Sonstige Meldungen aus Berlin

  • "Andreas", ich verstehe den Inhalt Deiner Aussage nicht.


    - Möchtest Du andeuten, bei der Ablehnung von Rekonstruktionen spielten ideologische Motive keinerlei Rolle?

    - Möchtest Du aussagen, dass politische Haltungen bei Rekonstruktionen keinerlei Rolle spielen sollten?

    - Würdest Du - vorausgesetzt Frage 2 wäre mit "Ja" beantwortet - auch keine grundsätzlichen Einwände gegen Forderungen haben, z.B. die Reichskanzlei in Berlin oder - um es näher am oben beschriebenen Fall zu halten - die Ehrentempel in München zu rekonstruieren? (Individuellen reinen Geschmack mal außen vor lassend.)

    - Möchtest Du also sagen, dass jede Rekonstruktion unterstützenswert ist, allein, weil es sich um eine Rekonstruktion handelt?


    :wie:

  • Ich werde nie verstehen wie man an diesen DDR-Großbauten etwas schönes finden kann. Tabula Rasa wäre das beste gewesen.

    Hat die Schönheit eine Chance-Dieter Wieland

  • - Möchtest Du aussagen, dass politische Haltungen bei Rekonstruktionen keinerlei Rolle spielen sollten?

    Ich antworte mal ungefragt....

    Bei fast allen Rekonstruktionen, insbesondere bei Gebäuden, sollte dies in der Tat so sein, ja.


    Kaum ein Befürworter des Wiederaufbaus der Schlossfassaden in Berlin und Potsdam wird z.B. ein Anhänger der Monarchie sein. Altbundeskanzler Schröder war z.B. für die Rekonstruktion einfach "weil es schön ist".

    Politisch etwa konservative Positionen in Rekonstruktionen reininterpretieren zu wollen ist absurd und schadet auch unserem Anliegen, schafft unnötige Widerstände. Politisch sollte jeder nach seiner Facon selig werden.


    Eine Ausnahme sind natürlich Rekonstruktionen von Denkmälern für politisch handelnde Personen wie das o.g. Liebknecht/Luxemburg Denkmal (oder entsprechend wäre es z.B. die Rekonstruktion des Kaiser Wilhelm Nationaldenkmals). Hier spielen zwangsläufig natürlich politsche Haltungen mit hinein.

  • Frau Regula Lüscher, Senatsbaudirektorin, hört Ende Juli auf:


    https://www.tagesspiegel.de/be…de-juli-auf/27310078.html


    Auch, wenn ihr hier viel Abneigung und Missgunst begegnet ist - zum Teil meine eigene - habe ich sie doch im beruflichen Umfeld stets menschlich und fachlich einwandfrei erlebt, so dass ich im Sinne eines besseren Städtebaus und einer menschlicheren Architektur froh bin und trotzdem darum weiß, dass sie eine große Lücke hinterlassen wird.

    Ich hoffe, es wird nach 14 Jahren nun eine Person den Posten besetzen, die sich auch in unserem Sinne von den Ansichten Frau Lüschers absetzt und nicht mehr bewusst den Bruch mit der Zeit Stimmanns sucht. Und ich hoffe, niemand kommt auf die Idee, Konsorten wie Florian Schmidt dafür zu nominieren. ;)

  • Soeben kam die Meldung im Radio, Buntmetalldiebe haben in Berlin wiedermal

    zugeschlagen An der Siegessäule wurden Kupferbleche von der Überdachung geklaut. Die Schadenssumme soll sich im sechsstelligen Bereich bewegen 😈:kopfwand:

  • Gott sei Dank ist nicht die Siegessäule selbst betroffen, sondern die Dächer der Zugangstunnel-Häuser. (Trotzdem schlimm genug!) An denen war wohl bereits gearbeitet worden und die Chance nutzen Diebe, um Dachplatten zu entwenden.

    Berlin muss generell mehr Acht bei Sanierungen geben, wenn man Dieben oder Vandalen durch aufgebaute Gerüste bessere Chancen als jemals zuvor bietet.
    Letztens habe ich bemerkt, dass man mal wieder Bismarck im Tiergarten saniert und ein hohes Gerüst um das Denkmal aufgebaut wurde. Meine erste Befürchtung, als ich das sah: Jetzt können Vandalen in Nacht und Nebel noch besser ran. *seufz*

  • Mal schauen, ob sie das überhaupt umsetzen können. Und, gesetzt ja, mal schauen, wie sich das auf das Stadtbild auswirken wird...


    Volksentscheid in Berlin: Mehrheit der Berliner stimmt für Enteignungen großer Wohnungskonzerne

    https://www.zeit.de/politik/de…e-wohnen-und-co-enteignen

    Sind Enteignungen von Wohnkonzernen, die zumeist nicht in Berlin, sondern sogar teilweise im Ausland ihren juristischen Sitz haben, überhaupt möglich? Mich wundert es sehr, dass zu diesem Thema ein Volksentscheid zugelassen wurde und auf der anderen Seite gut ausformulierte Bürgerbegehren z. B. in Hessen reihenweise abgelehnt wurden.

    MODERNExit: Mehr Altstadt wagen!

  • Mal schauen, ob sie das überhaupt umsetzen können. Und, gesetzt ja, mal schauen, wie sich das auf das Stadtbild auswirken wird...


    Volksentscheid in Berlin: Mehrheit der Berliner stimmt für Enteignungen großer Wohnungskonzerne

    https://www.zeit.de/politik/de…e-wohnen-und-co-enteignen

    Einfach nur irre und auch bei uns ein Thema in den Nachrichten. Es klingt so skurril und unglaublich und das mitten in Europa!


    Wenn man bedenkt, dass glaublich dieselben Kommunen vor wenigen Jahrzehnten ihre kommunalen Wohnbauten privatisiert haben, weil sie es wirtschaftlich einfach nicht schafften diese Liegenschaften zu bewirtschaften, dann kann man sich wirklich nur noch auf den Kopf greifen. Durch die Enteignung wird keine einzige Wohnung neu geschaffen! Mit den Entschädigungszahlungen in Milliardenhöhe könnte die Stadt abertausende von neuen Wohnungen bauen, aber was zählt schon Hausverstand gegen dumbe Ideologie.


    Wenn man aber bedenkt, dass in derselben Stadt nicht einmal ausreichend Stimmzettel für die Wahl zur Verfügung standen, dann wundert einen ohnedies nichts mehr. Venezuela an der Spree wie es lebt. Spreeathen war gestern.

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Man müsste den Begriff Großkonzern mal etwas genauer definieren. Wenn diese Konzerne neue Wohnungen selber bauen, wäre eine Enteignung tatsächlich unfair und würde zukünftige Projekte hindern, aber bei Immobilienspekulanten (Blackrock kauft in den USA groß Häuser ein, finanziert durch billige Kredite), welche sich jetzt im Windschatten der politisch erzeugten Wirtschaftskrise günstig bereichern, sehe ich kein Problem der Enteignung. Ich wohne immer noch in einer Wohnung, die früher mal als Volkseigentum bezeichnet wurde für gute 6 pro m², saniert in guter Lage. Wenn die Stadt diese Wohnungen jetzt an Private verkaufen würde (was mal geplant war), dann wäre der Mietpreis garantiert verdreifacht, einen Vorteil gäbe es aber nur für den Spekulaten.

  • Dieses Abstimmungsergebnis ist nicht bindend, außerdem hat sich Franziska Giffey, die vermutlich zukünftige Regierende Bürgermeisterin, bereits im Vorfeld gegen "Enteignungen" ausgesprochen.

    Ob das Ganze finanziell überhaupt durchführbar wäre,steht auch auf einem anderen Blatt. Natürlich wird nicht wirklich "enteignet", ein finanzieller Ausgleich wäre zwingend... und dadurch würde keine einzige neue Wohnung zusätzlich entstehen.

  • In Berlin herscht Wohnraummangel.

    Man kann momentan in den Medien lesen, dass in Berlin die Enteignung von Wohungskonzernen beschlossen wurde. Dies wird ja mit dem Ziel verfolgt mehr günstigen Wohnraum anbieten zu können.

    Berlin hatte vor dem zweiten Weltkrieg mehr Einwohner als heute um genau zu sein: Mai 1939, 4.338.756 vs 3.664.088 im Dez 2020.

    Es ist auch bekannt das in vielen Bereichen heute kein Wohnraum mehr exestiert wo vor dem Krieg ganze Stadtviertel vorhanden waren. Allein die Gegend rund um den Fernsehturm hatte doch bestimmt tausende Wohnungen oder?

    Denmach muss sich doch die Diskussion nicht um Enteignungen drehen, sondern um den fehlenden Wiederaufbau ganzer Stadtviertel nach dem Krieg! Dort wird der völlig falsche Schwerpunkt gesetzt. Was meint Ihr?

  • Man kann momentan in den Medien lesen, dass in Berlin die Enteignung von Wohungskonzernen beschlossen wurde.

    Nein, das wurde nicht beschlossen. Es wurde beschlossen, sich im Senat des Themas anzunehmen und eventuelle Schritte in die Wege zu leiten. Im Prinzip ging es hier um ein Stimmungsbild. Dass Berlin in den letzten 30 Jahren extrem viel falsch gemacht hat, vom Verkauf landeseigener Wohnungen bis hin zu zu laschen Regelungen für Investoren, steht auf einem anderen Blatt. Und Nachverdichtung am Alex bzw. auf dem Marx-Engels-Forum ist erst einmal ausgeschlossen. Andererseits werden Flächen, wie vor dem Stadthaus, nachverdichtet.

  • In Berlin herscht Wohnraummangel.

    ... Allein die Gegend rund um den Fernsehturm hatte doch bestimmt tausende Wohnungen oder?

    Denmach muss sich doch die Diskussion nicht um Enteignungen drehen, sondern um den fehlenden Wiederaufbau ganzer Stadtviertel nach dem Krieg! Dort wird der völlig falsche Schwerpunkt gesetzt. Was meint Ihr?

    Das ist richtig. Das Potenzial für Nachverdichtungen ist in Berlin riesig. Das ist für eine Großstadt eine sehr komfortable Situation. Frankfurt am Main z. B. kann sich kaum noch verdichten oder neue Wohngebiete erschließen, da eine ganze Reihe von Arealen alleine schon wegen dem Airport als Siedlungsbeschränkungsgebiete gelten. Von daher ist der Schlüssel des Berliner Wohnungsproblems wahrscheinlich nicht die Stellung der Großkonzerne (Stichwort Enteignung), sondern der mangelnde Neubau vor allem im sozialen Wohnungsbau.

    MODERNExit: Mehr Altstadt wagen!

  • Natürlich wird nicht wirklich "enteignet", ein finanzieller Ausgleich wäre zwingend... und dadurch würde keine einzige neue Wohnung zusätzlich entstehen.

    Selbstverständlich wird wirklich enteignet. Am Ende des Prozesses steht ein anderer Eigentümer im Grundbuch. Ob gegen Geld oder entschädigungslos, ist doch unerheblich. Meine Sorge als Immobilieneigentümer ist: wenn die rote Linie einmal überschritten wurde, ist die Frage, ob über 3000 oder über 300 oder auch über 30 Wohnungen enteignet werden soll, zweitrangig. Ich bin Eigentümer von 9 Wohnungen in drei Häusern. Wann bin ich fällig?