Umfeld Berliner Schloss - Allgemeines

  • Newly, das war ganz sicher nicht gegen dich, sondern auf die besonders liebeswerte und sachliche Art eines bestimmten Diskussionsteilnehmers bezogen vgl #1.155

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • die historische Bepflanzung der Lustgartenseite



    vor dem Apothekenflügel mit dem Denkmal Gaspard de Coligny von Emil von Görtz



    links Denkmal Gaspard de Coligny und rechts Denkmal Prinz Wilhelm von Oranien " Der Schweiger" von Prof. Walter Schott




    die bepflanze Lustgartenseite nach 1907



    Vegetation vor dem Apothekenflügel im Hintergrund der rechte Kopfbau der Kaiser Wilhelm Straße und der Marienkirche



    Apothekenflügel



    Der Apothekenflügel vor dem Bau der Kaiser Wilhelm Brücke




    nach dem Bau der Kaiser Wilhelm Brücke



    Eine Aufnahme mit belaubten Bäumen, von der Barockfassade ist nichts zu sehen, wachsen die neu gepflanzten Bäume auch so hoch so wird die Fassade an einigen Stellen der Lustgartenseite verdeckt sein ! Schade

  • Danke, "Eiserner Pirat" für die interessanten Aufnahmen.


    Ich bin immer wieder überrascht, welch ein voluminöses, aber äußerlich banales Gebäude sich zwischen Apothekenflügel und Schlüterscher Barockfassade befand (dein vorletzetes Bild oben)!


    Auch wenn ich sehr für die Rückkehr des Apothekenflügels bin, wäre dieses Zwischengebäude nicht gerade ein attraktiver Rekonstruktionskanditat...

  • nun ist es bestätigt worden, heute hat der Bau der Verschaukelungswippe begonnen. Die Gründungspfähle werden durch den historischen Sockel bis in 40 m Tiefe getrieben ! Trotz jährliche Kosten im sechsstelligen Eurobetrag wird sie also gebaut ! Mir wird schlecht, so ein Bauwerk vor ein Barockensemble ! :kopfwand:

  • Wenn die Leute einig wären und eine Sitzblockade machen, könnten sie sich ihre Wippe wohin schieben.

  • Leute es ist doch klar, dass das politische Establishment hier keinen Rückzieher machen wird. Das wäre ein Gesichtsverlust ohnegleichen. Es gilt dasselbe wie für die Politik der letzten Jahre: wir haben alles richtig gemacht, bloß keine Fehler zugeben. Und unsere Kritiker sind ja ohnehin nur Verschwörungstheoretiker. Darum kommt die Wippe jetzt auch auf Biegen und Brechen.

    Nimm das Recht weg, was ist der Staat dann noch anderes als eine große Räuberbande? (Augustinus von Hippo)

  • Hatten wir diesen Artikel schon irgendwo?

    (...) Vor der Schlossfassade stehen mit diesem Geld nunmehr 13 etwa acht Meter hohe Bäume im Kiesboden. Dass die Blätter der Baumkronen nicht sehr dicht sind, ist Absicht, weil die dahinter stehende Fassade noch gut zu sehen sein soll. Bei den Bäumen handelt es sich um Amerikanische Gleditschien, auch Falscher Christusdorn genannt. (...)


    Oder hier, ein ähnlicher Artikel, auf der Web-Seite des Fördervereins:


    https://berliner-schloss.de/bl…vor-dem-berliner-schloss/

  • Ich konnte den Artikel leider nicht öffnen. Mit dem gespendeten Gleditschienhain ist wohl der ganz nördlichen Teil vor dem ehem. Apothekerflügel gemeint. Das Foto im Artikel zeigt hingegen die Birken innerhalb der Beete ....

    Nimm das Recht weg, was ist der Staat dann noch anderes als eine große Räuberbande? (Augustinus von Hippo)

  • Ich möchte noch einmal auf die Funktion der Schlossterrassen als Gartenparterres zurückkommen. Hier einige Beispiele, die zeigen, wie wichtig diese Parterres als "Vorposten" der Fassadenarchitektur waren.

    Zunächst noch einmal Berlin:




    Veitshöchheim bei Würzburg: das Parterre gleichsam als Standplatte für das ganze Schloss:



    Bruchsal: ein sehr weit ausgreifendes Parterre, das fast schon ein eigenes Areal bildet:


    B


    Der Dresdner Zwinger: Pöppelmann hatte den Innenhof ja als Garten geplant. Das Parterre wird hier zu einer richtigen Terrasse.



    Brühl, Schloss Augustusburg: das Parterre hat gleichfalls die Höhe einer Terrasse:


    Ansbach, markgräfliche Residenz: Hier das Gegenteil: Schlossgraben statt Parterre. Wichtig aber auch die umfassende Brüstung als Bindeglied zwischen Schloss und Stadtraum.

