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Die Südvorstadt

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    • Die Südvorstadt

      Zum Einstieg

      Die Südvorstadt von Leipzig tangiert den Bereich zwischen Südplatz (Körnerstraße) und Connewitz sowie zwischen Rennbahn nebst Flußumgebungen bis zum Bayerischen Bahnhof, wobei dies eben nur Aufteilungszuordnungen sind und keinerlei Grenzziehungen. Wenn an dieser Stelle etwas einleitend gesagt werden muß, weil diese Südvorstadt doch eigene Charakteristika hat, die sich im Laufe der Zeit wandelten und weiter verändern werden. D.h. während dieser Beitrag spontan getippt wird (trotz des Materials, was folgen soll) schreiben wir noch das Jahr 2017, während die Ansichten teils über hundert Jahre alt sind. Es wird somit nicht die Entstehungszeit dokumentiert, sondern einiges von dem, was seither geschehen ist. Dies waren u.a. zwei Weltkriege und zwei deutsche Diktaturen. Das muß deshalb betont werden, weil bereits in einigen Jahren mit Folgebebauungen und der Enkelgeneration völlig andere Erlebnisse und Erfahrungswerte hinzukommen.

      D.h. früher war die Südvorstadt eng verflochten mit den Industriestandorten wie Böhlen, Espenhain und Rötha. Mit der Deindustrialisierung und dem Ende u.a. des Kohleabbaus nach 1989 wandelte sich vieles.



      Während wir hier noch um 1986 symbolhaft in der Karl-Liebknecht-Straße nahe Kurt-Eisner-Straße den sogenannten "Mattheuer-Baum" sehen (Wolfgang Mattheuer brachte als Bildermacher vieles auf den Punkt, auch das Absägen des letzten grünen Astes ...) sieht die Situation (ohne dies zu werten) etwas anders aus.



      Direkter läßt sich das an dem Eckgebäude erklären:



      So sah es noch im Jahre 1996 aus, nicht nur an dieser Ecke. Mit und nach 40 Jahren DDR zerfiel die Stadt immer weiter. Während im Leipziger Osten Flächenabrisse stattfanden, hatte die Südvorstadt den Vorteil, daß nicht nur vieles die Bombardierungen im II. Weltkrieg überstand, sondern sehr solide gebaut war. Das "Ruinen schaffen ohne Waffen" war aber auch hier weit fortgeschritten. Und somit wuchs auch die Zahl der kritischen Geister, die sich nicht mehr mit dem zufrieden gaben, was einige hundert Meter weiter stadtauswärts die SED-Bezirksleitung und deren Ausführungsorgan, der Rat des Bezirkes Leipzig, den Bürgern vorgaukelten.

      Im Jahre 1919



      und im Jahre 2013 wieder so:



      Damit widmen wir uns heute erst einmal der

      Kurt-Eisner-Straße (ehemalige Kronprinzstraße)

      Fangen wir in loser Abfolge an, so daß man sich bei einem Spaziergang gut zurechtfindet.



      Die Nr. 2 im Jahre 1911



      Gleiches im Jahre 2000



      Der Straßenverlauf von der Rennbahn bzw. den Flußläufen kommend an der Ecke Fockestraße im Jahre 1905



      Gleiches im Jahre 2013 . Diesem folgt der Kreuzungsbereich der Brandvorwerkstraße.



      Brandvorwerkstraße stadtauswärts um 1905



      An der Ecke (Brandvorwerkstraße 44 im Jahre 1907)



      im Jahre 2000



      im Jahre 2013, dazu die andere Seite



      Brandvorwerkstraße stadteinwärts um 1905



      Brandvorwerkstraße 39 im Jahre 1907



      Gleicher Ort im Jahre 2013



      Obiger Kreuzungsbereich im Jahre 2013, gegenwärtig wird auch die linke Seite wieder geschlossen.

