Umfeld Berliner Schloss - Allgemeines

  • Von östlich der Marienkirche.


    Schlossfreiheit.





    Von Westen.


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    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Na ja, irgendwie muss der Platz ja möbliert werden. Man kann das mit Brunnen, Skulpturen, Balustraden und Blumenbeeten machen oder mit Leuchtstangen, Pollern, Fahrradeständern und Mülleimern - je nach Zeitgeschmack.

    Nimm das Recht weg, was ist der Staat dann noch anderes als eine große Räuberbande? (Augustinus von Hippo)

  • Also das erste Bild von des Menschenfressers Serie (Staatsratsgebäude im Hintergrund) erinnert ein wenig an den Witz, der sich zu MD ergeben hat: Hier haben wir tatsächlich den Fall einer Translokation samt nachfolgender in situ-Reko - also ein(en) Gebäude(teil) in sozusagen multipler Ausfertigung.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Wieviel marode Schwimmbäder gibt es wohl in Berlin, im DAF Forum wird eine Bausumme für das Spaßbad am Berliner Schloss von 200 Mio. € genannt. Das ist garantiert nicht die Endsumme, den aus Erfahrung steigen ja jährlich die Baupreise.

    Für die ominöse Verschaukelungswippe sind mal 18 Mio.€ veranschlagt worden, ich bin mir sicher das ist nicht die Endsumme für dieses von der Bevölkerung mehrheitlich abgelehnte Objekt. Alleine die jährlichen Folgekosten sind bestimmt kein " Pappenstiel ".

    Also die Schlußfolgerung für mich :


    Begrabt endlich diese Projekte und setzt das Geld sinnvoller ein.


    O Herr lass Gehirn regnen. :opa:

  • Sehr valider Punkt. Die Sanierung des wohl aufwändigsten öffentlichen Schwimmbades in Berlin auf dem Olympiagelände kostete vor einigen Jahren etwa 21 Millionen Euro.


    Das heißt: man könnte von dem Geld inflationsbereinigt wohl locker 6-7 weitere Sanierungen in diesem Umfang stemmen, oder ca. 10-12 kleinere Schwimmbäder auf Vordermann bringen. Aber die kommunalen Finanzen sprudeln ja bekanntlich in Berlin, zumal im Zuge von Corona..


    https://m.tagesspiegel.de/berl…-olympiabads/8903264.html

  • Hier haben wir tatsächlich den Fall einer Translokation samt nachfolgender in situ-Reko - also ein(en) Gebäude(teil) in sozusagen multipler Ausfertigung.

    So ist es. Ob es das irgendwo sonst derartig gibt, solch falsche Zwillinge zugleich von einem Punkt zu sehen.



    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • ^ Diese Dachrestauarant ist von Übel. Hoffenlich kommen einstmals alle ehem. Attikafiguren.

    „Kreativität entsteht nicht durch Überfluß sondern durch Mangel.“
    Richard David Precht

  • Um das Dachrestaurant nicht mehr zu sehen müsste man Dutzende Attikafiguren dicht an dicht im Schulterschluss vor das Restaurant stellen. Oder besser: man müsste das Restaurant etwas ältlich dekorieren und auswärtigen Touristen erklären, dass schon Wilhelm I in diesem Restaurant gespeist hätte.

  • Das Dachrestaurant offenbart die heutige Funktions des Ortes. Es ist ein Bau für die breite Gesellschaft. Und ja, im vermeintlichen Schloss wird auch mal ein Kaffee getrunken. Da oben werden die Menschen fröhlich auf die herrliche Umgebung blicken, bevor sie später von einem schönen Tag im neuen alten Schloss erzählen. Ich gehe davon aus, dass diese Terrasse inklusive Café ein positiver und beliebter Ort sein wird, und dieser darf für mich dann auch ein bisschen sichtbar sein.

  • Das Dachrestaurant offenbart die heutige Funktions des Ortes...

    Also es soll ein Ort der Kultur sein. Dachrestaurants gibt es ggf. auf Malls, Konsumtempel, bei Karstadt ganz oben.