    Nimm das Recht weg, was ist der Staat dann noch anderes als eine große Räuberbande? (Augustinus von Hippo)

  • nun ist es bestätigt worden, heute hat der Bau der Verschaukelungswippe begonnen. Die Gründungspfähle werden durch den historischen Sockel bis in 40 m Tiefe getrieben ! Trotz jährliche Kosten im sechsstelligen Eurobetrag wird sie also gebaut ! Mir wird schlecht, so ein Bauwerk vor ein Barockensemble ! :kopfwand:

    Jetzt tut es mir einfach nochmal richtig weh mit ansehen zu müssen, wie im Jahre 2020 mitten in Berlin ein Baudenkmal zerstört wird...schade, es hätte bessere Lösungen gegeben, sowohl für den Sockel, als auch den Milla-Entwurf...

  • Wie ich schon gesagt habe: ein dieser Republik höchst würdiges Denkmal

    Seinsheim

    Sehr gewichtiger Beitrag und ein entscheidendes Argument. Bäume sind demnach wirklich die Faust aufs Auge. Und wenn das noch so hochdotierte Professionisten, für mich ist das eine unfassbare Stümperei.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • laut Artikel im Tagesspiegel vom 19.5.2020 hat die Verschaukelungswippe die Größe von 50 x 18 m bei einer Stärke von 2,5 m an der dicksten Stelle :wuetenspringen: , da kann man zukünftig sich den Blick vom Schinkelplatz auf das Eosanderportal sparen . In Augenhöhe vom Schinkelplatz ist der Blick dann total verstellt. :kopfschuetteln:

  • Und was war vorher, mit den Kolonnaden oder gar mit der Schlossfreiheit? Red also keinen Blödsinn daher!

    Sie meinen also, Fehler sollte man wiederholen, oder wie ist Ihr Post zu verstehen? Abgesehen davon dachte ich, ein unverschämter Umgangston sei anderen Foren vorbehalten.

  • Man kann sich vieles wünschen! Aber man sollte auch den historischen Kontext nicht aus den Augen verlieren. Außerdem wird der Blick auch nach Errichtung der Schale auf das Portal möglich sein. Man sollte sich das vor Ort anschauen. Oder ist der nackte Sockel das non plus ultra? Ich hätte mir auch statt dieses ahistorischen Denkmals der Einheit (an dieser Stelle) die Wiederkehr der Kolonnaden ( aber nicht des Ollen Wilhelms) gewünscht. Der Blick wäre dann eben futsch gewesen. Ist ja hier schon gefühlte tausend Mal durchgekaut worden.

  • Ich habe mir die Hintergrundinformationen des BBR angesehen und finde die dortigen Angaben und Visualisierungen zu dem überarbeiteten Entwurf für das Freiheits- und Einheitsdenkmal überzeugend. Je länger die Friedliche Revolution in der DDR her ist, desto wichtiger wird es, ein solches Denkmal zu haben. Es erinnert an die Grundlagen der 1990 wiedergewonnenen staatlichen Einheit Deutschlands. Der Standort ist dafür gut geeignet. Es ergeben sich vielfältige inhaltliche und ästhetische Bezüge zur Umgebung.

  • @berlinalph:


    Was genau verstehen Sie unter 'Fehler' ? Meinen Sie den Bau der Schlossfreiheit im 17. Jh oder deren Abriss für das alte Nationaldenkmal? Oder wiederum dessen Abriss? Werde aus dem Wort nicht ganz schlau. Geschichte ist nun mal passiert, wohin sollte man also zurück kehren, um einen 'Fehler' zu korrigieren?

  • [...] Der Standort ist dafür gut geeignet. Es ergeben sich vielfältige inhaltliche und ästhetische Bezüge zur Umgebung.

    Wie bitte??

    Welcher Standort dafür geeignet wäre, darüber kann man viele Seiten Text füllen, aber eins ist sicher: Dort wo es nun hingekackt wird, da gehört es ganz sicher als Allerletztes hin!

    Warum nicht auf dem Alexanderplatz, wo die Montagsdemos stattfanden? Oder vor dem Brandenburger Tor, welches ja DAS Symbol für die deutsche Teilung gewesen ist? Oder vor dem Reichstag? Oder sonstwo?


    Und wo soll denn ein inhaltlicher oder ästhetischer Bezug zu irgendwas sein, was da sonst noch steht, z.B. dem Schloss?

    Diesen Ort gab es noch gar nicht während der Demokratie-Bewegung in der DDR. Dieses "Denkmal" wird bestenfalls dann eines, wenn eine künftige Demokratiebewegung das Ding in den Kupfergraben schmeißt!