Der Kölner Dom - Weltkulturerbe (Galerie)

  • Da ich am Wochenende nochmal an der Hohenzollernbrücke war, um ein paar bessere Bilder vom westlichen Teil des Areals Richtung Hauptbahnhof zu machen, fiel mir dieser erneuerte Strebepfeiler samt Fialen auf:


    Köln Dom


    Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie es aussehen würde, wenn der Dom komplett diese Farbe hätte. Es würde aber irgendwie nicht zu Köln passen...


    Der erneuerte Wasserspeier:


    Köln Dom


    Wenn ich am Dom vorbeikomme und die erneuerten Teile sehe, kommt mir immer in den Sinn, dass diese ständige Reparatur auch ihr Gutes hat: Selbst wenn die letzten freiberuflichen Steinmetze aussterben sollten, weil nach Berliner Schloss und Garnisonkirche keine weiteren Aufträge der Art mehr kommen, dann gibt es wenigstens in Köln noch die Dombauhütte, wo weiter das traditionelle Steinmetzhandwerk betrieben wird, sodass es nicht völlig verloren geht.

  • Das Münster in Freiburg im Breisgau hat auch eine dauernde Münsterbauhütte. Beim Straßburger Münster ist das auch nicht anders. Das Steinmetzhandwerk wird bestimmt nicht aussterben.

  • Da gibt´s noch so einige Dombauhütten . . .


    Regensburg, Ulm, Bamberg, Aachen, Speyer, Mainz, Worms . . .

    "Mens agitat molem!" "Der Geist bewegt die Materie!"

  • Bei diesem Strebepfeiler geht es vordergründig weniger um die substantielle Erneuerung, sondern um die Frage der Fassung. Meines Wissens hat man hier ´mal den Veruch einer Überfassung gemacht. Unzählige Male wurde hier im Forum ja schon das Verschwärzen von Sandstein diskutiert. Hier hab es mal den Versuch eines Schutzanstrichs, der aber aus vielerlei Gründen gescheitert und nicht weiterverfolgt wurde.

  • Quote from Centralbahnhof

    Wenn ich am Dom vorbeikomme und die erneuerten Teile sehe, kommt mir immer in den Sinn, dass diese ständige Reparatur auch ihr Gutes hat: Selbst wenn die letzten freiberuflichen Steinmetze aussterben sollten, weil nach Berliner Schloss und Garnisonkirche keine weiteren Aufträge der Art mehr kommen, dann gibt es wenigstens in Köln noch die Dombauhütte, wo weiter das traditionelle Steinmetzhandwerk betrieben wird, sodass es nicht völlig verloren geh

    Hatten wir die nachfolgende Meldung schon?

    Quote

    Der UNESCO-Ausschuss zum immateriellen Kulturerbe entschied in seiner Sitzung am 17. Dezember 2020, das Bauhüttenwesen in das Internationale Register Guter- Praxis-Beispiele aufzunehmen. Somit zählt das Bauhüttenwesen der Dresdner Zwingerbauhütte ab sofort zum immateriellen Kulturerbe der Menschheit. Gemeinsam mit 18 Bauhütten aus 5 europäischen Ländern hatte sich die Zwingerbauhütte um die Eintragung beworben.

    Quelle: https://www.sib.sachsen.de/

    Quote

    Die Bewerbung wurde gemeinsam eingereicht von der Dombauhütte Aachen, Staatlichen Dombauhütte Bamberg, Stiftung Basler Münsterbauhütte, Zwingerbauhütte Dresden (der einzigen säkularen Bauhütte des Verbundes), Münsterbauhütte Freiburg, Dombauhütte Köln, Dombauhütte Mariendom Linz, Kirchenbauhütte Lübeck, Dombauhütte Mainz, Staatlichen Dombauhütte Passau, Staatlichen Dombauhütte Regensburg, Münsterbauhütte Schwäbisch Gmünd, Dombauhütte St. Maria zur Wiese Soest, Fondation de l’OEuvre Notre-Dame de Strasbourg, Nidaros Domkirkes Restaureringsarbeider (Trondheim), Münsterbauhütte Ulm, Dombauhütte zu St. Stephan Wien sowie der Dombauhütte Xanten.

    Quelle: https://www.muensterbauverein-…immaterielles-kulturerbe/

  • Selbst wenn die letzten freiberuflichen Steinmetze aussterben sollten, weil nach Berliner Schloss und Garnisonkirche keine weiteren Aufträge der Art mehr kommen, dann gibt es wenigstens in Köln noch die Dombauhütte, wo weiter das traditionelle Steinmetzhandwerk betrieben wird, sodass es nicht völlig verloren geht.

    Die Sorge ist durchaus berechtigt, in Berlin ließ sich schon kein passender Steinmetz mehr finden für die Arbeiten am Berliner Schloss. Keiner hatte mehr die Fähigkeit solche Großarbeiten zu leisten und so hat man dann mit Ach und Krach Jemanden gefunden, der zumindest bereit war, sich dem neu zu widmen. Es ist also nicht unbedingt ausreichend nur kleine Restinseln an Meistertum irgendwo in der Republik vorzuhalten, speziell nicht, wenn es um die Bundeshauptstadt geht.

  • Bei diesem Strebepfeiler geht es vordergründig weniger um die substantielle Erneuerung, sondern um die Frage der Fassung. Meines Wissens hat man hier ´mal den Veruch einer Überfassung gemacht. Unzählige Male wurde hier im Forum ja schon das Verschwärzen von Sandstein diskutiert. Hier hab es mal den Versuch eines Schutzanstrichs, der aber aus vielerlei Gründen gescheitert und nicht weiterverfolgt wurde.

