Offenbach am Main (Galerie)

  • Einige, fast völlig wahllos ausgesuchte, Beispiele aus dem recht gut erhaltenen Offenbacher Gründerzeitquartier, angefangen mit dem Wilhelmsplatz, dann in einige Nebenstraßen abgleitend:

































    :foto:

  • @Heimdall Tolle Bilder!


    Und wie lustig! Habe mir heute genau das Gleiche gedacht, als ich durch Offenbach gefahren bin, dass man mal deren Gründerzeit hervorheben müsste!


    Habe nur zwei Bilder ganz spontan gemacht:


  • Heute habe ich mal wieder einen Spaziergang durch Offenbach gemacht und selbst Ecken entdeckt, die ich noch nie so richtig wahrgenommen habe;


    grober Weg: Kaiserstraße Richtung Frankfurter Straße (die Zeil von Offenbach) dann in die Herrnstraße, Mittelseestraße, Bismarckstraße, und zurück die Kaiserstraße vom Hauptbahnhof runter:















  • Danke für die Photos. Leider bietet sich in den deutschen Städten immer das gleiche Bild. Eine Mischung aus nicht besonders gut gepflegten Altbauten und banalen Nachkriegskisten. Dazu sind viele Altbauten noch verstümmelt und entstellt.


    Hier ist ein Parade-Beispiel.


    Quote from Kaiserpalast

    heute:



    damals:


    Man hat es in 70 Jahren nicht geschafft das Haus an der linken Ecke wieder komplett aufzubauen.

  • Das stimmt zwar, ich bin dennoch einigermaßen erstaunt über die Fülle an durchaus sehenswerten Altbauten in Offenbach. Wirkt auch alles recht urban. Das hatte ich nicht erwartet. Ich bin nur mal durch die Stadt über eine Hauptachse durchgefahren, die sehr modern geprägt war. Und nachts war ich im damaligen Cocoon Club, aber da sah man natürlich auch nicht so viel.


    Vielen Dank für die Impressionen! Würde mich freuen, öfter solche Ecken präsentiert zu bekommen, die man eher nicht auf dem Schirm hat.

  • Quote from erbse

    (...) Würde mich freuen, öfter solche Ecken präsentiert zu bekommen, die man eher nicht auf dem Schirm hat.


    Ja gern. Wenn ich nur wüsste, welche Ecken Du gerade nicht auf dem Schirm hast. ^^
    Ich wollte diesen Herbst mal einige Bereiche von Düsseldorf ablichten, die sonst nicht unbedingt gezeigt werden. Vielleicht wäre das etwas für Dich.

  • ^Also von Mainz gibt es doch Galerien und Stränge, sofern "Weingeist" sie nicht gelöscht hat. Mainz als "B-Stadt" voller Nachkriegsschrott zu sehen, zeugt von recht viel Unkenntnis. Einfach mal hinreisen. :zwinkern: Gründerzeit allerdings, da hast Du sicher recht, ist in Mainz tendenziell eher von untergeordnetem Interesse.
    Wenn ich mal in Darmstadt bin und ausreichend Zeit habe, kann ich mal ein paar Bilder machen. Aber das kann dauern.



  • Das Gebäude wollte ich auch schon fotografieren und ins Forum stellen. Als ich die Baugerüste sah, schwante mir schon übles. Das markante Bankgebäude hat nämlich erst vor kurzem diesen modernistischen Dachaufbau erhalten. Für mich eine Verschandelung des Gebäudes. Vorher besaß es ein schlichtes Satteldach.


    Ich habe einen Screenshot von Google Maps geschossen, um die vorherige Ansicht zeigen zu können. Das Gebäude befindet sich an der Ecke Kaiserstraße/Berliner Straße (Wenn es diesbezüglich Urheberrechtsprobleme geben sollte, bitte ich die Moderation das Bild zu löschen).



    Allerdings wurden im Gegenzug offenbar immerhin die Fenster dem historischen Vorbild angenähert. Ich kann mich bei der Version vor der Sanierung nicht ans solche Sprossenfenster erinnern.


    Dann noch zu einigen weiteren Bilder, die "Kaiserpalast" gezeigt hat:
    - Das 5. Bild mit dem Posthorn-Schild ist die historistische Hauptpost am Aliceplatz.
    - Bei dem Bild darunter ist links angeschnitten das berühmte Musikhaus André, das einst Mozart verlegte. Es dürfte sich noch um einen Fachwerkbau handeln.
    - Das grüne Gebäude mit dem Stufengiebel ist der mittlerweile nur noch wenig angefahrene Hauptbahnhof, den die Bahn leider innen sehr verkommen lässt. Die Bilder davor und danach zeigen die gründerzeitliche Kaiserstraße, die zum Bahnhof führt.


    Man hat es in 70 Jahren nicht geschafft das Haus an der linken Ecke wieder komplett aufzubauen.


    Das stimmt. Leider eine Schande. Der Immobilienbesitzer hatte offenbar über Generationen hinweg kein Interesse daran. Leider gibt es mehrere solcher Kandidaten in Offenbach. Ganz besonders schlimm ist das Beispiel der Hochschule für Gestaltung, gegenüber dem Schloss. Einst hatte das Gebäude ein interessantes steiles Dach. Doch seit dem Krieg behilft man sich mit einem Notdach aus Blech. Ähnlich dem Rathaus-Nordbau in Frankfurt. Das HfG-Gebäude gehört wohl dem Land, und das hat nicht mal Interesse, den Schlossplatz neu zu pflastern, der einer Schotterpiste gleicht.


