Villen in der Karl-Tauchnitz-Straße

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Villen in der Karl-Tauchnitz-Straße

      Hallo, ich würde gern eine Diskussion ins Leben rufen um noch vorhandene sowie auch historische, heute nicht mehr vorhandene Villen in der Leipziger Karl-Tauchnitz-Straße und wollte fragen, ob daran Interesse besteht bzw. ihr euch daran beteiligt. Mein Ziel wäre es, historische Beschreibungen und Fotos genauso zusammenzutragen wie aktuelle Fotos (sei es von den noch vorhandenen Villen, sei es von der aktuellen Bebauung).

      Noch viel wichtiger wären mir aber Fakten zu den einzelnen Villen, also wann durch wen / welchen Architekten für wen erbaut, zum weiteren Schicksal (wann an wen verkauft, vererbt, vermacht, enteignet usw.) und wie zerstört die K-T nach dem Krieg war, was man hätte wiederaufbauen können, was nicht usw. usf.

      Zur Einstimmung einige historische Ansichtskarten zum Beginn der Karl-Tauchnitz-Straße, also zu dem Areal, das auch heute noch steht und inzwischen vollständig saniert ist.

      commons.wikimedia.org/wiki/Fil…a%C3%9Fe_4,_HGB)_SW_2.jpg

      commons.wikimedia.org/wiki/Fil…tra%C3%9Fe_4,_HGB)_SW.jpg

      commons.wikimedia.org/wiki/Fil…erstra%C3%9Fe_4,_HGB).jpg

      commons.wikimedia.org/wiki/Fil…Tauchnitz-Stra%C3%9Fe.jpg

      commons.wikimedia.org/wiki/Fil…uchnitz-Stra%C3%9Fe_N.jpg

      commons.wikimedia.org/wiki/Fil…Tauchnitz-Stra%C3%9Fe.jpg

      commons.wikimedia.org/wiki/Fil…m_Reichsgericht,_1911.jpg

      commons.wikimedia.org/wiki/Fil…%A4chterstra%C3%9Fe_2.jpg

      Zu sehen (wenn auch nicht auf allen Ansichtskarten) sind die Villen auf der stadtauswärts rechten Seite der Karl-Tauchnitz-Straße

      • Karl-Tauchnitz-Str. 2: Villa Otto Nauhardt (Verleger) - Architekt: Emanuel von Seidl – von 1984 bis 1999 Musikschule „Ottmar Gerster“
      • Karl-Tauchnitz-Str. 4: Villa Anna Göhring für die Witwe des Generalkonsuls W. Göhring) vermutlich von Max Pommer (1893-1894).
        • Baupläne sind von Maurermeister H. Brunno Oehlschlegel unterschrieben, der oft mit Pommer gemeinsame Projekte betreut hat; Pläne entsprechen jedoch vollständig dem Zeichenstil im Büro Pommer. Während der Bauphase wurden neue Pläne mit deutlich reduzierter Fassadengestaltung nachgereicht. Sanierung 2005, seitdem als Bürohaus genutzt.
      • 1895-1896 Karl-Tauchnitz-Str. 6: Villa Harck für den Leipziger Stadtrat und Rittergutsbesitzer Friedrich Julius Ferdinand Theodor Harck (1827-1908)
        • Die Witwe seines Sohnes Dr. Ludwig Friedrich - "Fritz" - von Harck (1855-1917) vermachte die Villa 1923 der Stadt Leipzig. In den 1950er Jahren wurde die Villa als Internat des Instituts für Berufsschullehrerweiterbildung genutzt. In den Jahren 2006-2007 wurde die Villa saniert und das Dachgeschoss ausgebaut, dazu eine Remise neu errichtet.
      • Karl-Tauchnitz-Str. 8: Villa Reißig - für den Leipziger Kaufmann Christian Gottfried Hermann Reißig - Architekt: Max Pommer (1893-1894)
        • 1924 verkauft, 1941 enteignet, danach Nutzung als "Haus der Frau", von 1965 bis 1993 Literaturinstitut „Johannes R. Becher“, 1995 Rückübertragung; 1997 Sanierung und Dachgeschossausbau
      • Karl-Tauchnitz-Str. 10: Villa Jenny Rentsch-Röder - Architekt: Peter Dybwad
      • Karl-Tauchnitz-Str. 12: (Villa Martha Schmidt-Reißig) - Architekt: Max Pommer (1894-1895) (Kriegsverlust)
        • 1936 Einbau eines Aufzugs – denkmalgeschützte Remise erhalten. Diese jetzt Hausnummer 10b und seit ihrer Sanierung 1994 als Frisiersalon genutzt



      sowie stadtauswärts linken Seite


      bis Höhe Wilhelm-Seyfferth-Straße

      • Karl-Tauchnitz-Str. 1: Villa Robert Julius Klinkhardt (Verleger) - Architekt: Max Pommer (1898-1899)
        • leichte Kriegsschäden. Diese wurden 1947 beseitigt und das Gebäude als russische Garantie- und Kreditbank AG genutzt. Später Gästehaus der SED-Bezirksleitung, ab 1962 Haus des Lehrers. saniert: 1995-1996, seitdem Sitz der Sächsischen Akademie der Wissenschaften
      • Karl-Tauchnitz-Str. 3: Villa Helene Schunk (Frl. Helene Julia Elisabeth Schunck) - Architekt: Max Pommer (1897-1899)
        • 1915 im Besitz des Verlegers und Stadtrats Conrad Georg Thieme (Anbau Terrasse nach Plänen von William Zweck). 1945 an Nordostecke beschädigt, 1946 repariert, 1956/57 Dachgeschossfenster von Walther Beyer vergrößert. saniert: 2002 (als Ärztehaus), 2006 Anbau Wintergarten



