Bremen - Wiederherstellungen/Renovierungen Bremer Häuser

  • Ja, Handwerker zu bekommen ist fast unmöglich im Moment... wir suchen auch seit einem Jahr.


    Dieser Autowahn ging soweit, dass manche Leute sich sogar ihr Erdgeschoss in eine Garage umgebaut haben, ist hier bei uns in der Straße einmal der Fall... statt der typischen Bremer Wohn-/Esskombination hintereinander nun eine Doppelgarage für zwei Autos hintereinander, bei 6 m Grundstücksbreite ist klar, dass da nur noch wenig Platz überbleibt für einen schmalen Pfad zur Eingangstür. Dazu natürlich durch die Zufahrt zwei straßenbündige Parkplätze weg, was den Parkplatzmangel in der Straße weiterverschärft und andere Hausbesitzer auch zu derartigem Blödsinn veranlasst.


    Es ist im Nachhinein wirklich völlig irre, was die Menschen mit diesen deutschlandweit einmalig schönen Häusern und Grundstücken gemacht haben...

  • Tja, MAK,


    Umweltschutz gehört ebenfalls wie Ökologie zu den positiv konnotierten Begriffen, gegen die man erst mal nichts einwenden kann. Das Beispiel Radwegbau gegen Alleebäume zeigt ja, in welchem Dilemma man selbst steckt.


    Wesentlich eindeutiger wird unsere Haltung sein, wenn mit dem Umweltschutz/Ökologiebegriff rumgetrickst wird. Dazu zwei weitere Beispiele:

    • Bei einem Besuch in Erfurt wurde mir ein erschreckendes Beispiel von Umweltschutz präsentiert. In einem Stadtteil mit viel Jugendstilarchitektur wurde die wunderschöne Fassade, von der ich noch die Reste im oberen Bereich betrachten konnte, mit Styropor verkleidet. Der Rest sah schon so aus, wie alle Neubauten heute: Modern und damit glatt ("reduziert auf das Wesentliche")! Wie meistens, lag die Ursache auch hier wohl, wie ich nur spekulieren kann, im ökonomischen Bereich. Der Hauseigentümer wird folgende Überlegungen angestellt haben: Ich habe 50 000.--Euro auf der sogenannten hohen Kante. Durch die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank bekomme ich dafür z. Z. etwa 0,01% Zinsen bei einer durchschnittlichen Inflation von 2%. Verkleide ich die Jugendstilfassade mit Styropor, bekomme ich einmal eine steuerliche Vergünstigung, da die Bundesregierung das unterstützt, zum zweiten kann ich dann die Miete erhöhen, da hier die Gebäudequalitiät "verbessert" wurde. Beides zusammen bringt mir mehr an Ertrag für meine 50 000.-- als beispielsweise das Tagesgeld. Dass Energieeinsparungen sinnvoll sind, wird keiner bestreiten. Gut, dass das vom Bund unterstützt wird. Die Frage ist aber: WIE und für welchen Preis! Die Styroporwand wird in einem zweiten Arbeitsschritt mit einem giftigen Antischimmelmittel bestrichen, die Haltbarkeit des Styropors wird mit etwa 20 bis 25 Jahren eingeschätzt. Danach muss es ab und gilt als Sondermüll, der nicht mal mehr verbrannt werden darf. Das ist eine nachhaltig hohe Umweltbelastung aus Umweltschutzgründen. Übrigens: Auch die Ästhetik ist ja Umwelt, die aber leider wg. Umweltschutz (Styroporverkleidung nicht geschützt wird. Ihr seht, der Irrsinn hat Methode, wie es so schön heißt.
    • Das Ökohaus ist auch so ein Begriff, den wir erst mal positiv besetzen. Geringer Energieverbrauch der Nutzer ist erst mal unterstützenswert. Aber, ich weiß nicht wie es Euch bisher damit ging, wenn ich mir dann die Fassaden der Häuser ansehe, habe ich immer den Eindruck, dass der Ökologiebegriff benutzt wird, um von den ästhetischen Unzulänglichkeiten der Architekten abzulenken. Was soll man sagen, ist zwar ein Ökohaus, sieht aber scheiße aus. Bei der Fassadengestaltung brauchten sich die Architekten nicht groß anstrengen. So ist der Ökohausbegriff auch eine Falle, die unsere Aufmerksamkeit auf die Ökologie lenkt und uns dadurch bei der Ästhetik ein wenig die Kraft der Aufregung nimmt und uns ganz milde stimmt.
  • Zumal ja die Wärme zum Großen Teil durch das Dach und die Fenster nach außen dringt. Die Wände machen nur einen Prozentsatz von 20-25% aus. (siehe hier) Ich denke sogar weniger, dass exakte ökonomische Rechnungen bezüglich höherer Miete etc. die Ursache für die Styropor-Wut sind. In der Nachbarschaft hat einer sein Gründerzeit-Haus auch zum Schaumstoff-Nichts umgebaut, obwohl der gar keine Mieter hat. Es sind Milchmädchenrechnungen. D.h. sie glauben an eine Ersparnis, rechnen aber die Fassadenerneuerung nach 20-25 Jahren nicht ein, ebenso nicht die eventuellen Entsorgungskosten als Sondermüll. Zudem ist da der Glaube, etwas für die Umwelt zu tun.


