Bremen - Wiederherstellungen/Renovierungen Bremer Häuser

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    • Ach wie schade. Da kommen einem fast die Tränen. Aber auch da sieht man wieder wie auch beim Lloyd-gebäude, dass es nicht zwingend der Zweite Weltkrieg war, sondern dass man auch ohne Zerstörungen der Gründerzeit massiv zu Leibe gerückt ist.
      Und diese Abneigung spürt man ja in Teilen bis heute. Ich finde das höchst bedauerlich.
      APH - am Puls der Zeit
    • Vielleicht sollte mal einer mit der Sparkasse reden und sagen in was man sinnvoll sein Geld investieren sollte, 1-2 Millionen Euro und der kastrierte Gründerzeitbau glänzt wieder im alten Gewand!

      Es wäre Zeit das die Sparkasse den Bürgern auch mal wieder was zurückgeben könnte, mit einer Reko an dieser Stelle wäre dem wohl genüge getan!
    • Ich weiß zwar, dass die nachfolgenden Bilder nicht zum Thema Wiederherstellung/Renovierung passt, allerdings hatte Heinzer nun das Sparkassengebäude eingestellt - vorher nachher - solch eine Beitrag möchte ich jetzt auch bringen und zwar über die Kohlhökerstraße 29 (Besser wäre aber ein neuer Strang z. B. Abrißstadt Bremen -Viertel).
      Es geht hier um das Wohnhaus von Bremens größten Mäzen, Franz Schütte. Dieser spendete unseren wunderschönen und großen Bürgerpark in der Nähe der Innenstadt, die beiden Domtürme sowie eine große Summe für das Neue Rathaus.
      Es gibt wohl keinen Abriss, der mich mehr aufregt und mir die Zornesröte ins Gesicht treibt wie dieser Gebäudeverlust. In den 1960er Jahren wollte das Stadtplanungsamt, speziell Senatsbaudirektor Franz Rosenberg, die Innenstadt erweitern und suchte einen Platz am Rande, nämlich in der Kohlhökerstraße. In dieser Straße standen prächtige Gebäude aus der Epoche des Historismus. Besonders Schütte´s Haus war aufwändig gestaltet, Steinmetzarbeit auf höchstem Niveau. Schütte war reich geworden mit einer Petrolium Firma, die er später an die Amerikaner verkaufte, daraus wurde dann ESSO.
      Die Baubehörde suchte nun einen Platz für die neue Bremer Landeszentralbank. Die unten zu sehenden drei Gebäude wurden abgerissen, das Gebäude in der Mitte gehörte Schütte.



      Dafür kam die Landeszentralbank....



      Und heute? Jetzt wird auch die Landeszentralbank abgerissen - der Abriss der Schütte-Villa war also vollkommen umsonst - dafür kommt moderne Wohnbebauung mit mehr als 200 Wohnungen und in den ehemaligen großen Gärten wird ein Hochhaus gebaut. Darüber gibt es einen Artikel mit entsprechenden Bildern im Weser-Kurier, über die ich nicht verfüge. Kann jemand diese Bilder und den dazugehörigen Bericht liefern?

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    • Ostwestfale, vielen Dank für den Artikel. Nachdem ich mir das angesehen habe, muss ich mich sogar noch für die wirklich ungeliebte Landeszentralbank stark machen. Dieser Neubau mit über 200 Wohnungen stellt alles in den Schatten in diesem sonst von traditioneller, kleinteiliger Architektur geprägten Stadtteil. Die gegenwärtige Moderne treibt es immer wilder. Unterstützt wird dieser Neubaukomplex von der Senatsbaudirektorin Reuther. Beruflich in der DDR sozialisiert, manche sagen auch mit dem Studien-Schwerpunkt Plattenbau, scheint die "sozalistische Moderne" jetzt auch noch auf Bremen abzufärben. Schlimmer geht´s nimmer oder wie Honekcher sagte: Rückwärts nimmer, vorwärts immer".

