Tennenbach - ehem. Klosterkapelle - Gefährdung von Kapelle und Tal durch exzessiven autogerechten Straßenausbau

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    • Tennenbach - ehem. Klosterkapelle - Gefährdung von Kapelle und Tal durch exzessiven autogerechten Straßenausbau

      Im Tennenbacher Tal, nordöstlich von Emmendingen im beginnenden Schwarzwald gelegen, soll die Kreisstraße 5138 autogerecht ausgebaut werden. Die alte Straße ist schmal, kurvig und holprig, doch dem romantischen, naturnahen, wie aus der Zeit gefallenen Erscheinungsbildes des Tales angemessen und sie fügt sich seit rund 100 Jahren dort ein. Diese Straße, erst nach Auflassung des Klosters ausgebaut, führt allerdings auch mitten durch das archäologisch sensible Klostergelände und sehr nah an dem kulturhistorischen Kleinod, der aus dem 13. Jahrhundert stammenden Marienkapelle vorbei, dem letzten aufgehenden Rest des ehemaligen Zisterzienserklosters Tennenbach.
      Für genauere historische Informationen hier der Wikipedia-Artikel.
      Der Bau ist als Kulturdenkmal von besonderem regionalem Rang eingetragen. Innen wie außen zeugt der Bau vom erlesenen Proportionsgefühl der zisterzienischen Baumeister. Dem kleinen Bau traut man kaum die wunderbare Spitzbogen- und Lisenengliederung des Inneren zu und mit der Akustik ist man bei einem Besuch ein weiteres Mal überrascht.

      Heutige Ansicht der Marienkapelle:

      upload.wikimedia.org/wikipedia…oster_Tennenbach_2629.jpg

      Ein Kupferstich aus dem 19.Jahrundert. Im Hintergrund Querhaus und Dachreiter der Klosterkirche erkennbar:

      breisgau-burgen.de/de/index.ph…n/kloester-a-z/tennenbach

      Der Innenraum



      kath-emmendingen.de/im/img/_Kr…rubmh30bsc36&tto=1260d1fa



      Die aktuelle Streckenführung der Straße führt durch das ehemalige Klostergelände. Im Untergrund befinden sich die Grundmauern des barocken, von Peter Thumb neu gebauten Klosters. Nach der Säkularisierung von 1805 wurde das Kloster unterschiedlichen Nutzungen unterzogen, ua. als Lazarett, verfiel dann zusehends und wurde schließlich abgerissen. Die aus dem 12.Jh. stammende Klosterkirche translozierte man nach Freiburg und errichtete sie in etwas idealisierter Form als evang. Ludwigskirche neu. Im Bombenhagel des Angriffs auf Freiburg im November 1944 ging sie dort unter.

      Die Ludwigskirche in Freiburg

      breisgau-burgen.de/img/tennenbach/ev_ludwigskirche.jpg


      Der Straßenausbau sieht eine Verbreiterung der Fahrbahn mit asphaltierten Banketten, zahlreichen mehrere hundert Meter langen Leitplanken, Einbringung von Folien zur Grundwassersicherung, Veränderung der Morphologie des Tales durch Hangabtragungen, Versetzung und Verbreiterung der Kreuzung und damit Baumfällungen und weitere Hangabtragungen vor. Das bedeutet weniger Abstand zur Kapelle, mehr und schnellerer Verkehr, sowie mehr Lastverkehr, der ohnehin jetzt schon vermutlich für die Schäden im Gewölbe verantwortlich ist. Entfernung einer alten Sandsteinbogenbrücke und Neubau einer breiteren Betonbrücke. Insgesamt eine Verstädterung und Zerstörung des noch romantischen Erscheinungsbildes von Tal und Kapelle und Ausbau einer Straße in einem archäologischen Schutzgebiet inmitten des Klosterareals, somit Gefährdung eines Kulturdenkmals, in dem auch Konzerte stattfinden!
      Seit Jahren engagiert sich ein Bürgerforum zum Schutze des Tennenbacher Tales unter Federführung und Koordination von A.Langbein als Sprecherin des Bürgerforums und des ehemaligen OB von Emmendingen U.Niemann. Daran beteiligen sich auch Umwelt- und Naturschutzverbände der Region, wie auch der Schwarzwaldverein. Es liegen Vorschläge für Alternativplanungen, wie z.B. eine reduzierte das Tal schonendere und einfühlsamere Ausbauvariante vor. Ebenso gibt es den Vorschlag die Straße ganz aus dem Tal herauszunehmen und eine Forststraße auf der rechten, südlichen, etwas erhöhten Talseite auszubauen. Damit wäre dem Grundwasserschutz (Quellgebiet), dem Denkmal- und Landschaftsschutz Genüge getan. Die aktuelle, erst seit etwa 1900 bestehende Straße diente dann als Fußweg zur Kapelle, könnte teils renaturiert werden und das Klosterareal als archäologischer Park ausgebaut werden!
      Der Kreistag von Emmendingen hat bisher nahzu alle Vorschläge ignoriert. Von der Gemeinde Freiamt wurde eine Bürgerbefragung organisiert. Das ist die Gemeinde oben auf der Hochfläche. Durch das Tennenbacher Tal führt eine der Strecken nach Freiburg. Es votierte eine Mehrheit für den Ausbau, wegen vielleicht 1 Minute Zeitgewinn soll ein ganzes Tal geopfert werden!? Und das bei einem Verkehrsaufkommen von vielleicht gefühlt 5 Autos pro Minute. Zu Stoßzeiten können es freilich mehr sein. Lange Zeit war auch fraglich, ob es überhaupt Ausbauzuschüsse für diese niederfrequentierte Straße gibt. Es gibt keine. Mittlerweile hat man bereits ohne eindeutige rechtliche Genehmigungsgrundlagen mit den Bauarbeiten angefangen (Baumfällungen, Hangabtragungen). Der Kreistag ist aufgefordert dazu eindeutig Stellung zu nehmen.
      Eine Brief- und Pressekampagne könnte einige Kreistagsabgeordente dazu bewegen ihre Verantwortung wiederaufzunehmen, das Thema wieder in den Kreistag einzubringen und die Prüfung der Alternativplanungen zu verlangen
      (zudem kostengünstiger!).

