München - Obere Grasstraße 1, illegaler Abbruch

  • Giesing · Überreste des Uhrmacherhäusls gesichert / Wiederaufbau möglich?


    (...) Gefordert werde ein »ensemblegerechter Ersatzbau in der ursprünglichen Kubatur des abgebrochenen Gebäudes« (...)


    Das hört sich nun nicht mehr nach einer Rekonstruktion an. Wer weiß, was da am Ende wirklich wieder entsteht? Doch zunächst muss in einem Gerichtsverfahren die Schuld des Hauseigentümers, der den denkmalgeschützten Bau hat abreissen lassen, festgestellt werden. Das kann bekanntlich recht lange dauern. sleep:)

  • Für Ortsansässige ggf. interessant: In einem kleinen Münchner Programmkino läuft derzeit eine Doku des Filmemachers Klaus Bichlmeier über das Geschehen rund um den Abbruch des Uhrmacherhäusls. Die leider sehr unregelmäßigen Termine finden sich hier auf der Seite des Ottobrunner Filmclubs.


    Derweil sind die spärlichen Überreste des Häusls unter einer schützenden Spanplattenschicht verschwunden:
    Abgebrochens Uhrmacherhäusl in München-Giesing
    Daran kleben auch eine Menge Plakate, die u.a. die für die Mahnwache (jeden zweiten Freitag im Monat um 18 Uhr) werben, die an den Abbruch erinnern soll:
    Plakate am abgebrochenen Uhrmacherhäusl in München-Giesing
    (Bilder von mir, aufgenommen Ende Februar)

    „Sollt ich einmal fallen nieder, so erbauet mich doch wieder!“ (Inschrift am Schwarzhäupterhaus in Riga)


    Nach Baden-Baden habe ich ohnedies immer eine Art Sehnsucht.
    Johannes Brahms (1833-1897)

  • Nach einer Untersuchung des Schuttberges ist nun klar, daß das illegal abgerissene Haus nicht mehr rekonstruiert werden kann. Man stützt sich bei dieser Ansicht auf den originalen Dachstuhl, der nicht mehr zu verwenden sei. Das ist natürlich eine Frage der Definition. - Seit wann muss eine Rekonstruktion aus Originalteilen bestehen? Vielleicht kann man sich auf einen originalgetreuen Nachbau einigen, um das Erscheinungsbild der Straße zu wahren.


    Man werde auf dem Grundstück aber keinen mehrgeschossigen Neubau zulassen, heißt es. Wahrscheinlich wird der Grundstückseigentümer und Hausvernichter damit nicht einverstanden sein. Denn dann wäre seine verbrecherische Tat ja völlig umsonst gewesen. Man rechnet also mit einem jahrelangen Rechtsstreit. Da darf man sehr gespannt sein. In unserem Land ist es durchaus möglich, daß der Kerl auch noch gewinnt.


    http://www.sueddeutsche.de/mue…m-denkmalschutz-1.3888439

  • Eigentümer des Uhrmacherhäusls klagt gegen Wiederaufbau


    Quote

    Münchnerinnen und Münchner schüttelten fassungslos die Köpfe, schimpften, bis heute treffen sie sich in Obergiesing zu Mahnwachen: dort, wo das Uhrmacherhäusl stand, in der Oberen Grasstraße 1. Anfang September vergangenen Jahres wurde das denkmalgeschützte Gebäude illegal abgerissen.


    Die Stadt verfügte, dass das Uhrmacherhäusl wieder aufgebaut wird: genauso hoch, genauso breit, auf dem noch erhaltenen Keller. Teilweise mit alten Materialien, die bei der Räumung des Grundstücks gesichert wurden, etwa mit den alten Giebelwänden. Das Häusl soll nach Meinung der Stadt und vieler Bürger wieder so aussehen wie vor September 2017.


    Doch das könnte in weite Ferne rücken. Der Eigentümer des Gebäudes hat vor dem Verwaltungsgericht Klage gegen die Verfügung eingereicht.

    http://www.sueddeutsche.de/mue…en-wiederaufbau-1.3973846

  • Nach einer Untersuchung des Schuttberges ist nun klar, daß das illegal abgerissene Haus nicht mehr rekonstruiert werden kann. Man stützt sich bei dieser Ansicht auf den originalen Dachstuhl, der nicht mehr zu verwenden sei. Das ist natürlich eine Frage der Definition. - Seit wann muss eine Rekonstruktion aus Originalteilen bestehen?

    Das ist natürlich eine plumpe Ausrede. Man kann durchaus einen neuen Dachstuhl nach alten Vorgaben fertigen. Es kommt häufiger vor daß alte Dächer ersetzt werden müssen weil sie nicht mehr halten Dachstühle werden nunmal mit der Zeit morsch. Mei, da nimmt man halt neue Balken und Ziegel daher, des Material ist doch noch immer des gleiche wie vor 150 Jahren.

    Jeder hat das Recht auf meine Meinung.

  • Na super. Persil-Schein für alle Eigentümer? Schlechtes Zeichen. Und schlechtes Vorgehen der Stadt. Wer weiß, vll ist man ja so oder so halbherzig an die Sache rangegangen...

  • Das war doch vor einem Jahr schon Thema in der Zeitung:


    "Noch nicht klar. Ob der Geschäftsführer des Bauunternehmens „CSH Baubetreuung GmbH“ und der Baggerfahrer, der in deren Auftrag arbeitete, wegen Sachbeschädigung zu belangen sind? Nicht geklärt.


    Die „CSH Baubetreuung GmbH“ existiert nicht mehr. Im November wurde der Handelsregistereintrag geändert. Die Firma heißt jetzt „Black Lotus Investition und Baubetreuung GmbH“, ihren Sitz hat sie nicht mehr in München, sondern in Forchtenberg bei Heilbronn. Der Geschäftsführer ist ebenfalls neu."


    Ich glaube nicht, dass da das letzte Wort gesprochen ist.
    Im Gegenteil: Die Leute haben die Schnauze komplett voll von solchem Verhalten.