Der Kölner Dom - Weltkulturerbe (Galerie)

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    • Da es sich heute zufällig so ergeben hat, gibt es doch noch mal ein paar Fotos. Ich konnte heute einige noch verbliebe Fehlstellen der Kölngalerie fotografieren, somit dürfte es immer näher an die komplette Dokumantation der Innenstadt gehen. Wir starten wie bereits versprochen mit dem Inneren des Doms und zwar mit dem Chor, der bei der Erstellung der Serie ja leider geschlossen war, jetzt aber nach erfolgreicher Restaurierung einiger Kleinigkeiten wieder geöffnet ist.

      Der Chor ist der älteste Teil des Doms und man sieht es ihm in vielen Details auch an.

      Es folgen jetzt Bilder vom gesamten Chor und zwar gegen den Uhrzeigersinn.

      Wir starten aber im Langschiff, da heute keine Sonne schien, konnte man die Fenster etwas besser betrachten, auch wenn es im Dom dadurch natürlich etwas dunkler war.







      Seitenschiff



      Selbst ohne Sonnenlicht lassen sich die Gerhard Richter Fenster kaum fotografieren





      Wir erreichen den Chorinnenraum



      Alle Seitenkapellen und Altare sind sehr schwer ins Bild zu kriegen, weil sie alle vergittert sind

      APH - am Puls der Zeit
    • Ein Update gibt es noch zum Portal am Roncalliplatz, hier werden weiter Figuren erneuert










      Schließen möchte ich zum Dom heute mit einer sehr rührenden Geschichte, die zeigt, welche Bedeutung dem Dom im Leben der Kölner zukommt. So konnte ich heute bei einer Führung die Geschichte von einer alten Frau hören, die so dement war, dass sie niemenden mehr erkannte und im Sterben lag. Und ihr letzter Satz, bevor sie starb, war die Frage, ob der Dom noch steht. Ich war in diesem Moment doch sehr gerührt, weil es zeigt, welch identitätsstiftender Bau der Dom für alle in der Stadt ist, denn es war auch jene Frage, die alle Menschen noch aus den Zeiten des 2. Weltkriegs kannten, nach jedem Fliegerangriff, nach jeder Nacht, war bei vielen Menschen die erste Frage: "Steht der Dom noch?". Das eine alte Dame dies bis zu den letzten Stunden ihres Lebens bewegt, zeigt, was Architektur leisten kann.

      Mein Dom, mein Jahrtausendbau :)
      APH - am Puls der Zeit
    • Wissen.de wrote:





      Damit dürfte das Innere des Doms jetzt komplett sein
      Sehr schoen. Zu sehen ist der karolingische Alte Dom, der vom Hildebold im Hintergrund, und unmittelbarer Vorgaenger des jetzigen Doms. Wer eine gewisse Verwandtschaft mit St. Michael in Hildesheim erkennt, darf sie behalten... ;)
      „Groß ist die Erinnerung, die Orten innewohnt“ - Cicero

      BITTE UNTERSCHREIBT DIE GEMEINSAME ERKLÄRUNG: Petition im Deutschen Bundestag
    • Aufgrund aktueller Beobachtungen habe ich eine Frage an unsere Kunsthistoriker.

      Wie ich es ja bereist an den Seitenportalen dokumentiert hatte, werden sukzessive alle Altfiguren am Dom ausgetauscht. Ich stand gestern vorm Hauptportal und da ist mir eine frühere Beobachtung nochmal ganz eklatant aufgefallen, nämlich dass sich die neuen Figuren von denen älteren Datums, die nun getauscht werden, fundamental unterscheiden.

      Vergleich der Alt- und Neufiguren an der Westseite ( Seitenportal), hier zu sehen die Figuren älteren Datums



      Und dann kommen die Neuen




      Nochmal im Detail





      Hier ein besonders krasses Beispiel der Altfiguren



      Wie ist das zu erklären? Die Altfiguren sind viel einfacher in der Ausführung, künstlerisch auch eine ganz andere Welt als die Neuanfertigungen. Es stellt sich die Frage, ob die Altfiguren vielleicht einfachere Anfertigungen nach dem Krieg waren, um sehr schnell die Lücken zu schließen und man nun die "richtigen" Figuren wiederherstellt oder ob die Skulpturen einfach dem jeweiligen Zeitgeist angepasst werden. Ich bin mal auf die Thesen der anderen hier gespannt.
      APH - am Puls der Zeit
    • Nachdem leider niemand etwas zu dem vorherigen Beitrag sagen konnte, gibt es heute noch ein allgemeines kleines Update zum Dom:

      Zunächst einmal wird - was die Sicherheit angeht - jetzt aufgerüstet und man bringt Anlagen zum Schutz der Domplatte an, die dauerhaft sind.

      Vorher behalf man sich mit Dombausteinen und Polizeiwagen



      Jetzt folgen fest installierte Pöller







      Leider leider sind solche Maßnahmen heute nötig, hoffen wir, dass sie eines Tages wieder verschwinden können.

      Am Roncalliplatz wird das Gerüst am Südportal zurückgebaut, darunter kommen die Erneuerungen zum Vorschein







      Ergänzen möchte ich noch das zweite Großmosaik aus dem Domchor



      Und dann wünsche ich allen APH-lern eine schöne Vorweihnachtszeit

      APH - am Puls der Zeit
    • Ich bin zwar kein Kunsthistoriker, aber konnte recherchieren, dass die wenigsten Figuren aus romanischer und gotischer Zeit stammen, sondern die allermeisten bei Fertigstellung des Doms im 19. Jhdt. von Peter Fuchs geschaffen wurden. Bei diesem sind z. B. die Gewänder allesamt sehr ähnlich gestaltet. Sehr viele von diesen Figuren sind im 2. WK schwer beschädigt worden und haben z. B. ihre Köpfe verloren. In der Nachkriegszeit wurden diese Figuren, z. B. durch Elisabeth Baumeister-Bühler mit neuen Köpfen u. ä. versehen, welche nicht dem Ursprungszustand entsprechen, sondern eher den alten Figuren zu ähneln scheinen.