      Der nächste Kreuzungsbereich der Kurt-Eisner-Straße ist die August-Bebel-Straße (ehemals Kaiser-Wilhelm-Straße)



      Kaiser-Wilhelm-Straße im Jahre 1907



      Die Szenerie heute. Bekannter in verschiedenen Ansichten ist natürlich die andere Seite:



      Kaiser-Wilhelm-Straße im Jahre 1911



      Vergleich im Jahre 2004



      Vergleich im Jahre 2013

      Als Beispiel auf der linken Seite mal die Kurprinzstraße 19



      im Jahre 1906



      Kurt-Eisner-Straße 19 im Jahre 2005



      Vergleich 2013

      Von der rechten Seite mal die Nr. 46 (leider momentan kein passenderes Format zur Hand)



      Kurprinzstraße 46 im Jahre 1980



      Kurt-Eisner-Straße 46 im Jahre 1997



      Vergleich im Jahre 2000 (sieht heute auch nicht besser aus)

      Und bevor jetzt mein Rechner abstürzt, gibt es an dieser Stelle erst einmal einen "Break".
    • Mit und nach 40 Jahren DDR zerfiel die Stadt immer weiter. Während im Leipziger Osten Flächenabrisse stattfanden, hatte die Südvorstadt den Vorteil, daß nicht nur vieles die Bombardierungen im II. Weltkrieg überstand, sondern sehr solide gebaut war.
      Gab schon nicht unerhebliche Zerstörungen. Lag genau in der Nord-Südlichen Einflugsschneiße der Bomber, die ihre Fracht wie eine aufgereihte Perlenkette verteilten. Siehe Schadensplan.
    • Oben war natürlich die Kronprinzstraße 46 im Jahre 1908! zu sehen.

      Wenn man die Kurt-Eisner-Straße weitergeht, kommt man an die nächste Ecke, die als Kochstraße glücklicherweise mal nicht umbenannt wurde:



      Kochstraße stadtauswärts im Jahre 1907


      Vergleich im Jahre 2013



      Kochstraße Ecke Kurprinzstraße im Jahre 1910



      Vergleich im Jahre 2013, auch hier finden gegenwärtig Lückenschließungen statt, was durch Fahrbahneinengungen täglich beträchtliche Staus verursachen kann.

      Da wir zur Karl-Liebknecht-Straße (im Volksmund "Zeitzer Adolf-Südknecht-Straße") bereit eine Ansicht hatten, an dieser Stelle nur ein Weitwinkelmotiv aus dem Jahre 1915



      Weiteres zur Karl-Liebknecht-Straße gelegentlich. Ein direktes Vergleichsfoto war leider nicht möglich.

      Dennoch zur Orientierung ein Foto aus dem Jahre 2013:



      Auf der linken Seite der Kurt-Eisner-Straße bereits angedeutet die Nr. 43



      Im Jahre 1908



      bereits saniert im Jahre 1996

      Zu DDR-Zeiten war hier eine der vielen alten Vorstadtkneipen: Das Boccaccio - Gründungsort des ungenannt bleiben wollenden wie sehr zeitkritischen Stammtisches Gogelmohsch, zu dem auch Wolfgang Mattheuer gehörte.

      Rechts ein weiteres Beispiel der Denkmalssanierung, die 72:



      Kurprinzstraße 72 im Jahre 1908



      Vergleich 2013

      Danach kommt der Kreuzungsbereich der ehemaligen Elisenstraße (jetzt Bernhard-Göring-Straße)



      Blickrichtung stadteinwärts: Foto um 1940



      Vergleich 2013, Man erkennt schon, daß es in diesen Bereichen große Kriegszerstörungen gab.

      Denn nach rechts schließt sich gleich der Kreuzungsbereich zur ehemaligen Bayerschen Straße (jetzt Arthur-Hoffman-Straße) an:



