Alt-Berlin und Marienviertel

  • Gute Neuigkeiten!!


    Wird Zeit, dass sich da mal was tut. Sogar die Ansätze sind gut:



    Quote

    Integration des Quartiers in den noch vorhandenen stadträumlichen Kontext von Alt-Berlin und Abstimmung mit der städtebaulichen Entwicklung des „Marx-Engels-Forums“,
    • Wiederherstellung zumindest von Teilen des historischen Stadtgrundrisses, einschließlich des Neuen Marktes, in Verbindung mit einem Freiraumkonzept,
    • Bebauung von Teilbereichen, insbesondere bauliche Fassung der Marienkirche, des Rathaus- und Bahnhofsvorfeldes und neue Umbauung des Fernsehturms,
    • Neugestaltung und funktionale Aufwertung der Rathaus-, Spandauer- und Karl-Liebknecht-Straße als Geschäftsstraßen.



    Ob das auch Rekos mit einschließt?



    Quote

    ... sind bislang am Widerstand all derer gescheitert, die das Resultat des in der Ulbricht-Ära erfolgten Umbaus des Marienviertels offenbar als städtebauliche Bereicherung bewerten.


    Die bislang gelungenste Umschreibung der SED / PDS!



    Quote

    Mehr als ein Drittel des mittelalterlichen Berlins liegt unter Rasenflächen, Kakteenkübeln und Gehplatten...




    Wisst ihr, ob es noch Fundamentreste unter dem Rasen gibt?


    Wenn ja wird es Zeit für Ausgrabungen!

  • Ein Paar Mauern und Einzelteile sind bestimmt noch unter'm Pflaster...Beim Friedrichswerder wurde aj auch noch so einiges gefunden...


    Antiquitus hatte Mal einen Plan dazu gemacht...Wenn er den noch hat bzw. aus dem alten Forum raussuchen würde, dann könnte er ihn noch Mal hier präsentieren...Oder gleich bei der Junge-Reyer...

  • Hier eine kleine Aufzählung der Gebäude im Bereich der ehemaligen Altstadt von Berlin und Cölln, die heute noch existieren (darf gerne ergänzt werden):


    Marienkirche


    Nikolaikirche


    Parochialkirche


    Heiliggeist-Kapelle


    Rotes Rathaus, Rathaus Stadt Berlin


    Altes Stadthaus


    Neues Stadthaus
    Keine Abbildung


    Stadtgericht/Landgericht
    Heute verstümmelt und turmlos


    Knoblauchhaus


    Palais Schwerin


    Eprahimpalais
    Um einige Meter versetzt wiederaufgebaut


    ... das wären schonmal einige

    Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
    Karl Kraus (1874-1936)

  • Liegen nicht die Ruine der Klosterkirche und das letzte stehende Stück Stadtmauer noch innerhalb der ehemaligen Altstadt, ich glaube dort gibt es auch noch eine Kneipe mit darauf hinweisendem Namen.



    Quote

    ... das wären schonmal einige


    Eigentlich ein Witz, bedenkt man, was nach dem Krieg noch stand...


    Was aber noch stehen müsste sind die Kellerreste unter dem heutigen Marx-Engels-Forum, ich hoffe man geht bei einem (von mir erhofften) Wiederaufbau damit besser um als am Dresdner Neumarkt...

  • Was ich ebenfalls hoffe ist, dass man Gebäude wie das Ermelerhaus oder die Gaststätte zum Nussbaum wieder an ihren alten Standpunkt zurücksetzt und den Rest rekonstruiert... oder zumindest Petrikirche, Cöllner Rathaus und andere wichtige Bauten.

    Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
    Karl Kraus (1874-1936)

  • Stammen die Kellerfundamente des Marx-Engels-Forum denn direkt aus dem Mittelalter? Die Landesarchäologin Sachsens, Judith Oexle, hatte ja damit argumentiert, daß die Keller am Neumarkt "nur" aus der Barockzeit stammten und daher zwar denkmalfähig, aber nicht denkmalwürdig seien. :gehtsnoch:


    Wobei ich mich wirklich nicht der Argumentation dieser unseligen Frau bedienen möchte.


    Normalerweise sollte der Denkmalschutz einen Großteil der Kellerfundamente des Marx-Engels erhalten können. Aber man weiß ja aufgrund vieler negativer Erfahrungen nie. Zumindest wird man nicht mit irgendeiner Flut argumentieren können, die sich durch alte Keller drücken würde.

  • Die Gebäude waren zum großen Teil aus der Zeit des Barocks und der Gründerzeit doch das heißt nichts. In Dortmund stehen Gründerzeitler wie die Adlerapotheke oder das Vehoff-Haus (1927 der letzte umfangreiche Umbau), deren Keller 3-5 Geschosse tief reichen und noch aus dem Mittelalter stammen. Man hat einfach immer die Mauern verstärkt und nur ab dem Erdgeschoss neugebaut.

    Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
    Karl Kraus (1874-1936)

  • Gerüchten zufolge sollen auch Teile der Schlossfassade eingegraben worden sein, war ja damals die gängigste Entsorgung von Bauschutt und ist auch die, bei der die Substanz am besten erhalten bleibt...