      Die drei rechten Figuren am von dir im vorletzten Beitrag gezeigten Dreikönigenportal sind nicht neu, sondern gereinigt und bildhauerisch ergänzt worden, während die Figuren ganz links wohl noch spätmittelalterlich sein dürften.
      Siehe Bericht 2016, Seite 188:
      dombau-koeln.de/index.php?id=8&ssl=0

      So weit meine laienhafte Einschätzung.
      Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
      (Immanuel Kant)
    • Wissen.de wrote:

      Wie ist das zu erklären? Die Altfiguren sind viel einfacher in der Ausführung, künstlerisch auch eine ganz andere Welt als die Neuanfertigungen.
      Hm, was verstehst du denn jetzt unter "Altfiguren". An der Westfassade ist rein gar nichts gotisch, sondern diese stellt ja bekanntlich ein völliger Neubau des 19. Jhs. dar. Also alle "Altfiguren" waren/sind dort Werke des 19. Jhs. Nun ist es aber mit Sicherheit so gewesen, dass der äußerst umfrangreiche Figurenbesatz des Domes erst nach und nach und von unterschiedlichen Künstlern mit unterschiedlichen Handschriften und Auffassungen geschaffen worden war. Die sehr interessanten und m. E. auch schönen Figuren auf dem letzten Bild im Post 28 (der Mann mit dem Lamm und den großen Augen und Händen) ist eindeutig ein Werk des Expressionismus der 1920er/30erJahre.
      Das ist einfach ein "Weiterbauen" im Sinne der Gotik, ganz ähnlich handhabt man es z. Z. auch an der Sagrada mit dem neuen bildkünstlerischen Schmuck während die Architektur als Ganzes natürlich nach wie vor diejenige Gaudis ist und bleibt.....
      Wenn jetzt aber etwas aus Gründen der Verwitterung ersetzt werden muss, so ist es eine alte baumeisterliche Gepflogenheit, dies in Form und Material (Kalk- oder Sandstein, kein Stuck o. ä.) als exakte Kopie dessen zu machen, was vor der Restaurierung dort war....
    • Mit Verlaub, das ist Unfug.
      Der Südturm war in der mittelalterlichen Bauphase bis in etwa 60 m Höhe mit allem Zierrat fertiggestellt. Mit seinem oben aufsitzenden Kran stellte er jahrhundertelang ein Hauptwahrzeichen Kölns dar. Somit ist ein gut Teil der Westfassade incl. des zugehörigen Petrusportals mittelalterlich (darüber hinaus die Ansätze von Mittel- und Nordportal). Das ist wohl ein wenig mehr als "rein gar nichts".

      Die fünf gotischen Figuren des Petrusportals (1370-80; heute Kopien) stehen der Parlerschule nahe (Heinlich Parler war Kölner und am Dom Parlier); die anderen sind von Peter Fuchs 1869-84.

      Tympanon und die Archivolten in diesem Portal sind, soweit ich weiß, ebenfalls noch gotisch.

      Außerdem fußte der Bau des 19. Jahrhunderts trotz einiger Abweichungen und der im Detail zu trockenen, oft als "leblos" bezeichneten Genauigkeit auf dem wieder aufgefundenen Fassadenriß F des Meisters Gerhard und stellt somit einen Weiterbau, weniger einen Neubau dar (wie z.B. die scheußliche Westfassade des Veitsdoms in Prag).
      (Ich hatte einmal das seltene Glück, einen Blick auf das Original des Plans zu werfen).

      Die modernen Figuren verraten tatsächlich expressionistischen Einfluß, sie wurden aber nicht in den 20er oder 30er Jahren geschaffen, sondern in den 50ern, und zwar von Elisabeth Baumeister-Bühler (1912-2000).

      Zudem widersprichst Du Dir, wenn Du in einem Satz sagst, es sei ein "Weiterbauen im Sinne der Gotik", Figuren in zeitgenössischer Auffassung einzufügen (an Stellen, die ja nicht unbesetzt gewesen waren), andererseits, es sei "alte baumeisterliche Gepflogenheit, dies in Form und Material (...) als exakte Kopie dessen zu machen, was vor der Restaurierung dort war". Also entweder hat man in den 50ern bei Einfügen der "expressionistischen" Figuren gegen alte Gepflogenheit verstossen und stellt es heute richtig, indem man die Fuchs-Figuren rekonstruiert (vielleicht gibt es noch alte Bozetti, Abgüsse oder Fragmente) oder aber man hat eben krativ weitergebaut, dann darf man das auch heute, selbst wenn dies den Rückgriff auf Vorangegangenes bedeutet.

      Ich finde die Baumeister-Bühler-Figuren übrigens auch sehr eindrucksvoll und tue mich damit schwer zu entscheiden, ob es richtig war sie zu ersetzen. Ich glaube, ich hätte mich für den Verbleib der Nachkriegswerke entschieden.
    • Was ist gegen die W-Fassade des Veitsdoms einzuwenden? Solide Neogotik. Seyn wir froh, dass wir das haben. Obzwar Santini-Aichels Barockgotik-Pläne natürlich interessanter gewesen wären.
      Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
      14. Buch 9. Kapitel
      Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.