Berlin-Mitte - Marienviertel mit Marx-Engels-Forum

  • Das stimmt so nicht! Die historischen Markthallen I und II lagen direkt im Anschluss an das noch vorhandene Haus, einer der Eingänge war an der Gontardstraße, die eine Sackgasse bildete, und erstreckte sich über die heutige Karl-Liebknechtstraße bis zum Gelände, wo in DDR-Zeiten eine neue Markthalle errichtet wurde, heute 'Kaufland'. Damals über die Kaiser-Wilhelm-Straße hinaus, die die beiden Hallen voneinander trennte bis zur Rochstraße.


    Straubeplan, 1910:
    Markthallen I & II


    Vogelschau, 1928:
    Markthallen I & II


    Luftbild mit Markthallen, nach 1930:
    Markthallen I & II


    Eingang zu einer der Markthallen an der Gontardstraße, Ecke Panoramastraße, 1961:
    Markthallen I & II

  • Unfassbar! Aber Lüscher und Lompscher wollen ja partout an diesem Elend nichts ändern.

    Was für uns auch erstmal gut so ist. Die sollen bloß die Finger davon lassen, bevor die Flächen auf lange Zeit versaut werden so wie zuletzt Alt-Cölln... Oder es kommt noch sowas wie die Fischerinsel dabei heraus, oh Graus oh Schreck!


    Vogelschau, 1928:

    Das ist ja eine tolle Ansicht! Woher hast du die, und gibts noch mehr davon? In dieser sympathischen isometrischen Darstellung wäre Alt-Berlin gut und greifbar zu vermitteln.

  • erbse.


    Diese Vogelschaupläne von 1928 gab es im Handel, z. B. Touristenläden Unter den Linden.


    Zeichnung & Gestaltung Therese Weishappel, Büro für Gestaltung


    Konzeption und Recherche: Ulrich Giersch


    Für die historischen Fotos und die Beratung waren Hans-Werner Klünner & Hans D. Reichardt zuständig


    Produktion:


    Bien & Giersch
    Projektagentur GmbH, Berlin
    Tel./Fax: 030/3231837


    Es gab verschiedene Ausschnitte. Vielleicht gibt's die noch

  • Die „Stiftung Zukunft Berlin“ bringt mal wieder etwas Bewegung in die vor sich hin siechende Diskussion um die riesige Freifläche wischen Fernsehturm und Spree. Die Stiftung wünscht sich dort einen „Ort der Demokratie“ (gibt es als solche zu bezeichnende in Berlin denn noch nicht ??), hat aber – mal abgesehen von der geforderten Rückkehr des Neptunbrunnens vor das Schloss – kaum sinnvollere oder kreativere Vorschläge für die öde Brache zu bieten als die Bestimmerinnen Lompscher und Lüscher.
    Zur Erinnerung: 2015 gab es einen „Bürgerdialog“, mit dem Ergebnis im Prinzip den Status quo zu erhalten. Seitdem ist nichts mehr passiert. Im Sommer 2020 soll nun ein internationaler Wettbewerb zur Neugestaltung (die wohl kaum eine solche sein kann) des Terrains ausgelobt werden. Es wird also vermutlich weiter endlos gelabert und nichts passieren, während die zukünftigen Besucher des Humboldtforums lieber nicht die Spreeseite wechseln werden ...


    >> https://www.tagesspiegel.de/wi…vorschlaege/25306032.html

  • Die Berliner CDU macht einen neuen Vorstoß und fordert die Wiederbebauung des Rathaus- und Marx-Engels-Forums. Ein wirklich begrüßenswertes Ansinnen, das aber angesichts der übermächtigen tiefroten Mehrheit im Senat zum Scheitern verurteilt ist (zumal der Senat die heruntergekommene Honecker-Brache ja als große städtebauliche Errungenschaft der DDR ansieht).

    Weitere Infos beim >> Tagesspiegel

  • Bei der gegenwärtigen Architektur ist es wahrscheinlich mehr Segen als Fluch, wenn eine Bebauung dort (noch) nicht erfolgt. Man wird nach der Bebauung des Molkenviertels erahnen können, wie ein Marienviertel dann aussehen würde. Jetzt hat man dann doch wenigstens noch einen freien Blick auf die Marienkirche und das Rote Rathaus.

