Berlin - Marien- und Heiliggeistviertel zwischen Fernsehturm und Spree

  • Ansichten aus dem letzten Monat aus Richtung des Bahnsteigs des S-Bahnhofs Alexanderplatz.






    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Heute sind erste Ergebnisse des Wettbewerbs zur "Neugestaltung" des Terrains zwischen Fernsehturm und Spree unter rathausforum.berlin.de veröffentlicht worden (um sich die Entwürfe ansehen zu können muss man sich einmalig registrieren). 21 Bewerber haben es in die Vorauswahl geschafft. Der Status quo wird in den meisten Entwürfen konserviert (kein Wunder, war ja auch die Vorgabe), der durchaus gewichtige Standortvorteil "Nähe zum Wasser" bleibt meist ungenutzt, schade! :augenrollen:

    "80 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs wiederholen Politiker jedes Jahr die Worte 'Nie wieder'. Und nun sehen wir, dass diese Worte wertlos sind." (Wolodymyr Selenskyj)

  • Ich habe mir jetzt auch mal die Mühe gemacht, mich anzumelden. Da ist ja ein Entwurf besch...eidener als der andere. Felder, Wälder, Wasserflächen, Spiel- und Sportplätze... Und in der Zeit zwischen Oktober und April alles kahl und tote Hose.

    Und von den Kommentatoren immer die gleichen provinziellen Ansichten...
    Es gibt Projekte, da bin ich dankbar, dass ich deren Vollendung eventuell gar nicht mehr erleben werde.

  • Gähn. Welch' eine öde 07/15 Kacke.

    Das lässt sich auch für das Endergebnis sagen, das heute bekanntgegeben wurde. Gewonnen haben Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten, die eine Art „grüne Achse“ vom Fernsehturm bis zur Spree planen. An der Spree ist zudem eine Terrasse mit Wasserbecken vorgesehen. Wo das Denkmal der beiden Kommunisten hin soll ist bisher nicht ersichtlich. Bis auf ein bisschen Kosmetik also eine Erhaltung des Status quo in all seiner Langweile und Ödnis. :kopfschuetteln:


    Link zum Berliner Abendblatt

    Große Visualisierung des Siegerentwurfs

    Pressemeldung des Senats

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    "80 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs wiederholen Politiker jedes Jahr die Worte 'Nie wieder'. Und nun sehen wir, dass diese Worte wertlos sind." (Wolodymyr Selenskyj)

  • Da war der Status Quo ante mit der Kreisform besser. Diese nun asymetrisch ins Grün gesetzten steinernen Querstreifen als Bänke sind ein gestalterischer Mode-Trend, der offenbar noch immer nicht zu Ende gegangen ist.

  • Das Konzept mit der Verkehrsberuhigung der Spandauer verbindet aber die Hälften schon sehr ansprechend. Es könnte ein belebter Park werden, bis man sich eines Tages an eine Teil-Bebauung herantraut.


    Mal ehrlich: Jede Kompromissbebauung im Jahr 2021 wäre doch im völligen Kontrast zum historischen Stadtgrundriss konzipiert worden. Weder hätte es kleinteilige Parzellen, Leitbauten noch Anlehnungen daran gegeben. Der Status Quo wiederum ist einer Großstadt alles andere als würdig, insofern... Besser so als eine pseudoavantgardistische Kiste gegenüber der Stella-Fassade, z.B. als Stadtbibliothek. Diese hätte Jahrzehnte Bestand gehabt. Die Grünfläche erscheint ja nicht einmal besonders aufwendig gestaltet.

    Andererseits ist die Wahl in Berlin noch nicht entschieden. Unter einer bürgerlichen Koalition könnte der Stadtraum auch zum Modellprojekt für eine bewusste Abgrenzung zu den Lüscherjahren werden. Die Verwaltung in Berlin habe ich überwiegend unpolitisch wahrgenommen, da droht aus meiner Sicht wenig Gefahr. Selbst die SPD versucht sich ja schon klar von den bisherigen Koalitionspartnern zu distanzieren: https://www.tagesspiegel.de/be…r-koalition/27537824.html

  • In der Preisbegründung steht nirgends etwas von Pflanzen, sondern nur von viel Grün.

    Der Kunstrasen, der dort geplant ist, wird regelmäßig von Staubsaugerrobotern befahren.

    Es handelt sich ja um ein Landschaftsarchitekturbüro. Also nix mit Natur. Ökologisch tote Katastrophen. Todeslost halt.

    Wie die ganze Politik in unserem Land.

  • Die Gestaltung erscheint absolut chaotisch. Naja, schlimmer als der Ist-Zustand kann es nicht werden.
    Es würde es außerdem nicht bedauern wenn das Marx-Engels-Denkmal weniger exponiert wieder aufstellt oder es sogar ganz aus dem neuen Park entfernt würde.

  • Wenn man sich schon für eine Grünfläche statt Re-Bebauung entscheidet dann hätte man wenigstens einen wirklich attraktiven Park, Typ englischer Landschaftsgarten planen sollen. Neumodischer Schnickschnack mit gigantischen Betonsitzstufen schafft keine Aufenthaltsqualität. Letztlich wird sich die Gestaltung nahtlos an die Ödnis des Schlossplatzes von BBZ anschließen, nur mit mehr grün.

    "80 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs wiederholen Politiker jedes Jahr die Worte 'Nie wieder'. Und nun sehen wir, dass diese Worte wertlos sind." (Wolodymyr Selenskyj)

  • Die Denkmalpflege scheint in Berlin aufgelöst worden zu sein: Marx-Engels-Denkmal: weg. Luther-Denkmal: weg. Mondellsohn-Denkmal: weg.

  • Also nach den Statlers und Waldorfs versuch ich mal dem Siegerentwurf Positives abzugewinnen

    https://abendblatt-berlin.de/w…nzen_Isometrie-scaled.jpg

    - die Kfz werden aus der Spandauer Straße verdrängt, es kann eine einheitliche Grünfläche entstehen, bestenfalls ein Park mit

    wirklicher Aufenthaltsqualität

    - mehrere, lange Baumreihen entlang der Rathauspassagen verdecken so teilweise deren Hässlichkeit

    - die Karl-Liebknecht-Straße könnte durch die langen Baumreihen ggf. zur Allee werden, insofern passend zu UdL


    Wenn man sich schon für eine Grünfläche statt Re-Bebauung entscheidet dann hätte man wenigstens einen wirklich attraktiven Park, Typ englischer Landschaftsgarten planen sollen.

    Welche Elemente eines typischen englischen Landschaftsgartens vermisst du denn konkret, dass sich das Gesamtergebnis so entscheidend ändern würde?

    Aus meiner Sicht ist die Fläche nach Lage und Größe für einen englischen Landschaftsgarten ungeeignet.


    Die größte Herausforderung wird sein, diesen Park (oder wie immer man es nennen wird) einigermaßen gepflegt zu halten, so dass er eine Aufenthaltsqualität bekommt. Ob da dann steinerne Querstreifen als Bänke stehen oder nicht ist doch absolut zweitrangig.


    Andererseits ist die Wahl in Berlin noch nicht entschieden. Unter einer bürgerlichen Koalition könnte der Stadtraum auch zum Modellprojekt für eine bewusste Abgrenzung zu den Lüscherjahren werden.


    Also nach der letzten Umfrage (Forsa vom 13. August) ist der Stand: CDU 17 % SPD 21 % Grüne 21 % FDP 7 % Linke 14 % AfD 10 %. Ich weiß ja nicht, von welcher "bürgerlichen Koalition" du träumst.


    Im Übrigen: die Fläche zu vermarkten und irgendwie zu bebauen ist nicht schwer und allein kein überzeugender Gegenentwurf.

