• Sebnitz, 8500 Einwohner,
    gelegen im Tal des gleichnamigen Baches am Nordrand der Sächsischen Schweiz, 50km östlich von Dresden.

    Sebnitz war früher das Zentrum der deutschen Kunst- und Seidenblumenherstellung,
    davon ist noch eine Schaumanufaktur übrig.
    Außerdem gibt es ein Kunstblumen- und Heimatmuseum, Afrikahaus, Urtierzoo, Modelleisenbahnmuseum und eine schöne Umgebung.


    Schillerstraße


    Schillerplatz


    Schandauer Str.


    Leerstand.


    Markt


    1854 gab es einen großen Stadtbrand, deshalb sind solche älteren Gebäude direkt am Markt nicht zu finden.


    durch die Lange Straße geht der Rundgang Richtung Grenzübergang


    alte Fabrik in der Böhmischen Straße


    über die Grenzbrücke gelangt man direkt nach Dolni Poustevna/Niedereinsiedel.
    Der Ort ist fest in der Hand Vietnamesischer Händler


    ein tolles Lehnwort


    Vom Bf. Dolni Poustevna, ehemaliger österreichischer Grenzbahnhof, kann man weiter in den Schluckenauer Zipfel Richtung Rumburk und Zittau fahren
    Zwischen Sebnitz und Dolni Poustevna hingegen fehlen seit 1945 300m Schiene,
    Die Deutschen finden allen Sonntagsreden zum Trotz seit 1990 immer neue Ausreden, um den Lückenschluß zu verzögern und zu verhindern. Jetzt soll die Bahnstrecke Bad Schandau - Sebnitz ganz stillgelegt werden, womit auch die benötigte 1 Mio Euro für den Lückenschluß anderweitig versenkt werden kann...


    zurück auf deutscher Seite sieht man hier hinter den Häusern Hochwasserschäden vom 7.August 2010
    Die Sebnitz hatte Markt und Altstadt überflutet, Straßen und Keller absaufen lassen.



    Ev.-Luth. Stadtkirche »Peter und Paul«


    Hertigswalder Str.


    Museumskomplex



    Die etwas höher gelegene Hertigswalder Straße bringt uns parallel zum ganz am Anfang gezeigten Gründerzeitstraßenzug zum Ausgangspunkt zurück.

  • So einen guten Erhaltungszustand für an und für sich architektonisch nicht so besonders bedeutende Städte, die erst dadurch ungemein an Wert gewinnen, macht dem Freistaat Sachsen keiner nach. Man stelle sich, horribile dictu, ein Sebnitz in den alten Bundesländern vor.
    Im Gegensatz zu den andern hier gezeigten Städten wirkt Sebnitz überhaupt nicht kleinstädtisch. Mir hat die Stadt bei meinen Besuch vor ca 5 Jahren recht gut gefallen. An die Umgebindehäuser kann ich mich gar nicht erinnern.
    Der Name des gezeigten Wirtshauses ist eine wirklich originelle Transskription.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Ein Stadtbild, von dem man in den alten Bundesländern wirklich weitgehend träumen kann, vor allem in den Details. Umso trauriger, geradezu erschreckend, dass die Stadt schon heute einem Freilichtmuseum nahe zu kommen scheint. Man muss sich mal vergegenwärtigen, dass auf den gezeigten Bildern praktisch kein einziger (!) Neubau zu sehen ist, der wohl nach 1914 erstellt wurde – wo gibt es sowas noch? Die Ungleichverteilung an steinernem Kulturgut in dieser Republik, sie ist ein Fluch...

  • Quote from "RMA"

    Umso trauriger, geradezu erschreckend, dass die Stadt schon heute einem Freilichtmuseum nahe zu kommen scheint.