    HfG (Technische Lehranstalt) einst:


    https://upload.wikimedia.org/w…hranstalten_offenbach.jpg


    http://static3.akpool.de/images/cards/150/1507611.jpg


    HfG heute:


    https://upload.wikimedia.org/w…5/51/HfG_Offenbach_04.jpg


    https://upload.wikimedia.org/w…6/6a/HfG_Offenbach_03.jpg
    (Vor ein paar Jahren durften Jungarchitekten einen hässlichen und untauglichen (da im Sommer brütend heißen) Anbau anfügen.)



    Dieses Dach ist in dieser Lage ein dringender Rekonstruktionskandidat. Die Dachstruktur des gezeigten Baus in der Kaiserstraße natürlich auch. Aber dieser dürfte in Privatbesitz sein.

  • Auch an der Mainstraße, einige Häuser davor, ist dieses Haus mit dem tollen Eingang - zur Zeit (leider) eingerüstet:

    Da bist Du aber wirklich sehr gut über den aktuellen Stand unterrichtet. :zwinkern:
    Die Fassade war zuvor sicherlich seit Jahrzehnten nicht mehr renoviert worden, wenn überhaupt seit dem Krieg. Nun hatte ich schon Angst, dass sie Dämmplatten raufkleben. Aber bislang sieht es nach einer ordentlichen Fassadensanierung aus.

  • ...ich habe nun nachträglich noch diese Postkarte gefunden mit dem Blick vom Hauptbahnhof aus in die Kaiserstraße - hat sich zur positiven Überraschung mal nicht so viel verändert zu heute :-)


    habe nun leider nicht die selbe Perspektive von heute parat aber zwei sehr ähnliche.
    ÜBRIGENS befindet sich das Haus mit dem NICHT REKONSTRUIERTEN DACH - was vorher diskutiert wurde und auf der anderen alten Postkarte zu sehen ist - auch auf dieser Straße weiter hinten. Der alte spitze Kirchturm ist hier noch ganz schwach im Hintergrund zu sehen.




    und hier noch ein paar Bilder die ich zuvor ausgelassen hatte....mit dem Haus Bankverein - das mit den neuen Dach -im Hintergrund:








  • @ Kaiserpalast, Haus in der Mainstraße
    Das Gebäude wurde vom Baustoffhändler Ermold errichtet. Dahinter befanden sich früher seine Produktionsstätten. Sehr aufwendiges Gebäude. Es gibt in Offenbach den Spruch für ein qualitativ minderwertiges Mörtelmischungsverhältnis "eins zu Ermold"... man mag dann etwas böswillig unterstellen, er habe sich den Bau damit entsprechend teurer leisten können...aber das sind nur Unterstellungen durch Verdachtsmomente aus lang zurückliegenden Tagen.


    Die Sanierung sollte nach denkmalpflegerischen Grundsätzen erfolgen. Leider sind diverse Bauherrenvorstellungen (preislich und terminlich) etwas unrealistisch gewesen und haben so mindestens zu Verzögerungen, vielleicht auch zu Qualitätseinbußen geführt. Aber ich hoffe das Beste. Äußerlich wird es sicherlich auf den ersten Blick ganz anständig aussehen.

    Die Feder ist mächtiger als das Schwert...wenn das Schwert sehr stumpf ist und die Feder sehr spitz!


    -Terry Pratchett

  • Hier mal ein sehr interessanter Link über den ich gestolpert bin - über JUGENDSTIL u.a. in Offenbach:


    http://www.la-belle-epoque.de/hessen/ofindexd.htm



    und ein paar weitere Bilder, aus der Goethestraße in Offenbach u.a. mit der alten Synagoge:





    Es sieht zwar verlassen aus, aber es ist eine Kindertagesstätte in Betrieb!




    Detail von dem Haus rechts auf dem historischen Foto:




    Die Turnhalle auf einer historischen Karte etwa mittig zu sehen - der rechte Gebäudeteil existiert nicht mehr:

  • Tolle Ecke! Könnte allerdings alles etwas gepflegter, sanierter und freundlicher aussehn. Aber gut, da ist man als Bewohner des "Ostens" der Republik auch etwas verwöhnt...


    Wie hoch stehen eigentlich die Chancen, dass Offenbach und andere Umlandstädte der Metropole nach Frankfurt eingegliedert werden? Das wäre sicher in vielerlei Hinsicht sinnvoll für die Entwicklung der Region.

  • Was immer man unter "Entwicklung der Region" versteht. Im schlimmsten Fall ist es eine Bedrohung, die nämlich auf weitere Grünflächenvernichtung, weitere Trabantensiedlungen und eventuelle Verschiebung von sozialen Problemfällen von Frankfurt nach Offenbach durch Ansiedlungsprogramme führt.
    Wie hoch die "Chancen" stehen, vermag ich nicht zu sagen. Dafür spricht, dass Offenbach pleite ist. Die Migranten- und HartzIV-Anteil (durchaus in Kombination gemeint) ist hoch und unterläuft alle Sparanstrengungen. Dagegen spricht, dass sich Frankfurt womöglich keinen finanziellen Klotz ans Bein binden will. Dagegen spricht, dass die Offenbacher Bevölkerung sicherlich dagegen wäre, weil zwischen den Städten eine Feindschaft gepflegt wird, die an jene zwischen Köln und Düsseldorf erinnert.