    Der Strebepfeiler befindet sich ja im Chorbereich und wurde also ursprünglich im Mittelalter errichtet. Anhand des sehr guten Zustandes lässt sich also schließen, dass er in den letzten Jahrzehnten erneuert worden sein muss. Aber interessante Information mit dem Schutzanstrich. Hast du da vielleicht weiterführende Informationen oder Links?

    Die Sorge ist durchaus berechtigt, in Berlin ließ sich schon kein passender Steinmetz mehr finden für die Arbeiten am Berliner Schloss. Keiner hatte mehr die Fähigkeit solche Großarbeiten zu leisten und so hat man dann mit Ach und Krach Jemanden gefunden, der zumindest bereit war, sich dem neu zu widmen. Es ist also nicht unbedingt ausreichend nur kleine Restinseln an Meistertum irgendwo in der Republik vorzuhalten, speziell nicht, wenn es um die Bundeshauptstadt geht.

    Der Gedankengang mit dem Aussterben des Steinmetzhandwerks kam tatsächlich aus einem Film über das Berliner Schloss, in dem ein Steinmetz berichtet hat, dass die Aufträge für das Schloss seine Werkstatt gerettet haben.
    Ich wusste gar nicht, dass auch andere Städte dauerhafte Dombauhütten unterhalten. Das ist natürlich sehr erfreulich. Bei Berlin oder allgemein im nördlichen Teil von Deutschland ist wohl auch das Problem, dass es dort nur wenige große Sandsteinkirchen gibt und man eher mit Ziegeln gebaut hat, wie bei der Nicolai- oder Marienkirche. Dort braucht es natürlich dann auch keine Steinmetze.

  • Einige Gargoyles vom Kölner Dom


    Als Gargoyles bezeichnet man dämonische Figuren, die ursprünglich als Wasserspeier dienten. Sie wurden früher an der Außenfassade von sakralen Bauten angebracht, um die Menschen vor bösen Mächten zu schützen. Mittlerweile sind Gargoyles als Gartenfiguren beliebt: Aus Ton oder Steinguss dienen sie als Wächter im Garten.

















    Die sogenannte Judensau am Kölner Dom


    https://www.google.com/url?sa=…Vaw1VZqFz3d2uWvd8MjVOsZ-g





  • Als Gargoyles bezeichnet man dämonische Figuren, die ursprünglich als Wasserspeier dienten. Sie wurden früher an der Außenfassade von sakralen Bauten angebracht, um die Menschen vor bösen Mächten zu schützen.

    Eigentlich interessant. Die gruseligen dämonischen Figuren müssen ja dann zu den guten Mächten gehören, wenn sie die Menschen vor bösen Mächen schützen sollen. Wie sehen denn dann erst die bösen Mächte aus?...

  • "Gargoyle" ist ein englisches Wort und hat die Bedeutung "Wasserspeier". Wir sprechen hier aber Deutsch. Englisch und Deutsch sind zwei verschiedene Sprachen.


    Die Dinger am Kölner Dom sind Wasserspeier. Das französische Wort dafür ist "gargouille". Von diesem leitet sich die englische Bezeichnung "gargoyle" her. Das Deutsche verfügt über einen eigenen reichen Wortschatz. Und im Deutschen heißen die entsprechenden Architekturteile - unabhängig davon, ob sie noch diese Funktion haben - Wasserspeier.

  • Die Wasserspeier mittelalterlicher Kirchen und Dome stellen in Stein gebannte Mächte der Finsternis, also des Bösen dar. Da sie in den Stein gebannt sind, können sie aus Sicht der damaligen Menschen nicht ins Innere des Gotteshauses gelangen.


    Zwar kein Wasserspeier, aber mit der Symbolik eines in Stein gebannten heidnischen Gottes:

    An der Stadtkirche zu Bergen auf Rügen wurde außen, an der Fassade, ein Stein mit einem Relief eines Wendengottes eingebaut. Auch dieser heidnische Gott ist somit in Stein gebannt worden.

  • Ein aktuelles Foto der Westfassade des Kölner Domes. Eine faszinierende Aufnahme! 157 Meter hoch sind die Domtürme, und das Bild zeigt einen nahezu perfekten Aufriss über fast die gesamte Höhe der Fassade. Das Ganze perfekt ausgeleuchtet mit Hilfe der Nachmittagssonne eines Vorfrühlingstages. Plastizität und Details der Fassade kommen bestens zur Geltung. Raimond Spekking ist ein professioneller Fotograf aus Köln.


    Kölner Dom, Westfassade (Foto: Raimond Spekking, 18. März 2022, CC-BY-SA-4.0)


    Ganz gerüstfrei ist der Dom auch jetzt nicht. An der Spitze des Nordturms wird schon wieder gearbeitet. Über den Bildlink könnt ihr zu einer stark vergrößerten Ansicht gelangen.

  • Nicht ganz gerüstefrei und ein paar Fialenspitzen am rechten Turm fehlen auch, aber endlich ist der fette Gerüstekäfig weg, der wie lange am linken Turm gehangen hat? 10, 15, 20 Jahre?

    Hach, der Kölner Dom ist meiner Meinung nach die schönste, stilvollendetste gotische Kathedrale. Ein wahres Wunder...und womöglich sogar Deutschlands herausragendstes Gebäude.