      ebenfalls im Jahre 2013



      im Jahre 1915

      dazu das linke Eckgebäude um 1920



      im Vergleich 2013



      Stadtauswärts auf der linken Seite als Beispiel



      Kronprinzstraße 67 im Jahre 1908



      Vergleich 26.11.2017

      und rechtsseitig Nr. 88



      im Jahre 1910



      Beide Gebäude nochmals auf dem Foto Richtung Kohlrabizirkus



      Foto um 1940 und für heute abschließend



      Kreuzungsbereich Kurt-Eisner- / Arthur-Hoffmann-Straße 26. November 2017

      Inzwischen ist die Verbindung mit der Brücke zu Kohlrabizirkus, ehemaliger Technischer Messe und Deutscher Nationalbibliothek hergestellt - siehe bei diesen Themen ...
    • Es ist vollkommen richtig bezüglich Schadensplan. Es war nur erst einmal ein Einstieg in die Materie. Sowohl Luftaufnahmen als auch Beispiele der Zerstörungen (wie Carola-Gymnasium und Andreaskirche) müssen noch so zusammengestellt werden, damit dies konkret nachvollzogen werden kann. Nur ist es manchmal eben schwierig,
      die Kohlenstraße, Bahnbetriebe oder Einzelgebäude so zeigen zu können, als in diesen noch das Leben pulsierte.
    • Bezüglich der Zerstörungen beginnen wir heute einmal mit der Schenkendorfstraße. Und zwar deshalb, weil es eben leider nicht nur um Kriegszerstörungen geht, sondern auch um das, was die SED danach favorisierte und was nicht bzw. was sie vernichten ließ.



      Schenkendorfstraße (gelaufen 25.12.1932) Blickrichtung Kaiser-Wilhelm-Straße



      Vergleich 2013

      In der Schenkendorfstraße befand sich zu DDR-Zeiten auf der linken Straßenseite eines der Bauaktenarchive der Stadt Leipzig. Und wenn neu gebaut wurde, konnte ja nach Denkungsart der SED das Alte beseitigt werden. Es geht also nicht nur um die verschwundene bzw. vermißte Stadtbildsammlung der alten Stadtplanung, sondern auch um Kulturgut, was nach 1989 bestimmt vielen Bauherren bei neuen Bebauungen geholfen hätte, aber eben nicht mehr da war.

      Zum anderen ist es eben oft leider ziemlich schwierig, aufgrund dieser Tatsachen alte Fotos bzw. Postkarten wieder richtig zuordnen zu können. Es kann also schon mal vorkommen, daß man hier Fehler begeht. Allein die Anhaltspunkte von den Schattierungen, Straßenbelag, Baumwachstum, Namen an den Gebäuden, Bebauungen aus sich spiegelnden gegenüberliegenden Straßenseiten reichen oft nicht aus. Also bitte melden, wenn dies jemand bemerkt.

      Rechtsseitig sieht man hier in der Schenkendorfstraße die Nr. 13:



      gelaufen 8.9.1906



      Vergleich im Jahre 2000 (aufgrund Bauarbeiten war kein besserer Blickwinkel machbar)

      Oberhalb der Karl-Liebknecht-Straße z.B. die Schenkendorfstraße 31:



      Dazu der Vergleich im Jahre 2013:



      Der Zustand ist heute immer noch so, gleiches mit der Schenkendorfstraße 33, was einen Vergleich erspart:



      Schräg gegenüber die Nr. 34



      Die Pädagogische Zentralbibliothek in Leipzig (gelaufen 28.9.1925)



      Vergleich vom 2. Dezember 2017

      Dies gehört alles zum Umfeld des im Krieg zerstörten Königin Carola-Gymnasium, worauf noch explizit eingegangen werden muß.

      Jedenfalls schlug in der DDR der Kulturfortschritt auch in der ehemaligen Kronprinzstraße zu.



      2.12.2017

      Vermutlich werden die alten Bauakten hier an der Ecke zu ehemaligen Elisenstraße nicht mehr auffindbar sein.
      Schön wäre, wenn ich hier falsch läge, ebenso wie bei der ehemaligen Kronprinzstraße 74:



      Vergleichsfoto im Jahre 2014



      Die Numerierungen waren damals etwas anders (nur falls sich jemand wundert, daß die Zahlen heute höher liegen ...)

