Sonstige Potsdamer Meldungen

  • Jedenfalls passiert vor dem 12.10.25 gar nicht - da ist die Stichwahl zum OB. Danach sind über drei Jahre lang keine Wahlen mehr in Potsdam (wenn nicht MP Woidke frühzeitig zurücktritt, womit niemand rechnet) - dann kann man sich als Politiker vielleicht auch wieder dem Realistischen zuwenden. Sicher ist nur, dass wir auch hier noch so manche überraschende Wendung erfahren werden.

  • Der Tagesspiegel (PNN) schreibt im Potsdamer Regionalteil am 03.10.2025, dass der Kulturverein „Archiv“ (Leipziger Str.) Spenden sammelt um die Fassade zu sanieren.

    Sollte die Gelder nicht zusammenkommen, müssten städtische Fördergelder zurückgezahlt werden.

    Das Haus wurde 1990 besetzt, danach mussten die Besetzer gehen, haben aber 1994 trotzdem einen Mietvertrag erhalten.

    Nun kann man gegen Gentrifizierung sein, aber an dem Gebäude wurde 35 Jahre scheinbar nichts gemacht.

    Ist in dem Gebäude kein Platz mehr für die Künstlerinnen/er aus dem Rechenzentrum? Statt in das Rechenzentrum (RZ) Geld für eine Sanierung zu investieren, wäre das Geld dort besser aufgehoben.

  • „Nun kann man gegen Gentrifizierung sein, aber an dem Gebäude wurde 35 Jahre scheinbar nichts gemacht.“


    Das ist Unsinn. 2021/2023 wurde die Aussenfassade aufwendig, mit viel Eigeneinsatz saniert, Und das Archiv ist wesentlich älter als die Künstlerszene im RZ.

  • 2021/23 wurden die Front- und Seitenfassade von der Stadt saniert. Der Deal mit den Nutzern des linksalternativen Archivs wa, dass das Archiv aus Eigenmitteln die Hoffassade macht. Dafür hat das Archiv noch bis 30.6.2026 Zeit. Wenn das Archiv das nicht schafft ist ein teil der Fördermittel zurückzuzahlen.

    Es ist ja immer das Gleiche: das öffentliche Geld, das öffentliche Gebäude und auch sonstige Förderung nimmt man gern, Eigenleistung ist immer kritisch.

    Das Problem ist zudem, dass die kommunale Investition in die Fassade durch Schmierereien schon wieder teilweise zerstört wurde. Wie es im Hof aussieht - kein Wunder. Die Nutzer können wirklich leben wie sie wollen, aber die Sozialkellnerei der Stadt sollte ihre Grenzen haben: das ist Steuergeldverschwendung erster Güte.

    Die 2021/23 sanierte Frontfassade

    Die Hoffassade

  • Ich bin den ganzen Hausbesetzern die nach der Deutschen Einheit, gerade in Ost-Berlin alte Häuser vor dem Abriss gerettet haben mehr als dankbar.

    Aber ich möchte auch einen Vergleich ziehen. Egal ob die Rigaer Str. 94 in Berlin oder die Rote Flora in Hamburg. Auch hier sind/waren die Gebäude in der Hand von linksalternativen Kräften.

    Und wenn man sich den Zustand der Gebäude heute anschaut, dann ist es erschreckend.

  • Das Archiv ist völlig untergegangen im Emotionalen Sturm um das RZ von Seiten der Linken. Ja, was für Argumente haben die RZ Fans (eher Fanatiker) zu der Situation zum Archiv?

    In das Archiv passt ja sicherlich auch eine ganze Anzahl von noch RZ Mieter rein. Hätten die Linken in den letzten Jahren sich nicht so auf den Erhalt des RZ versteift und aktiv nach Alternativen (siehe Archiv) gesucht, gäbe es jetzt nicht diesen unnötigen und hitzigen Wirbel um das RZ.

