der Ostdeutschen, wäre sicherlich dennoch beschlossen worden, denn den Siegermächten war Deutschland, vor allem wirtschaftlich, zu mächtig.

    England schlug übrigens eine Grenzziehung an Oder und Glatzer (!) Neiße vor, sodass ein Großteil Schlesiens deutsch verblieben wäre. Allerdings konnten sie sich mit ihrem Vorschlag nicht durchsetzen.

    Wissen allein bringt nichts. Nur das angewandte Wissen verändert die Dinge.

  • Eine Kapitulation Deutschlands im Sommer 1944 hätte die Vertreibung aus den Ostgebieten mit hoher Wahrscheinlichkeit verhindert. Dieser völkerrechtswidrige Akt war der Roten Armee nur "getarnt" im Rahmen der Kampfhandlungen möglich. Ostpreußen würde inklusive eines intakten Königsbergs heute noch existieren.

  • Hallo HelgeK, meine Großeltern wurden erst im Juni 1946 aus Belgard (Pommern) vertrieben; da waren die Kampfhandlungen bereits seit einem Jahr beendet. Die verbliebenen ca. 5.000 deutschen Einwohner der Stadt wurden auf dem Marktplatz versammelt, in Kolonnen zum Bahnhof geführt und von dort mit Güterwagen Richtung Westen gefahren. Auch aus Königsberg wurden die verbliebenen Deutschen erst etliche Monate nach dem Krieg vertrieben.

    Wissen allein bringt nichts. Nur das angewandte Wissen verändert die Dinge.

  • Die wollten ja gar nicht kapitulieren sondern den Krieg gegen die Sowjetunion weiterführen. Das Attentat kam sowieso viel zu spät.

    Unsere große Aufmerksamkeit für die Belange des Denkmalschutzes ist bekannt, aber weder ökonomisch noch kulturhistorisch lässt es sich vertreten, aus jedem alten Gebäude ein Museum zu machen. E. Honecker

  • Doch, eine Kapitulation war vorgesehen, denn der Krieg galt beim deutschen Widerstand ohnehin als verloren und eine Schattenregierung war bereits aufgestellt worden. Allerdings bestand der Widerstand nur aus einer relativ geringen Personenanzahl. Eine gefestigte Diktatur mit einer "Handvoll Menschen" zu stürzen, wäre auch heute in China oder in Nordkorea nicht einfach.

    Wissen allein bringt nichts. Nur das angewandte Wissen verändert die Dinge.

  • Leider gibt es (noch) keine Zeitmaschine, aber sowohl Hitler als auch Stalin wohnten 1913 in Wien…(es gibt einen Buch Bestseller mit dem Titel „1913“). Hätte man diese beiden Verbrecher bereits 1913 zusammen neutralisiert, dann würde es das schöne Königsberg vermutlich auch heute noch geben. Aber das was wäre wenn ist müßig. [...] Moderationshinweis: Gekürzt. Bitte beim Thema bleiben.

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Eine Kapitulation Deutschlands im Sommer 1944 hätte die Vertreibung aus den Ostgebieten mit hoher Wahrscheinlichkeit verhindert. Dieser völkerrechtswidrige Akt war der Roten Armee nur "getarnt" im Rahmen der Kampfhandlungen möglich. Ostpreußen würde inklusive eines intakten Königsbergs heute noch existieren.

    Schon 1943 auf der Konferenz von Teheran war Ostpreussens Ende wohl besiegelt......

  • Zu sehr ins Allgemeine und Spekulative gehende Argumentationslinien müssten wir eventuell in einen eigenen Themenstrang auslagern. Bitte sachbezogen beim Thema Königsberg bleiben.

    Eingestellte Bilder sind, falls nicht anders angegeben, von mir