    Ein Café als "positiver und beliebter Ort" hätte man problemlos auch woanders unterbringen können ohne es so als gewollten Bruch in Szene zu setzen.

    In der Kuppel zum Beispiel, da diese ohnehin ja wohl nie wieder als Kapelle genutzt wird.

    Oder auch außerhalb, z.B. am Schinkelplatz in einen dieser trostlosen Neubauten...mit einere Außenbewirtschaftung hätte man von dort aus einen wunderbaren Blick auf das Schloss.

  • Um wieder zum eigentlichen Thema "Schloss-Umfeld" zurückzukommen...

    Update: Ich habe heute Sonntag Nachmittag eine Antwort auf meine Mail bekommen!

    Demnach ist direkt Frau Grütters zuständig.

    Ich bin mir ziemlich sicher, dass Sie die Umsiedlung der Fledermäuse und auch die Zerstörung des Denkmalssockels als letztendlich verantwortliche Unterschrieben hat. Also werd ich Ihr die selben Fragen stellen und noch ein paar neue aufnehmen....

    Also ich finde die Antwort merkwürdig bzw, die Senatsverwaltung macht es sich schon sehr einfach.

    Du (Sir Moc) hast dir sehr viel Mühe mit deinen Fragen gemacht und letztlich kommt faktisch nur ein "wir sind nicht zuständig, wenden Sie sich an Frau Grütters".


    Die Begründung mit der fehlenden Zuständigkeit leuchtet mir jedoch so gar nicht ein, denn bisher war ja auch die Senatsverwaltung für die Fledermäuse usw. zuständig.

    Wo ist die Rechtsgrundlage, dass auf einmal die Kulturstaatssekretärin sämtliche Aufgaben, einschließlich die der Naturschutzbehörde übernimmt?


    Laut Wikipedia lief es bisher so ab:


    "Wegen geschützter Fledermäuse, die im unterirdischen Teil des Nationaldenkmals überwintern, verzögerte sich der Baubeginn im Herbst 2019 weiter auf frühestens Frühjahr 2020. Die Baugenehmigung wurde um ein Jahr bis Oktober 2020 verlängert. Die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz erteilte eine Ausnahmegenehmigung zum Bau, forderte aber zugleich die Erfüllung strenger Natur- und Artenschutzauflagen, die das Projekt voraussichtlich um mehrere Millionen Euro verteuern. Der Berliner Landesverband des Naturschutzbunds reichte Ende Oktober 2019 Klage mit aufschiebender Wirkung gegen den Ausnahmebescheid ein; Anfang November 2019 hob die Berliner Umweltverwaltung diesen auf. Der Baubeginn erfolgte am 19. Mai 2020."

  • Was immer das hier werden soll. Es ist leicht versetzt vor Portal II und das Metallteil steht über das Pflaster hinaus.


    Gleich zwei gibt es auf der anderen Seite, also im Bereich vor Portal IV.

    Vielleicht kommen da Infostelen drauf. Elektronische Schaukästen, die über die aktuell laufenden Ausstellungen im Hufo informieren. Sowas gibt es jedenfalls im Umfeld des Dresdner Schlosses.


    Ein Café als "positiver und beliebter Ort" hätte man problemlos auch woanders unterbringen können ohne es so als gewollten Bruch in Szene zu setzen.

    In der Kuppel zum Beispiel, da diese ohnehin ja wohl nie wieder als Kapelle genutzt wird.

    Nein, den Kuppelraum, genauer: den Raum im Tambour oberhalb des Schlossdaches, konnte man dafür nicht nutzen. Das Gebäude wäre sonst baurechtlich ein Hochhaus geworden. Auch die Erschließung des Raumes (Zuwegung, Nutzung der Grundfläche des Raumes) wäre schwierig. Wir hatten das im Forum schon mehrfach erörtert.


    Man muss das Café nicht mögen, aber man muss auch das sehr, sehr große Wort der "Zerstörung" der gesamten Perspektive nicht wählen.

    Das sehe ich genauso. Mir gefällt das Foto von Snork ausnehmend gut. Sicherlich liegt das nicht nur daran, dass er ein exzellenter Fotograf ist.