    Ich kenne selbst z.B. eine Freundin, die als Eigentümerin das auch selbst bewohnte Mehrfamilienhaus gedämmt hat. Als ich das bemängelte, war sie ganz erstaunt: "Was ist denn daran nicht gut?"...


    Wenn Du ihnen nur lang genug in den Medien einhämmern würdest, es wäre für die körperliche Gesundheit der Bewohner gut, wenn der Fassadenfarbe Guano beigemengt würde und man dann sämtliche Arzneikosten sparen würde, gäbe es auch genug Leute, die plötzlich anfangen, ihre Häuser mit Vogelkot neu zu streichen.


    Vielleicht sollte man den Leuten heute einfach mehr erzählen, dass der Klimawandel bald eintritt und es dann so heiß wird, dass Styropor ganz schlecht für die Häuser ist, da die Wände nicht mehr abkühlen. Oder dergleichen.

  • Hier mal ein paar kleine Sanierungsgeschichten aus Bremen:


    Im Ostertorsteinweg werden zwei gründerzeitliche Geschäftshäuser renoviert und aufgestockt. Allein, dass es in einer solchen Lage in Bremen auch heute noch reichlich nur zweigeschossige Häuser gibt, zeigt, dass der Rückstand der wirtschaftlichen und demografischen Entwicklung ein bereits älteres Phänomen ist. So machen viele Bremer Straßen einen sehr uneinheitlichen Eindruck, weil die Geschosszahlen frei variieren, auch schon in der Originalbebauung.


    Vorzustand von google Streetview:



    Jetzt im Bau, das niedrigere, rechte, bereits um ein Stockwerk aufgestockt, aber anscheinend kommt noch ein weiteres Stockwerk drauf:



    Mal sehen, wie das dann im Ergebnis aussieht. Besonders hohe Erwartungen sollte man hier besser nicht haben.


    Beispiele für diese ständigen Versätze in den Geschossen mal hier:



    oder hier:



    etwas einheitlicher mal hier:


  • Bei diesem von MAK bereits gezeigten Haus sind nun nach locker einem Jahr endlich die Gerüste gefallen, das Ergebnis weiß zu gefallen (Vorzustand mit abgehängten Decken und zugeklebten Oberlichtern):


  • Zufallsfund in der Ellhornstraße. In dieser Straße, wenn nicht gar in dem gesamten Quartier um das Alte Gymnasium herum, gibt es glaube ich nur ein überlebendes Altbremerhaus. Nun hat wohl ein Bauherr an einem Haus Hand angelegt. Ich meine mich zu erinnern, die Fensterumrahmungen etc. hätten zuvor nicht existiert. Gleiches gilt für die Sprossenfenster. Der vorherige Zustand lässt sich leider nicht über Maps recherchieren. Jedenfalls ein seltsamer, aber erfreulicher Anblick in dieser sonst eher tristen Straße.

  • Ich habe hier mal ein schlechtes 3D-Foto von GoogleMaps angehängt, welches zeigt, dass Du Dich richtig erinnerst. Es handelt sich um die gesamte Reihe, ganz rechts ist auch noch ein erhaltenes Haus in akzeptablem Zustand, das Haus, um das es geht, ist das zweite von links mit der "eierschalenen"/gelblichen Farbe:



    Insofern wirklich mal eine schöne Geschichte, auch wenn ich hier irgendwann demnächst auch mal wieder eine schlimme Geschichte aus Peterswerder erzählen werden muss.


    Insgesamt ist es schon tragisch, was allgemein in der Bahnhofsvorstadt und in Utbremen verloren gegangen ist, gerade in der zentralen und westlichen Bahnhofsvorstadt lagen richtig bürgerliche, "gute" Viertel mit entsprechend großen, prachtvollen Bremer Häusern wie dem gezeigten. In dieser Art gibt es vergleichbare Bereiche mit einem ähnlichen Charakter wohl nur noch in Teilen des nördlichen Ostertors, etwa zwischen Kohlhökerstraße, Dobben und Schleifmühle. Die ganze Gegend ist -wie so viele- nur noch ein Schatten ihrer selbst.

