Deutsche Vorschlagliste für Weltkulturerbe

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    • Deutsche Vorschlagliste für Weltkulturerbe

      Hier mal eine kleine Auflistung aller Objekte, die 1988 auf der Vorschlagliste für die Unesco Weltkulturerben standen:

      länderübergreifende:
      - das Wattenmeer
      - der römische Limes

      Alfeld:
      - Faguswerke

      Bayreuth:
      - Markgräfliches Opernhaus

      Berlin:
      - Siedlungen der Weimarer Republik

      Corvey:
      - Abtei/Kloster

      Erzgebirge:
      - Montan- und Kulturlandschaft

      Goslar:
      - Oberharzer Wasserwirtschaft

      Halle:
      - Franckesche Stiftungen

      Hamburg:
      - Chile-Haus

      Heidelberg:
      - Altstadt und Schloss

      Kassel:
      - Bergpark Wilhelmshöhe

      Naumburg:
      - Dom

      Schwetzingen:
      - Schloss und Schlossgarten

      Regensburg:
      - Altstadt


      Bisher aufgenommen wurden von der Liste:
      - Rathaus Bremen
      - Altstadt Wismar
      - Altstadt Stralsund
      - Zeche Zollverein Essen
      - Oberes Mittelrheintal
      - Elblandschaft Dresden
      - Gartenreich Dessau-Wörlitz

      Ebenso aufgenommen wurden die später vorgeschlagenen Welterbestätten Klosterinsel Reichenau und Muskauer Park.


      Interessant ist auch der Versuch Wiesbadens, als Perlenkette des Historismus auf diese Liste zu kommen:
      http://www.main-rheiner.de/region/objekt.php3?artikel_id=1745779\r
      www.main-rheiner.de/region/objek ... id=1745779


      Ich sage nur viel Erfolg!!
    • Re: Deutsche Vorschlagliste für Weltkulturerbe

      "Booni" schrieb:

      ...Interessant ist auch der Versuch Wiesbadens, als Perlenkette des Historismus auf diese Liste zu kommen:
      http://www.main-rheiner.de/region/objekt.php3?artikel_id=1745779\r
      www.main-rheiner.de/region/objek ... id=1745779


      ...


      Wiesbaden hätte es wirklich verdient aufgenommen zu werden.
      Dort gibt es wirklich sehr viele Gründerzeitstraßenzüge und auch
      hervorragende wilhelminische Prachtbauten ! :gg:
    • Das sehe ich genauso - und zwar nicht nur, weil ich dort wohne.

      Und diese vielen unversehrten gründerzeitlichen Staßenzüge sind (im Gegensatz zu denen in Leipzig) ganz überwiegend in gutem Zustand und damit gottlob wohl auch ungefährdet.

      Auch WI hat allerdings wie alle deutschen Städte seine dunklen Zeiten durchlebt - so etwa 1955 bis 1975 - , in denen idiotische Stadtplaner eine ganze Menge vernichtet haben, aber gottlob gab es hier, ähnlich wie in DD (anders als in Ffm) engagierte Bürger, die sich gewehrt haben.
    • Re: Deutsche Vorschlagliste für Weltkulturerbe

      "Oliver" schrieb:

      "Booni" schrieb:

      ...Interessant ist auch der Versuch Wiesbadens, als Perlenkette des Historismus auf diese Liste zu kommen:
      http://www.main-rheiner.de/region/objekt.php3?artikel_id=1745779\r
      www.main-rheiner.de/region/objek ... id=1745779

      ...