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    • Nix Dolles, nur eines der vielen Beispiele von neuen Fenstern, die dem Haus gleich einen anderen Charakter geben. Hier hatte der Besitzer gottseidank der Versuchung der baulichen Horizontalisierung widerstanden und "nur" die Oberlichter zugenagelt, um seine Decken abhängen zu können. So etwas ist natürlich leichter rückgängig zu machen als die üblichen Querfenster:



      Jetzt:


      Wie gesagt, nicht ganz fertig, Gauben unpassend, die schönen rotorangen Spaltriemchen unwiederbringlich geschmacklos angemalt. Nichts Dolles, aber eben eine der vielen kleinen Verbesserungen im Stadtbild.
    • Zur Neubebauung in der Kohlhökerstraße hat sich nun eine Bürgerinitiative gegründet (Siehe auch meinen Beitrag hier lf. Nr. 45).
      Die Website ist zu erreichen über: keinhochhaus.org

      Bürgerinitiative Kein Hochhaus im Viertel

      Aktuelles und Meinungen
      Es geht weiter...
      Gründungsversammlung mit angeregter Diskussion - Resolution verabschiedet
      Worum es geht:

      Auf dem Gelände der Landeszentralbank zwischen Kohlhökerstraße und Imre Nagy Weg soll eine neue Wohnanlage gebaut werden. Bestandteil dieser Wohnanlage soll ein Hochhaus mit 14 Stockwerken sein. Dieses Hochhaus ist dann ungefähr so hoch wie das GewobaHochhaus.
      Am 12. Februar 2019 haben sich Anwohnerinnen und Anwohner im Gemeindesaal der Freien Christengemeinde in der Heinrichstraße versammelt. Hier das Ergebnis:
      Resolution
      Wir, die hier im Saal der Christengemeinschaft am 12. Februar 2019 Versammelten, haben beschlossen:
      Wir lehnen die geplante Hochhausbebauung an der Kohlhökerstraße mit großer Entschiedenheit ab. Nach dem Sturz der „MozartTrasse“ sehen wir das als einen erneuten Angriff auf die hoch verdichtet gewachsene Struktur unseres Viertels. Wir wollen nicht, daß die Struktur der typisch Bremischen Bauweise
      durch eine überdimensionierte Architektur schrittweise ersetzt wird.
      Wir fordern daher die zuständigen politischen Gremien
      wie Bürgerschaft und Senat sowie den dahinterstehenden
      Investor auf, von seinem Ansinnen abzulassen,
      Änderungen an dem bestehenden Bebauungsplan
      vorzunehmen.
      Das ist allerdings erst der Anfang, viele Awesende haben sich auf die Beteiligungslisten eingetragen, in den nächsten Tagen schauen wir, wer welche Aufgaben übernehmen kann. Wer sich beteiligen möchte, kann das gerne über das Kontaktformular unter dem Punkt "Aktiv werden" mitteilen, je mehr wir sind, desto besser.

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    • Oben gezeigtes Haus in der Hamburger Straße hat eine neue Eingangstür bekommen:

      (Vorzustand, Zwischenzustand mit neuen Fenstern bereits oben gezeigt:)





      Renovierung in der Mindener Straße, das Haus war extrem runtergekommen und ist (bis auf die unvermeidlichen Dachgauben) sehr geschmackvoll renoviert worden. Der Wintergarten wird bestimmt auch noch rekonstruiert:

    • Vorgärten noch sehr unharmonisch

      An den Bildern läßt sich sehr schön exemplifizieren, daß neben der Wiedereinsetzung von Fenstern in originalgetreuer Aufteilung, insbesondere die Wiedererlangung der ursprünglich durchgehenden Vorgartenzäune ein großes Desiderat und eine zwingenden Notwendigkeit dafür ist, die ehedem vorhandene Harmonie des Gesamtbildes der gründerzeitlichen Vorstadtstraßen Bremens zurückzuerlangen. Denn wie man hier sehen kann, herrscht trotz vorbildlicher Fassadensanierungen in dieser Hinsicht eine disparate Zerklüftung vor: Hier ein noch intakter Vorgarten mit originalem Jugendstilzaun und Wintergarten, dort eine zaunlose, gepflasterte und als Parkplatz genutzte Ödnis, an wieder anderer Stelle ein schmuckloser Nachkriegszaun, der nur die halbe Höhe des ursprünglichen Gartenbegrenzers erreicht, schließlich ein zaunloses ungepflegtes Gestrüpp-Dickicht. Die Fassaden sind somit nur der erste Schritt, dem weitere folgen müssen, will man den Idealzustand von vor 1914 wieder erreichen ! Vielen Dank Heinzer, daß Sie mit Ihren Bilder darauf aufmerksam gemacht haben !
    • Absolut, die Gestaltung der Vorgärten inklusive der Gartenzäune ist unheimlich wichtig für den Gesamteindruck. Es ist ja gerade eine der positivsten Eigenschaften der Bremer Häuser, diese halböffentliche Zone vorm Haus so unheimlich elegant gestaltet zu haben, egal, ob es nun ein Wintergarten ist oder nur eine Treppe zum Sitzen. Das Leben in diesen Straßen spielt sich (abseits der Hauptstraßen) in der schönen Jahreszeit zur Straße ab, habe allein heute schon wieder mehrere Familien und Gruppen vor ihren Häusern Kaffeetrinken und sogar grillen sehen. Was menschenfreundlicheres und sozialeres als diese von Bremer Häusern bestandenen Straßen gibts eigentlich nicht (zumindest nicht als dichte städtische Bebauungsform)... die Kinder spielen lassen, irgendein Nachbar ist immer draußen und kuckt ein bisschen mit. Hat was von Bullerbü, und dieser Begriff fällt hier tatsächlich immer wieder unter Nachbarn, auch wenn es in der Kriminalitätshauptstadt Bremen seltsam wirken mag.

      Der Reinlichkeitswahn der Nachkriegszeit hat auch vor den Vorgärten nicht Halt gemacht, also weg mit den Rosen und den Glyzinien



      weg mit dem Efeu, Fassade abwaschbar fliesen, Rollädenkästen, Vorgarten mit Betonpflaster auslegen und/oder Souterrain zur Garage ausbauen, vulgo jeglichen Wohlfühlcharakter zerstören.

      Dafür konnte man es gut fegen und sogar saugen und mangels Pflanzen (wenn überhaupt, irgendwas Immergrünes wie Kirschlorbeer oder Thuja) ist es auch herrlich "pflegeleicht". Gibt auch in unserer Straße Leute, die das tun, mit einem Staubsauger einmal wöchentlich über den Waschbeton zu gehen, der mal Vorgarten war. Leider kein Witz.

      Schön abwaschbar, alles, Stuck ab, Fliesen dran, Eingang ins Souterrain, fertig:



      Aber: Auch hier ist eine Trendwende zu sehen, es werden bei Eigentümerwechseln Zäune im Stile des Hauses gebaut und viele der Waschbetonbrutalität weggerissen. Gerade erst letztes Jahr hat ein Nachbar sein Treppenpodest (vorher Waschbeton) wieder durch Sandstein ersetzt und einen neuen/alten Zaun errichten lassen. Das dauert natürlich alles, weil es aufgrund der zersplitterten Eigentümerstruktur meist nur im Rahmen von Eigentumswechseln zu größeren Investitionen kommt, aber es tut sich überall etwas, langsam, aber beständig. Vieles merkt man auch gar nicht oder erst, wenn man sich mal 10 oder 20 Jahre alte Fotos anschaut.
    • Noch zwei Beispiele für völlig unbegreifliche Verunstaltungen der Vorgärten und Fassaden bei Bremer Häusern:



      Das linke Haus sah mal so aus wie das rechte..... man fasst es einfach nicht.