  • Nochmal was Kleines, aber nicht minder Wichtiges. Neben vielen Gartenzäunen, Wintergärten und Treppenpodesten, die wiederhergestellt werden, gibt es auch einen erfreulichen Trend bei den Haustüren, hier mal drei Haustüren einer Reihe gründerzeitlicher Häuser in der Östlichen Vorstadt, das letzte wurde letztes Jahr mäßig renoviert (neuer Anstrich, alte Plastikfenster, aber immerhin wurde die fürchterliche Aluhaustür noch ausgetauscht):



    Bereits vor zwei Jahren wurde die Tür des Nachbarhauses ausgetauscht:



    Und so sieht die Originaltür am Nachbarhaus aus, die Neuinterpretationen sind natürlich immer noch nicht optimal, aber um ein Vielfaches besser als die leider nicht von mir dokumentierten Grausamkeiten:



    Wie gesagt, so etwas läuft hier permanent, in 80% der Fälle auch in die richtige Richtung, wobei ich erst kürzlich wieder einen Plastik-Landhaustüreneinbau in ein intaktes Bremer Haus dokumentieren musste. Trotzdem sind diese kleinen Dinge (Gartenzäune, Haustüren, neue Holzfenster mit richtiger Unterteilung, weniger quietschige Anstriche, Wintergärten, verflieste Treppenpodeste neu mit Sandstein auslegen) in der Summe für das Stadtbild wohl fast wichtiger als einzelne, spektakuläre Wiederherstellungen, wenngleich es von letzteren natürlich auch nie genug geben kann.

  • Beim eins weiter oben präsentierten Renovierungsprojekt in der Ellhornstraße, das MAK gezeigt hatte, sind die Gerüste gefallen. Das Ergebnis ist für Bremen von hoher Qualität: Wiederbestuckt, und zwar nicht in der Minimalvariante, sondern recht opulent:



    Ich frage mich nur, ob das ein Steinvorgarten werden soll??!!

  • Leider ist es wie befürchtet ein Steingarten geworden. Wobei diese Ansammlung von Steinchen nichts mit einem Garten zu tun haben. Aber ich will nicht meckern. Ganz tolle Sanierung vom Eigentümer, Chapeau! und vielen Dank. Vielleicht bringt es die Eigentümer der unmittelbar benachbarten Häuser ja zum Nachdenken.



    In der Mozartstraße tut sich nun in der Tat etwas. Wie von Heinzer in Erfahrung gebracht wird das Haus saniert. Die Holzfenster sind schon eingefügt. Ein Glück, das war wirklich ein Abrisskandidat.


  • Nach meiner Haustürgeschichte weiter oben jetzt mal ein weiterer Exkurs in den Bereich Gartenzäune in von Bremer Häusern bestandenen Straßen. Wie bei fast allem in Bremen gibt es hier ein Sammelsurium verschieden misslungener Nachkriegslösungen, die radikalsten wie immer mit dem Abriss des Zauns und seiner Fundamente, dazwischen irgendwelche Varianten mit neuen Zäunen auf alten Fundamenten oder alten Zäunen auf neuen Fundamenten, moderne Zäune, tlw. Mauern... insgesamt ist der Erhalt des Originals leider sehr selten, in der Östlichen Vorstadt würde ich schätzen, dass maximal 20% der erhaltenen Bremer Häuser noch den originalen Gartenzaun vor der Tür haben.


    Hinein ins Potpourri. Variante 1 Zaun durch moderne Geschmacklosigkeit ersetzt:



    oder ganz entfernt inkl. gepflastertem Vorgarten:



    hier neuer Zaun mit Schottervorgarten:



    Variante 2 sind mehr oder minder gelungene Replikationsversuche der alten Zäune:



    Erfreulicherweise werden in letzter Zeit vermehrt die alten Fundamente der Zäune aus Beton rekonstruiert:



    Der Originalzaun wurde demontiert, wird gerade aufgearbeitet und wieder eingesetzt.


    Original sehen diese Fundamente so aus:



    sie wurden leider oft durch die oben gezeigten Backsteinfundamente ersetzt, auch weil sie natürlich nach 100 Jahren häufig in schlechtem Zustand sind.