    Ich denke, in Anbetracht des Aufwandes, den man bei der Rekonstruktion der Fassaden und der Kuppel getrieben hat, hätte man auf das Dachrestaurant verzichten sollen. Doch glaube ich auch, dass es "ein positiver und beliebter Ort" werden wird. Und Orte, mit denen man positive Erlebnisse verbindet, bewertet man auch eher als schön. "Schau mal, da oben haben wir mit Tante Liese gesessen. Tolle Aussicht! Und die Schlosskuppel hast du ganz nah." Das ist der Hintergrund von dem, was Paul Boray meinte. Unsere Wahrnehmung richtet sich auch nach Bedeutungszuschreibungen.


    Leider scheint auch der U-Bahn-Eingang stilistisch an dieser Stelle ein Fehlgriff zu sein. Im Untergrund ein Märchen mit Sternenhimmel, auf der Straße klobig und aufdringlich. Den Aufzug zur Schaffung der Barriefreiheit hätte sich mit gutem Willen sicherlich auch an nicht so exponierter Stelle errichten lassen.

    Wo würdest du denn den Aufzug hinsetzen? Nach der Visualisierung zu urteilen wird er ein recht wertiges Aussehen erhalten. Außerdem sollen in seiner Nachbarschaft noch Bäume gepflanzt werden. Um einen völlig freien Blick auf das Schloss zu haben, müsste die Fläche davor öd und leer sein.

  • Das Fledermaus-Thema ist doch längst erledigt. Von Sir Mocs Schreiben lässt sich in den Behörden niemand beeindrucken. Egal was es ist: Irgendwer ist immer dagegen. Dass dann der Naturschutz dafür instrumentalisiert wird, das kennen die schon. Das neue Denkmal wird gebaut und fertig. Wäre die Politik nicht hartleibig, bekäme sie gar nichts mehr durch. Ich denke ja, dass die Schale des Freiheits- und Einheitsdenkmals ein beliebter Aussichtspunkt wird. Für den Blick auf das Eosanderportal und den Kupfergraben entlang zur Museumsinsel.


    Übrigens eignen sich Naturschutzargumente auch gut dafür, um Rekovorhaben oder die Wiederbebauung brachliegender innerstädtischer Räume zu verhindern.

  • Also zu der Möglichkeit eines Cafés in der Kuppel statt eines Dachrestaurants.

    Nein, den Kuppelraum, genauer: den Raum im Tambour oberhalb des Schlossdaches, konnte man dafür nicht nutzen. Das Gebäude wäre sonst baurechtlich ein Hochhaus geworden. Auch die Erschließung des Raumes (Zuwegung, Nutzung der Grundfläche des Raumes) wäre schwierig. ..


    Dann wäre es eben "baurechtlich ein Hochhaus geworden", wo ist das Problem?

    Mal abgesehen davon, dass man anderswo in der Stadt rechtliche Vorschriften bei Gebäuden quetscht bis es quietscht:

    Notfalls würde dann eben der Bebauungsplan entsprechend geändert.


    Und nur weil die Erschließung des Raumes schwierig wäre, heißt ja offensichtlich auch, dass es möglich wäre.

    Bei diesem Gebäude mit dieser herausragenden Bedeutung sollte es doch den Aufwand wohl wert sein.

    Man lässt diesen wunderbaren Raum der Kuppel quasi ungenutzt, und klatscht stattdessen einen Kasten auf das Dach.


    Bei Betrieb des Dachrestraurants bei Dunkelheit wird dieser übrigens noch mehr auffallen als tagsüber.

  • Wie hier nach Jahren immer noch seitenweise über dieses Dachrestaurant lamentiert wird... 😄


    Leute! Aufwachen! Direkt nebenan droht der Molkenmarkt im Herzen des alten Berlins mit lieblosen kommunalen Bauten zugestellt zu werden! Der älteste Platz der Stadt. Der Ort, wo JETZT die Dringlichkeit zum lamentieren und handeln besteht. Wo die nächste Chance auf echte Stadtheilung besteht.