      Wiesbaden hätte es wirklich verdient aufgenommen zu werden.
      Dort gibt es wirklich sehr viele Gründerzeitstraßenzüge und auch
      hervorragende wilhelminische Prachtbauten ! :gg:


      Dazu habe ich ein ganz schönes Luftbild gefunden (die Ringkirche und ihre Umgebung):


      Quelle: http://www.wi-limousinen.de">www.wi-limousinen.de

      Solche geschlossenen Straßenzüge sind eben (leider) selten geworden.
    • Was mich wundert ist, dass es Rothenburg ob der Tauber nicht versucht, aufgenommen zu werden. Außerdem sollten sich die Schlößer Neuschwanstein, Herrenchiemsee und das Schweriner Stadtschloß als eigentlich europaweit herausragende Schlösser bewerben. Es gibt noch einige Perlen, die viel einzigartiger sind als manches, was sich jetzt beworben hat.
    • In der Zeitung stand auch schon mal, daß ein Nürnberger dafür kämpft, daß die Landsitze der Nürnberger Patrizierfamilien als Weltkulturerbe anerkannt werden. Diese wären für sich genommen meiner Meinung nach nicht weltkulturerbewürdig, aber man könnte doch einiges kombinieren, das große Ganze betrachten. In den letzten Jahren wurden ja vermehrt Kulturlandschaften (Rheintal, Reichenau, Elbtal) aufgenommen. Wieso eigentlich nicht die Überreste des reichsstädtischen Nürnberg? Das wäre die Altstadt mit Stadtmauer, Burg, Kirchen, Bürger- und Handwerkerhäusern, Mauthalle, Weinstadel usw. Außerhalb der Stadtmauer gehören meiner Meinung nach dazu die beiden Friedhöfe Rochus und v. a. Johannis und die Reste der Gartenkultur in Johannis (in erster Linie zahlreiche erhaltene barocke Gartenhäuser an der Johannisstraße). Darüberhinaus aber auch die reichsstädtischen Pflegschlösser (z. B. Lauf, Altdorf, Hersbruck, Velden), die ehemalige reichsstätische Festung Lichtenau, das Gebäude der ehemaligen reichsstädtischen Universität in Altdorf, und natürlich die zahlreichen Landsitze der Patrizier und anderer reicher Nürnberger Familien. Es ist nämlich schon erstaunlich, wie viel sich hier erhalten hat. Über den Daumen gepeilt würde ich mal von vier bis fünf Dutzend solcher Landhäuser/-schlösser sprechen. Die Liste ließe sich auch noch um Kirchen erweitern, die über enge Beziehungen zu Patrizierfamilien verfügten oder noch verfügen, z. B. Kraftshof oder die Kapelle mit dem dazugehörigen Häuschen auf dem Moritzberg.
    • ohne hier eine diskussion lostreten zu wollen:
      mit dem prädikat "weltkulturerbe" verhält es sich doch wie mit allen auszeichnungen. je häufiger sie vergeben werden, desto mehr verlieren sie an wert. deutschland zahlt einen haufen kohle an die unesco und kann damit natürlich auch allerhand dinge auf die weltkulturerbe-liste aufnehmen lassen. und weil wir ein förderalistischer staat sind, hat inzwischen auch jedes bundesland sein weltkulturerbe bekommen.
      aber ursprünglich war das mal anders gedacht. da ging es darum, akut bedrohte einzigartigkeiten auch in entlegenen weltwinkeln mit internationaler hilfe zu schützen und zu erhalten. das klappt leider nicht immer (zerstörung der grössten buddha-statuen in afgahnistan).
      sicher sind alle hier gemachten vorschläge es wert, erhalten zu werden. aber die konzentration auf wirklich kurz vor ihrer vernichtung stehende denkmäler (wie zum beispiel die altstadt havannas) wäre meines erachtens wichtiger. nichts gegen den park muskau oder das bremer rathaus - aber die wären doch auch so erhalten geblieben. in diesen fällen zielt dieses etikett mehr auf touristische vermarktungsmöglichkeiten - während andernorts nicht weniger erhaltenswerte denkmäler unwiederbringlich verschwinden...
    • "rakete" schrieb:

      ... nichts gegen den park muskau oder das bremer rathaus - aber die wären doch auch so erhalten geblieben....


