Paulskirche

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    • Neußer schrieb:

      Wieso sollte man die Empore nicht nutzen dürfen? Ist das in anderen Kirchen auch so? Was wäre denn, wenn die originale Empore noch da wäre? Würde man sie absperren? Mir scheint, der Brandschutz wird gern vorgeschoben, um unbeliebte Baumaßnahmen zu verhindern.
      Stichwort Bestandsschutz. Eine rekonstruierte Empore ist ein Neubau und für diese gelten die aktuellen Brandschutzbestimmungen, bei einer alten Empore aus dem 19. Jahrhundert gelten diese so nicht.
      "Schönheit wird die Welt retten" - Dostojewski
    • Neußer schrieb:

      Und deswegen dürfte man eine alte Empore betreten, eine neu gebaute aber nicht? Oder ist das Feuer, im Fall eines Brandes, etwa informiert und gefährdet nur die Leute auf einer neuen Empore? Ein ziemlicher Blödsinn ist das. Aber irgendwie typisch deutsch-bürokratisch.
      Ich glaube, so ähnlich dürfte das in den meisten Ländern geregelt sein. Etwas anderes ist auch kaum praktikabel. Man kann sich sicherlich über Standards und Vorschriften streiten, aber wenn sie gelten, dann sind sie nunmal anzuwenden, man wird sich auch in Frankfurt nicht zu einem Schwarzbau hinreißen lassen.
      "Schönheit wird die Welt retten" - Dostojewski
    • So ganz geht der durchschlagende Erfolg der Frankfurter Altstadt wohl doch nicht an der Politik vorbei, denn es gibt ganz neue Töne vom Oberbürgermeister zu einer möglichen Rekonstruktion der Paulskirche im Inneren!

      FR schrieb:

      Wie ist denn der bauliche Zustand?
      Es ist zu früh, das genau einzuschätzen. Wir müssen aber entscheiden, ob wir die bauliche Form von 1948 schützen wollen oder aber zur früheren Form zum Beispiel mit einer großen Balustrade wie im 19. Jahrhundert zurückkehren.

      Aber die Römer-Koalition von CDU, SPD und Grünen hat sich klar für die Sanierung in der bescheidenen Form von 1948 entschieden.
      Das respektiere ich natürlich, und die Entscheidung nach dem Zweiten
      Weltkrieg war richtig. Zugleich gab es auch bei der neuen Altstadt eine
      breite Diskussion über die Form der Gestaltung. Ich wünsche mir auch bei
      der Paulskirche eine große Demokratiedebatte, eine Debatte, wie wir mit
      unserem demokratischen und nationalen Erbe umgehen. Bei dieser
      Diskussion wollen sicher auch Bundespräsident und Bundeskanzlerin
      mitreden;
      Quelle: fr.de/frankfurt/peter-feldmann…der-paulskirche-a-1614466

      Bedenkt man, dass der OB zuvor gegen die Altstadt war und nun von sich heraus eine Debatte um eine mögliche Rekonstruktion der Paulskirche eröffnet, so finde ich das einen sehr ermunternden Schritt und es zeigt, dass Menschen durch sichtbare Ergebnisse ihre Haltung durchaus ändern können.

      Drücken wir die Daumen, dass die Debatte Fahrt aufnimmt und dass Frankfurt neben dem Langen Franz vielleicht bald das nächste Highlight in der Altstadt rekonstruiert. Toll wäre es :D
      APH - am Puls der Zeit
    • Vielleicht tritt in Frankfurt ja der gleiche Effekt ein wie in Leipzig. Auch in Leipzig brauchte es nach der Wende einige Zeit, bis man sich den historischen Bauten angenommen hat und dann setzte ein Schneeballeffekt ein. Heute ist es fast undenkbar, dass Fassaden nicht wieder bestuckt werden.

      In Frankfurt sieht man aktuell, wie durch Rekonstruktionen Urbanität und Interesse auch von jungen Leuten an ihrer Stadt zurückkehrt. Wenn man durch die neue Altstadt geht, dann ist es auch eine Altstadt der unter 30-Jährigen. Denn auch die sind hier präsent, fotografieren und interessieren sich für Frankfurt.

      Diese Kraft mitzunehmen für die Paulskirche und über Architektur Menschen auch für die Inhalte dieses bedeutenden Hauses deutscher Geschichte zu erwärmen, das wäre ein riesiger Gewinn.

      Jeder der in den letzten Jahren in der Pauskirche war, der wird verstehen, warum dieser Bau bei keinem Jugendliche und auch bei keinem älteren Menschen Emotionen weckt. Es ist ein toter, ein seelenloser Baukörper. Die Rekonstruktion der Paulskirche wäre ein Beitrag zur Demokratieförderung und zum Demokratieverständnis. Dass man nun auch in der Politik erkennt, welches Potential Rekonstruktionen haben, ist sehr erbaulich. Und ich schließe mich Neußer an. Was wäre es für ein Zeichen, wenn neben der Altstadt, dem Langen Franz, der Paulskirche dann als Krönung das Schauspielhaus hinzu käme. Es wären gleichzeitig alle wesentlichen Epochen der Frankfurter Stadtgeschichte vertreten, sozusagen ein Zeitstrahl im Kleinen. Es möge gelingen! :applaus:
      APH - am Puls der Zeit
    • Apollo schrieb:

      Hier sieht man exemplarisch, wie durch das fehlende historische Dach die Proportionen des Baus nicht glücklich aussehen. (...)
      Meinst Du das Dach der Paulskirche, oder das der Kämmerei? Auf dem Bild fehlen ja beide historischen Dächer. :D
      Aber hoffentlich kommen die beide wieder.

      Mit einer Wiederkehr der Balustrade und des hohen Daches, rechne ich allerdings nicht. Da wäre mir das Dach aber lieber. Das ist wichtiger für das Stadtbild.
    • Was mag die Innenrekonstruktion der Paulskirche wohl etwa kosten? Hat das schonmal jemand durchgerechnet?

      Und das Ganze ins Verhältnis setzen zu einer Sanierung des Bestehenden bzw. zu den bekannten Plänen. Wir brauchen Zahlen, Daten, Fakten! :thumbup:
    • Das können nur Experten vor Ort, also im Auftrag der Stadt, klären. Bei einer Rekonstruktion würde ja nicht nur das Dach komplett erneuert werden, auch müsste das Bodenniveau gesenkt werden, also eine innere Komplettentkernung. Es sei denn, man wolle die Empore einfach in die jetzige Kirche stellen, was aber aufgrund des angehobenen Bodenniveaus zu ganz anderen Proportionen führen würde. Also, das ist eine ganz schwierige Rechnung, die nur Gutachter lösen können.