• Noch ein paar Eindrücke aus Paris, uns allen zur Lehre, was eine schöne Großstadt ausmacht. Sie zu sehen, ist der Traum vieler Menschen auf der ganzen Welt.


    Blick über die Seine:



    Der Anblick der Eiffelturms aus der Ferne erscheint schon fast trivial ...



    ... sehr beeindruckend fand ich allerdings den Anblick der Konstruktion aus der Nähe:




    Ein paar Straßenbilder:





    Den folgenden Bau wusste ich nicht zeitlich einzuordnen: 1930er Jahre - oder eher eine Art Postmoderne?


    Eingestellte Bilder sind, falls nicht anders angegeben, von mir

  • Gib mal die Adresse dieses Gebaüde, ich kann dir dann warscheinlich sagen aus welcher Zeit es kam.

    Ist schwer zu sagen, würde aber eher auf Postmoderne tippen, ein paar Details wie die Rollos und die Rinne passen eher zu 80ger-90ger als 30ger.

  • Gib mal die Adresse dieses Gebaüde, ich kann dir dann warscheinlich sagen aus welcher Zeit es kam.

    178 Rue de l'Université, tatsächlich kann man offenbar bei StreetView sogar das Erbauungsdatum am Gebäude selbst eingraviert lesen, insofern kann ich die Frage selbst beantworten: 2002. Aber dennoch danke für Deine Kommentare, uhugreg!


    Schon klar, dass Paris auch Probleme hat, aber darum soll es in dieser Galerie nicht gehen. Mir geht es eher darum, dem eigentlichen Wunder gelungener Urbanität nachzuspüren. Ihr immaterieller und auch ihr bezifferbarer Wert ist enorm. Sie ist schwer zu erschaffen, aber leicht zu zerstören. Man kann dies beispielsweise in London vielerorts beobachten, natürlich auch bei uns. In Frankreich scheint man den Wert schöner Urbanität mehr schätzen zu wissen als anderswo.


    Auch durchaus schlichte Fassaden können schön und elegant anzusehen sein:



    Sollte ich versehentlich Fotos doppelt posten, bitte ich um Entschuldigung.


    Zeitliche Einordnung unklar:



    Rue de l'Université, rechts anschließend der besagte Bau von 2002:



    Blickt man die linke Häuserreihe entlang, sieht man, dass auch in Paris schlechte Neubauten keine Seltenheit sind:



    Aber vollkommene, eben typisch französische Straßenbilder sind eher die Regel:



    Mal ein Haus mit gusseisernem Erker:



    Repräsentative Bauten auf den Champs-Élysées, links angeschnitten... naja...:



    Auch granitbelegte Gehsteige sind anzutreffen, für die Naturstein-Straßenbeläge werden meist kleinformatige Basaltsteine verwendet, fixiert mit feinem Gussasphalt:


    Eingestellte Bilder sind, falls nicht anders angegeben, von mir

  • Und noch ein Schwung schöne Fassaden. Bei genauem Hinsehen muss man feststellen: die Häuser sind durchaus individuell, zugleich bewirken gestalterische Gemeinsamkeiten aber auch eine gewisse Mindesteinheitlichkeit, die das "unendliche" Paris-Kontinuum erzeugt - eben auch ein Wert für sich, der nun einmal nicht substituiert werden kann:



    Auch das gehört dazu:




    Ein Hotelbau:



    Staffelgeschosse, Hans Stimmann mag in Paris zu dem Schluss gekommen sein, dass auch sie ihren Beitrag zur gelungenen Urbanität in einer Großstadt leisten können:




    Erbaut zwischen 1890 und 1905, würde ich grob schätzen:




    Die Pariser Skyline von La Défence, gesehen vom Centre Pompidou:


    Eingestellte Bilder sind, falls nicht anders angegeben, von mir

  • Zeitliche Einordnung unklar:


    Erbaut 1930:tongue:

    Granitbelegte Gehsteige findet man rund die Champs-Elysées und ein paar Touristen-Magnete. Das Asphalt, was normalerweise in Frankreich gerne verwendet wird, wird schnell brüchig wenn so viel und oft rumgetrampelt wird.

  • Und gib mal Adressen her, statt zu schätzen :wink:

    La Defense gehört nicht zu Paris, also kann man nicht von pariser Skyline sprechen:tongue:

    (um die Sache sehr einfach zu machen, ist La Défense von 3 Städten verwaltet : Puteaux, Courbevoix und Nanterre, die sich das Areal teilen)

  • Mir geht es eher darum, dem eigentlichen Wunder gelungener Urbanität nachzuspüren. Ihr immaterieller und auch ihr bezifferbarer Wert ist enorm. Sie ist schwer zu erschaffen, aber leicht zu zerstören.

    Bei genauem Hinsehen muss man feststellen: die Häuser sind durchaus individuell, zugleich bewirken gestalterische Gemeinsamkeiten aber auch eine gewisse Mindesteinheitlichkeit, die das "unendliche" Paris-Kontinuum erzeugt - eben auch ein Wert für sich, der nun einmal nicht substituiert werden kann

    Das ist Dir auch sehr gelungen. Neben der Beobachtung zur Mindesteinheitlichkeit würde ich gerne noch eine für mich erstaunliche Erkenntnis ergänzen, die durch die ausführliche Bilderreihe sich klar präsentiert: Die Straßenzüge sind nahezu durchgängig in einem geradezu sterbenslangweiligen Farbton, Ton in Ton beige, sandfarben. Und doch funktioniert es. Das ist insofern aufschlussreich, weil die heute errichteten Bauten vergleichbar farblos und vor allem einheitlich auftreten. Nun kann man streiten, ob ein eher gelber Farbton die nötige Wärme liefert, die ein bläuliches weiß-anthrazitgrau nicht liefern kann. Festzuhalten bleibt für mich aber, dass die Fassadenfarbe wie auch die Dachform eher zur Einheitlichkeit eingesetzt werden sollte, und damit festgeschrieben werden sollte für Bereiche einer Stadt und nicht wie oft gesehen die Fassadenfarbe einzusetzen, um ein zu flaches, formenarmes und unterkomplexes Stadtbild farbenreich ,,aufzuwerten".