      Falsch ! Gerade die herausragenden Bauten in der westlichen Welt
      werden durch idiotische Eingriffe eben nicht erhalten. Siehe die
      Hochhäuser um den Kölner Dom herum oder riesige Glashäuser in der
      Lübecker Altstadt. Oder die Umbauten an der Zeche Zollverein.
      Wenn es hier keine UNESCO geben würde, sähe es mit Sicherheit
      noch schlimmer aus.
    • Ich bin der Meinung, den Titel "Weltkulturerbe" sollte jedes Objekt erhalten, den es aufgrund seiner Bedeutung verdient. Einen solchen Titel zu verweigern, weil keine Gefahr besteht, daß ein Gebäude zerstört oder zumindest beeinträchtigt wird, wäre doch geradezu pervers.

      Ob der Titel inzwischen möglicherweise viel zu großzügig vergeben wird und somit keine besondere Bedeutung mehr hat ist eine andere Frage, über die man sicher diskutieren könnte.
    • Nachdem das Dresdner Elbtal jetzt Weltkulturerbe ist überlegt man nun übrigens auch in der Oberlausitz ob die Gegend wegen ihrer Umgebindehäuser nicht einen Antrag als schützenswerte Kulturlandschaft stellen sollte.
      Zur Info: Umgebindehäuser sind eine Mischung aus slawischer Blockhütte und fränkischem Fachwerk. Unten wurde als Blockhütte angefangen und ringsrum baute man eine freistehende Ständerkonstruktion drumrum welche das Fackwerk trug.
      Das sieht dann so aus:
      umgebindeland.de/de/img/di_uh_schulplatz.0967841.jpg

      Die Gegend erstreckt sich vom Elbsandsteingebirge über das Oberland südlich von Löbau, das Zittauer Gebirge und Nordböhmen ins Iser- und schließlich bis ins Riesengebirge.
      Auf deutscher Seite begeistern sich die Leute mehr und mehr für die Häuser, leider aber findet sich niemand für die teilweise riesigen Faktorenhöfe. Die haben etwa diese Größe:
      spreequell-land.homepage.t-online.de/bild1.jpg
      Auf der tschechischen Seite führt immerhin der Tourismus und die Wochenendhäuschen- Kultur zum Erhalt der Häuser. Auf polnischer Seite allerdings fehlt scheinbar die kulturelle Verbundenheit und die Häuser verfallen zu Hunderten.
    • "Norimbergus" schrieb:

      Ich bin der Meinung, den Titel "Weltkulturerbe" sollte jedes Objekt erhalten, den es aufgrund seiner Bedeutung verdient. Einen solchen Titel zu verweigern, weil keine Gefahr besteht, daß ein Gebäude zerstört oder zumindest beeinträchtigt wird, wäre doch geradezu pervers.

      Ob der Titel inzwischen möglicherweise viel zu großzügig vergeben wird und somit keine besondere Bedeutung mehr hat ist eine andere Frage, über die man sicher diskutieren könnte.


      volle zustimmung.
      ich bin übrigens der ansicht, dass mit der einstufung "weltkulturerbe" zu sorglos umgegangen wird. nicht, weil ich die objekte nicht tatsächlich für schützenswertes weltkulturerbe hielte, sondern weil ich die die gefahr sehe, dass durch die inflationäre einstufung der wert des status sinken wird, im schlechtesten fall droht die faktische nivellierung. was wäre dann gewonnen?
      Eine der vorzüglichsten Eigenschaften von Gebäuden ist historische Tiefe.
      Die Quelle aller Geschichte ist Tradition. (Schiller)
      Eine Stadt muss ihren Bürgern gefallen, nicht den Architekten.
    • was ja irgendwie meine obige aussage bestätigt...
      irgendwann ist noch der letzte hügel weltkulturerbe und für die wirklich wichtigen dinge muss man sich einen neuen status suchen.
      Eine der vorzüglichsten Eigenschaften von Gebäuden ist historische Tiefe.
      Die Quelle aller Geschichte ist Tradition. (Schiller)
      Eine Stadt muss ihren Bürgern gefallen, nicht den Architekten.
    • Stimmt, die Ernennung zum Weltkulturerbe ist für den Antragsteller oft nur dazu gedacht, das "Erbe" entsprechend zu vermarkten und auch noch die letzte Omi mit der Kaffeefahrt anzulocken. Zumal das Problem darin besteht, dass es keine Verbindlichen Regelungen gibt, wie man mit dem Weltkulturerbe umzugehen hat. So können halt Glaskisten in geschützte Altstädte gesetzt werden. Mit der Ernennung ins Weltkulturerbe setzt leider auch kein Umdenken bei den Stadtplanern ein.