      Um einen Blick auf die freie Natur zu erhaschen, ging man vor über hundert Jahren zum anderen Ende der Kronprinzstraße:



      Die Situation im Jahre 1907 stadteinwärts

      Besser ohne Kommentar dazu der Vergleich vom 2.12.2017



      und in die andere Richtung:



      ebenfalls aus dem Jahre 1907 stadtauswärts

      und derzeit:



      Abschließend hierzu eine Abbildung vom bereits "gebändigten" Flußlauf



      gelaufen 24.8.1919

      mit dem stadtökologischen Fortschrittsvergleich Stand: 2.12.2017

    • Dr.Mises wrote:



      Die Pädagogische Zentralbibliothek in Leipzig (gelaufen 28.9.1925)



      Vergleich vom 2. Dezember 2017

      Immerhin existiert hier noch der Altbau, wenn auch in erbärmlichem Zustand. Eine Rekonstruktion des Daches und der Fassade wären ohne weiteres möglich und würden aus dem Haus ein Schmuckstück machen. Zumal dadurch noch zusätzlicher Raum zu gewinnen wäre. Vielleicht sollten das die Leute in Leipzig mal anregen.
    • Die Einschätzung ist völlig richtig.

      Um dies etwas zu verdeutlichen, hier der städtebauliche Kontext:



      Luftaufnahme um 1930

      Die 3. Volksschule nebst der Doppelbebauung links im Bild existiert nicht mehr, dafür nur auswechselbare Wohnbauten aus DDR-Zeiten. Die o.g. Zentralbibliothek befindet sich rechts außerhalb des Bildes. Das damalige Landgericht und jetzige Amtsgericht hatten wir bereits unter Bau- und Sanierungsprojekte, S.80:



      Aufnahme 1907 (gelaufen 26.1.1909), in Farbe:



      um 1910



      Zustand 1996



      Vergleich 2013

      Im Zusammenhang mit der "Wende" kam es auch hier zu fragwürdigen Eigentümerwechseln, die vermutlich mit den "Sanierungen" unter Immobilienkriminalität fielen und seitens der Justiz selbst zu klären waren bzw. aufgrund des unbefriedigenden Zustandes weiter sind. Die Ansicht von der anderen Seite:



      Landgericht 1907 (gelaufen 12.4.1907)



      Vergleich 2013



      mit Straßenverlauf, vermutlich um 1912 (gelaufen erst 8.10.1932)



      Vergleich 2005



      zusammen mit dem Königin Carola Gymnasium (gelaufen 3.4.1907)



      Königin Carola Gymnasium mit Schmuckplatz. Nur die inzwischen gewachsenen Bäume weisen noch auf diese Zeit.



      Das Königin Carola - Gymnasium entlang der Elisenstraße stadteinwärts (gelaufen 1.11.1902)



      Der Vergleich 2013



      Die Situation 2.12.2017



      O.g. Gebäude mit Straßenverlauf Schenkendorfstraße.



      Blick von der Schenkendorfstraße auf das jetzige Amtsgericht Leipzig.

      Das Wichtigste in Leipzig sind (außer am Wochenende) scheinbar die meist überfüllten Parkplätze.

      Bebauungen bzw. bauliche Ergänzungen im Sinne und in der Qualität der Altvorderen und gemäß der Worte Hugo Lichts sind nach meiner Kenntnis nicht in Sicht. Aber vielleicht weiß jemand, Besseres zu berichten ...
    • Da die Frage nach Kriegsverlusten kam, möchte ich anhand einiger Beispiele konkret darauf eingehen sowie einige Fälle der Sanierung dokumentieren.

      Beginnen wir mit den Zeiten, wo an Krieg kaum zu denken war:



      Fockestraße 7 im Jahre 1908



      gelaufen am 29 (!).2.1908

      Die Lückenfüllung im Jahre 2017:



      Gemäß der Unterschiedlichkeit der einzelnen Straßenzüge gibt es auch unterschiedliche Bauanforderungen. In der Körnerstraße war die Bausubstanz teils frühzeitlicher:



      Körnerstraße 5 im Jahre 1911



      nach Überleben von Krieg und DDR im Jahre 1996



      im Jahre 2000

      Fünf Häuser weiter:



      Körnerstraße 15 , gelaufen 31.12.1907 nach Göttingen

      Dieses Gebäude überlebte die Bombenangriffe nicht.



      Der Standort im Jahre 2000.



      Vergleich Januar 2018

      Ein weiteres Beispiel in der ehemaligen Elisenstraße war bereits zu sehen:



      Elisenstraße 61 im Jahre 1910



      im Jahre 1996



      im Jahre 2005 und



      im Jahre 2013

      Neu dagegen im Jahre 2018 ein "anschmiegsamer" Neubau:



      Vergleich Januar 2018, Bernhard-Göring-Straße stadteinwärts

      Dagegen sind weitere Standorte durch DDR-Neubauten verstellt:



      Die ehemalige Schule an der Elisenstraße Ecke Moltkestraße um 1930



      Vergleich 31.01.2018, jetzt Bernhard-Göring-Straße Ecke Alfred-Kästner-Straße

      Weitere Flächen harren noch der Bebauung:



      Kantstraße 112 im Jahre 1909, als noch die Straßenbahn zum Schlachthof fuhr.



      Vergleich Januar 2018, dahinter der ehemalige Schlachthof, jetzt Gelände des mdr:



      sowie in seiner historischen Ansicht schon vor 1900:



      Dies und anderes ist noch die nächsten drei Sonntage von 14-17 Uhr in der Ausstellung Route 74 berggut.de in Zuckelhausen mit zu sehen wie auch ein dicker Band mit bisher ungeklärten Bestimmungen von Gebäudefotos. Allerdings konnten dank Jens Müller und weiterer Gäste wieder einige Postkarten lokalisiert werden. Hierzu zählt auch das Foto mit viel weißer Wäsche:



      vermutlich um 1910

      Mittels Luftaufnahmen konnte somit die Brandvorwerkstraße identifiziert werden:



      Vergleich heute, 31.01.2018

      Und abschließend noch ein weiteres Beispiel aus der Brandvorwerkstraße:



      Brandvorwerkstraße 24 im Jahre 1913



      gleicher Standort im Jahre 2000



      Brandvorwerkstraße 24 im Jahre 2013



      Brandvorwerkstraße 24 , Vergleich 31.01.2018 , überlasse den Kommentar den Betrachtern.
    • Nachdem vorgestern ein Bieter bei "Ih-Bäh!" für eine Karte mit der Kaiser-Wilhelm-Straße 43,50 Euro aufbrachte -



      jetzt August-Bebel-Straße stadtauswärts (diese Karte gelaufen am 18.08.1906 nach Plauen), möchte ich wenigstens etwas vorstellen, was nicht so häufig ist und dennoch einen vaterländischen Bezug aufweist.



      Diejenigen, die hier in Richtung Königin-Carola-Schule schauen, tun das von der Elisenstraße 77 aus, Ecke Schenkendorfstraße. Wir hatten das Bild mit dem "Restaurant zum Deutschen Hof" schon oben, jedoch war es nicht genau zugeordnet. Daher hier nochmals der Blick aus dem Jahre 1930 und der direkte Vergleich gegenwärtig:



      Die Bäume deuten rechts deuten die Grünanlage an.



      Aufnahme 3. März 2018

      Vom Betrachterstandpunkt aus links stand nun das einst berühmte Gymnasium s.o. Hier mal ein Blick in die Aula:



      Wie nun die Herrschaften, die aus obigem Gebäude schauen, heute reagieren würden, weiß ich nicht. Aber es steht nun inzwischen ein Aufsteller am Standort des ehemaligen Königin-Carola-Gymnasiums, der wie die Faust aufs Auge den Kulturfortschritt in Sachsen und Leipzig im 21. Jahrhundert bezeugt:



      Es bleibt zu hoffen, daß die Staatsanwaltschaft selbst genau prüft, was ihr gemäß Realität und der hochwertigen Umgebungsbebauung hier vorgemacht wird ...
    • Wir hatten in Zusammenhang mit der Investruine in der Brandvorwerkstraße bereits kurz die Arndtstraße mit im Bild. Als die ersten Gebäude dort entstanden, war es (wie u.a. in der Bismarckstraße) Mode, das besagte neue Domizil eher nur als Vignette mit auf eine Karte in Postkartengröße zu bringen:



      versandt auf einer Postkarte am 5.6.1903 nach Wales



      Arndtstraße 4 (Vergleichsfotos alle 7. April 2018)

      Oberhalb der damaligen Kaiser-Wilhelm-Straße begann dann eine geschlossene Bebauung:



      gelaufen am 4.10.1911 nach Ottsville (U.S.America)



      Arndtstraße 16

      Saniert wurde im Umkreis auch sehr beachtlich:



      Die ehemalige Kaiser-Wilhelm-Straße mit Nachbarhäusern im Ausschnitt um 1930 (gelaufen nach Großsteinberg)



      August-Bebel-Straße 40 und an der Ecke zur jetzigen Kurt-Eisner-Straße:



      Kaiser-Wilhelm-Straße 36, gelaufen am 11.10.1909 nach Hildburghausen



      jetzige August-Bebel-Straße 36 (die Kreuzung links davon stadtauswärts hatten wir oben schon im Bild)

      ohne Wissen beider Namensgeber ...
    • Dank Jürgen Winter gibt es auch hier etwas nachzutragen, was auch Dresdner und Chemnitzer Sammler freuen wird, da sie (sobald genug verortet ist) bislang Unbekanntes aus Leipzig erhalten. Hier zunächst gleich um die Ecke vom ehemaligen Leipziger Schauspielhaus die Elisenstraße 38:



      gelaufen am 26. Mai 1911 nach Eisenach



      jetzt Bernhard-Göring-Straße 38 (Vergleiche alle 18. April 2018)

      Etwas weiter Richtung Fluß eine hoch dotierte Karte um 1900:



      alldieweil dies wahrscheinlich Sammler bezüglich Gose interessiert.
      Brandvorwerkstraße 45, gelaufen am 6.9.1901 nach Reudnitz
      Dazu der ernüchternde Vergleich 2018:



      Und hinzu kam noch eine Karte um 1940:



      Inzwischen ist dies wieder in voller Farbenpracht saniert:



      Arndtstraße Ecke Wundtstraße (vormals Schleußiger Weg)

      Im Jahre 2002 sah es von der anderen Seite noch so aus:



      Und noch viel früher als Neubau gab es eben jene bekannte undatierte Karte:



      Bestimmt hat sich der Betreiber damals die Entwicklung auch anders vorgestellt.

      Warten wir auf den nächsten "El Niño" ...
    • Elisenstraße 28/Bernhard-Göring-Straße 38 sollte wieder geteilte Fenster erhalten. Dann ginge es im Großen und Ganzen. Die jetzigen Fensterformate sind inakzeptabel.

      Brandvorwerkstraße 45 sollte hingegen dringend wieder bestuckt werden. Vielleicht wirft man dem Eigentümer mal das historische Foto ein mit einem Hinweis auf Wiederbestuckungsmöglichkeiten? Aber beim linken Nebengebäude scheint es ja ähnlich gelaufen zu sein.
    • Mit den Hinweisen ist das so eine Sache. Die hätten eigentlich von der Denkmalpflege kommen müssen oder bei Stadtarchiv, Stadtgeschichtlichem Museum oder anderen Einrichtungen erfragt werden können. So lange jedoch weiter unklar ist, wo zu DDR-Zeiten die Sammlung der Alten Stadtplanung verblieben ist und immer noch nicht offengelegt wurde, was zu Zeiten der SED-Stadtleitung vernichtet oder sonstig verbrochen wurde, ist dies eine zu klärende Aufgabe für die Enkelgeneration. Da ist man schon mal froh (wie heute), wenn das Gerüst noch steht und der Bauherr gerade anwesend ist, dem man eine Abbildung seines Hauses vor hundert Jahren übergeben kann. Es hängt ja auch viel vom Gebäude ab, was man da falsch machen kann oder auch nicht. Jedenfalls hatten wir im xy-Bereich eine Aufnahme, die nun auch verortet ist und wo sogar zwei Balkons wieder dran sind. Und dennoch sieht man eben Unterschiede ...

