Heilig-Geist-Kirche Potsdam - was ist möglich?

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    • Heilig-Geist-Kirche Potsdam - was ist möglich?

      Soll die Heiliggeistkirche wiederaufgebaut werden? 57

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      Das Thema Heiliggeistkirche kommt immer wieder in verschiedenen Potsdam-Diskussionen auf, da wird es doch mal Zeit für einen eigenen Faden, oder! :thumbup:

      Ich fragte mich schon immer, ob der Investor der Seniorenresidenz damals genau auf den Grundrissen der alten Kirche baute. Ist der heutige remineszierende Turm genau anstelle des alten? Inwieweit stimmt die Höhe überein?
      Wäre sogar eine Turmrekonstruktion unter Nutzung der vorhandenen Turmsubstanz denkbar? Man könnte den Turm ja dennoch weiterhin für die Residenz nutzen, da muss man sich eben ästhetische Kniffe einfallen lassen.

      Bei Wiki steht dies, beantwortet aber nicht exakt genug meine Fragen: "Nach einem Architektenwettbewerb wurde der Siegerentwurf des italienischen Architekten Augusto Romano Burelli (Venedig) umgesetzt. Mit den fünf Wohngeschossen erreicht das Turmgebäude exakt die Bauhöhe des ehemaligen Kirchenhauptschiffs."
      Geht es also nur um die Höhe des Schiffes, oder gilt dies auch für den Turm? Der Turm ist städtebaulich natürlich wichtiger und würde sich mit dem Restbau der Residenz durchaus vertragen. Und der heutige Aufbau (als Aussichtsturm?) ist ja komplett verzichtbar.


      Ob nun weniger bedeutend als die barocke Schwester, das war eine wunderschöne Kirche, ästhetisch zwischen Garnisonkirche und Hamburger Michel angelegt, sie hätte es definitiv verdient wiederzuerstehen:


      commons.wikimedia.org/wiki/Fil…e_(Heiliggeistkirche).jpg


      commons.wikimedia.org/wiki/Fil…n_der_Burgstra%C3%9Fe.jpg


      commons.wikimedia.org/wiki/Fil…m_Heiligengeistkirche.jpg


      Im Stadtbild fehlt merklich etwas:


      commons.wikimedia.org/wiki/Fil…ationalgalerie_Berlin.jpg


      Das heutige Ungetüm der Seniorenresidenz:


      Heilig Geist Residenz by frisch_wasser_tal, on Flickr
    • Der Heilig-Geist-Kirchturm gefällt mir sogar besser als der Garnisonkirchturm.
      Der verkupferte Aufsatz ist ja hinreißend schön proportioniert. Die Verjüngung nach oben dabei wunderschön komponiert. Dürfte wie bei der Berliner Parochialkirche ursprünglich eine Holzbalkenkonstruktion gewesen sein. Also wäre hier nur die Hälfte zu mauern. Darauf nimmt der heutige Turm Bezug, welcher ja abartig hässlich ist. Eine Mischung aus Bergwerksförderanlage und Radar-/Sendemast! :kopfschuetteln:

      Und da nun dieses Ungetüm dort rumsteht, scheint mir die Aussicht auf eine Rekonstruktion utopisch!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von SchortschiBähr ()

    • Nein, der Turm der HGKirche ist doch niemals mit jenem der GK zu vergleichen. Im Wesentlichen handelt es sich um einen weit verbreiteten Typus, der hier ein wenig zu hochgeraten ist, mehr als ihm zusteht.
      wo war das doch gleich, richtig, in Würzburg, Michaelskirche, hier im Bild gleich zweimal zu sehen:
      google.at/search?q=w%C3%BCrzbu…9emslM:&spf=1512060308758

      Ehrlich gesagt finde ich den zweifachen Aufsatz, vor allem den unteren quadratischen Teil, den man problemlos streichen könnte, nicht so recht harmonisch.
      Dies mit dem einmaligen edlen GK-Turm zu vergleichen, ist geradezu ein Sakrileg.
      Nächstens ist die Passauer Mariahilf-Kirche schöner als 14Hl.
      Geh, hör auf. Von dir Schorschi hätte man mehr als einen derartigen groben Unfug erwartet.
      ... dass jeder troglodytischen Lebensart, beruht sie nur fest in sich selbst, etwas schlechthin faszinierendes eignet, überhaupt für solche, die einen Ansatz dazu schon besitzen und mitbringen, der dann nur noch einer gewissen Entwicklung bedarf. (HvD)
    • Man kann alles mit allem vergleichen - allein um die Unterschiede herauszufinden.

      Die Frage dieses Strang stellt sich jedoch nicht, da a) Abriß-/Neubau für die kirchliche Stiftung vollig unwirtschaftlich wären und zudem b) die Kirche - auch als reine Fassade - mit der Nutzung einer Maximalzahl an Ein-Bett-Apartments in keiner Variante (auch nicht mit "ästhetischen Kniffen") überein geht.

      Denkbar ist bei den derzeitigen Metallpreisen allerdings ein Wiederaufbau der Welchen Haube, da die Haube heute keine Nutzungen enthält (bis auf eine Aussichtsplattform). Man müsste mal recherchiren, wieviel Tonnen Stahl da verbaut wurden. Die Welche Haube scheint mit - wie bei der Parochialkirche - eine kupferblechverkleidete Holzkonstruktion gewesen zu sein. Ob allerdings der postmoderne Bau mit der Welchen Haube aussieht - ein Forist kann es ja mal kollagieren...

      Darüber hinaus gibt es so viele wichtige Rekontruktionsvorhaben in Potsdam, für die Baufreiheit herrschte. Besser erst das umsetzen, was einfach möchglich ist, statt sich im Unmöglichen verbeissen.
      „Wer sich der Vergangenheit nicht erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana (1863-1952), US-amerikanischer Philosoph spanischer Herkunft
    • Grundsätzlich würden bei einer Rekonstruktion zwei Fragen auftauchen, die zu beantworten wären.

      1. es müsste ein Investor gefunden werden, der den Willen hat diesen Turm in seiner alten Schönheit wieder aufzubauen.

      2. der Architekt müsste von seinem Urheberrecht entbunden werden und dem natürlich zustimmen.

      Eine ähnliche Situation haben wir ja beim Potsdamer Stadtschloss wo am Dachrand im Innenhof auch keine Figuren oder Vasen aufgestellt werden dürfen, weil Herr Kulka als Architekt dem nie zustimmen würde bzw. er würde sich in seinem Urheberrecht verletzt sehen.
    • Ach, lieber UC, jetzt lass mich halt auch einmal aus dem Bauch heraus sagen "gefällt mir besser" - habe ja keinen direkten Vergleich angestellt. Könnte auch sagen, der Heilig-Geist-Turm gefällt mir. Punkt! Vielleich gerade weil er was manieriertes hat, diese etwas übertriebene, überbordende "Verkröpfung" mit allerlei Profilgesimsen und Überleitungen, Abkantungen, Hauben, Laternen und Knäufen. Herrlich ist das! Und der verkupferte Teil steht im deutlichen Kontrast zu dem schlichten, steinernen Unterbau.
      Komm' UC als Österreicher mußt Du doch für eine solche barocke Üppigkeit Verständnis haben. So einen Turm im Norden, den muß man einfach wieder haben, ja! Irgendwann halt!
    • Meister Lampe schrieb:

      Grundsätzlich würden bei einer Rekonstruktion zwei Fragen auftauchen, die zu beantworten wären.

      1. es müsste ein Investor gefunden werden, der den Willen hat diesen Turm in seiner alten Schönheit wieder aufzubauen.

      2. der Architekt müsste von seinem Urheberrecht entbunden werden und dem natürlich zustimmen.

      Eine ähnliche Situation haben wir ja beim Potsdamer Stadtschloss wo am Dachrand im Innenhof auch keine Figuren oder Vasen aufgestellt werden dürfen, weil Herr Kulka als Architekt dem nie zustimmen würde bzw. er würde sich in seinem Urheberrecht verletzt sehen.
      ad 2.: Ich habe in Wien gerade ein ähnliches Problem mit dem Urheberrecht eines Architekten, der etwas abscheulich Hässliches in den 90er Jahren verbrochen hat und dessen Bauwerk wir nun "verschönern" wollten...mein Rechtsanwalt meint, dass es nur eine Lösung gibt, wie wir das Urheberrecht des (nicht kompromissbereiten sic!!!) Architekten aushebeln können...

      ...Abriss. Mmmh, tja darauf wird es nun hinaus laufen ;-))).

      Ich nehme einmal an, dass das Urheberrecht in D nicht viel anders aussehen wird als in D, aber dann stellt sich noch immer die Frage nach Punkt 1. (Investor) und das wird hier der Knackpunkt sein. Man kann nur hoffen, dass dieses Gebäude irgendwann einmal von selbst so marode sein wird, dass eine Sanierung keinen Sinn mehr macht bzw es zu diesem Zeitpunkt auch eine Rechristianisierung geben wird (und wenn ich mir die aktuellen Szenarien für Deutschland ansehe, dass im Jahre 2050 bereits bei Euch der Anteil an Muslimen über 30% ausmachen wird, dann kann ich mir gut vorstellen, dass sich hier ein bewußtes Christentum herausbilden wird, das womöglich auch wieder Kirchen benötigt. Vorausgesetzt natürlich, dass die Deutschen auch wieder JA zu Kindern sagen...anderseits, ein Volk, das nicht einmal mehr in der Lage ist sich selbst zu reproduzieren, verliert seine Existenzberechtigung, um es einmal hart zu formulieren, aber wozu beschönigen, wo mittlerweile auch der FAZ und Konsorten klar wurde, dass Sarrazin leider vollkommen recht behalten hatte - FAZ - Der Anteil der Muslime an der Bevölkerung wird in jedem Fall steigen – womöglich sogar extrem.).
      "Man kann einen gesellschaftlichen Diskurs darüber haben, was Meinungsfreiheit darf. Oder man hat Meinungsfreiheit."
    • Ich werde jetzt echt langsam sauer. Kann man auch mal einen Post machen ohne zwanghaft die Themen Muslime AfD und den Untergang des Abendlandes jedes mal irgendwie unter bringen zu müssen . Das kann doch gar nicht mehr angehen. Sorry. Aber mir platzt da so langsam der Kragen.

      Bleibt doch einfach mal beim Thema. Ist das so viel verlangt? Jedes Thema hier mit irgendwelchem provokantem Kram zu zu spamen. Mir reicht das langsam. Wenn ihr politisch diskutieren wollt dann könnt ihr das gerne tun. Aber dann seid ihr in einem Architekturforum falsch. Was hat die Heilig Geist Kirche mit Muslimen zu tun. Nichts. Es ist langsam wirklich teils paranoid welche Verschwörungen sich einige hier bei jedem Thema zusammen basteln.
      APH - am Puls der Zeit
    • @Wissen.de

      Ich kann Deinen Unmut nicht nachvollziehen. Nur der letzte und in Klammer gesetzte Absatz ging um das Deinen mutmaßlich kragenplatzende Thema, das andere auch den Kragen Platzen läßt, wenn auch unter anderen Vorzeichen. Da es hier um eine Phantasterei einer Teil- oder Ganzreko einer, der im Strangtitel genannten Kirche geht, ist der Bezug auf eine mögliche Rechristianiserung pro futuro nicht gänzlich aus der Luft gegriffen und meiner Meinung nach auch hier passend. In diesem Fall könnte das derzeit wohl brennstlichste Thema also womöglich auch einen positiven Einfluß auf diese Reko haben - kann man ja auch positiv sehen, wenn man so will ;-).
      "Man kann einen gesellschaftlichen Diskurs darüber haben, was Meinungsfreiheit darf. Oder man hat Meinungsfreiheit."
    • Ich muss hier wissen.de Recht geben. Die migrations- und religionspolitischen Fragen gehören hier nicht hin. Geht in die nächste Kneipe, wenn ihr da Bedarf habt.

      Zumal die Diskutanten es ja mit dem Grundrecht auf Eigentum ncht so haben: das Alterstift ist im Besitz einer Kirchenstiftung, voll besetzt und diese Nutzung nicht mit der historischen Hülle überein zu bringen. Das mag Exilwieder, SchorschiBähr und Meister Lampe nicht gefallen - verhält sich aber so. Das Urhebrrecht des verstorbenen Romano Burelli ist wirklich das letzte Problem, das sich stellt.
      „Wer sich der Vergangenheit nicht erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana (1863-1952), US-amerikanischer Philosoph spanischer Herkunft
    • Ja. So wird das laufen. Man wird sicher mehr Reko Projekte in Zukunft sehen wenn man von Rechristianisierung, Reproduktionsraten und der Gefahr der Islamisierung redet. Sicher. Ich Frage mich echt manchmal ob einige hier ihren Verstand in den letzten Jahren an irgendeiner Garderobe abgegeben haben. Sorry dass ich das so sagen muss aber die Ansichten einiger sind teils wirklich nur noch als abenteuerlich zu bezeichnen .
      APH - am Puls der Zeit
    • So, jetzt muss ich mich hier auch mal einmischen. Denn ich rufe nicht täglich diese Internetseite auf, um bei gefühlt jedem dritten Thema mit derartigen Gemeinheiten unter den Forums-Teilnehmern konfrontiert werden zu wollen.

      Man kann ja hier gerne mal einen Schnitt machen, wenn vom Thema abgewichen wird. Dann sollte man sich aber auch an diese Direktiven halten und nicht im Dominoeffekt herablassend dagegenpoltern.

      Genauso wie mich in diesem Forum manchmal stört, wenn auf oberflächlicher Ebene Politik betrieben wird, so ist es auch nicht in Ordnung, wenn diese Leute von anderen Hobby-Politikern dann mit einer ebenfalls oberflächlichen Rhetorik deklassiert werden.

      Zunächst mal hat es Politik ohne Verschwörung noch nie gegeben. Denn sämtliche großen Themen werden von unseren Politikern hinter verschlossenen Türen behandelt, um anschließend in weitaus verdünnter Form polemisch dem Wähler verkauft zu werden. Keine Partei - ob in Regierung oder Opposition - macht das anders. Wer dann dagegen ist, wird - von links bis rechts - in irgendwelche Ecken gestellt. Das ist einer der Hauptgründe für die - völlig berechtigte - Politikverdrossenheit und den fortschreitenden Niedergang unseres Landes auf allen Ebenen.

      Bedenkt mal folgendes: Jene Machthaber, die uns mit oberflächlichen Wahrheiten gegeneinander aufhetzen und ausspielen, lachen sich über unsereins ins Fäustchen, wenn wir uns gegenseitig angiften.

      Dass das Christentum in diesem Lande einen immer schwereren Stand hat, lässt sich auch darin erkennen, dass Politiker gegen die Unterstützung von Kirchen-Rekonstruktionen gerne damit argumentieren, dass der Staat religiös neutral zu sein habe. Zugleich fördern sie verhältnismäßig viele Moscheenprojekte mit Steuergeldern. Das ist eine Ungerechtigkeit.

      Womit wir wieder beim Thema wären: Das von vielen hier gewünschte Projekt der Rekonstruktion der Heilig-Geist-Kirche oder Teilen davon, müsste auf der Grundlage solcher Argumente auch an Stadt und Land gerichtet werden, um nach dem Grundsatz der Gleichberechtigung ebenfalls Steuergelder dafür zu erhalten.

      Das hat meines Wissens noch nie oder wenn, dann sehr selten jemand getan. Es wäre aber ein guter Schachzug.

      Doch liegt hier noch ein weiteres, weitaus größeres Problem vor. Denn die Kirche selbst hat ein immer geringeres Interesse an historischen Rekonstruktionsprojekten. Die bauen lieber neuartige, seelenlose Zementgebäude, in denen christliche Symbolik Mangelware ist.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Stauffer ()

    • Nun, vielleicht wird man in 20-30 Jahren auf einen rekonstruierten Turm der Heilig-Geist-Kirche blicken dürfen.

      Der Turm ist "nicht besonders und kein Vergleich" zu dem der Garnisonkirche, aber (da stimme ich SchortschiBähr zu) er ist, meiner Meinung nach, einfach nur schön. Des weiteren ist er der östliche Anker Potsdams und Teil des Drei-Kirchen-Blicks.

      20 Jahre steht das Heilig-Geist-Stift nun schon und es sieht... bescheiden aus.

      PS: Bitte beim Thema bleiben! nono:)
      Es gibt eine Architektur, die zur Landschaft gehört, sowie eine andere, die sie zerstört.
    • @ stauffer

      du hast vielleicht recht, ich hätte etwas diplomatischer sein sollen. Ich war gestern einfach unglaublich sauer, eben weil mir das Forum so am Herzen liegt und wir den umgang mit diesen externen Themen ja eigentlich zu genüge diskutiert haben und dann sind mir die Sätze in meiner Frustration einfach raus gerutscht, aber du hast Recht, ich muss mich da etwas mehr zügeln.

      Ich bin manchmal einfach sehr traurig, dass Mitglieder, die ich so lange kenne und die ich so mag (@ exilwiener :knuddel: ) sich vom eigentlichen Thema des Forums manchmal so weit entfernt haben. Dies mag aktuell der Zeitgeist sein und vielleicht bin ich da auch einfach zu streng, aber ich liebe eben Architektur und rede gerne mit Leuten darüber und dann finde ich es schade, wenn andere Themen so massiv in den Fordergrund treten.

      Und zweitens möchte ich, dass der Verein erfolgreich ist, dass wir positiv wahrgenommen werden und dass wir unser Ziel, warum wir hier seit teils fast 15 jahren schreiben, durchsetzen können, nämlich mehr Rekos auf den Weg zu bringen. Und meine aktuellen Erfahrungen von vor Ort zeigen einfach, dass diese externen Themen für die Zukunft des Vereins schädlich sind. Daher greife ich da so ein, nicht weil ich anderen ihre Meinung nicht zugestehen will, sondern weil dies letztlich den Zielen, warum dieses Forum auch mal gegründet wurde, immens schadet.

      Daher verzeiht meine vielleicht zu harten Worte, ich versuche mich zu bessern :blumen:
      APH - am Puls der Zeit
    • Na ja, ganz so einfach ist es wieder auch nicht. Dass ein derartiges "Projekt", nein falsch, dass eine derartige Illusion eben Illusion ist, liegt natürlich schon am metapolitischen oder - philosophischen Überbau - nämlich daran, dass an einer größeren Kirche dzt überhaupt kein Bedarf besteht (und auch nach der Wende nicht bestand, darauf kommt es noch mehr an). Es ist klar, dass man in Polen eine derartige städtebaulich wichtige und Kirche einer historischen Stadt bereits nach dem Krieg, in den baltischen Ländern, der Ukraine und Russland jedenfalls nach der Wende wieder aufgebaut hätte (und dies bei weit unbedeutenderen Kirchen getan hat). Nur in der DDR scheitern derartige Projekte (mitunter) oder werden (häufiger) mal gar nicht in Erwägung gezogen. Den Status der Einzigartigkeit der ehem. DDR (das vergleichbar säkularisierte Tschechien bietet keinen Anhaltspunkt, da es von derartigen Kriegszerstörungen verschont blieb) wird man daher doch wohl erwähnen und die aus gesamteuropäischer Sicht nicht anders zu bezeichnende Unwürdigkeit der Zustände (und überhaupt der daraus entstehenden Debatten) konstatieren dürfen. Ich habe schon manchmal das Gefühl, dass einige hier dies als nationale Beleidigung empfinden, aber es verhält sich nun mal so - das Theater, diese krude Mischung aus primitivem Roten-Stern-Atheismus, Geschichtsvergessenheit, Oikophobie, schlichtem "klassenkämpferischem" Hass, kulturellem Desinteresse ist unwürdig, eine Schande, die auch im Ausland mitunter thematisiert wird, man vergleiche die süffisanten Anmerkungen des poln. Komponisten Penderecki zum Leipziger Universitätskirchentheater.
      Es ist klar - dieser Strang ist insofern unnötig, weil die HlGKirche nicht kommen wird, derzeit nicht kommen kann, kurzum ganz illusorisch ist. Städtebaulich wäre in Anbetracht des Umfeldes ohnedies nur der Turm halbwegs vonnöten, aber auch das ist Utopie. Dass Exilwiener freundlicherweise darauf hingewiesen hat, dass der metapolitische status quo nicht sakrosankt ist, dass sich also in naher Zukunft sehr wohl etwas ändern KÖNNTE, erscheint als recht origineller Gedanke, der keineswegs zu hysterischen Reaktionen führen sollte. Das ganze Strangthema ist science-fiction oder "hoffnungslos, aber nicht ernst".
      Es ist ja andererseits nicht so, dass Exilwiener u.a. den ganzen Tag bei frankfurter, kölner etc Themen herumtrollen und schreiben würden: na ihr habt mir vielleicht Sorgen, schaut euch einmal an, wer diese Städte in absehbarer Zeit bewohnen wird. Aber man wird doch in Hinblick auf ein Strangthema etwas Optimismus verbreiten dürfen, auch wenn dies Realitäten einblendet, deren Wahrnehmung gewissen(.de) Edelmenschen unerträglich ist bzw den Kragen platzen lässt.
      Vielleicht gibt es ja sogar für gewisse Befindlichkeiten der Neuen Bundesländer Hoffnung. Vielleicht sind sie nur gegenüber zB dem Baltikum bloß um 40 Jahre zurück.
      ... dass jeder troglodytischen Lebensart, beruht sie nur fest in sich selbst, etwas schlechthin faszinierendes eignet, überhaupt für solche, die einen Ansatz dazu schon besitzen und mitbringen, der dann nur noch einer gewissen Entwicklung bedarf. (HvD)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von ursus carpaticus ()

    • Das stimmt. Das ganze Thema ist Utopie. Dann kann man auch mal auf die fehlenden geistigen Rahmenbedingungen hinweisen bzw. eine mögliche Zukunftsvision, durch die die Utopie überhaupt erst in den sichtbaren Bereich einer Realisierung gelangen könnte.
      Der Turm sieht aus aus wie ein Flakturm mit Betonrampe auf den man oben Solarmodule gesetzt hat. (Sind es Solarmodule?) Eventuell könnte man in ferner Zukunft mal darüber reden, statt des Gestänges den alten Turmaufsatz zu rekonstruieren. Voraussetzung ist, dass der Turm das überhaupt statisch trägt. Aber, wie gesagt, alles Utopie, die nichts mit unserer Gegenwartslage zu tun hat.
    • schorschi schrieb:

      Komm' UC als Österreicher mußt Du doch für eine solche barocke Üppigkeit Verständnis haben. So einen Turm im Norden, den muß man einfach wieder haben, ja! Irgendwann halt!
      Nun, gerade diesbezüglich sagt mir die HlG.Kirche eher wenig zu. Was barocke Üppigkeit betrifft, sind unsere Türme doch eh unschlagbar, schon wegen der bei uns verbreiteten hohen Zwiebeltürme. google.at/search?q=stockerau&s…l4kjZM:&spf=1512121532716

      google.at/search?biw=1536&bih=…tXff1M:&spf=1512121641419

      wennst mich schon drauf ansprichst: so schöne Barocktürme wie bei uns gips sonst eh nirgenz!

      Der Aufsatz der HlGK mutet sehr unösterreichisch an, nicht jedoch der klassizistische Unterbau. Eigentlich ließe genau dieser den "Rückfall" in den Hochbarock nicht erwarten. Vielleicht ist das auch ein Grund, warum ich so etwas wie (leichte, allerdings nur sehr leichte) formale Unausgewogenheit empfinde: normalerweise haben sich die Türme nach oben zu verjüngern (jetzt mal wörtlich genommen).
      Nein, dieser Turm ist recht hübsch, aber in formaler Hinsicht nicht ganz geglückt, vor allem, was den Stilbruch in der Mitte betrifft, das übergroße Gesims, auf den weiter oben kein Bezug mehr genommen wird, den zu hohen Aufsatz samt seinem neuerlichen Strukturwechsel...
      Nein, das ist weniger üppig denn unausgegoren (gehört aber natürlich dennoch rekonstruiert).
      ... dass jeder troglodytischen Lebensart, beruht sie nur fest in sich selbst, etwas schlechthin faszinierendes eignet, überhaupt für solche, die einen Ansatz dazu schon besitzen und mitbringen, der dann nur noch einer gewissen Entwicklung bedarf. (HvD)
    • Was man bei der Heilig-Geist-Kirche und ihrem Ersatzbau sehr gut beobachten kann, ist, wie schnell dieses zwanghafte "kritische Wiederaufbauen" ins Lächerliche abgleiten kann.

      Das Wiederaufgreifen der Turmformen mit dem Stahlgerüst kam den Architekten und Entscheidern in den 90er Jahren wahrscheinlich super künstlerisch-verspielt vor, trägt heute aber den wenig schmeichelhaften Namen "Seniorenabschussrampe". Dieser Bau ist einfach nur peinlich.
      "Städte, in denen Leute sich zu Fuß und mit dem Rad bewegen können, werden bessere Orte."