      Gibt es denn ein Beispiel für die Aberkennung des Status Weltkulturerbe mit Ausnahme von zum Beispiel mutwillig Zerstörten Bauwerken wie die Buddha-Statuen in Afghanistan?
    • @harmonica

      interessanter aspekt, würde mich auch interessieren.

      äußerst problematisch finde ich auch immer wieder wie leichtfertig mit dem begriff "historisch" im zusammenhang mit stadtbildern umgegangen wird. für zahlreiche städte und dörfer wird mittlerweile an autobahnen, in reiseführern sowie in strassen- und landkarten mit dem vermeintlichen "historischen" oder "sehenswerten" stadtbild geworben. nur leider versprechen die wenigstens orte das hohem maß, um diesem anspruch gerecht zu werden. es scheint so, dass hierbei die unterste meßlatte angesetzt wird, damit auch noch der verschandelste ort auf sich aufmerksam machen kann. in meiner heimatstadt ist mir schon folgendes passiert: touristen, die den stadtkern aufgesucht hatten, fragten mich, wo denn nun die "historische" innenstadt sei. ich mußte ihnen sagen, dass sie sich bereits mitten darin befinden würden. ihr kommentar: "unter einer historischen stadt haben wir uns dann aber doch etwas anderes vorgestellt..." - womit ich ihnen leider recht geben mußte.

      leider wird man diese entwicklung nicht ändern können, weil dann schließlich der großteil der orte mit ihren zweifelhaft "historischen" stadtkernen auf die barrikaden gehen würden. aber vielleicht sollte man, was die historisch intakten und geschlossenen stadtbilder angeht einfach ein zweifelfreies zertifikat entwickeln, damit der spreu vom weizen getrennt wird. städte mit einzelbauwerken und einem konzeptionslos behandelten stadtbild hätten dabei keine chance.


      für die liste des weltkulturerbes könnte ich mir in baden-württemberg vorrangig

      ROTTWEIL

      GENGENBACH

      SCHILTACH

      MEERSBURG a.B.

      vorstellen.


      Jeder, der sich die
      Fähigkeit erhält Schönes zu erkennen, wird nie alt werden.

      www.archicultura.ch

    • "rakete" schrieb:

      aber die liste heisst "weltkulturerbe" und nicht "provinznester, in denen seit ewigkeiten nichts mehr passiert ist".


      Bedeutet im Umkehrschluß, daß nur solches wert ist zum Welterbe zu zählen, das in ständiger Veränderung begriffen ist.
      Läuft alerdings dem Kerngedanken des Erhaltung für spätere Menschengenerationen entgegen, da es der Doktrin fortwährenden Veränderung unterliegt und somit gar nicht er'halten' werden kann.

      "rakete" schrieb:

      das sind bestimmt alles orte, wo viele alte häuser stehen.


      Ich fühle mich an Zaha Hadid erinnert, die der Meinung war, den Teilwiederaufbau des Berliner Schlosses für vollkommen falsch zu halten, ohne weder das Bauwerk selbst zu kennen, noch mit dem Umfeld oder der heutigen Situation vetraut gewesen zu sein, was sich im unmittelbaren Anschluss durch Nachhaken des Reporters offenbarte. Eine Bloßstellung, die für viel Heiterkeit sorgte.

      Ich darf auch Sie bitten, sich mit den betreffenden Orten sowie den Gründen, die Sie der Erhaltung berechtigen, zu befassen, bevor Sie in Standardfloskeln verfallen.

      Ansonsten noch einen raketenguten Abend