    Eine neue Koalition könnte erstmal am Molkenmarkt beweisen, ob sie tatsächlich Besseres zu Stande bringt.

  • Das sah bis 70-er Jahren dort noch recht sehr gut aus. Die viel zo grosse Blocks sprengen das ehemalige Marienviertel.

  • Also nach der letzten Umfrage (Forsa vom 13. August) ist der Stand: CDU 17 % SPD 21 % Grüne 21 % FDP 7 % Linke 14 % AfD 10 %. Ich weiß ja nicht, von welcher "bürgerlichen Koalition" du träumst.

    Ob ich davon träume sei dahingestellt, aber eine Regierung aus SPD, CDU und FDP (ich hatte schon mehrfach darauf hingewiesen, dass sich Giffey und Saleh deutlich vom Ist-Zustand der SPD abgrenzen wollen) hätte nicht nur 45 % und wäre damit gleichauf mit Grünen, Linken und AfD, sondern würde auch die Chance bieten, dass die Stadtplanung nach den Lüscherjahren deutlich konstruktiver und weniger ideologisch verläuft. Die ersten Stimmen zu Rekonstruktionen am Molkenmarkt kamen öffentlich auch von der SPD. Ob das jetzt "bürgerlich" ist oder einfach nur eine Koalition der Mitte, es wäre auf jeden Fall die Chance (!) für einen Neuanfang, die man mit einer Fortführung von Rot-Rot-Grün (oder Grün-Rot-Rot) nicht hätte.

  • Die jüngsten Entscheidungen für das Terrain scheinen mir aber dennoch zementiert zu sein, zumal sie auch durch den vorangegangen sog. Bürgerdialog scheinbar demokratisch legitimiert worden sind (dass das ein Fake war wissen wir alle). Ein neuer Senat, auch ohne ohne Lüscher und SED-Nachfolger wird an den grundsätzlichen Weichenstellungen vermutlich wenig ändern können.

    "80 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs wiederholen Politiker jedes Jahr die Worte 'Nie wieder'. Und nun sehen wir, dass diese Worte wertlos sind." (Wolodymyr Selenskyj)

  • Also ich finde den Entwurf wenig inspiriert, er ist lediglich eine leichte Verbesserung des Ist-Zustandes. Aber im Grunde ist das so nicht die schlechteste Lösung. Eine Bebauung wäre eh nicht gekommen, und die anderen Entwürfe waren teils deutlich schlimmer.

  • noch ein kleiner Artikel in der Berliner Zeitung dazu...

    https://www.berliner-zeitung.d…ern-mit-baeumen-li.178680


    "...Senatorin Regine Günther, Grüne, betonte, die Entscheidung, das Rathaus- und das Marx-Engels-Forum frei von Bebauung zu halten, ermögliche eine zukunftsfähige Gestaltung. Mit anderen Worten: Künftige Generationen haben alle Freiheit zu entscheiden, wie das historische Zentrum Berlins aussehen soll."

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    Finde die Aussage gar nicht so falsch. Wer weiß, was in zwanzig Jahren möglich ist. Ich halte es nicht für ausgemacht, dass sich die Entwicklung der letzten 20 Jahre in Deutschland fortsetzt. Ohne es politisch zu wünschen, zeigen Dänemark, das Vereinigte Königreich, Polen und Ungarn, dass auch eine andere politische Ausrichtung jederzeit denkbar ist. In Dänemark sogar mit der Sozialdemokratie.

  • In diese Stadt und ihre Repräsentanten und Kommandopolitiker setzt man seine Hoffnung m. E. vergeblich. Man kann allenfalls über private Initiativen etwas gegen sie zu versuchen zu realisieren. Auf öffentlichem Grund sehe ich keine Perspektive.


    Dann könnten sie doch auch den eigentlich bösen Brunnen für den Schlossplatz rausrücken und alles wie in der guten alten "Reißt ab und baut auf-Zeit" gestalten.

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)