Alt-Berlin und Marienviertel

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    Die Abstimmung für das Gebäude des Jahres 2018 ist geöffnet! Abstimmungsende ist am 15. November 2018. Bitte gebt bis dahin Eure Stimme ab.

    • Konstantindegeer schrieb:

      Den Wettbewerb hat letztes Jahr ein anderer Entwurf gewonnen...
      ...ja eine tolle Idee: die ursprüngliche Luther-Statue mit einem geklonten Alu-Luther im Selbstgespräch. So gesehen, kann man der jetzigen Situation tatsächlich noch etwas positives abgewinnen.

      Im Ernst: Insgesamt ist der momentane Zustand schon sehr armselig .

      Ich kann ja noch nachvollziehen, dass die vorderen Figuren (insbesondere die Darstellung des Ritters Franz von Sickingen) manchen zu martialisch oder kitschig wirken.
      Zumal in unserer Gesellschaft die eigentliche Geschichte unseres Landes ja erst im 19. Jahrhundert zu beginnen und die Erinnerung an Persönlichkeiten vorangegangener Jahrhunderte nicht mehr erstrebenswert erscheint (Ulrich von Hutten war z.B. deutscher Humanist in der Renaissance).

      Wenn aber noch nicht mal mehr bedeutende Mitreformatoren Luthers wie Melanchthon der Kirche eine Statue an der Seite Luthers wert sind, dann braucht sie sich über ihre Erosionserscheinungen nicht zu wundern - angesichts des offensichtlich fehlenden Bewusstseins für die eigene Herkunft und Identität.
    • Baustadtrat in Mitte: Interview mit Ephraim Gothe zu Alt-Berlin & Stadtentwicklung

      Hier auch nochmal erwähnenswert, Gothe hatte schon als Referent für Hans Stimmann gearbeitet (und gibt dennoch manch komische Dinge von sich):

      Baustadtrat in Mitte: Wie Ephraim Gothe die alte Berliner Mitte neu gestalten will

      Über die Neugestaltung der alten Mitte Berlins denken Stadtentwickler, Politiker und Bürger seit Jahren nach. Im Juni 2017 ermöglichte Bausenatorin Katrin Lompscher (Linke) die Ausweitung des zu betrachtenden, historisch wertvollen Terrains über das Rathausforum hinaus auf nahezu alle Gebiete des alten Stadtkerns.

      BZ Oktober 2017, Maritta Adam-Tkalec
      Seither ergeben sich neue Perspektiven, auch für die Annäherung an viele, seit langem offene Fragen. Ephraim Gothe, sozialdemokratischer Stadtrat für Stadtentwicklung in Mitte, ein Bauingenieur, der auch Kunstgeschichte und Architektur studiert hat, gibt Auskunft über neue Entwicklungen, anstehende Großentscheidungen und stockende Verfahren.



      Sehen sie auch sachliche Ansätze?

      Aus meiner Sicht ist die Frage nach dem Grün in diesem Bereich von zentraler Bedeutung. Ich halte es für richtig, im Wesentlichen an eine Freiraumstruktur zu denken. Das hängt auch mit der zu erwartenden Verdichtung am Molkenmarkt und am Alexanderplatz mit seinen Hochhäusern zusammen. Die Klimaanpassungsdebatte zeigt zudem, dass stärkere und häufigere Hitzeereignisse zu erwarten sind, mit tropischen Nachttemperaturen. Das wirkt auf die angrenzenden Quartiere.