    "... es allen Recht zu machen, ist eine Kunst, die niemand kann..." (Goethe)

  • So ein Zufall! Habe mir das Wochenende gedanken darüber gemacht wie es wäre, würde man die Berliner Altstadt um das Rathaus rekonstruieren.


    Würde man alles im Roten Bereich rekonstruieren (Nein, das ist nicht größenwahnsinnig, sondern nur schön :zwinkern: ) Hätte Berlin eine der schönsten Altstädte der Welt! Die Kirchen sind ja noch vorhanden! Das meiste sind da eh nur Platten in diesem Rot eingerahmten Bereich, die sind schnell Abgerissen!



    Hier mal in Google Earth ein Ausschnitt:



    mfg


    :D:D:D:D [/img]

    Auf dass das baukulturelle Gedächtnis der Städte in unser
    aller Interesse und für die Zukunft erhalten bleibt !

  • Quote from "Flyer"

    ^^Richtig, das wäre ja im Roten Bereich, gegenüber der Museuminsel (also in dem sich Spitz zulaufenden Zipfel links oben)


    Nein, außerhalb des roten Bereichs, nördlich der Hochbahn. Aber schon gut, ich wollte es nur noch mal erwähnen... Ich bin ja kein Erbsenzähler :lachentuerkis:

  • Achso dann bin ich da einen Irrtum aufgesessen! Gut zu wissen Danke! :idee:


    :gg: :gg:


    mfg

    Auf dass das baukulturelle Gedächtnis der Städte in unser
    aller Interesse und für die Zukunft erhalten bleibt !

  • Weiß eigentlich jemand, was das für Bauten zwischen Fernsehturm und S-Bahnhof sind? Ich hatte mich das schon immer gefragt, warum diese nicht abgerissen wurden bei der damaligen Gestaltung des Marx-Engels-Forums. Wäre doch eigentlich nur konsequent gewesen.

  • Quote from "Kindvon2dresdnern"

    Weiß eigentlich jemand, was das für Bauten zwischen Fernsehturm und S-Bahnhof sind? Ich hatte mich das schon immer gefragt, warum diese nicht abgerissen wurden bei der damaligen Gestaltung des Marx-Engels-Forums. Wäre doch eigentlich nur konsequent gewesen.


    diese gebaeude befindet suedlich der frueheren markthallen die in den sechsigern abgerissen worden sind als man die k liebknechtstrasse verbreitet hat und hatte frueher auch ein schoenes dach.
    daneben also noerlich von diesem gebaeude, wird jetzt ein hotel neubau errichtet

  • @Flyer. Halte die Rekonstruktion der Berliner Inselstadt für das schönste Projekt ganz Deutschlands. Mit Schloss, Museeninsel, Dom können für einige Milliarden die schönste Innenstadt ganz Europa's rekonstruiert werden. Dann hat Berlin wieder Bummelgassen aber auch ein herrlicher Spaziergebiet. Wenn allte und detaillierte Fassaden wirklich wieder aufgebaut würden (ist durchaus möglich), gibt es endlich wieder ein wirklich eindrucksvollen Viertel um von vielen Ecken das alles zu bewundern. Hoffentlich kommen dann auch viele Bewohner zurück.


    Ein riesiges Loch in der Mitte Berlins das wenn wieder rekonstruiert alle andere Viertel um der Innenstadt wieder zu einander knüpft. Eine wahrhafte Heilung Berlins. Stimme Stimmann also völlig zu.


    Andere, aber mindestens eben so wertvollen Projekten sind:


    - die Rekonstruktion 6 ehemalige Gründerzeitplätze in Berlins (mit KWGK) wo es heute "wirklich nicht aussieht" (2);
    - die Rekonstruktion der ehemalige Gründerzeitviertel um die Innenstadt herum in Dresden (Neutädter Markt/ Sachenplatzt) (3);
    - die Aufwertung die Stalinistische und zum Himmel schreiende öde Innenstadt von Magdeburg (4),
    - die "Aufwertung" der zu schlichte Nürnberger Innenstadt wie von euch so oft genannt (5);
    - die Sanierung, Aufwertung & Rekonstruktion der verstümmelter Frankfurter Innenstadt und das damals so wunderschöne Bahnhofsviertel (6) und zum Schluss
    - die Rekonstruktion der Potsdamer Innenstadt & Schloss: zu eine Perle Deutschlands (7).


    Und dann gibt es noch mindestens 7 grosse Projekten: Zerbst, Frankfurt a/d Oder, Halberstadt, Innenstadt von Kassel und das "betonnierte" Heilbronn und Pforzheim ".

  • Lieber "uaoj36", da stimme ich doch völlig zu.
    Es braucht eben nur viel Zeit und Geduld, bei den beschriebenen Projekten schrittweise voranzukommen. Manche Städte haben ja so genannte "Traditionsinseln", von denen aus man gut weiterarbeiten kann. Halberstadt zum Beispiel hat sein altes Rathaus wieder erhalten. Das Potsdamer Schloß wird ja wohl irgendwie kommen. Auch das Berliner Schloß. Sogar Heilbronn hat durchaus eine gewisse Grundstruktur erhalten, an der man feilen kann. Man fängt also nicht überall bei 0 an. Schwierig bzw. eine große Aufgabe wird es allerdings bei Orten wie Kassel.