    Aber das ist ja bekannt, um welche wahren Hintergründe es den Linken und Anderen in Potsdam beim RZ geht. (Siehe FH,und Staudenhof gegen die neue Stadtmitte). Die Künstler im RZ werden jetzt nur instrumentalisiert für die Stadtpolitischen Interessen der Linken und Anderen.

  • Ich bin den ganzen Hausbesetzern die nach der Deutschen Einheit, gerade in Ost-Berlin alte Häuser vor dem Abriss gerettet haben mehr als dankbar.

    Aber ich möchte auch einen Vergleich ziehen. Egal ob die Rigaer Str. 94 in Berlin oder die Rote Flora in Hamburg. Auch hier sind/waren die Gebäude in der Hand von linksalternativen Kräften.

    Und wenn man sich den Zustand der Gebäude heute anschaut, dann ist es erschreckend.

    Das hat mit "Hausbesetzungen" nichts zu tun - da wohnt niemand. Die machen Parties und betreiben eine Bar. Die Stadt hat ja auch Front- und Seitenfassaden gemacht sowie alle Fenster denkmalgerecht ausgetauscht - das ist auf den Bildern auch nichtbar. Dass jetzt der Putz der Rückfassade noch fehlt ist nicht "erschreckend".

    Erschreckend ist, dass ein Hausverein mit der Stadt einen Sanierungsplan entwickelt und sich später nicht an seine Zusagen halten kann. Hier ist die Parallele zum Rechenzentrum: es wird immer versprochen, was momentan den maximalen Vorteil bietet und hernach rückt man von den Zusagen ab. Das ist systematische Ausplünderung der Stadtkasse.

    Man muss allerdings auch sehen, dass die evangelische Kirche mit den Fördermitteln des Staates für den Wiederaufbau des Turmes (ca. 80 %) auch auf Staatsknete setzt. Der Unterschied ist allerdings, dass die Kirche ihre Anteile bisher erbracht hat.

  • "Ohne Zuschüsse"? Das ist natürlich gelogen. Das Archiv nutzt seit 1994 kostenfrei das kommunale Haus und bekommt auch noch Zuschüsse zu den Betriebskosten. Zudem bekommen viele Veranstalter Förderungen für Projekte, die sie im Archiv umsetzen. Ohne öff. Förderungen wäre das Haus schon längst geschlossen, weil der Basisbrandschutz nicht gesichert war und der Betrieb ohne die ksotenfreien Räume gar nicht aufrechtzuerhalten wäre.

    Angesichts des schmalen Angebotes an Veranstaltungen ist diese Zurverfügungstellung absurd und in diesen Zeiten

  • Hatte den SPD-Wahlwerbungszettel gestern auch im Kasten (rechtswidrig da mit “keine Werbung“ beschriftet). Der Text ist trotz breiter Kritik unverändert. Klar, auf angeblich “extrem grüner“ Politik rumhacken geht immer, wenn einem keine Argumente einfallen. Ob sich die SPD einen Gefallen tut, im Populismus-Sumpf zu fischen, bezweifle ich. Die OB-Stichwahl am Wochende somit zwischen Pest und Cholera.

  • Da Frau Aubel im ersten Wahlgang die Stimmen von 19 Prozent der Wahlberechtigten erhalten hat - bei der Stichwahl neben der Mehrheit der abgegebenen Stimmen aber nur 15 Prozent aller Wahlberechtigten für den Wahlsieg reichen - brauche ich nicht teilzunehmen.

    Entweder gibt es einen Kompletteinbruch und somit Neuwahlen oder es wird einer der beiden Teilnehmer an der Stichwahl obsiegen.

  • Frau Aubel wird am Sonntag die klare Gewinnerin sein. Nicht, weil sie überzeugende Konzepte bietet, sondern weil die Potsdamer Wähler von 35 Jahren SPD genug haben und eine Veränderung wollen. Den anderen Kandidaten (CDU, Linke etc.) ist es nicht gelungen ihre Konzepte vorzutragen - es ging im Wahlkampf eigentlich nur darum, wer der Netteste ist und wer Probleme diskutieren wollte galt als Partycrasher.

    Wir wissen alle, dass das Konfliktvermeidung die Probleme nicht ändert. So kommen nun auf Frau Aubel die Probleme der Stadt ungebremst zu und sie wird eine Stadt übernehmen, deren Kasse geplündert ist, für irgendwelche populären Maßnahmen keinerlei Spielraum läßt und etwa 5-10 Prozent eingespart werden muss. Zudem verfügt Frau Aubel über keine Mehrheit: nicht mal die neun Grünen-Stadtverordneten stehen geschlossen hinter ihr - für eine Mehrheit sind allerdings 29 Stadtverordneten nötig. Frau Aubel hat erklärt wie ihr gescheiterter Vorgänger mit wechselnden Mehrheiten regieren zu wollen.

    Ich kann mir nicht vorstellen, wie die Probleme (EWP/Stadtwerke, Klinikum, Krampnitz, Wohnungsbau) so gelöst werden können. Aber jeder soll seine Chance bekommen.

  • Ja "Ohne Zuschüsse"? Das ist natürlich gelogen. Das Archiv nutzt seit 1994 kostenfrei das kommunale Haus und bekommt auch noch Zuschüsse zu den Betriebskosten. Zudem bekommen viele Veranstalter Förderungen für Projekte, die sie im Archiv umsetzen. Ohne öff. Förderungen wäre das Haus schon längst geschlossen, weil der Basisbrandschutz nicht gesichert war und der Betrieb ohne die ksotenfreien Räume gar nicht aufrechtzuerhalten wäre.

    Angesichts des schmalen Angebotes an Veranstaltungen ist diese Zurverfügungstellung absurd und in diesen Zeiten

    Der Tagesspiegel (PNN), berichtet in seiner Ausgabe vom 21.10.2025, dass der CDU Fraktionschef Willo Göpel fragte, ob es dreist ist Spenden zu sammeln für eine Sanierung der Fassade des alternativen Kulturzentrum „Arche“ obwohl ein Teil der Fassade bereits wieder durch Fremde besprüht worden ist.

    Es liegen auch Reaktionen vor. Hat jemand im Forum den vollständigen Artikel und könnte ihn einstellen?!

    Danke.

  • Gerne: Archiv sammelt Spenden für Fassadensanierung_ Potsdamer kontert Graffiti-Aussage von CDU-Fraktionschef Göpel-komprimiert.pdf.

    Das Gebäude des Archivs ist ein linksalternatives "Kultur"-Zentrum, dass nach jahrelanger Existenz im Graubereich durch einen Pachtvertrag mit dem Betreiberverein legalisiert wurde. Dieser hat von der kommunalen Pro Potsdam eine Sanierung der Front- und Seitenfassaden erhalten unter der Bedingung, dass der Verein die Hoffassade macht.

    Tatsächlich hat das einschlägige Klientel erstmal die Sanierung der Stadt wieder zugesprayt, was nicht vom Betreiberverein entfernt wurde. Nun schaffe es der Betreiberverein nicht, seinen Teil der Zusage zu halten und die Hoffassade zu sanieren. Was "Zusagen" aus dieser Klientel wert sich ist ja bekannt.

    Da der Verein aber schon erhaltene Fördermittel zurückzahlen müsste, wenn er seinen Verpflichtungen nicht nachkommt ruft das Archiv jetzt zu Spenden auf, bei deren Einwerbung ich viel Erfolg wünsche. Die Spender wissen allerdings, dass die mit ihren Mitteln sanierte Hoffassade vermutlich in kurzer Zeit wieder "bunt" wird.

    Die "alternative Kulturarbeit" hält sich in Grenzen: https://archiv-potsdam.de/event-kalendar/. Was an der Tätigkeit dieser Institution "gemeinnützig" sein soll erschliesst sich mir noch nicht in Gänze.