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Denkmäler zu Ehren von Kaiser Wilhelm I. (Galerie)

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    • Aha, ein "Kolonialist" aus dem frühen 17. Jahrhundert ist eine verdientere Persönlichkeit, als der Kaiser, unter dem die deutsche Einigung und mithin der moderne Staat zustande kam. Vielleicht sollten sich die Weseler Genossen nochmal zur Klausur begeben. Das scheint mir doch recht unausgegoren. Ansonsten würde ich auch der SPD einen Platz im Museum zuweisen wollen.

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    • Interessant. In Berlin-Pankow liegt offenbar noch ein vergrabenes Kaiser Wilhelm I.-Denkmal unter der Erde. Es wäre doch eigentlich wünschenswert, wenn das mal von jemandem ausgebraben und eventuell wieder aufgestellt würde.
      Leider schreibt der Autor der Webseite in einer Kommentar-Antwort, dass eine Genehmigung für eine Ausgrabung "leider so gut wie ausgeschlossen" sei. Das kann doch nicht das letzte Wort sein.

      pankowerchronikdotde.wordpress…e-kaisergrab-in-buchholz/
    • Das Denkmal für Kaiser Wilhelm I. könnte ich mir sehr gut im Park des in Berlin gelegenen, einstigen Gutshauses Mahlsdorf, Hultschiner Damm 333, vorstellen.

      Das von Charlotte von Mahlsdorf ins Leben gerufene Gründerzeitmuseum im früheren Gutshaus Mahlsdorf passt thematisch genau zur Kaiserzeit. Außerdem wäre das Denkmal dort vor Vandalismus weitgehend geschützt. Wenn ich recht informiert bin, wird der Park, der zum Gründerzeitmuseum gehört, nachts verschlossen.

      The post was edited 1 time, last by Villa1895 ().

    • Villa1895 wrote:

      Die ehedem auf den Stufen befindlichen Assistenzfiguren wurden im II. Weltkrieg leider eingeschmolzen. Diese Figuren befanden sich auf den Stufen des Denkmals. Wenn man dies weiß, so werden einem die seither leeren Stufen des Denkmals bewußt.
      Das ist ja häufiger vorgekommen. Wenigstens hat man den Sockel nach dem Krieg nicht gegen so einen niedrigen, schlichten Betonquader ausgetauscht, wie z.B. in Hamburg . . .
      "Mens agitat molem!" "Der Geist bewegt die Materie!"
    • In Wesel mochte die Stadt das Denkmal Wilhelm I. nicht wieder aufstellen. Es ist der Beharrlichkeit des Bauunternehmers Ernst Joachim Trapp zu verdanken, dass es nun doch wieder in der Öffentlichkeit zu sehen ist. Allerdings - skurril - nicht aufgestellt, sondern nur in einem Schneewittchen-Glassarg liegend. Bürgermeistern Ulrike Westkamp (SPD) und ihre Partei wollten nämlich verhindern, dass man zu Wilhelm I. aufschauen muss.
      Zitat aus dem Artikel: "Einen Kriegsherrn huldigen: Bei den Genossen kam das nicht gut an. Noch dazu in Wesel. Außer Dresden ist keine Stadt in Deutschland im Zweiten Weltkrieg so zerstört worden wie die Stadt am Niederrhein."

      Wilhelm-Denkmal in Wesel
      Ein Kaiser auf Augenhöhe
      deutschlandfunkkultur.de/wilhe…ml?dram:article_id=419576

      Doch inwiefern hat Wilhelm I. Schuld am 2. Weltkrieg und am Bombardement der Stadt, über 50 Jahre nach seinem Tod? Das ist nur über Interpretationskonstrukte möglich.

      Außerdem hat Wesel ja nun am Alten Rathaus doch wieder Kriegsherren aufgestellt... Karl der Große (Langobardenfeldzug, Sachsenkriege), Johann Sigismund von Brandenburg (Angriff auf Düsseldorf), Rudolf I. von Habsburg (Kampf gegen den böhmischen König)... hochproblematisch, am besten hinlegen...