      Und hier noch einer meiner absoluten Favoriten in der Feldstraße. Souterrain und Hochparterre mit dem gesamten Glück der frühen Siebziger verunstaltet, Garage, Waschbetontreppe, Aluhaustür, Querfenster, roter "Landhaus"-Klinker, das gab dem ganzen noch so eine gemütliche Note, man kann sich förmlich die Holzpaneelen und die kleine Bar im Keller vorstellen.

      Leider oder besser Gottseidank hat die Kohle dann anscheinend nicht mehr für den 1. Stock gereicht, so dass dieses Kuriosum nun schon seit über 40 Jahren so herumsteht:



      ABER! Eine Renovierung ist begonnen worden, das Haus ist eingerüstet, wobei sie z.Zt. hauptsächlich am Dach zugange sind... ich habe mich ehrlich gesagt nicht getraut, zu fragen, ob sie sich auch noch an die Fassade machen. In Bremen ist alles möglich, auch ein Architekt, der die neuen Besitzer so berät, den Bruch irgendwie als "cool" oder typisch für die Zeit zu belassen.

      Ich werde berichten.

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    • findorffer wrote:

      Wenn ich das richtig sehe und beurteile, Pagentorn, hat man für den Umweltschutz - also einen Radweg, der mehr Fahrräder und damit weniger Autos auf die Straße bringen soll - die Alleebäume abgehackt.
      Anscheinend wurde tatsächlich die gesamte Reihe der Bäume entfernt und an deren Stelle der Fahrradweg angelegt - paradoxe Situation.

      Überhaupt stimmen mich die alten Aufnahmen immer ein bisschen wehmütig. Man erkennt die Straßenzüge zunächst gar nicht wieder und das selbst wenn die Fassadensituation - wie etwa in der Östlichen Vorstadt - sich seit Jahrzehnten in vielen Straßen im Großen und Ganzen nicht entscheidend verändert hat. Es sind zumeist die breiten Fußwege, die so fremd wirken: ist das wirklich noch diese Straße?

      Da wird einem mal wieder bewusst, welche Rolle die autogerechte Stadt in der Zerstörung dieser Straßen spielt; es wirkt nicht nur disharmonisch, wenn man die eng bepackten Reihen links und rechts der Straße sieht, durch die ich noch nicht mal mit meinem Hund hindurchschlüpfen kann, es ist auch immer wieder diese beiläufige Zerstörung des Vorgartens und des Souterrains, die auffällt. Die Parkplatzsituation ist so prekär, dass manch Eigentümer den gesamten Vorgarten oder den Wintergarten entfernt und daraus eine Garage bastelt: "Ausfahrt freihalten" - Schild drangepappt und voilà!, wir haben unseren Privatparkplatz - wieder ein Stück halböffentlicher Raum entfernt, my home is my castle. Ich glaube, viele parken dann ihren Wagen noch nicht einmal in der Garage, sondern davor. Der gesamte Umbau wirkt dann fast nur wie ein Vorwand für den eigenen Stellplatz.

      Eine ähnliche Situation besteht sogar in meinem eigenen Haus gleich um die Ecke. Der Voreigentümer (ein berühmter Werder-Spieler der '93er Meistermannschaft) hat den Vorgarten rasiert, Kies ausgestreut, Teile der Grenzmauer entfernt und hatte so seinen eigenen KFZ-Stellplatz. Immerhin hat er den Boden nicht gleich durchgepflastert. Übrigens aus meiner Sicht formell und materiell baurechtswidrig, wie alle Stellplätze in der gesamten Reihe. Wenn ich endlich einen kompetenten Handwerker finde (ich suche seit einem Jahr), werde ich den gesamten vorderen Bereich nach altem Vorbild sanieren und irgendwann auch den Stellplatz entfernen und einen Garten anlegen - der Blauregen ist schon gepflanzt.