      Also keine Bibliothek…

      …keine Bibliothek und schon gar nicht eine rekonstruierte Altstadt. Ich bin gar kein Altstadtgegner – ich weiß ja als Lübecker, was eine historische Altstadt bedeutet, aber es stellt sich eben auch die Frage, welche Bedeutung ein solcher Ort für die Gesamtstadt hat. Nehmen wir das Beispiel Potsdam: Dort hat man auch ein Schloss wiedererbaut, und man folgt dem Konzept der Leitbauten – also prägnante alte Gebäude – um damit das frühere Stadtbild wieder erstehen zu lassen. Für Potsdam ist das genau der richtige Weg, und ich kann mir vorstellen, dass man in einigen Jahrzehnten sagen wird: Das war die richtige Entscheidung. Aber für Berlin wäre es nicht der richtige Umgang mit dem Ort, weil wir es nicht mit dem Mittelpunkt einer Altstadt, sondern dem einer Vier-Millionen-Metropole zu tun haben. Diese hat ihr Rathaus hier und sollte eine wesentlich größere Freiraumstruktur haben.

      Im bisherigen Ausmaß?

      Ja. Wobei man nicht ausschließen sollte, dass man an den Rändern der jetzigen Grünfläche des Marx-Engels-Forums sinnvoll öffentliche Gebäude platziert.

      Was verzögert den Fortgang am Rathausforum?

      Große Infrastrukturentscheidungen stehen aus, so dass momentan ein inhaltlicher Diskurs nicht möglich ist; auch ein Wettbewerbsverfahren kann derzeit nicht ausgelöst werden.

      Dies liegt an der Straßenbahn. Deren Linienführung soll in die Planfeststellung gehen – und bisher war beabsichtigt, die vom Leipziger Platz her kommende Bahn vor dem Roten Rathaus links in die Spandauer Straße und dann gleich rechts in die Rathausstraße einbiegen zu lassen. Dann würde sie entlang der Rathauspassagen zum Alexanderplatz fahren. Jetzt wird überlegt, ob man die Strecke weiter über die Spandauer und dann entlang der Karl-Liebknecht-Straße führt.

      Wie lang ist diese Weile? Jahrzehnte?

      Das wäre fatal. Noch komplexer wird die Lage, wenn man bedenkt, dass die Entscheidung über die künftige Gestaltung der Straße Unter den Linden – Stichwort Verkehrsberuhigung – aussteht. Auch das wird sich auf die Leipziger Straße auswirken. Die spannende Frage heißt also: Wie viel Zeit darf man den Verkehrsplanungen geben, bis man sich über die Gestaltung des jeweils konkreten Ortes verständigen kann.

      Was hat man an der Breiten Straße und dem Molkenmarkt zu erwarten?

      Hier haben wir es überwiegend mit Grundstücken in öffentlichem Besitz zu tun. Zum Teil gehören sie dem Bund, also der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), zum Teil dem Land Berlin. Im Falle Molkenmarkt war der ursprüngliche Gedanke, die Grundstücke zu parzellieren und kleinteilig an private Bauinteressierte zu verkaufen, die dann dort ihre Häuser bauen. Mit den zu erwartenden erheblichen Erlösen sollte der Umbau der Infrastruktur – Straßenbahn und so weiter – finanziert werden. Der Gedanke war aus der Not geboren in einer Zeit, in der Berlin kein Geld hatte. Das stellt sich heute anders dar: Es gibt nicht mehr den Zwang, solche Grundstücke zu veräußern. Im Gegenteil. Die Liegenschaftspolitik zielt heute darauf, die Flächen zu behalten.

      Wie soll es nun gehen?

      Die Frage ist, wie es gelingt, mit städtischen Wohnungsbaugesellschaften und der öffentlichen Hand am Molkenmarkt ein interessantes, kleinteiliges Quartier zu gestalten. Der innere, geschützte Bereich der Baukomplexe ist ganz überwiegend für Wohnungen vorgesehen, bis auf das Erdgeschoss. Wenn das alles von der Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte (WBM) gebaut wird, glaubt man dann wirklich, dass es so interessant und vielfältig ausfiele wie es vermutlich würde, wenn viele Bauherren mit eigenen Vorstellungen, Architekten, Wohnideen zu Werke gingen? In dem Fall wiederum geriete es, siehe Friedrichswerder, womöglich tendenziell zu bunt und man bräuchte eine Gestaltungssatzung, die ein paar Regeln setzt.

