Fachwerkbauten in Ravensburg

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    • @Riegel vielen Dank für deine ausführliche Antwort. Ich habe bislang nicht auf solche Details geachtet aber hier war die gleichartige Bauweise über einen so langen Zeitraum interessant. Ich habe mir nun auch mal einige entsprechende Gebäude unter diesem Aspekt angesehen. In der Regel wird die Geschossüberkagung mit einem Stichgebälk hergestellt, auf dem dann selbstverständlich eine Wandschwelle aufliegt. Besteht kein Geschossvorsprung ist der Deckenbalken oftmals zugleich Rähm der unteren Wand als auch Schwelle des Dachgeschosses.

      Zu den gedoppelten Schwellen sind mir folgende Objekte aufgefallen.

      Mengen (SIG), Auf dem Hof 20, Geschossvorsprung über die Wandrähme, über dem Deckenbalken ist, zwischen die Pfosten, eine über die gesamte Giebelbreite reichende Schwelle eingezogen. Dabei scheint eine Lücke für den Dielenboden belassen, dies ist bei den folgenden nicht der Fall. (Das Fachwerk ist allerdings eventuell neuzeitlich verändert)

      Bad Saulgau (SIG), Buchauer Amtshaus, Keine Geschossversprünge, dafür aufgedoppelte durchgängige Schwelle über die gesamte Giebelbreite.

      Albstadt-Ebingen (BL), Kräuterkasten, Geschossvorsprung wiederum über die Rähme. Hier ist in allen Geschossen eine Doppelung vorhanden. Zwar fehlen die gedoppelten Schwellen im Dachgeschoss ihre Existenz kann aber über vorhandene bzw. fehlende Blattsassen erschlossen werden.

      Albstadt-Ebingen (BL), Im Hof 13, Als einziger Rest des früheren Gebäudes ist eine solche durchgängige Doppelung, über die gesamte Gebäudebreite, erhalten.


      Eigentlich handelt es sich um dieselbe Situation die man auch bei den Vollgeschossen antrifft wenn diese nicht vorspringen. Hier ist die Aufdoppelung einer Schwelle auf den Gebälksbalken der als Rähm dient die Regel.


      Zuweilen lassen sich aber auch Doppelungen des unter dem Rähm beobachten.
    • Auch bei den Vollgeschossen überwiegen natürlich die Stichgebälke, interessandterweise ist dies ja beim Erdgeschossgebälk des Neidegghauses ja der Fall, wo diese Konstruktionsart in Ravensburg ja eher unterrepräsentiert ist. Meine Aussage bezog ich aber auf die Situation im Dachgeschoss. Ich fand auf die Schnelle die oben genannten Objekte (Minderzahl) bei denen die Vorkragung über die Wandrähme mit aufliegendem Deckenbalken erfolgt und eine zusätzliche Schwelle besitzen. Bei einigen weiteren Objekten war keine zusätzliche Schwelle erkennbar. Ähnliches gilt für Giebelwände ohne Geschossüberkragung.

      Für die Ravensburger Variante mit der verkürzten Schwelle habe ich kein Equivalent gefunden.

      Ich könnte mir gut vorstellen dass die von Riegel erwähnten Schwellen im Inneren der Gebäude, bei diesen Gebäuden fehlen und die Pfosten direkt auf dem Deckenbalken sitzen.

      Was die Zuordnung zu Landkreisen angeht erscheinen mir die offiziellen Abkürzungen zu verwenden eine gute und einfache Lösung zu sein. Wird in der Literatur durchaus aus so gehandhabt.
    • Diese geschosshohen Streben erscheinen in der Tat merkwürdig, vor allem in Ravensburg, das ja nun nicht in einer Übergangszone zu anderen Fachwerkstilen liegt. Andererseits sind mir genau diese Streben auch schon in einer anderen Region aufgefallen, nämlich einer großen Übergangszone zw. südhessischem und alemannischem Fachwerk, die sich zwischen dem unteren Neckartal und dem mittleren Elsass erstreckt - Beispiele gibt es u. A. in Neckargemünd und in Hunawihr, allerdings beide ohne Anblattungen.