    Es gibt auch die Variante alter Zaun auf neuem Fundament:



    Am schönsten bleibt der Originalzustand, wenngleich er meist eine gewisse Morbidität ausstrahlt:




    In vielen Straßen werden mittlerweile unpassende Fundamente, Backsteinmauern oder gar Holzlattenzäune/Jägerzäune etc. wieder durch an die Originale angenäherte Metallzäune auf den replizierten Betonfundamenten ersetzt, wobei die Rekonstruktion der Zäune aus Gusseisen mit Vernietung sehr teuer ist und sich meistens für die preiswertere verzinkte Druckgussvariante entschieden wird, was wiederum der Optik nicht zuträglich ist.


    Bremer Straßen werden nicht nur durch die Fassaden, sondern auch durch diese sich bis in den Kernbereich der gründerzeitlichen Stadterweiterungen, in vielen anderen Städten nur den großbürgerlichen Vierteln vorbehaltenen Vorgärten mit ihrer durchdachten Gestaltung der Treppen, Wintergärten und Gartenzäune/Pforten sowie natürlich der Haustüren geprägt. Genauso wichtig wie die Wiederherstellung verhunzter und entstuckter Fassaden ist die Wiederherstellung der Gartenzäune, Treppenpodeste und Wintergärten. Auch hier passiert permanent sehr viel, das meiste erfreulicherweise in die richtige Richtung, wenngleich das Beispiel von MAK direkt hier drüber mit dem herrlich wiederbestuckten Haus, welches dann einen geschotterten Vorgarten (!!) erhalten hat, eben zeigt, dass es noch ein weiter Weg ist. Das Geschmacksempfinden vieler Menschen scheint einfach verschüttet zu sein.

  • Nochmal die Ilsenburger Straße und etwas zum Thema "Dominoeffekt":



    Wir sehen die Ostseite der Ilsenburger Straße in Bremen, es handelt sich um eine Reihe von 9 späthistoristischen Bremer Häusern, hier um Zustand 2012, so sah es aber auch 2016 noch aus. Als erstes wurden beim auf dem obigen Bild ersten Haus die ursprünglichen Proportionen wiederhergestellt, allerdings ärgerlicherweise mit etwas niedrigeren als üblichen Fensteröffnungen im 1. OG, dann wurde wenig später das 5. Haus in der Reihe (das beigefarbene mit der "Panoramascheibe" im OG) in gleicher Art saniert. Hierüber findet Ihr auf Seite 2 dieses Strangs die entsprechenden Fotos.


    Nun musste ich zu meinem Erstaunen feststellen, dass zwischenzeitlich auch das zweite, hier hellgelbe Haus im letzten halben Jahr ganz klammheimlich saniert wurde in unserem Sinne:



    Erfreulicherweise wurde sogar die richtigen Proportionen der Fenster im 1. OG wiederhergestellt, der Wermutstropfen aber ist die Nichtanpassung der Fenstergliederung im 2. OG - irgendwas ist immer in Bremen ;)


    Noch ein Foto mit allen drei sanierten Häusern von der Gegenperspektive:



    Und die beiden ersten Häuser nochmal von nahem, links die falschen Fenstergrößen im 1. OG, rechts das nicht angepasste 2. OG:



    Trotzdem eine schöne Geschichte und Beleg für den Dominoeffekt. Genau wie sich in den 60er und 70er Jahren damals diese Form von "Modernisierungen" (Entstuckung, Horizontalisierung etc.) durch intakte Straßen fraßen, geschieht dies auch bei den Korrekturbewegungen. Dass am Ende immer noch irgendetwas nicht gut gelöst wird (nur tlw. Wiederbestuckung, die besagten Fensterproportionsprobleme usw.) müsst Ihr verzeihen. Man ist schließlich in Bremen. Entschuldigt die weiterhin erbärmliche Fotoqualität, dit war früher irgendwie besser jelöst jewesen.

  • Das Haus, das MAK weiter oben gezeigt hatte, sieht nur 6 Wochen später aus wie unten:



    Dies war der Zustand seit 2 Jahren gewesen. Die Baustelle stand für mindestens ein Jahr, ohne dass ein Fortschritt erkennbar gewesen wäre:



    Das Haus war wohl das letzte seit der Veränderungssperre für die Mozarttrasse in den 50er Jahren nicht mehr sanierte Haus im Ostertor. Die meisten dieser Häuser waren entweder relativ direkt, nachdem die Planungen gekippt worden waren, saniert worden - oder bereits im Zuge der Trassenfreiräumung abgerissen worden. Das Haus war vollkommen vergammelt mit undichtem Dach und in einem wirklich desolaten Zustand - einmal mehr ein Beweis, dass alle Abrissbegründungsfloskeln wie "nicht mehr zu retten" Quatsch sind.