      Die Kapelle ist mir an Herz gewachsen, da ich darin mit Freunden viele schöne Stunden beim abendlichen Obertonsingen verbrachte und die himmlische Akustik darin sehr genoß.

      Ich lade alle Forumsmitglieder bittend dazu ein sich in bewährter Weise an einer Emailkampagne mit Anschreiben an den Kreistag und den anderen Gremien zu beteiligen. Das würde dann überregionales Interesse am Erhalt der landschaftlichen Ursprünglichkeit des Tales und an der Unversehrtheit der gotischen Kapelle signalisieren. DANKE!
      Die Kontaktadressen im Folgenden:
      landrat@landkreis-emmendingen.de, ob@emmendingen.de, mail@landkreis-emmendingen.de, stadt@emmendingen.de

      Weitere Email-Adressen folgen noch, sobald ich diese erhalten habe. Über die obigen werden aber Emails auch an die Kreistagsabgeordneten weitergeleitet! Im Folgenden noch weitere Beiträge mit noch detailierten Informationen, Illustrationen, Dokumenten, Plänen und Briefen des Bürgerforums und anderer für den Schutz des Tales engagierter Initiativen.


      Der Anlaß meiner Aktivität und Aufrufes ist die aktuelle Rundmail des Bürgerforums, es ist 5 vor Zwölf! :

      vom 24.04.17, betr.: Das Kleinod

      "Sehr geehrte Damen und Herren,
      Es ist Zeit, Sie erneut zu informieren: Die Kreisverwaltung hat angekündigt, in diesem Sommer die zum Jahreswechsel begonnenen Arbeiten - immer noch ohne übliche Rechtsgrundlage - fort zu setzen. Wenn nichts Unerwartetes passiert, dann wird das Kleinod im Tal nach zwei bis drei Jahren so aussehen, wie der Kreistag das zwar nicht beschlossen hat, aber offenbar so hinnimmt (siehe Anlagen): ein 8,75 m breiter Asphaltstreifen, 340 m lange Leitplanke auf der Südseite der Straße, ca. 70 m lange auf der Nordseite, 4.800 m² in den Fundamenten vergrabene Dichtungsfolien, eine neue, viel größere Betonbrücke, die Straße noch dichter an der Kapelle usw..
      Welches Unerwartete könnte noch geschehen?
      Personen und Gruppen könnten unseren Vertreter/innen im Kreistag und Stadtrat sagen, dass sie das nicht wollen und das es gute Alternativen gibt:
      Kulturvereine und Kirchen, Heimat- und Verkehrsvereine, Natur- und Umweltschutzverbände, Wander- und Geschichtsvereine, Kulturpreis- und Ehrennadelträger/innen, Menschen, die in der Region geboren wurden und die Kindheits- und Jugenderinnerungen an das Kleinod haben; Pfarrer, Mönche und Nonnen; Menschen, die das Wasser aus dem Tal trinken oder das Hochwasser abbekommen und viele, viele andere mehr.
      Ja, der Stadtrat könnte seiner Verantwortung für unsere Kultur und Geschichte gerecht werden und "NEIN" sagen, so, wie es in anderen Gemeinden geschehen ist.
      Aber natürlich kann man auch schweigen und auf die Weisheit der Entscheider vertrauen.
      Mit allen guten Wünschen
      U. Niemann
      Bitte informieren Sie auch andere Personen, damit die Überraschung über das Ergebnis des Straßenausbaus nicht zu groß sein wird. Danke."

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    • Teil 2

      Mit dem folgenden Link wird eine Luftaufnahme gezeigt, auf der die Lage der jetzigen, einfachen, alten Straße inmitten des eingezeichneten Klostergrundrisses deutlich wird! Die Seite gibt auch eine Zeichung von 1759 wieder, auf der das barockisierte Kloster zu sehen ist.

      In diesem tollen Drohnenflugvideo ist die Schönheit des Tales und der "point de vue", die Marienkapelle in ihrer besonderen Lage zu erkennen:

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    • Teil 3

      Es folgen weitere Informationen zum geplanten Straßenausbau im Tennenbacher Tal:



      Schriftstück des Bürgerforums:

      9.04.2014
      Vorschläge für Wünsche und Anregungen der Initiativen zum Schutz des Tennenbacher Tales.

      Nachdem die Forderung der Stadtwerke auf Entfernung des teerhaltigen Materials, die Forderungen anerkannter Naturschutzverbände und anderer Träger öffentlicher Belange vorliegen, ist eine veränderte Situation eingetreten. Daher wird vorgeschlagen:

      1. Es ist ein umfassender und fairer Vergleich zu fertigen zwischen
      a) der Erneuerung der K 5138 und
      b) der Befestigung der sog. „Alten Straße“ auf der Südseite des Tales. Dort gibt es keine Konflikte ► mit den Belangen des Trinkwasserschutzes, ► mit dem Schutz des Kulturdenkmals Kapelle, ► mit dem archäologischen Grabungs-schutzgebiet, ► mit der Landschaftsästhetik, ► mit vorhandenen Naturschutzflächen.
      Dass ein Gasthaus an einer (schwach belasteten) Straße liegt ist eher der Regelfall. Der Einfluss auf den Wald ist gering und kann leicht ausgeglichen werden. Er muss verglichen werden mit den Auswirkungen er vorliegenden Planung. Der Belang der Forstverwaltung ist einer unter vielen.
      Auch ein Kostenvergleichmüsste zugunsten der „Alten Straße“ ausfallen, denn
      1. [list=1][list=1]
        1. Die „Alte Straße“ ist ca. 100 m kürzer als die heutige K 5138.
        [/list][/list]
      2. Die teure Entsorgung des teerhaltigen Materials entfällt.
      3. Es sind keine Maßnahmen zum Schutz des Kulturdenkmals Kapelle erforderlich.
      4. Es werden keine archäologischen Grabungen erforderlich.
      5. Die 300 m langen Schutzeinrichtungen (i. e. Leitplanken) entfallen.
      6. Das aufwendige Sammeln des Oberflächenwassers und das Ableiten aus der
      Wasserschutzzone II in den Vorfluter entfällt.
      1. Es ist definitiv kein Brückenneubau erforderlich.
      2. Die ca. 200 m² große Stützmauer entfällt.
      3. Der Ausbau der Kreuzung am „Torrain“ entfällt. Ein Kreisverkehr o. Ä. am Sonnenziel würde unnötig.
      Ferner:
      • Die Kapelle, die Kapellenquelle und das Grabungsschutzgebiet wären definitiv geschützt.
      • Die Anschlüsse an andere Straßen wären keine (relativ gefährlichen) Kreuzungen, sondern Einmündungen.
      • Der Wunsch nach einem Kreuzungsausbau oder sogar einem Kreisverkehrsplatz am Sonnenziel würde hinfällig.
      • Die heutige K 5138 würde Zufahrt und sicherer Zugang zur Kapelle, Zufahrt für die Landwirte zu den Wiesen und Rad- und Gehweg.
      • Eine mindestens 15 monatige Sperrung und Umleitung des Verkehrs wäre nicht erforderlich.
      • Die Landschaftsästhetik und die naturgeschützten Flächen blieben unverändert.
      Nur für den Fall, dass nach einem solchen fairen Vergleichpolitisch entschieden würde, dennoch die vorhandene K 5138 zu erneuern, werden folgende Anregungen vorgebracht:

      1. Zuallererst sind an der Südwest-Ecke der Kapelle die Höhenlage der Sohle des Straßendammes und des archäologischen Bestandes sowie der Aufbau des Dammes verlässlich zu ermitteln und in einen genauen Schnitt einzutragen. Nur das ermöglicht eine fundierte Entscheidung über die zukünftige Höhenlage der Straße.
      2. Alle durch eine Verbreiterung tangierten archäologischen Befunde sind zu ermitteln und - wie in so einem Fall üblich - zu ergraben. Das gilt ganz besonders für die Fundamente der Tore des Klosters im Wirtschaftstrakt und im Hauptgebäude.
      3. Das teerhaltige Material ist vollständig aus der Wasserschutzgebietszone II zu entfernen.
      4. Die Achse der Straße ist innerhalb der Straßenparzelle von der Kapelle abzurücken. Sie ist in der Mitte des Tales (km 0+420 bis 0+520) so zu legen, dass soweit als irgend möglich auf eine Stützmauer verzichtet werden kann.
      5. Die Gradiente ist im Bereich der Kapelle abzusenken, um die frühgotische Fassade in voller Höhe frei zu stellen.
      6. Die Brücke ist solange zu erhalten, bis sie definitiv verbraucht ist. Wenn gewünscht, kann das massive Geländer an den Außenseiten angebracht werden, um die lichte Breite von 4,90 m auf 5,65 m zu erhöhen.
      7. Die Notwendigkeit der Veränderung der Allmendsberg-Straße ist zu überprüfen. Wenn daran fest gehalten wird, sind die Bedenken der Polizeidirektion zur zukünftigen Verkehrssicherheit auszuräumen.
      8. Ein sicherer Zugang vom Parkplatz am „Torrain“ zur Kapelle ist sicherzustellen.


      Zur Plan- und Akteneinsicht:



      K 5138; Um- und Ausbau in Em.-Tennenbach 18.07.2016
      Plan- und Akteneinsicht am 18.03.2016:
      für das „Bürgerforum zum Schutz des Tennenbacher Tales“: ...

      Es lagen vor die Planakte mit dem Erläuterungsbericht des LRA vom 30.04.2015 und Plänen des Büros „RS Ingenieure; 77855 Achern; Allerheiligenstr. 1“ ebenfalls mit Datum 30.04.15.

      1. Pläne: Im südöstlichen Teil entfallen offenbar die bislang vorgesehenen Stützmauern. Sie sind nur noch bei Amphibientunneln (sog. Stelztunneln) geplant mit bis zu 2,5m Höhe und 8,5m Länge.
      Es liegen 3 Schemaschnitte und der Entwurf eines Schnittes durch den Vorplatz der Kapelle vor. Auch für den Bereich der Kapelle gibt es sonst bislang keine Schnitte.
      Der Schemaschnitt im Bereich der Wasserschutzzone II (im „Hocheinbau“) zeigt die Fahrbahn mit 2 x 2,75 m, ebenfalls bituminierte Bankette mit 2 x 2,5 m und Dichtungsfolien von 2 x 4 m Breite. Die aufzubrechende und gegen den Untergrund abzudichtende Fläche ist somit je nach Breite der Böschung (Neigung 1:1,5) mindestens 18,50 m breit.
      Nördlich folgen ein 1 m breiter Gehweg mit einem 47 cm hohen, wasserdurchlässigen Unterbau und ein 0,5 m breiter Grünstreifen.
      Der Vorplatz vor der Kapelle und die bisherige Beton-Umrandung der Kapelle auf der Süd- und Ostseite mit zusammen ca.330 m² Fläche sollen versiegelt werden. Westlich soll noch ein 4 m breiter Streifen mit einer vergrabenen Folie abgedichtet werden.

      (Anm. ... : Somit vergrößert sich in der Wasserschutzzone II die versiegelte, asphaltierte Fläche von ca. 1.350 m² auf ca. 3.500 m². Dazu kommen im Untergrund abgesperrte, zuvor aufgegrabene ca. 2.400 m². Die Computerdarstellung des LRA zeigt eine Asphaltfläche von 5,5 m Breite; realisiert werden soll eine mit 10,5 m Breite.)

      Die Höhenverhältnisse des Vorplatzes sollen nicht verändert werden.
      Das im Wasserschutzgebiet anfallende Oberflächenwasser soll über eine ca. 300 m lange Leitung zu einem Schwermetallfilter geführt und dann in den Tennenbach abgeleitet werden.
      Weiterhin ist auf der Südseite auf ca.300 m Länge und auch auf der Nordseite östlich der Kapelle eine Schutzplanke vorgesehen. Nach wie vor wird als Grund angegeben, dass sie dort notwendig sei, wo das Gelände ≥ 50 cm unter der Straßenhöhe liegt.
      Der Neubau der Brücke soll 10,30 m lang werden.
      Die Planung der Kreuzung K 5138/k 5100/ Allmendsbergstr. ist unverändert.

      1. Es gibt einen „Landschaftspflegerischen Begleitplan“ des Büros SLC-Simon Lill Consult, Freiburg. Er konnte in der zur Verfügung stehenden Zeit nicht eingesehen werden.

      1. Die Kosten werden nun mit ca. 2,4 Mio € angegeben (G.Bau: 1,885, G.GE: 0,165 Mio €, Denkmalpflege i.e. Grabungen: 0,35 Mio €).

      1. Eine Überschrift im Erläuterungsbericht, S. 5 lautet „Variantenvergleich“, den es allerdings im Text nicht gibt. Er sei deshalb nicht erfolgt, weil die Variante „Alte Straße“ lediglich wegen der Aussagen zum „wertvollen Waldrand“ frühzeitig ausgeschieden worden sei. (Das Straßenbauamt habe allerdings schon vor geraumer Zeit geschätzt, dass beide Varianten etwa gleichviel kosten würden. Damals waren noch keine Kosten für die Grabungen angesetzt).
      Nach S.9 Pkt. 4.3 wird der Kreisverkehr am SonnenzielL 110/ K 5138 vor dem Baubeginn der K 5138 gebaut werden (also danach bald!).

      1. Verfahrensakte 2015/16: Bis ca. November 2015 haben sowohl die Abtl. Denkmalpflege als auch Abtl. Wasserwirtschaft erklärt, dass sie eine UVP für erforderlich halten. Daraufhin hat das RP selbst einen Entscheidungsentwurf gefertigt und darin ebenfalls die UVP für notwendig erklärt. Dieser Entwurf wurde dem LRA zugesandt. Aufgrund der Reaktion des LRA wurde diese Forderung nicht mehr in die endgültige Entscheidung vom 03.03.2016 aufgenommen.

      1. Das Straßenbauamt erklärt, dass das Bürgerforum eine Rechnung erhalten werde. Aufgrund des §10 des Informationsfreiheitgesetzes erhebe das LRA für die Akteneinsicht Gebühren mit einem Stundensatz von ..?.. €. (Obwohl keine nennenswerte Unterstützung der Bürger/in erforderlich und nur einmal zu wenigen Fragen erbeten war.)

      Brief an die Gemeinde Freiamt:

      22.02.2014
      Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin ...,
      sehr geehrte Damen und Herren des Gemeinderates von Freiamt,

      nach unserer (Aktion und Bürgerforum zum Schutz des Tennenbacher Tales) Information beabsichtigen Sie, eine Resolution zum Ausbau der K 5138 zu beschließen. Im Vorfeld möchten wir Ihnen die erkennbare Haltung der Mitglieder beider Gruppen mitteilen:
      1. Wir setzen uns für eine Erneuerung der maroden Straßendecke ein.
      2. Wir sind einverstanden mit einer angemessenen Verbreiterung der Fahrbahn.
      3. Wir möchten, dass die Baumaßnahme genutzt wird, um Verbesserungen für das Tal und die kulturhistorischen Denkmale zu erreichen.
      4. Dazu ist zunächst das teergebundene, also gesundheitsgefährdende und krebsfördernde Material vollständig aus der Wasserschutzgebietszone II zu entfernen.
      5. Eventuelle Zusatzkosten können dadurch gedeckt werden, dass auf den Abriss der kleinen massiven und intakten, tragfähigen Brücke und den Neubau verzichtet wird. Laut Erläute-rungsbericht soll die Brücke nicht wegen mangelnder Tragfähigkeit oder Baufälligkeit abge-rissen werden, sondern ausschließlich, um an der Stelle einer 5,60 m breiten Brückenplatte eine 6,00 m breite zu errichten. Für eine Verbreiterung von 40 cm ≥ 231.000 € auszugeben, erscheint uns unangemessen.
      6. Die Straße soll und darf unserer Meinung nach im Bereich der Kapelle nicht (um ca. 40 cm) erhöht werden. Sie soll im Gegenteil soweit als möglich auf das Niveau der Basis der Kapelle abgesenkt werden.
      7. Dies ist eine Voraussetzung, dass auf die 300 m langen Schutzplanken südlich der Kapelle verzichtet werden kann und soll.
      8. Die Ursache der Schäden an und in der Kapelle ist verlässlich zu ermitteln. Sofern der zu nahe an dem Bau vorbeiführende Verkehr eine mögliche Ursache ist, sind Maßnahmen zum Schutz des hohen Kulturdenkmals zu ergreifen, was wohl heißt, dass der Verkehr weiter von der Kapelle abzurücken ist.
      9. Wenn es bedauerlicherweise zur Anordnung von Schutzplanken kommen sollte, so ist ein sicherer Zugang für Fußgänger, auch für behinderte Menschen usw. sicher zu stellen.
      10. Bei allen Maßnahmen sind die archäologischen Funde angemessen zu berücksichtigen. Bei Bedarf sind Grabungen durchzuführen.

      Weiteres:
      1. Von km 0+420 bis 0+520 soll eine ca. 100 m lange und bis zu 2,75(!) m hohe Stützmauer gebaut werden, die bislang nicht notwendig war und ist. Wir würden uns freuen, wenn das Tal davon verschont bliebe.
      2. Die Straße vom Allmendsberg soll im Kreuzungsbereich nach Norden in die Böschung hinein verschoben werden. Im Rahmen der Anhörung der TöB hat die Polizeidirektion dazu mitgeteilt: „Wir vermuten … (dadurch) … eher eine Verschlechterung.“ Wir auch. Und das für sehr viel Geld.

      i. A. ... (einer der Sprecher von ASTT und Bürgerforum)



      Ergänzung (...): Versiegelte Flächen in der WSZ II:
      Bisherige Fahrbahn: ca. 4,5 m x ca. 300 m = 1.350 m²

      Geplant: Fahrbahn: 5,5 m x ca. 300 m = 1.650 m²
      Bankette: 5,0 m x ca. 300 m = 1.500 m²
      Vorplatz, Süd- und Westseite der Kapelle ca. 330 m²
      Insgesamt sollen versiegelt werden: ca. 3.480 m²

      Differenz: + 2.130 m², d.h. das 2,6 fache der heute versiegelten Fläche

      Mit Folie unterbaut sollen werden ca. 8 m x ca. 300 m = ca. 2.400 m²
      Gehweg, wasserdurchlässig 1m x ca. 150 m = 150 m²

      (Dies sind Zirka-Werte. Durch Feldwegzufahrten, geringe Doppelangaben, unterschiedliche Böschungshöhen usw. ergeben sich (unwesentliche) Abweichungen.)
    • Teil 4



      v. i. S. d. P.: Bürgerforum zum Schutz des Tennenbacher Tales; ... Bild: Wolfgang Speer 2015
      Schützt das Tennenbacher Tal vor noch mehr Straßenbau!
      Erhaltet die bezaubernde Landschaft, das bedeutende historische Baudenkmal,
      die sichere Trinkwassergewinnung und die Biotope!(Stand: März 2016)

      Die Straße verläuft durch die empfindlichste Stelle des Tales:je ca. 170 m westlich und 147 m östlich der Kapelle in der Wasserschutzgebiets-Zone II und ca. 200 m im archäologischen Grabungsschutzgebiet westlich der Kapelle. Werden die Pläne des Landratsamtes vom April 2015 verwirklicht, so bedeutet das:
      1. Während der Bauzeit wird ein ca. 20 m breiter und 300 m langer Streifen aufgerissen (bestehend aus: Fahrbahn 5,5 m + Bankette 2 x 2,5 m + Dichtungsfolie im Untergrund 2 x 4 m + Böschungsbreite + Arbeitsräume).
      2. Nach der Fertigstellung wird ein weit über 5,5 m breites Asphaltband im Tal verlaufen (Fahrbahn 5,5 m + Bankette 2 x 2,5 m) statt (wie heute) ca. 4,5 m und statt (wie bisher dargestellt) 5,5 m breit.
      3. Der gesamte Vorplatz der Kapelle sowie die Flächen südlich und teilweise östlich davon werden aufgerissen, gegen den Untergrund abgedichtet und die Oberflächen versiegelt.
      4. Obwohl das 2,5 m breite Bankett gut begangen werden kann, wird daneben ein eigener 1 m breiter, wasserdurchlässiger Gehweg angelegt mit einem 0,5 m breiten Grünstreifen neben der Wiese.
      5. An die Stelle der ca. 5 m breiten Sandsteinbrücke kommt eine neue, über 10 m breite Betonbrücke.
      6. Auf der Südseite von Straße und Kapelle wird eine ca. 345 m lange, ca. 0,8 m hohe Leitplanke montiert, ebenso ein ca. 110 m langes Stück östlich der Kapelle.
      7. Die Wasserschutzzone I der Kapellenquelle wird auf der wichtigsten Seite um ca. 600 m² verkleinert.
      8. Die untere Allmendsbergstraße wird (ohne wichtigen Grund) in den Hang hinein gedrückt.
      9. Die Kosten sollen über 2,4 Mio.€ betragen - statt wie bislang ca. 1,5 Mio.€ (2011). Es werden noch mehr.
      10. Das alles ist nach den Schutzverordnungen untersagt.
      Es gibt Alternativen, die weniger Schaden anrichten und weniger kosten als die Trasse in allen Schutzgebieten. Man muss sie nur wollen!
      Das Tal mit Leitplanke; unkorrekte und verfälschende Computer-„Visualisierung“ 2014; Landratsamt Emmendingen



      Brief des Schwarzwaldvereins:



    • Aktualisierung:
      Vom Bürgerforum erhielt ich folgende Richtigstellung , die oben im Text in Kurzform bereits korrigiert wurde:

      • Die "ALTE STRASSE" (so ist sie in den Karten vermerkt. So steht es an beiden Enden im Gelände.) ist die Straße auf der Südseite des Tales, also am Gasthaus Engel vorbei. Sie war bis ca.1900 die einzige Straße aus dem und in das Tal. Über sie wurden die Sandsteine aus 25 Steinbrüchen mit Ochsenkarren u. a. zum Münster in Freiburg und nach St. Peter auf dem Schwarzwald gebracht. Die heutige Straße auf der Nordseite des Tales ist erst ab ca. 1900 entstanden und erst seit ca. 50 Jahren befestigt.
      • Das Land BW hat einen Zuschuss abgelehnt, da die Verkehrsmenge zu gering ist (unter 2.000 Kfz/Tag also auch im Schnitt unter 5 Kfz pro Minute).
      Zur Illustration (Alte Straße), barocke Zeichnungen:



    • Die übertriebene Beleitplankung ist der Sorge geschuldet, daß bei Unfällen die Fahrzeuge von der Fahrbahn abkommen könnten und in den Talgrund rutschen, der Quellgrund und Wasserschutzgebiet ist. Wenn dabei Öl und Benzin auslaufen würde, wäre das fatal. Dagegen hält man, daß auf der Strrecke noch nie ein schwerer Unfall passiert ist. Dafür ist die Straße jetzt auch zu schmal und kurvig an manchen Stellen und die Leute fahren achtsam. Wenn die Straße ausgebaut wird, wird man einfach durchrasen, ... tja!

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von SchortschiBähr ()

    • SchortschiBähr, Dein Engagement ehrt Dich sehr. Der Abbruch der Klosteranlagen im Zuge der Säkularisation zeigt, daß der Mensch nicht erst seit gestern zur Barbarei fähig ist. Traurig, daß wir heute wohl immer noch nichts dazugelernt haben.
      Auf der Seite www.sueddeutscher-barock.ch finden sich weitere sehr gute Informationen über die ehemalige Zisterzienserabtei mit einem Plan, der den heutigen Straßenverlauf über das Klostergelände zeigt. Man findet den Artikel über „Regionen -> Topografie“ oder „Bauorte“. Einen direkten Link bekomme ich leider nicht hin.
      Eine kleine Ergänzung noch zur „Alten Straße“: Auf folgendem Plan-Ausschnitt von 1763/64 finden sich von Südosten kommend zwei Straßen, jeweils am Hang entlang. Ihnen entsprechen heute noch Feldwege, darunter jener, der am erwähnten „Engel“, ehemals ein Wirtschaftsgebäude des Klosters, vorbeiführt. Man hätte seinerzeit gut daran getan, den nördlichen Weg zur Straße auszubauen, die dann zudem gnädig vom Waldrand verdeckt worden wäre, und die Wiesen mit der Kapelle unangetastet zu lassen.

      Bildquelle: Landesarchiv Baden-Württemberg
    • @ Citoyen
      Das ist die gleiche Seite, die SchortschiBähr bereits in seinem zweiten Beitrag verlinkt hat. Den Direktlink erhältst Du, indem Du anstatt über "Regionen > Topografie und Bauwerke" den Weg über "Orte > St-Z > Tennenbach" wählst. Weshalb man über deinen gewählten Weg nicht zum Direktlink kommt, ist eigenartig.

      @ all
      Wenn ich auf ein Bauwerk stosse, über welches buchstäblich Gras gewachsen ist, schaue ich oft auf der Seite bing.com/maps die Satellitenbilder an. Oft sieht man an minimalen Grünverfärbungen im Erdreich schlummernde Fundamentmauern. Hier bin ich allerdings wegen des Vegetationsstandes nicht fündig geworden. Im von Zeno angegebenen Link google.de/maps/place/48%C2%B00…x0!8m2!3d48.1449!4d7.8961 hingegen erkennt man Teile des Südflügels samt Kreuzgang, weil dort die Wiese frisch gemäht ist (unterhalb der Zahl K5138 westlich der Kapelle). Vor allem der grosse Raum im Mittelrisalit ist gut erkennbar. Von der Kirche erkennt man nichts, weil dort die Heumaden noch nicht eingebracht worden sind. Die von SchortschiBähr und Citoyen angegebene Seite "Süddeutscher Barock" verwendet offenbar ein älteres Satellitenbild von Google. Dort ist ja der Klostergrundriss eingetragen, und mit diesem Bild kann man nun gut vergleichen. Es lohnt sich also, für solche Recherchen immer verschiedene Satellitenbilder beizuziehen. Interessieren würde mich noch der Ursprung des Nord-Süd verlaufenden Grabens südlich der Kapelle. Das (ganze?) Klosterareal ist gemäss der Wikipedia-Seite 2012 von der Archäologie mittels Georadar erfolgreich untersucht worden.

      Zum eigentlichen Strangthema: Bedenklich, dass noch heute zu Zeiten der Verkehrsberuhigung solche Rennstrecken gebaut werden. Die Verantwortlichen befinden sich offenbar immer noch im Winterschlaf im tiefen Schwarzwald.
    • Riegel schrieb:

      Das (ganze?) Klosterareal ist gemäss der Wikipedia-Seite 2012 von der Archäologie mittels Georadar erfolgreich untersucht worden.
      Ja, das stimmt. Vor etlichen Jahren wurden die Grundmauern daraufhin in einer Markierungsaktion, die über einige Wochen lief, mit Pfählen und rot-weißen Baustellenbändern sichtbar gemacht, sodaß man von der Waldstraße aus, also vom südlichen Talhang her, einen guten Überblick über Lage und Dimension der Klosteranlage bekam.
      Man könnte sich einen archäologischen Park vorstellen, die Grundmauern aus der Erde heraus bis Hüfthöhe aufgemauert, entsprechende Infotafeln und das ganze Areal wäre eine touristische Attraktion. Die Gegend hat davon eh nicht sooooviele). Die Straße dann auf die Alte Trassenführung verlegt, auf die citoyen weiter oben noch einmal hingewiesen hat. Das spart Kosten. Der Gewinn käme der archäologischen und touristischen Aufbereitung des Klosterareals zugute. Und der Engel-Wirt würde sich obendrein über seinen gestiegenen Umsatz freuen. Das wäre eine winwin-Situation. Allerdings aber auch auf Kosten von Waldflächen und deren Biotopen. Vielleicht nur eine Verlagerung des Naturschutzproblems. Die Verantwortlichen in den Verwaltungen scheinen allgemein etwas formal gesinnt und träge in der Visualisierung von Kompromissen. Insbesondere beharren wohl die Freiämter Gemeinde/Bürger auf einen Ausbau im Stile der 60iger, schneller-weiter-höher!!! Einfach mal Varianten durchspielen und sich gemeinsam für das Beste entscheiden. Allein die Phantasie scheint ein flüchtiges Wesen zu sein!

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    • Noch eine Seite, die sich mit der Gefährdung des Tales und den verschiedenen Interessenslagen/Ausbauvarianten und der Planungsgeschichte des Straßenausbaus befaßt. Das läßt ein differenziertes Bild über die Gemengelage entstehen:


      Mitwelt: Das schöne Tennenbacher Tal erhalten schrieb:

      Kloster Tennenbach: Gefährdung des Tennenbacher Tals durch Strassenbau unten oder oben im Tal / Sind Kompromisse möglich?

      In diesem wunderschönen Tennenbacher Tal treffen auf engem Raum viel zu viele Schutzgüter aufeinander. Da gibt es den wichtigen Landschafts- und Denkmalschutz, da gibt es den Trinkwasserschutz, den Schutz der Menschen in den Dörfern die keinen Umleitung des Schwerlastverkehrs auf ihre Kosten wollen und die Idee von Herrn Niemann eine neue Trasse oben am Waldrand auf Kosten wertvoller Natur zu bauen. In dieser Gemengelage widersprüchlicher, wertvoller Schutzgüter gibt es nach BUND-Ansicht leider keine "einfachen Lösungen".





      mitwelt.org/kloster-tennenbach.html

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    • Ergänzung: archäologisches Bodendenkmal !
      @ Riegel, meine Recherche ergab, daß es in 2012 eine geomagnetische Prospektion des Klosterareals gab, wie von dir schon angeführt. Die mir bekannte Sichtbarmachung des Grundrisses war aber definitiv ein paar Jahre früher.
      Hier ein Bild der Prospektion. SEHR INTERESSANT!



      flickr.com/photos/klausfehrenbach/7623899540

      Zum Vergleich der Grundriß der Klosterkirche Tennenbach oben und unten Fontenay



      Eine weitere Ansicht der als Ludwigskirche in Freiburg wiederaufgebauten Klosterkirche




      Und was von ihr am Ende des Krieges übrig geblieben war. Im Tennenbacher Tal wäre sie verschont geblieben ...





      historisches-freiburg.de/wp-co…udwigskirche_Freiburg.jpg

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    • Aktualisierung!
      Wäre doch was für die Südbadener Forumsmitglieder Präsenz zu zeigen:

      Verkehrsclub Deutschland (VCD)
      Regionalverband Südbaden e.V.

      www.vcd.org/suedbaden


      Pressemitteilung, 29.04.2017

      Wird der Straßenausbau im Tennenbacher Tal ein Fall für das Verwaltungsgericht?


      VCD lädt zum Aktionstag für das Tennenbacher Tal am 6. Mai 2017

      Infostand am Emmendinger Markt, Spaziergang und Gespräche an der Tennenbacher Kapelle

      Notfalls mit Hilfe des Verwaltungsgerichts will der ökologische Verkehrsclub
      Deutschland (VCD) für den Erhalt des Tennenbacher Tals bei Emmendingen
      kämpfen. Am Samstag, dem 6. Mai, lädt er zusammen mit dem Bürgerforum
      Tennenbach zu einem Aktionstag bei der denkmalgeschützen Tennenbacher
      Kapelle ein.
      Schon am Vormittag von 10 - 12 Uhr soll am
      Infostand auf dem Marktplatz in Emmendingen über die drohende Zerstörung
      von denkmalgeschützten Fundamenten des ehemaligen Klosters Tennenbach
      und die Gefährdung des Wasserschutzgebietes informiert und diskutiert
      werden.
      Außerdem will der VCD Spenden für die mögliche rechtliche Auseinandersetzung einwerben.
      Um 14 Uhr wird der VCD dann einen Spaziergang im Tennenbacher Tal anbieten. Treffpunkt ist an der Kapelle.

      Im Anschluss daran können Interessierte am "3. Tennenbacher Gespräch" zu
      den Themen "Trinkwasser und Straße - Hochwasser und Brücke" mit
      Fachleuten – auch bei der Kapelle – teilnehmen.
      Um 17 Uhr trifft sich schließlich die Arbeitsgruppe "Freund/innen der Kapelle und des
      Tales" des Kulturkreises Emmendingen im Gasthaus Engel.

      Der ökologische Verkehrsclub Deutschland (VCD) hat bereits in den
      vergangenen Monaten bei Umweltminister Untersteller interveniert und
      sich für den Erhalt des Tennenbacher Tals bei Emmendingen stark gemacht
      und sich zuletzt auch mit einer Petition an den Landtag
      Baden-Württemberg gewandt. Darin hat er sich gegen den Ausbau der
      dortigen Kreisstraße positioniert. Eine Antwort des Petitionsausschusses
      des Landtages liegt noch nicht vor. Stattdessen ließ das Landratsamt in
      den vergangenen Wochen vorbereitende Arbeiten durchführen. Dabei wurden
      Bäume und Sträucher gerodet und eine Böschung abgeschoben.

      Um weitere Arbeiten zur Realisierung des Vorhabens zu verhindern, hat der
      VCD nun per anwaltlichem Schreiben das Landratsamt Emmendingen
      aufgefordert, alle weiteren Arbeiten zu unterlassen bevor nicht eine
      Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt und ein
      Planfeststellungsbeschluss erlassen ist. Notfalls ist der Umweltverband
      entschlossen, dies gerichtlich zu erzwingen.

      Um die Kreisstraße K5138 für den derzeitig geringen PKW nutzbar zu erhalten, reichen nach
      Ansicht des VCD kleinere Reparaturen der Straße aus. Außerdem fordert
      er, ab sofort konsequent den Schwerlastverkehr zu unterbinden, der
      verbotenerweise die kleine Straße als Schleichweg benützt. "Der Ausbau
      der Straße zöge nicht nur unverhältnismäßige Belastungen des
      Wasserschutzgebietes und der wertvollen historische Stätte Kloster
      Tennenbach nach sich, sondern auch deutlich mehr Autoverkehr," so
      VCD-Geschäftsführer Hannes Linck. "Denn die Straße soll ja nicht nur
      verbreitert, sondern auch begradigt werden, die Geschwindigkeits- und
      Tonnagebeschränkungen sollen aufgehoben werden."
    • Kurzer Bericht zur VCD-Aktion vom 6. Mai '17 (Verkehrsclub Deutschland e.V.)
      Am letzten Samstagnachmittag fand die oben angekündigte Veranstaltung an der Tennenbacher Kapelle statt. Der VCD hatte zum informativen "Spaziergang" geladen, was allerdings gleich zu Beginn vor der Kapelle in ein sehr emotional erregtes Streitgespräch zwischen den Fronten mündete. Extrem polarisiert! Doch der Vereinsvorsitzende vom VCD hat das gut moderiert und zusammengeführt, das Gemeinsame herausgearbeitet, sodaß sich auch die betroffenen Freiämter Bürger gesehen fühlen konnten. Schließlich wurde klar, daß die protestierenden jungen Freiämter auch mit einem schonenden Ausbau von 5m Breite und ohne Leitplanken einverstanden wären. Die ganze Chose liegt nur daran, daß ein Beamter am Schreibtisch vor Jahren so einfach mal ein paar schmale Straßen in der Gegend nach den Regeln und Vorschriften des autogerechten Straßenausbaus verbreitert hat, ohne Prüfung der Umweltverträglichkeit oder Einbezug betroffener Bürger.
      Herje, wieder ein exemplarischer Fall von Frustation über mangelnde Bürgerbeteiligung bei Planungen,... , beidseitig, aus Sicht der Bewahrer und aus Sicht der Modernisierer.
      Hilfreich wäre ein Schlichtungverfahren unter Beteiligung Aller, um gemeinsam und ergebnisoffen alle Varianten zu prüfen und miteinander zu entscheiden, bevor man bauliche Tatsachen setzt und die Topographie des Tales irreparabel verändert (wie schon mit Böschungsabgrabungen geschehen)!

      Ein paar Fotos. Trotz Nachbearbeitung sind sie sehr düster geworden, der Himmel trauerte und es drohte zu regnen. Bitte um Nachsicht:
































      Fotos: eigene

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    • Zwei Planzeichnungen der Kapelle mit Straßenquerschnit, zuerst den Ist-zustand darstellend und zweitens die aktuellen Straßenplanungen. Von Dipl. Ing. Nikolaus Koch vom KIT Karlsruhe. Er macht zusammen mit Frau Dr. Anne-Christine Brehm eine Arbeit zur Baugeschichte der Kapelle.







      Im Anschluß einige, gewichtige Argumente für die Verlegung der Straße aus dem Talgrund an den südlichen Talhang:



      Niemann Bürgerforum schrieb:

      Die Besonderheiten und Schönheiten des Tales können nur bewahrt - oder sogar gesteigert werden, wenn der Verkehr aus den Klosterfundamenten und den Landschafts- und Wasserschutzgebieten heraus genommen wird. Die Regeln dafür sind eindeutig und lassen weder Platz noch Bedarf für schlechte Kompromisse: LSS-VO: Verboten ist, was a) die Natur schädigt, b) den Naturgenuss beeinträchtigt und c) das Landschaftsbild verunstaltet. WSG-VO: In der Zone II ist der Neu-, Um, und Ausbau von Straßen und ...wegen verboten. RiStWag: Die WSG-Zone II ist von Straßen freizuhalten.

      Die ALTE STRASSE südlich des Tennen- oder Aubachs ist eine tief verfestigte, seit über 850 Jahren genutzte Straße. Auf ihr fahren Automobile seit es Kraftfahrzeuge gibt, und das bis heute.

      Sie ist heute auf den westlichen 250 m mindestens 5,5 m breit. Sie kann auf ca. 700 m auf der Talseite verbreitert werden, ohne dass Bäume oder der Waldtrauf auf der Bergseite geschädigt werden müssen. Die südlichen 200 m können in ca. 4 m Breite genutzt werden oder müssten aufwendig verbreitert werden.

      Die ALTE STRASSE verläuft durch kein Landschafts- oder Wasser-Schutzgebiet und durch keine archäologischen Befunde. Durch ihre Nutzung würden die Schönheit und die Besonderheit des Tales und der Kapelle gesteigert.

      Jeder der diskutierten Kompromisse und der Bau eines ersten Bauabschnittes bewirken das Gegenteil.

      Diese Aussagen sind richtig unabhängig von Emotionen, Aggressionen, Stimmungen und Abstimmungen.
    • Das Bürgerforum "Tennenbacher Tal" informiert:

      "Nachdem alle anderen Versuche ergebnislos geblieben sind, bzw. nachdem die ständig einseitig "perfektionierten" Pläne die zukünftige Situation für die "Schutzgüter" im Tal immer mehr verschlechtert haben, wird der Verkehrsclub Deutschland (VCD) nun versuchen, gerichtlich zu retten, was zu retten ist.
      Das Bürgerforum zum Schutz des Tennenbacher Tales hat zugesagt, die Anwaltskosten der Kanzlei Bannasch, Freiburg zu finanzieren. Zur Zeit fehlen noch rund 2.000 €. Das BÜFO bittet Sie deshalb darum zu prüfen, ob Sie ihm dabei mit einer Spende helfen können und wollen.
      Der VCD ist berechtigt, Spendenquittungen auszustellen. Einzelheiten wie die IBAN des VCD finden Sie in der Anlage "Bitte um Spenden".
      Mit Dank im Voraus und allen guten Wünschen - für Sie und für "unser aller" Tal."

      Für das Kleinod Tennenbach
      Wir sind für eine angemessene Straße
      zwischen Torrain und Sonnenziel/Stockberg.
      Wir sind für die Bewahrung der Schönheiten des Tales.

      Das Beides geht zusammen!


      Spendenaufruf

      Das „Bürgerforum zum Schutz des Tennenbacher Tales“ bittet:
      Bitte helfen Sie dem VCD bei seinem Engagement für das Tal mit einer Spende
      auf das Konto des VCD Südbaden e. V.; GLS-Bank:
      IBAN DE91 4306 0967 8022 3609 00; Verwendungszweck: „Klage Tennenbach“


      Bürgerforum zum Schutz des Tennenbacher Tales – Emmendingen
      Kontakt: Almut Langbein; a-langbein@t-online.de;





      In der Planzeichnung ist grün gestrichelt der Variantenvorschlag einer Nordumfahrung eingetragen. Auf der folgenden Seite wird dieser Vorschlag weiter ausgeführt!

      Quelle: BÜFO Tennenbacher Tal

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