      Sie zweifeln, dass die öffentliche Hand ein interessantes Quartier errichten könnte?

      Ich will das nicht ausschließen, aber den Beweis hat Berlin bisher noch nicht erbracht – beziehungsweise man muss weit zurückgucken, etwa auf die Internationale Bauausstellung (IBA) in den 1980ern.

      An der Breiten Straße ist es auffällig still – welche Probleme gibt es dort?

      Es war immer der Wunsch Berlins, diese Flächen gemeinsam mit dem Bund zu entwickeln und zu vermarkten. Berlin gehören die Streifen entlang der Straße, dem Bund die Streifen dahinter. Die Zusammenarbeit klappt derzeit aber nicht, weil die BImA zum Höchstbieterpreis verkaufen will – und nach uns die Sintflut. Wir wollen preiswerten Wohnungsbau mit hohem architektonischem Anspruch. Berlin könnte nun seinen Teil einfach bauen und schauen, was sich hinten tut. Aber das wollen wir nicht, sondern mit der BImA verhandeln mit dem Ziel, die Grundstücke zu kaufen. Mindestens ein Drittel Sozialwohnungen streben wir dort an. Wir wollen ein architektonisch reizvolles, vielfältig genutztes, lebendiges Quartier.

      Dort, auf der sogenannten Fischerinsel, dehnt sich eine unwirtliche Ödnis zwischen den Punkthochhäusern an einer hochattraktiven Stelle mitten in der Stadt. Gibt es Chancen, diese schöner zu gestalten? Der Berliner sitzt doch so gern am Wasser …

      Es gibt zwei dafür günstige Prozesse. Zum einen das Flussbad inklusive der Reinigungspflanzen, die man dort ins Wasser bringen will. In diesem Zusammenhang gibt es Überlegungen, den angrenzenden Raum attraktiver zu gestalten. Zudem ergeben sich aus dem Projekt Axel Springer Campus Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen in Höhe von zwei Millionen Euro, die wir dort auf der Fischerinsel einsetzen können.

      Wie geht Ihrer Einschätzung nach der Konflikt zwischen Autoverkehr und menschlicher Stadt in Berlin aus?

      Dazu eine Anekdote von Senatsbaudirektor Hans Stimmann aus der Zeit Anfang der 1990er-Jahre, als das Planwerk Innenstadt noch nicht als ausformulierter Plan in seinem Kopf war – wohl aber die Idee, die alten Stadträume wieder erlebbar zu machen. Das war noch vor dem Hauptstadt-Umzug, und er musste immer zum Bonn-Berlin-Ausschuss fahren. Da saßen die Ministerialen und fragten: Bitte Herr Stimmann, wie ist denn Ihr Verkehrskonzept? Wenn Sie die Straßen enger machen, ersticken wir doch im Autoverkehr. Er antwortete: 1930 lebten in Berlin 4,3 Millionen Einwohner; es gab eine Stadt mit engen Räumen; der Verkehr hat funktioniert. Berlin war berühmt für seine Verkehrsabwicklung. Deshalb gehe er davon aus, dass Berlin für seine Zukunft die richtigen Lösungen finden wird. So kann man eben auch herangehen: Wir denken uns gute städtische Räume, planen sie, bauen sie, und dann muss sich der Verkehr sich dem unterordnen und die vorhandenen Räume nutzen. Man muss da vielleicht mutiger sein.

      Das ganze Interview: berliner-zeitung.de/berlin/bau…u-gestalten-will-28614198


      Bis auf nette Kleinigkeiten - was für eine erschreckende Plan-, Ideen- und Geschichtslosigkeit. :| Von Stimmann ist da offenbar nicht viel bei Ephraim Gothe hängengeblieben. Schade. So kann man nur auf einen baldigen möglichst kompletten Austausch des politischen Personals in Mitte und ganz Berlin hoffen.
    • Förderverein Berliner Schloss als Dachverein/Förderer für die historische Mitte nutzen!

      Schinkel schrieb:

      Tja, die Frage ist natürlich, ob das tatsächlich etwas werden könnte. Bei aller Liebe für Rekonstruktionen haben sich die Berliner Vereine in der Vergangenheit ja eher als schwacher Spieler in dieser Richtung gezeigt. Nicht zuletzt daher gründen wir auch am 11. Mai einen eigenen Ortsverband in Berlin.

      Der Förderverein Berliner Schloss ist dafür umso beeindruckender unterwegs. Professioneller und größer als alle anderen Reko-Vereine mE. Und der braucht ja nach 2019 auch noch eine große Aufgabe (auch wenn das Schloss sicher noch für Jahrzehnte eine Teil-Baustelle bleibt)... Ein Modell á la GHND für die weitere Stadtentwicklung wäre hier also denkbar und auch wünschenswert mE. Der Förderverein für das Schloss wird entsprechend umgewandelt in einen Förderverein für die historische Mitte Berlins.

      Kontakte, Strukturen, Know-How, es ist alles da - das darf im nächsten Jahr nicht versiegen, sondern muss weiter genutzt werden! Die anderen Vereine (Historische Mitte, Gesellschaft Historisches Berlin, Stadtbild Berlin, Bürgerforum) können daran dann andocken und sich unter diesem gemeinsamen Dach sammeln. Jeder könnte sich ja einen eigenen Bereich vornehmen - die eine Gruppe den Molkenmarkt, die andere das Marx-Engels-Forum, ...
    • Das Marx Engels Forum steht unter Denkmalschutz, zudem wird eine Veränderung des derzeitigen eigentlich untragbaren Zustands durch den linken Senat ausdrücklich nicht gewollt. Und daran wird sich auch in den nächsten Jahren nichts ändern, schließlich beruft sich die Clique um Lompscher und Lüscher auf diesen ach so repräsentativen "Bürgerdialog". Wenn der Tourist aus Paris oder Peking also demnächst den Schlüterhof verlässt und die Spree überquert, dann landet er in einer heruntergekommen und langweiligen Parkanlage, in dessen Mitte ein Denkmal für die beiden kommunistischen Gruftis befindet. Zudem ist angesichts der vielen zwielichtigen Gestalten, die dort (insbesondere nach Sonnenuntergang) rumlungern die Gefahr recht hoch, dass der Tourist dann auch noch so richtig eine "in die Fresse bekommt", um es im Duktus von Andrea Nahles zu formulieren. Schöne Aussichten also!

      Aber vielleicht könnte man ja das Marx Engels Denkmal ein wenig "updaten", die heutigen "Idole" würden das Terrain sicherlich weitaus attraktiver machen, Vorschlag 1, Vorschlag 2, Vorschlag 3. (Scherz!) 8|
    • Pessimismus bringt uns sicher nicht weiter. Und Rot-Rot-Grün ist der unbeliebteste Senat aller Zeiten, selbst das hartgesottene Wählerklientel wendet sich merklich ab. Bis 2021 tut sich da noch einiges und dann werden die Karten neu gemischt, dann steht auch das Schloss schon zwei Jahre. Alles eine Frage der Zeit, zumal Berlin gerade weiter kräftig gentrifiziert und tendenziell immer wohlhabender und wirtschaftsstärker, mithin bürgerlicher wird.

      Ggf. ist es auch ganz gut, wenn bis 2021 in der historischen Mitte noch weitgehender Stillstand herrscht und die Gestaltungsoptionen offen bleiben.

      Mein Vorschlag für das Marx-Engels-Forum wäre, dieses an einen (auch fürs Klientel) passenderen Ort wie den Platz der Vereinten Nationen (auch noch sehr zentral) oder den Strausberger Platz zu versetzen. Marx und Engels am Auftakt der Marx-/Stalinallee, das passt symbolisch einfach hervorragend. Zumal das ein wirklich erhaltenswertes DDR-Ensemble im Stile des sozialistischen Klassizismus ist, das sicher auf absehbare Zeit erhalten bleibt.

      UN-Platz:


      commons.wikimedia.org/wiki/Fil…einten_Nationen_23-32.JPG

      Strausberger, hier steht auch bereits eine Marx-Büste:


      commons.wikimedia.org/wiki/File:3604_Berlin.JPG


      commons.wikimedia.org/wiki/Fil…26-berlin-by-RalfR-63.jpg

      Pieck-Plakette, Teil der "Sozi-Granden", die man hier konzentrieren könnte wie in einem Denkmalpark:


      commons.wikimedia.org/wiki/Fil…nktafel_Wilhelm_Pieck.jpg
    • Ehrlich gesagt will ich das hier nicht zum Hauptthema machen, mir ging es um die Rolle des Fördervereins Berliner Schloss in Zukunft.

      Daher nur kurz: Wahlumfragen sind derzeit(!) vernachlässigbare Momentaufnahmen, 2021 ist eine ganze Weile hin. Zumal sinkende Zufriedenheit mit Rot-Rot-Grün nicht automatisch steigende Zustimmung bei anderen Parteien bedeutet, wenn echte Alternativen fehlen. Das wäre natürlich für die Bürgerlichen eine Chance, das Vakuum zu nutzen. Leider ist die Berliner Lokalpolitik insgesamt schwachbrüstig aufgestellt, bei praktisch allen Parteien. Wiederum eine Chance für die Bürgervereine, politisch aktiver zu werden und in der bislang trägen Stadtgestaltung mitzumischen!

      Fakt ist nunmal auch:
      Nur 27,7 Prozent der Berliner sind mit dem Senat zufrieden (deutlich weniger als die Umfragewerte für RRG)
      Ein Jahr Rot-Rot-Grün – Ein Jahr Ernüchterung
    • An der Marienkirche steht seit einiger Zeit ein Altstadtmodell, welches die Berliner Altstadt um 1880 darstellt.









      Was davon östlich der Spree noch steht, lässt sich (auch für den Mann vom Sägewerk) an einer Hand abzählen. eek:)
      Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
      (Immanuel Kant)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Mantikor ()

    • Eine neue Phase der Endlosschleife "Bürgerdialog" hat mit reichlich Zoff und Zank begonnen, wobei der amtierende Betonkopf-Senat ja ohne hin auf der Bremse steht und die Honecker-Brache unbedingt erhalten will. Denn die ist ja auch eine unvergleichliche Errungenschaft des DDR-Städtebaus und ein unglaublich repräsentatives Aushängeschild der Stadt, die zukünftigen Besucher des Humboldtforums werden begeistert sein wenn sie Richtung Osten (Bild) laufen. Laut Senatorin Lompscher geht es aktuell lediglich um eine „Qualifizierung des öffentlichen Raumes“ und „Erhöhung der Aufenthaltsqualität“. Das ist wirklich sehr vielsagend... :gehtsnoch:
      Dazu: Bericht der >> Berliner Zeitung
      .
    • Ein ähnlcihes Modell mit Museumsinel steht im Lustgarten. Leider kann der geneigte Besucher nicht sehen, wo er sich in dem Modell befindet. Das war eine kleine Beruhungspille an die vermeindlich Ewiggestrigen.
      „Wer sich der Vergangenheit nicht erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana (1863-1952), US-amerikanischer Philosoph spanischer Herkunft
    • Interessanter Artikel im Tagesspiegel:
      Der Autor Harald Bodenschatz argumentiert (vorsichtig) im Sinne einer städtebaulichen Revitalisierung des Areals zwischen Spree und Fernsehturm. Es wird eine bemerkenswerte Lehre aus der neuen Frankfurter Altstadt gezogen:

      Harald Bodenschatz schrieb:

      Was aber ist die Botschaft von Frankfurt? Eine neue Altstadt ist möglich und kann sogar schön sein. Sie ist und bleibt aber neu, eine Mischung von wenigen historisch rekonstruierten und mehrheitlich zeitgenössischen Bauten. (...) Eigentlich ist allen klar: Es fehlt etwas in der Berliner Mitte, es fehlen städtische Räume, Straßen und Plätze, die nicht nur an die großen Zerstörungen Berlins im Zeitalter der Diktaturen des 20. Jahrhunderts erinnern (...) Auch Berlin braucht auf dem Weg in die Zukunft einen Ort der Erinnerung – an die gesamte Geschichte, an Toleranz und Intoleranz, an Zerstörung und Aufbau. An die grandiose Geschichte eines Aschenputtels, das zur Weltstadt wurde. Einen Ort, der die durch Autotrassen zerstückelte Altstadt wieder zusammenführt und ihr einen Sinn gibt. So wie es heute ist, darf es nicht bleiben.
      :applaus: ... nur Lompscher und Lüscher wird das natürlich auch weiterhin nicht interessieren.

      Der ganze Artikel >> hier
      .
    • Die neue Altstadt von Frankfurt kann als Vorbild genommen werden für das neu zu errichten dicht bebauten Marienviertel.
      Frankfurt finde ich wirklich Spitze und ein Riesenleistung!! Voller liebe für die Details und ales auch auf einander angepasst. Ein Superensemble. Dann sind die Lösungen am Neumarkt in Dresden nicht immer so reizvoll und gelungen wie in Frankfurt. So kann und soll doch mancher erlöschten Innenstadt Deutschlands auf einen Tag wieder aussehen.....Potsdam, Duisburg, Darmstadt, Kassel, Chemnitz, Magdeburg.....sogar Nürnberg, Augsburg und Würzburg können riesig aufgewerted werden wenn nur ein Ensemble wie in Frankfurt dort gebaut würde....
    • Neu

      Es ist schon häufiger davon gesprochen worden. Der Sockel des Luther ist inadequat, Mit seinen Proportionen wirkt Luther wie Statue von Rainer Fetting.

      Aber für Berlin wäre es nicht der richtige Umgang mit dem Ort, weil wir es nicht mit dem Mittelpunkt einer Altstadt, sondern dem einer Vier-Millionen-Metropole zu tun haben.
      Das aber war ja gerade immer das besondere Spannungsfeld an der Altstadt. Der Kontrast zu einer pulsierenden Großstadt. Und das Gebiet ist ja eben nicht der Mittelpunkt der Stadt.

      Zum Marx-Engels Forum, hier sollte das Bild von 86 doch entlarvend sein:
      en.wikipedia.org/wiki/Marx-Eng…arx-engels-forum-1986.jpg

      Mein Vorschlag für das Gebiet ist eine neue Altstadt, aber eben keine historische, sondern lediglich ein Gebiet mit Altstadtcharakter, also sehr divers in der Gestaltung und in irregulären Kleinparzellen verdichtet ohne Autoverkehr. Auf dem MarxEngels Forum könnte man eine Moschee bauen. Der Mittelpunkt würde ironisch an die babylonische Prozessionsstrasse angelehnt sein. Sonstige Bauvorgabe wäre, dass alle Häuser Spolien enthalten müssen. In der Ecke des Areals einen begehbaren DDR-Grenzturm.
    • Neu

      Ich denke mit, mit "irregulär" ist unregelmäßig gemeint, nicht ungesetzlich. Letztlich könnte ich mit dieser Idee leben. Bei einem Neubaugebiet. Für das ehemalige Kerngebiet Berlins ist es mir aber zu wenig. Da bedarf es mehr historischer Anknüpfungspunkte. Also, die ein oder andere Rekonstruktion sollte drin sein, auch eine Orientierung an historischen Straßenverläufen, die über willkürliche Irregularität hinausgeht.
      Doch, das ist doch alles derzeit Science-Fiction. Eine Umgestaltung dieses Areals steht überhaupt nicht an. Und das ist angesichts der Verhältnisse auch gut so.
      Insofern ist die Diskussion darüber momentan Zeitverschwendung.