      Ich denke eher, die SPD führt da alte ideologische Grabenkämpfe des 19. Jahrhunderts weiter. Also eine Art Rache für die Sozialistengesetze unter Bismarck.
    • Auf dem Stuttgarter Karlsplatz befindet sich auch ein bekanntes Reiterstandbild des Kaisers. Es wurde auf Veranlassung von König Wilhelm II. von Württemberg im Jahr 1898 eingeweiht und hat, trotz wiederholter Bemühungen es zu beseitigen (u.a. von unserem unseligen OB Klett), bis heute überdauert. Das Denkmal ist - mit Obelisken und ruhenden Löwen - vollständig erhalten.



      Edit: Ich sehe, mir ist da jemand zuvorgekommen. Aber doppelt hält besser. :P
      In dubio pro reko
    • Auch Mannheim besaß ein Kaiser Wilhelm Denkmal. Dieses stand nach Fotos aus dem 1930 er Jahren damals im Ehrenhof des Mannheimer Schlosses. Heute gibt es dort kein Kaiserdenkmal mehr. Über sein weiteres Schicksal ist mir nichts bekannt. Die allermeisten dieser Denkmäler zu Ehren Kaiser Wilhelm I. wurden 1897 errichtet bzw. eingeweiht. In jenem Jahre wäre der alte Kaiser 100 Jahre alt geworden. Er war 1888, nur wenige Wochen vor Vollendung des 91. Lebensjahrs verschieden.

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    • Heimdall wrote:

      Interessant. In Berlin-Pankow liegt offenbar noch ein vergrabenes Kaiser Wilhelm I.-Denkmal unter der Erde. Es wäre doch eigentlich wünschenswert, wenn das mal von jemandem ausgebraben und eventuell wieder aufgestellt würde.
      Leider schreibt der Autor der Webseite in einer Kommentar-Antwort, dass eine Genehmigung für eine Ausgrabung "leider so gut wie ausgeschlossen" sei. Das kann doch nicht das letzte Wort sein.

      pankowerchronikdotde.wordpress…e-kaisergrab-in-buchholz/
      Wenn das Denkmal damals privat von Vereinsmitgliedern finanziert wurde, so müsste man mal über den Verbleib des Vereinsvermögens recherchieren. Es ist rechtlich vermutlich nicht in staatlichen Besitz übergegangen. Eine Ausgrabung kann daher nicht untersagt werden.
      Ein kleines Beispiel von einem lokalen Fall: Kein Kaiser, sondern ein Denkmal der SPD. Nach der Machtergreifung der Nazis sofort restlos beseitigt. Lange Recherche, ob abtransportiert oder nur vergraben. Dann tauchte widerstrebend ein Foto von der Vergrabung auf, mit allen damaligen Akteuren. Und die weitere Geschichte: Nach 1945 wieder freigelegt und unter den Klängen einer Militärkapelle der vorübergehenden amerikanischen Besatzer wieder aufgerichtet. Nach dem Abzug der Amis und dem Einrücken der Sowjets bekam die KPD-Ortsgruppe Oberwasser. Zwei Altnazis wurden gezwungen, das Denkmal mit Teer zu beschmieren. Danach wurde es wieder am Ort vergraben. Nach der Wende legte es ein kleines Team unter Leitung der SPD erneut frei und stellte es auf. Diesmal ohne Kapelle. Stadt und Staat mischten sich nicht ein. Es steht heute noch.
    • Benni wrote:

      Interessant. Naja, man muss es ja nicht wieder aufstellen, aber es unter der Erde zu lassen ist doch irgendwie auch lächerlich...Ausbuddeln und im Pankower Heimatmuseum (oder was auch immer es da gibt) ausstellen. Mit den Spuren der Zeit, versteht sich ;).
      Wenn es nicht in staatliches Eigentum übergegangen war, kein Problem. Das gottseidank immer noch gültige Bürgerliche Gesetzbuch garantiert uneingeschränkt das Eigentumsrecht. Dazu gehört, dass dem Eigentümer jederzeit Zugang zu seinem Eigentum gewährt werden muss, falls sich dieses auf fremdem Grund und Boden befindet. Im Gegensatz zu einem Schatzfund gilt in solchen Fällen auch bei besonders bedeutsamen Objekten nicht das Schatzregal. Politische Hinderungsgründe kennt das BGB nicht. Lediglich der Ort einer öffentlichen Wiederaufstellung wäre erlaubnispflichtig.
    • Vor der Baden-Badener Trinkhalle, 1839-42 nach Plänen von Heinrich Hübsch erbaut, steht eine schöne Büste Kaiser Wilhelms I. auf einem Denkmalsockel. Sie wurde 1874 vom Bildhauer Joseph von Kopf gestaltet. Eingerahmt wird die Büste im Sommer von Palmen - das findet man auch nicht bei jedem Wilhelm-Denkmal. :D Die vor der Trinkhalle verlaufende Straße wurde 1881 passenderweise in Kaiserallee umbenannt. Sie ist bis heute eine der nobelsten Adressen in diesem ohnehin sehr noblen Städtchen.


      Kaiser Wilhelm I. hatte eine sehr enge Bindung zu Baden-Baden, die hier durchaus einen längeren Text wert ist. Infolge der badischen Revolution kam er 1849 erstmals in die Kurstadt im Schwarzwald und besuchte sie mit Kaiserin Augusta regelmäßig bis ins hohe Alter. Seine Tochter Luise von Preußen war seit 1856 mit Großherzog Friedrich I. von Baden verheiratet, deren Sommerresidenz sich im Neuen Schloss befand – eben jenes Schloss, das inzwischen durch die nicht-gelingenwollende Umnutzung in ein Luxushotel traurige Schlagzeilen macht. Die Heirat zwischen Luise und Friedrich galt als damals in diesen Kreisen eher seltene Liebesheirat. Ihre Verbindung war im tiefkatholischen Baden möglich, da Friedrich der evangelischen Seitenlinie Baden-Durlach entstammte, nachdem 1771 der katholische Zweig Baden-Baden erloschen war. Wilhelm, Augusta und Luise werden in Baden-Baden mit Straßennamen und Denkmälern geehrt, und viele geschichtliche Anekdoten über ihre Besuche und lokalen Wohltaten sind noch heute in den Stadtführern zu lesen.

      Es gibt zudem zwei weitere Kaiser-Wilhelm-Denkmäler in Baden-Baden. Beide sind vergelichsweise klein, aber spiegeln persönliche Vorkommnisse in Wilhelms Leben wider und sind damit auf ihre Art beeindruckend. Ich werde sie beizeiten ebenfalls hier vorstellen.

      Nachfolgend noch ein Bonusbild: Kaiser Wilhelm pflegte stets im Hotel Maison Messmer neben dem Kurhaus abzusteigen. Das Hauptgebäude mit dem "Kaiserbalkon" wurde unnötigerweise in den 1950ern abgerissen, in den 1990ern allerdings durch einen am historischen Vorbild stark angelehnten Neubau wiedererrichtet (links im Foto zu sehen). Die beiden neobarocken Seitenflügel des Hotels sind indes original erhalten, im südwestlichen Seitenflügel befindet sich unter anderem der prächtige Malersaal (schöne Bilder hier und hier). Im Maison Messmer veranstaltete Wilhelm 1860, damals noch Prinzregent von Preußen, überdies den bekannten Fürstenkongress. Und nicht zuletzt windet sich direkt hinter dem Hotel die Kaiser-Wilhelm-Straße das noble Villenviertel am Beutig hinauf.


      (Beide Fotos von mir)
      „Sollt ich einmal fallen nieder, so erbauet mich doch wieder!“ (Inschrift am Schwarzhäupterhaus in Riga)

      Nach Baden-Baden habe ich ohnedies immer eine Art Sehnsucht.
      Johannes Brahms (1833-1897)