      Wilhelm-Seyfferth-Straße bis Grassistraße

      • Karl-Tauchnitz-Str. 5: Villa P. Richter-Bruhm - Architekt: Peter Dybwad (Kriegsverlust)
      • Karl-Tauchnitz-Str. 7: Villa Reißig Karl-Tauchnitz-Str. 7: für Kaufmann Hugo Reißig - Architekt: Max Pommer (1897-1898) – saniert 1998, seit 2001 Klinik für kosmetische & plastische Chirurgie
      • Karl-Tauchnitz-Straße 9 bzw. Grassistraße 2: Villa J. Ullmann von Max Bösenberg (Kriegsverlust)


      Bezüglich der Reihenfolge und Hausnummern in der Wächterstraße wäre ich für eure Hinweise dankbar. Damit habe ich mich noch nicht weiter beschäftigt.

      Die Links verweisen auf schon angelegte Kategorien in der Wiki-Commons, in denen ich schon angefangen habe, historische Beschreibungen und Darstellungen sowie Beschreibungen zu sammeln sowie in einigen Fällen eben auch aktuelle Fotos.
    • Hallo heandelfan,

      vielleicht ein Hinweis, wo man evtl. die alten Baugesuche samt den originalen Bauplänen finden kann:

      In Stuttgart habe ich in den 1990 er Jahren zu dem Haus recherchiert, in dem sich unsere Eigentumswohnung befand. Die Bauaktei der Stadt hat die Baugesuche zu allen noch existierenden Häusern. Dieses Baugesuch konnte ich samt Plänen kopieren. Damit hatte ich auch den Bauherrn samt dem Architekten ermittelt. Tatsächlich wurde das Gebäude aber nicht im Jahr der Baugenehmigung Nov. 1874 sondern erst 1875/76 errichtet. Im Adressbuch der kgl. Haupt- u. Residenzstadt Stuttgart war es erst 1877 als Wohnhaus, in den Jahren zuvor noch als Bauplatz ausgewiesen.

      Die Baugesuche nebst den dazu gehörenden Bauplänen von Häusern, die abgebrochen oder im Krieg zerstört wurden, also von nicht mehr existierenden Gebäuden, befanden sich in Stuttgart im Stadtarchiv.

      Vielleicht kannst du in Leipzig in dieser Richtung ermitteln, sofern du dies nicht schon gemacht hast.

      Viel Erfolg.
    • Bezüglich der Karl-Tauchnitz-Straße ist die Quellenlage eigentlich gut. Die drei zu nennenden Hauptwerke sind:

      - Leipzig und seine Bauten 1892
      - Das Leipziger Musikviertel 1997
      - Denkmaltopographie BRD Leipzig Denkmale in Sachsen Stadt Leipzig Südliche Stadterweiterung 1998 S. 268 ff.

      Dazu gibt es noch diverse Einzeldarstellungen in diversen Architekturzeitschriften, aber auch Postkarten.

      Desweiteren ist es empfehlenswert, den Musikviertel e.V. aufzusuchen, wo sehr viel Material gesammelt wurde.
      Jedes Gebäude hat da seine eigene Akte. Dokumente zur Karl-Tauchnitz-Straße wurden bereits seitens des Vereins digitalisiert und waren unter musikviertel.de online.
      Um Doppelarbeit zu vermeiden wäre es ratsam, diesen aufzufinden, zumal die Arbeiten damals weitgehend über Steuergelder finanziert wurden (ABM).

      Meinerseits hatte ich schon auf einiges hingewiesen, zuletzt im Vergleich des Standortes Karl-Tauchnitz-Straße 37



      im Jahre 1905


      im Jahre 2013

      Auch zu weiteren Gebäuden gibt es Vergleiche, wo oft nur anhand der über die Jahrzehnte gewachsenen Platanen der ehemalige Standort erkennbar ist. Als Beispiel gleich mal links daneben Nr. 35 die Villa Swiderski/Reclam um 1905



      nebst Vergleich im Jahre 2002



      Was für den o.g. bereits genannten Bereich der Karl-Tauchnitz-Straße zu beachten wäre, ist eben die Gesamtanlage der Straße mit dem Alleecharakter, Vorgärten und Gärten wie hier mit der Nr. 6



      um 1900 im Hintergrund mit der 1847 eingeweihten Katholischen Kirche St. Trinitatis auf ihrem richtigen Standort



      Vergleich vor Sanierung um 2001

      D.h. die Flächen um die Gebäude wurden mit den Straßenerweiterungen einfach nur plattgemacht, so daß diese heute unverdientermaßen eine beachtenswerte Tristesse ausstrahlen. So auch bei Nr. 8


      um 1900



      Vergleich um 2001

      Auf der anderen Seite (Die Fläche der Wilhelm-Seyfferth-Straße 2 wird gegenwärtig wieder bebaut und zählt folglich eigentlich nicht zur Karl-Tauchnitz-Straße.) hier noch als Beispiel die Nr. 5 von Peter Dybwad



      um 1910


      Vergleich um 2001

      Eigens vom Musikviertel hatte damals eine CD zusammengestellt (einschließlich Gewandhaus, Reichsgericht und alle Straßen), gerade weil auch im weiteren Verlauf der Karl-Tauchnitz-Straße (Leipzig und seine Bauten) nicht nur die Grundrisse, sondern auch die mit abgebildeten Gartenanlagen wichtig sind.