    Gegenüber sieht es auch nach einer beginnenden Sanierung eines Hauses aus:



    Mal sehen, wie es da weiter geht. Zum Schluss noch ein kleiner Herbstgruß:


  • Kleine Entdeckung aus der Neustadt, genauer aus dem Kirchweg. Aus diesem ziemlich typisch bremisch verhunzten Altbau (man beachte die Nachbarhäuser), leider der Vorzustand nur als googleEarth-Bild:



    ist nun das Erdgeschoss auf erfreuliche Weise umgebaut worden, das ohnehin etwas atypische Haus deutlich aufgewertet:


  • Der Umbau im Kirchweg gefällt mir ausgesprochen gut.


    In der Mathildenstraße im Fesenfeld gibt es auch so ein recht unüblich langgestrecktes Reihenhaus, bei dem das Erdgeschoss atypisch zu der sonst üblichen vertikalen Anordnung der Fenster ist, hier allerdings größer und mit abgerundeten Oberlichtern. Das Bild entspricht (zum Glück) nicht mehr der Wirklichkeit, die Garage ist meiner Erinnerung nach nun Wohnraum und die ursprünglichen Maueröffnungen sind nun wieder freigelegt. Mir ist das damals recht positiv aufgefallen, darum hatte ich sofort diese Assoziation.


  • Am östlichen Ende der Feldstraße stockt jemand übrigens ein verhunztes Altbremerhaus auf.


    Vorzustand. Ich hatte zunächst gehofft, dass der Eigentümer, vielleicht ein seit langem trockengelegter Kapitän des Norddeutschen Lloyd, warum sonst sollte man ein Bullauge in das Haus setzen?, ganz klassisch vertikale Fenster einfügt, aber die Fensteraussparungen im neuen Geschoss zeigen leider den Weg auf.

  • Mal wieder zwei Beobachtungen meinerseits.


    Einmal Außer der Schleifmühle unweit der ehemaligen Musikbibliothek. Hier hatte ich schon - angesichts der Entwicklungen weiter westlich - mit dem Schlimmsten gerechnet. Anscheinend wird das Haus wurden aber nur die Fenster ausgetauscht.



    Und in der Römerstraße (oder war es die Wielandstraße) im Viddel hat jemand glaube ich die alten Fensterproportionen wiederhergestellt?


  • Aber leider wieder diese hässlichen, umweltunfreundlichen Plastikfenster...vor allem in Westdeutschland verschandelt dieser Plastikmüll ganze Straßenzüge alter Gründerzeitensembles und dann wunder sich manche Bewohner, weshalb sie innen Schimmel bekommen...

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Sehr unglücklich in der Tat. Plastik wirkt immer billig, und wenn dann noch nicht einmal die Proportionen stimmen (wie beim obigen Beispiel im OG mit den fehlenden Mittelteilungen), dann kann man es tatsächlich lieber gleich lassen, meine ehrliche Meinung. Es wird in Bremen bei Altbausanierungen weiterhin dilettiert. Gelungene Sanierungen sind Zufall und mitnichten ein Trend oder wie in Leipzig eine Selbstverständlichkeit.


    MAK: Das Haus in der Römerstraße hatte ich auch auf dem Kieker, ich glaube aber, dass ist nur eine Fassadensanierung mit neuen Fenstern, muss mal bei googleEarth kucken.

  • Kleine Spezialrunde heute. Fokus nochmal Haustüren, auch diese prägen die Ästhetik der Straße in nicht unerheblichem Maße. Normalerweise würde ich jetzt hier hauptsächlich die verbockten Türen zeigen, den weißen Plastiklandhausstil und die Alutür... heute aber in diesen komplizierten Zeiten mal einfach nur etwas Schönes.


    Die Haustüren in Bremen waren bis in die 30er Jahre hinein ein ganz wichtiger Teil der Fassade, es wurde viel Geld investiert, und durch die Reihen von Ein- und Zweifamilienhäusern gibt es pro Straße auch einfach mehr. Im Folgenden ein kleiner Spaziergang (< 1km), wirklich nicht sehr selektiv, durch die Pracht der Haustüren an Bremer Häusern und Zwischenkriegshäusern in der Östlichen Vorstadt, zunächst ein paar Türen aus dem ersten Jahrzehnt des 20. Jhdts:




    Hier mal eine klassisch-doppelflügelige Haustür, wie sie bis zum Ende des Historismus in Bremen üblich war:



    Die 30er Jahre:



    20er Jahre: