Calw (Galerie)

  • Die Altburger Straße. Am nördlichen Ende der Altstadt steht dieses prächtige Haus aus der Zeit um 1700.




    Wir folgen der Altburger Straße nach Süden in Richtung Marktplatz




    An der Einmündung der Gasse "Im Zwinger" steht eine weitere Bausünde, ein Altersheim.




    Im weiteren Verlauf ist die Altburger Straße hübsch und gut erhalten.


  • Der Marktplatz ist erreicht. Er ist knapp 25 Meter breit, jedoch stolze 160 Meter lang. Er ist also eher eine aufgeweitete Straße.



    Die nördliche Ecke mit der Altburger Straße links.




    Im Winkel steht das Haus Schüz, erbaut 1813/14. Rechts daneben die "Alte Apotheke" von 1699.




    Bauherr des Hauses Schüz war der Arzt Johann Georg Zahn, Erbe eines aus dem Textilhandel stammenden Vermögens. Später kam es in den Besitz der Familie Schüz. Heute beherbergt es das Hermann-Hesse-Museum.




    Häuser auf der Nordostseite



  • In der nordwestlichen Ecke des Platzes steht die Stadtkirche Peter und Paul (hinten die Einmündung der Altburger Straße)



    Echt gotisch sind nur der Chor und der Sockel des Turmes, der Rest wurde 1884 bis 1888 im neugotischen Stile erbaut. Die alte Kirche war angeblich wegen Baufälligkeit nicht mehr zu retten.






    Wie zu erwarten haben die Calwer auch in die "gute Stube" ihrer Stadt einen fiesen Neubau gesetzt.


  • Ja Schade - ich wollte einmal nach Calw wegen Hesse aber wir haben uns kurzfristig fur Baden-Baden (Und Dostojewski) - jetzt bereue ich die Wahl.
    Erstaunlich auch wie gut erhalten Tubingen im Vergleich ist

  • Uns fehlt noch der untere, d.h. südöstliche Teil des langen Marktplatzes.




    Das Haus rechts neben dem Brunnen mit dem Krüppelwalmdach (Haus Schaber von 1697) ist das Geburtshaus von Hermann Hesse.




    Die gegenüberliegende Seite mit dem eingerüsteten Rathaus. Das ebenfalls eingerüstete Haus rechts neben dem Rathaus ist das Haus Schäberle von ca. 1500. Es ist aus Stein erbaut und hat beide Stadtbrände überlebt. (Ein Photo des Hauses hier; man beachte das verschandelte Erdgeschoss; vielleicht wird das bei der Sanierung behoben, doch große Hoffnung hege ich nicht.)




    Calw-Hirsau Marktstrasse [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) oder CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], von MSeses (Eigenes Werk), vom Wikimedia Commons

  • Häuser an der Salzgasse, die den Marktplatz nach Süden abschließen.




    Hinter der Salzgasse verlief die Stadtmauer, von der ein Stück in einem Hinterhof sichtbar ist.




    Ein letzter Blick auf den Marktplatz. Trotz einiger Mängel ist er ein schönes und beachtenswertes Fachwerkensemble.




    Zum Schluss noch 3 Bilder aus der Biergasse, die von der Lederstraße zum Marktplatz führt. Mit ihrem ansteigenden Verlauf und den stattlichen Häusern erinnert sie mich an Tübingen.





    Das wars aus Calw!

  • Im 1911 erschienen Buch "Volkstümliche Kunst aus Schwaben" ist auf einem Foto die Nikolauskapelle auf der Nagoldbrücke in Calw zu sehen. Interessant ist das Haus, das hinter der Kapelle zu erkennen ist. Dort, wo heute der massive, ja in meinen Augen brutale Neubau das Stadtbild verhunzt. Welch in sich stimmiges, romantisches Idyll ist hier verloren gegangen. Auch wenn die Brücke und die Kapelle wohl viel älter waren, als die Gebäude dahinter, es hat m. E. alles wunderbar miteinander harmoniert. Seht selbst:

  • Insgesamt gesehen ein Stadtbild mit noch einer ganzen Reihe, z.T. recht stattlicher Fachwerkhäuser und hübscher Giebelhaus-Reihungen, durch üble Bausünden an empfindlichen Stellen aber eben extrem verhunzt. Interessant immer wieder der Wechsel aus verputztem und freiliegendem Fachwerk. Wie weit wird es im 19. Jahrhundert letzteres noch gegeben haben? Ansonsten die üblichen Probleme: Lieblose Erdgeschosse und ja, Fensterläden und Sprossenfenster sollten in einer Altstadt zwingend vorgeschrieben sein. Und im oberen Teil des Marktplatzes hat man für meinen Geschmack mal wieder zu viele Bäumchen gepflanzt, dadurch wird das reizvolle Bild der Giebelhäuser zusammen mit ein paar unpassenden Neubauten unnötig beeinträchtigt.

  • Luftbild:
    nuernbergluftbild.de/luftbilder/1446-calw-schwarzwald

    Dieses Bild finde ich etwas irreführend. Die Hänge des Nagoldtales wirken in natura steiler und höher als auf dem Photo. Die großen Neubauten an den Rändern des Bildes (z.B. das Kreiskrankenhaus rechts im Bild) sind von der Altstadt aus nicht oder kaum sichtbar.

  • Das Fachwerk dürfte wie im ganzen Württemberg mehr oder weniger komplett verputzt gewesen sein.

    Dazu habe ich einmal gelesen, Herzog Carl Eugen von Württemberg habe, etwa Mitte des 18. Jh., nachdem es im Herzogtum einen großen Stadtbrand gegeben habe, angeordnet, dass die Fachwerkhäuser alle zu verputzen seien. Auf Grund dieses herzoglichen Befehls verschwand in Altwürttemberg fast alles Fachwerk unter Verputz.


    Da die Freien Reichsstädte, wie etwa Esslingen, Ulm und Weil der Stadt nicht zum Machtbereich des Herzogs von Württemberg gehörten, vielmehr nur den Kaiser über sich hatten, waren sie von der Anordnung des Herzogs nicht betroffen. Deshalb blieb es in den Freien Reichsstädten weiterhin bei viel Sichtfachwerk, zumindest bei Gebäuden , die noch vor ca. Mitte/Ende des 18.Jh. errichtet worden waren.

  • Da die Freien Reichsstädte, wie etwa Esslingen, Ulm und Weil der Stadt nicht zum Machtbereich des Herzogs von Württemberg gehörten, vielmehr nur den Kaiser über sich hatten, waren sie von der Anordnung des Herzogs nicht betroffen. Deshalb blieb es in den Freien Reichsstädten weiterhin bei viel Sichtfachwerk, zumindest bei Gebäuden , die noch vor ca. Mitte/Ende des 18.Jh. errichtet worden waren.

    Ich bin nicht überzeugt, dass es große Unterschiede zwischen den ehem. Reichsstädten und den Städten Altwürttembergs gab. Ab 1806 galten die württembergischen Bauvorschriften auch für die neu zu Württemberg gekommenen Orte. Und bei solchen alten Aufnahmen sehe ich kaum freiliegendes Fachwerk:


  • Ulm wäre wohl auch ohne Kriegszerstörungen plattgemacht worden, Stichwort autogerechte Stadt und Straßenverbreiterungen.