  • Bei der gegenwärtigen Architektur ist es wahrscheinlich mehr Segen als Fluch, wenn eine Bebauung dort (noch) nicht erfolgt.

    Stimmt schon, besser ein freier Platz, als ein Sammelsurium an Käsekästchen - hier sollte wirklich auch zuende gedacht werden, nämlich die historische Altstadt wieder zu errichten.

  • Volle Zustimmung an euch. Zumal man in der Berliner CDU auch grundsätzlich offen für Rekonstruktionen bzw. harmonisches Bauen in unserem Sinne ist. Da aber in Berlin eine bürgerliche Mehrheit im Senat genauso unrealistisch ist wie ein baldiger Flug zum Mars, ist der Staus quo womöglich immer noch die beste Lösung.

  • Ein Artikel in der Berliner Zeitung beschäftgt sch mt dem Stillstand der Planungen um den unnamten Platz vor dem Roten Rathaus:


    BerlinZeitung


    Die Stiftung Zukunft, die sich hier engagiert, hat auch Vorschläge eingebracht, so auch, dass der Schlossbrunnen wieder an seinen originalen Standort zurück kehrt.

  • Die Umsetzung des Neptunbrunnens wird hier zwar viele Anhänger finden, sollte aber nicht blind machen für die weiteren Vorschläge dieser Stifung.


    Zitate:

    - "Eine Art neue Altstadt schwebt der Stiftung Zukunft nicht vor."

    - "drängen die in der Stiftung engagierten Stadtplaner, Architekten, Gartenhistoriker und Archäologen darauf, dass der Senat endlich eine stadtplanerische Antwort auf die neue Situation gibt."

    - "Die Journalistin Lea Rosh regte an, die Berliner Mitte wiederzugewinnen, indem man einen Ort für zentrale Demonstrationen schafft, wo sich bis zu 60.000 Menschen versammeln können."

    - "statt des zum Neptunbrunnen „verhunzten“ Schlossbrunnens, der auf den Schlossplatz gehöre, stellt sie sich etwa ein Wasserspiel vor, das immer dann versenkt werden kann, wenn Demonstranten den Platz beanspruchen."

    - "Und was könnte aus der Marx-Engels-Forum genannten Wiese werden, dort, wo einst das historische Heiliggeist-Viertel stand? Ein Weltgarten schwebt Wolf-Dieter Heilmeyer vor, wo Pflanzen jener Länder wachsen, aus denen die Kunst- und Kulturobjekte im Humboldt-Forum stammen. Im Kleinformat wird es das geben, in Gestalt der am Schloss Richtung Lustgarten vorgesehenen Humboldt-Terrassen."


    Rosh, die schon das Holocaust-Denkmal zu verantworten hatte, stellt sich also eine Art großen Aufmarschplatz wie einst am frisch abgerissenen Stadtschloss vor. Und der 81-jährige Archäologe Heilmeyer will den Weltgarten vom Humboldt-Forum dort noch einmal in Groß pflanzen. Eine Altstadtbebauung ist dort von diesen nicht angedacht. Vielmehr wird diese noch länger verhindert, je mehr Aufwand und gestalterische Mittel sie an dieser Stelle einsetzen.

    Es ist zu hoffen, dass für dieses ganze Zeug keinerlei Geld zur Verfügung steht. Deshalb einfach pragmatisch ein bisschen Rasen sähen, zehn Bäume Pflanzen und es erst einmal dabei belassen, wäre mein Vorschlag.

  • Wirklich überzeugend finde ich den Artikel in der Berliner Zeitung und die darin gemachten Vorschläge nicht. Lea Rosh wünscht sich einen Platz für Großdemonstrationen mit attraktiver Randbebauung. Das passt ja nun gar nicht zusammen. Bei dem "Aufmarschplatz" kommt mir sofort Ulbrichts Schlossplatz ohne Schloss, aber mit "attraktiver Tribüne" in den Sinn. Nein, sowas bitte nicht. Wolf-Dieter Heilmeyer wünscht sich die Rathausstraße als "Geschichtsmeile", aber "ohne Straßenbahn, die in die Geschichte hineinplatzt". Also eine geschönte, manipulierte, reinszenierte Vergangenheit. Altstädte mit Straßenbahn sind wunderbar. Fahrt einfach mal nach Halle!


    Ich mag auch die Taschenspielertricks in Bezug auf den Brunnen vor dem Rathaus nicht. In Meyers Lexikon, 7. Auflage, 2. Band, von 1925 wird der Brunnen in Artikeln zu Reinhold Begas und zur Bildhauerkunst (dort mit Foto) als "Neptunsbrunnen" bezeichnet, im Artikel zu Berlin als "Schloßbrunnen". "Neptun(s)brunnen" ist eine gängige Bezeichnung für einen Brunnen mit zentraler Neptunsfigur. Diese Bezeichnung kam für den Brunnen von Begas auch schon vor, als das Schloss noch stand. Es gab damals beide Namen. Problematisch finde ich auch die Formulierung, er solle "an seinen angestammten Platz zurück". Rechnen wir doch mal nach: An seinem heutigen Platz wurde der Neptunbrunnen 1969 aufgestellt. Bis 2019 waren 50 Jahre vergangen. Die Erstaufstellung auf dem Schloßplatz erfolgte 1891. 50 Jahre später war 1941. Er hat vor dem Schloss also auch nicht länger gestanden als vor dem Rathaus. Das historische Schloss kam den größten Teil seiner Existenz ohne diesen Brunnen aus. Man kann durchaus sagen, dass der Brunnen an seinem heutigen Standort längst heimisch geworden ist.


    Ich bin gar nicht gegen eine Versetzung des Neptunbrunnens. Mich stört vor allem dieses Framing, wonach er nur "Schlossbrunnen" heißen dürfe. Da waren die DDR-Bürger also zu doof und haben immer den falschen Namen verwendet. Goldstein hatte in einem anderen Strang schon mal auf die Ost-West-Problematik hingewiesen. Und natürlich wurde er postwendend von einem Wessi zurechtgewiesen, der überaus aufdringlich vom "Schlossbrunnen" und den Wessi-Sehnsüchten nach dem alten Berlin sprach. Lea Rosh und Wolf-Dieter Heilmeyer sind auch Wessis.


    Man kann es städtebaulich gut begründen, den Brunnen auf den Schlossplatz umzusetzen. Es bestände aber keine Notwendigkeit, ihn deshalb umzubenennen. Vom Sujet her ist es weiterhin ein Neptunbrunnen. Mit diesem Namen sind die Erinnerungen der Ostdeutschen verknüpft. Auf dem "Rathausplatz" - warum nennt man die Fläche vor dem Rathaus nicht einfach so? - ergäbe sich die Chance einer Neuordnung und städtebaulichen Aufwertung. Wenn Lea Rosh sich hier aber einen "Aufmarschplatz" für Großdemos mit bis zu 60.000 Teilnehmern wünscht, wird das jedoch nichts mit einer Aufwertung. Auf diese Idee kann nur ein Wessi kommen. Der "gelernte DDR-Bürger" weiß, dass man Großdemonstrationen am besten auf der Karl-Marx-Allee abhält.


    Jetzt lese ich gerade: Lea Rosh wünscht sich ein Wasserspiel, das "versenkt werden kann, wenn Demonstranten den Platz beanspruchen". Nein, bitte nicht! Und das Marx-Engels-Forum will Heilmeyer zum "Weltgarten" umgestalten. Es gibt in Marzahn bereits die Gärten der Welt. Marzahn ist, wie wir wissen, tiefstes Ostberlin. Ob der Wessi Heilmeyer dies deshalb ignoriert?

  • In Berlin hat der Bürgermeister keine Richtlinienkompetenz, und die jeweiligen Senatsbereiche können als nahezu autonome Behörden agieren. Wenn dann noch, wie im Falle des Bausenats mit den Damen Lompscher und Lüscher starrsinnige und notorisch beratungsresistente Ideologen regieren, dann kann man sogar von einer autokratischen Regierungsweise sprechen.

    Hinzu kommt dass der Berliner OB Müller zu jenen Politikern gehört, deren einziges Lebensziel ist, möglichst lange an einem Amtssessel zu kleben, ohne irgendetwas gestalten oder bewegen zu wollen (so wird der unbeliebte OB jedenfalls in Berlin in letzter Zeit wahrgenommen).

  • Bitte kein Politikerbashing !

    als Mensch habe ich ueberhaupt kein Problem mit Herrn Muelller.

    Nur hoert man so wenig von Ihm und das find e ich Schade.

    er soll sich mehr in der Debatte mengen, also dies ist uberhaupt kein Bashing.