    Warum traurig? Die mittlerweile gut renovierte Stadt S. hat das kulturgeschichtlich arg destruktive 20 Jh. sensationell gut überstanden und harrt einer Zukunft, in der sie nur gewinnen kann. In diesem verschlafenen Winkel vermag ich mehr Zukunft zu erblicken als in Berlin und den Großstädten des Westens. Hier werden deren Bürger dann wenigstens in Ruhe leben können, umso besser, dass soviele sanierte Wohnungen bereit stehen.

    Quote

    Die Ungleichverteilung an steinernem Kulturgut in dieser Republik, sie ist ein Fluch...


    Fragt sich zunächst, ob so eine Ungleichverteilung zugunsten Sachsen wirklich besteht. Was mittelalterliche Monumentalbauten betrifft, sicher nicht. Auch nicht in Bezug auf mittelalterliche Stadtbilder.
    Der Vorzug von Sachsen besteht lediglich im Erhaltungsgrad des Überkommenen, wie auch in Thüringen. Und dies kann man gedanklich nicht verteilen. Ein Sebnitz in Bayern wäre binnen kürzester Zeit ein weiteres Opfer des wirtschaftlichen Erschließungsdrucks und des dort völlig fehlenden Feingefühls (Zeno möge verzeihen, aber so ist es nun mal). Das jüngst gezeigte Schrobenhausen etwa war zweifellos ungleich schöner und bedeutender. Gerade ob der Ungleichverteilung zugunsten des Westens hat man dort rücksichtslos geurasst.
    Lassen wir Sebnitz auch gedanklich ruhig in seinem Winkel liegen, es liegt gut dort.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Quote from "Miwori"

    Sebnitz, 8500 Einwohner,
    gelegen im Tal des gleichnamigen Baches am Nordrand der Sächsischen Schweiz, 50km östlich von Dresden.

    Sebnitz war früher das Zentrum der deutschen Kunst- und Seidenblumenherstellung,
    davon ist noch eine Schaumanufaktur übrig.
    Außerdem gibt es ein Kunstblumen- und Heimatmuseum, Afrikahaus, Urtierzoo, Modelleisenbahnmuseum und eine schöne Umgebung.

    Danke dafür. Selbnitz wollte ich auch schonmal zeigen, aber ich fahre immer bloß durch.
    Meine Großmutter hat in Sebnitz gearbeitet nachdem im Sudetenland die Wirtschaft zusammenbrach. Sie ist dort jeden Tag mehrere Stunden zu Fuß, am Tanzplan vorbei, nach Sebnitz zur Arbeit gegangen. Und auf dem Tanzplan hat sie meinen Großvater kennengelernt. :)

    Quote from "ursus carpaticus"


    Warum traurig? Die mittlerweile gut renovierte Stadt S. hat das kulturgeschichtlich arg destruktive 20 Jh. sensationell gut überstanden und harrt einer Zukunft, in der sie nur gewinnen kann. In diesem verschlafenen Winkel vermag ich mehr Zukunft zu erblicken als in Berlin und den Großstädten des Westens. Hier werden deren Bürger dann wenigstens in Ruhe leben können, umso besser, dass soviele sanierte Wohnungen bereit stehen.

    Bleibt die Frage von was diese Leute leben sollen. Von dem was die Erde hergibt? Steuermitteln aus wirtschaftlich funktionierenden Regionen? Hilfen der im Westen arbeitenden Kindern an die Eltern, bis sie weggestorben sind?
    Sebnitz hat keine Wirtschaft mehr, kein Hinterland, liegt abgelegen und macht trübsinnig. Die Jugend ist weg, die Alten sterben oder ziehen den Kindern in den Westen nach. Wenn es dort so toll wäre würde die Einwohnerzahl nicht schrumpfen. Niemand wohnt gern in sterbenden Städten, dort wird man nämlich depresiv.

  • Du hasts mich nicht verstanden. Ich meinte, dass das momentane Szenario ein höchst vorübergehendes ist. Bald könnten Städte wie Sebnitz wieder sehr begehrt werden, denn die demographische Entwicklung im Westen arbeitet für sie.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.