      Brandvorwerkstraße 69



      gelaufen am 20.7.1907 nach Lunzenau (Mulde) und heute:

    • Bevor es an die Verortung zerstörter Bausubstanz geht, braucht es erst einmal einen korrekten Plan, an dem man sich auch bei künftigen Beispielen orientieren kann. Dazu habe ich einen 1914 aktualisierten herausgesucht und auch etwas größer online gesetzt, damit er auch noch einigermaßen lesbar ist:



      Als erste Beispiele beginnen unten bei dem roten Punkt. Es ist heute die Ecke Karl-Liebknecht- / Richard-Lehmann-Straße:



      Karl-Liebknecht-Straße stadteinwärts (alle Vergleichsfotos vom 12. April 2019)

      Man sieht, wie ältere DDR-Neubauten an einen Altbau anschließen.



      Karl-Liebknecht-Straße 124, früher Südstraße 68:



      Südstraße 68 mit "Stadt Schneeberg", gelaufen am 21.08.1899 nach Altenkundstadt

      Gleich daneben befindet sich das Quartier an der Kantstraße zur Fichtestraße:



      Hier gibt es folglich in einigen Jahren den Bedarf der Lückenschließung.



      Südstraße 62, jetzt Freifläche Karl-Liebknecht-Straße 118, vermutlich auch um 1900

      Ein seitlicher Blick auf die Freifläche heute:



      Wie der Plan oben zeigt, waren die Flächen dicht bebaut.

      Und damit komme ich zum eigentlichen Hintergrund dieses Beitrages. Denn als ich die folgenden Aufnahmen erwarb, wußte keiner, wo es ist und vermeinte, es sei irgendwo in Plagwitz ...



      Hier ist die Rückseite der ehemaligen Südstraße im Hintergrund, also auch vom "Gasthof zur grünen Linde".

      (Foto Max Taggeselle, vermutlich um 1910)

      Während die rechtsseitige Bebauung im Innenhof teilweise noch erhalten ist, existiert vom Gebäude links nur noch ein Rumpf.



      Ein direkter Vergleich ist heute durch die Abgrenzung der einzelnen Gebäude an der Fichtestraße nicht mehr möglich.

      Hier stand das Hofgebäude der Fichtestraße 20:



      Foto vom Atelier Griesbach , Kochstraße 50 um 1900

      Besitzer war Carl Wilhelm Löwe, der in der Südstraße 66 wohnte. Hier befand sich dann Löwe Bachf. C.W. Chromo- u. Glacépaperfabrik, Stein- und Buchdruckerei u. Verlagshandlung.


      Danach übernahm C. W. Meyer das Objekt:





      Foto Max Taggeselle um 1910


      Der Hof war folglich dicht bebaut. Die Gebäude rechtsseitig im Hintergrund an der Kantstraße sind auch im Krieg zerstört worden. Dort befinden sich etwas neuere DDR-Bauten.


      Meyer nutzte als Fabrikant das Gebäude zur Herstellung von Puppen und als "Tierefabrik" , also Vorläufer unserer Plüschtiere.


      Aber zeitweise mietete sich auch der Konsumverein u.a. für Connewitz darin ein. Dies erschließt sich aus den entsprechenden Adreßbüchern, so daß die Freunde von Wikipedia auch noch etwas zu tun haben ...


      Heute ist die seitliche Ansicht mit einer verlassenen Tagesstätte für Kinder nicht gerade in einem einladenden Zustand:





      Hier findet sich auch der Beleg für das folgende Foto, weil man eben schon vor über hundert Jahren viel Wert auf Stadtgrün legte. Einige hochgewachsene Bäume existieren im Innenhof des Quartiers und vielleicht wäre es wünschenswert, wenn man die heutige Abtrennung einzelner Häuser (nicht im Bild - so es sicher realisiert werden kann) aufhebt und wieder gemeinsam nutzt:





      Innenhof - Hofrückseite Fichtestraße Ecke Südstraße um 1910, Foto Max Taggeselle