  • Ein Bergmassiv hat auch oft ein Farbe und ist deshalb nicht langweilig. Die Plastizität macht es interessant. In Paris sind es die Fassaden, die architektonischen Bauteile, die Ornamente, die Platzierung des Stadtgefüges.

  • Ein Bergmassiv hat auch oft ein Farbe und ist deshalb nicht langweilig. Die Plastizität macht es interessant. In Paris sind es die Fassaden, die architektonischen Bauteile, die Ornamente, die Platzierung des Stadtgefüges.

    Ja genau, die Farbe kaschiert eher ob es eine gute Gestaltung gibt oder nicht, kann aber nur bedingt selbige Aufgaben übernehmen, wenn z.B. Detailtiefe fehlt. Das wollte ich ausdrücken :thumbup:

  • Dass ein schönes Gebäude einen hohen kulturellen Wert hat, leuchtet den allermeisten Menschen intuitiv ein. Der universelle Wert guter Urbanität hingegen ist schon weniger geläufig. Viele Menschen machen keinen Hehl daraus, Urbanität eher negativ zu assoziieren, anderen ist sie schlichtweg kein Begriff - leider auch vielen Entscheidern in Politik und Wirtschaft. Dabei sind attraktive städtische Zentren, in denen sich Kultur, Handel, Dienstleistung, Politik, Bildung, Begegnung, Freude und Genuss überschneiden, der fruchtbare Boden gesellschaftlicher Entwicklung. Ein Staat, dem es an Orten mit integrierender urbaner Stadtkultur fehlt oder dem sie aus Mangel an Wertschätzung verloren gegangen ist, wird zu seinem weiteren Gedeihen etwas Wichtiges fehlen.

    Sehr attraktive Städte, die Menschen dazu bringen, weite Reisen zu unternehmen, um sie zu besuchen, vereinen in der Regel beides: baukulturelle Schönheit und Bereiche dichter, integrierender Urbanität. An Paris sieht man, dass attraktive Urbanität nicht zwangsläufig eine große geschichtliche Tiefe aufweisen muss. Man kann sie, wenn man das richtige Verständnis besitzt, auch am Reissbrett planen und im großen Stil perpetuieren. Georges-Eugène Haussmann hat in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Paris gezeigt, wie das geht, auch wenn sein Wirken insbesondere von den Zeitgenossen durchaus auch kritisch gesehen wurde.


    Im Bereich Opéra:






    Opéra Garnier, leider kein sehr gutes Foto:




    Champs Élysées - zu viel Straßenverkehr wird auch in Paris zu Recht beklagt, es gibt ernsthafte Bestrebungen, diesen weiter zu reduzieren.



    Die Kirche La Madeleine:



    Eingestellte Bilder sind, falls nicht anders angegeben, von mir

  • Und zum pariser Verkehr : es gibt mehr als Bestrebungen, in Paris wird eine Auto-feindliche Politik betrieben, da die meisten Pariser kein Auto haben, und die, die Auto fahren, sind in der Regel diejenigen, die in Paris arbeiten aber nicht wohnen. Es wurden einige Strassen für Autos gesperrt, überall die Fahrbahn um 30-50% reduziert für Bus- und Radwege, Tempolimit auch massiv reduziert (30 in Paris, 50 im Peripherique).

    Problem ist nur : oft gibt es keine Alternative. Die Region hat zwar das dichteste ÖPNV-Netzwerk der Welt, aber dieser ist bereits hoffnungslos überfüllt (ganz zu schweigen von den täglichen technische Probleme, Bombenalarme, und die jährliche Streiks), und wenn du in eine Vorstadt wohnst, muss du entweder au den Periphérique oder durch Paris wenn du im Süden-Osten-Westen-Norden fahren willst. Hinzu kommt, dass der Zugang zu den ÖPNV von einige Bahnhöfe oder U-Bahn Eingänge nur durch Treppen möglich ist....Wie zum Beispiel in der Gare de l'Est und bei über 70% aller Metro-Stationen.

    Wenn du Behindert bist, oder schweres Gepäck hast, ist manchmal das Auto die beste Lösung wenn du in Paris ankommst.

  • Nicht wirklich.

    Also Taxen haben nichs zu befürchten, denn die Anzahl der Lizenzen ist bereits (zu) niedrig, die wurde letztens 1945 revidiert, daher gibt es bereits nicht genügend Taxen. Die werden nicht reduziert, und die dürfen in den Buswege fahren.

    Shared mobility? Nun Über und Co haben es genauso schwehr wie in DE, alles wird getan um die Taxen zu schützen (eine Lizenz ist wegen der inszenierte Knappheit gold wert, über 100.000€, wen Uber und co Konkurrenz machen können fällt dessen Wert entsprechend).

    Aber seit ca. 8 Jahre gibt es auch noch so Dreirad-Fahrrad Taxen, die auch auf Radwege fahren können, wenig reglementiert, deren Anzahl wird immer grösser : 2016 waren es "nur" 200, ein Jahr später hatte sich diese Zahl bereits verdoppelt.

    Hinzu wurde eine Spur für Car-Sharing freigemacht auf den Peripherique, was zusätzlichem Chaos verursachen wird.