Umfeld Berliner Schloss - Allgemeines

  • Das würde die Mitte Berlins zu einem lebendigen Ort für das gesamte Volk machen. Das, was der Ort sein soll, nämlich für alle offen, für alle Identifikation mit ihrer Stadt, das würde dadurch direkt körperlich erfahrbar.

    Nein, nicht "für alle". Für jene, die noch über Sitte, Anstand und einen Sinn für würdevolle Ästhetik verfügen, wäre dieses Flußbad kein angenehmer Anblick. Es reicht, wenn Berlin sein formloses Selbstbild außerhalb seiner Mitte pflegt. Mit der bevölkerten Rasenfläche des Lustgartens gibt es auf der Museumsinsel schon genug unschöne Versammlungsorte "für alle".

  • Ich vor dem Staatsratsgebäude wurden Bäume gepflanzt, dort wo ein scheusslicher Neubau von Thyssen verhindert wurde:



    Blick Richtung Friedrichswerder:


    Berlin Schlossumfeld



    Blick zum Schlossplatz:


    Berlin Schlossumfeld


    Fotos von heute, von mir

  • Konstantindegeers Hinweis auf den Zopfstil - oder auch das Louis XV - ist ergiebig und zeigt, wie Gustav Halmhuber, der Architekt des Nationaldenkmals, sich um eine Synthese aus Palladio, Bernini und Frühklassizismus bemühte. Das als bloßen Eklektizismus zu verstehen, halte ich für falsch. Unten Gabriels Treppenhaus des von mir sehr geschätzten Petit Trianon in Versailles.


    Nimm das Recht weg, was ist der Staat dann noch anderes als eine große Räuberbande? (Augustinus von Hippo)

  • Im Moment ist leider noch nicht einmal die Fassade ausreichend mit Spenden finanziert, von einem schöneren Schlossumfeld ganz zu schweigen.

    Spendenstand 02/2020:


    Geldbedarf fuer die weitere Rekonstruktion der Schlossfassaden noch 7 Mio. €


    Geldbedarf fuer die Rekonstruktion der Balustradenfiguren über den Portalen, der Kuppel und dem Ausbau des Portaldurchgangs IV noch 9 Mio. €

    Was mich doch gleich zu meinem Online-Banking geführt hat... :daumenoben:

    Will sagen: ein Großteil dieser Arbeiten und Aufträge ist in Vorleistung schon ausgeführt. Die Firmen sind auch auf die Zahlung angewiesen. Die Arbeiten gehen weiter und viele der Jungs (und Mädels) fahren jeden Morgen mit den Öffis zur Baustelle, da geht kein Home-Office.

  • „Mehr als wir erträumt hatten“ Im Gespräch mit Richard Schröder und Wilhelm v. Boddien. Über den Stand des Wiederaufbaus des Berliner Schlosses, den wahren Geist des alten Preußen und künftige Aufgaben für den Förderverein:


    Wilhelm v. Boddien: Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Das habe ich nun seit 30 Jahren immer wieder erlebt. Es gibt noch viel zu tun und natürlich auch noch unerfüllte Wünsche für die Rekonstruktion, denken Sie nur an das historische Schlossumfeld und die Verweigerungshaltung der Berliner Stadtentwicklungspolitik dazu.

    Danke Seinsheim für diesen Fund.


    Was sagt uns das? Wenn das erste große Projekt so gut gelaufen ist, sollte alsbald ein Förderverein zur Umgestaltung des Schlossumfeldes gegründet werden. Vielleicht lassen sich die Politiker ja mit Zahlen zur Finanzierung überzeugen. Auch das Geld für die Wippe sollte man sich in Zeiten wie diesen sparen. Des Volkes/Spenders Wille ist ohnehin ein anderer.

  • Vielen Dank Mantikor, für die tollen Bilder vom Umfeld des Schlosses.

    War eventuell vom Schlossplatz ein Blick über den Bauzaun und durch Portal I in den Schlüterhof möglich? Es wäre doch mal sehr interessant, den aktuellen Stand der Pflasterarbeiten zu erfahren.

    Schön wäre es, wenn die Stiftung ihre leider mangelhafte Öffentlichkeitsarbeit endlich mal deutlich verbessern und regelmäßig Aktuelles verbreiten würde.


    Daneben war auf der nördlichen Webcam heute zu sehen, wie vor der Westfassade anscheinend ein großes Wetterschutzdach montiert wurde. Ist eventuell irgendjemand von euch bekannt, was dort passiert? Wird das vielleicht ein Schutzdach für die Endmontage der Laterne?

  • Schlingrippe:


    Die Schutzdächer, deren Gestelle mit großen Wassertanks aus Kunststoff stabilisiert wurden, sind jeweils über den U-Bahn-Ausgängen errichtet worden. Ich vermute, damit dort dort wetterunabhängiges Arbeiten ermöglicht wird. Die Schlossbaustelle ist von der U-Bahn-Baustelle übrigens auf ganzer Länge durch einen Zaun getrennt.


    Zu den Pflasterarbeiten:

    Damit soll es bald losgehen, wie ich einem Baustellenmann entlocken konnte. Zur Zeit laufen noch die Abdichtungsarbeiten (wohl mit Bitumen o. ä. - jedenfalls wird die Substanz per LKW herangekarrt).


    Und damit es nicht nur mündlich berichtet wird, hier einige (recht schwer zu machende) Bilder in die Portale.


    Zwei Mal durch Portal I:



    Portal II:

    Im Vordergrund wurde, wenn ich das richtig beobachtet habe, eine versenkbare Durchfahrtsperre eingelassen.


    Portal IV:

    Ich nehme mal an, dass diese Durchfahrtssperren dann auch sinnvoller Weise an allen vier Portalen eingebaut werden.


    Im Portaldurchgang V stand, wie oben zu sehen, der LKW; ist außerdem noch schlechter zugänglich.

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Nun benötigen Trauerweiden allerdings sehr viel Wasser - ich hoffe das hat man dabei bedacht, wissend der Tatsache daß hier der Weg zum Gewässer zubetoniert wurde.

    Ich weiß nicht, ob man das so verabsolutierend sagen kann.

    Dieses einbetonierte Exemplar am James-Simon-Park erfreut sich eines recht guten Zustands.


    An der Ostseite des Schlosses wird außerdem einiges an Niederschlägen die Rampen hinabfließen und -sickern. Die Trauerweide dort hat also beste Aussichten, die Landmarke am dortigen Spreeufer zu werden. :zwinkern:

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Wenn ich mir die Kuppel der Synagoge ansehe, wünsche ich mir, dass an der Schlosskuppel nicht nur die Laterne und vielleicht die Lukarnen vergoldet werden, wie das in manchen Simulationen ja zumindest teilweise vorgesehen ist und wie man es auch an den Domen auf dem Gendarmenmarkt beobachten kann, sondern auch die Rippen.

    Nimm das Recht weg, was ist der Staat dann noch anderes als eine große Räuberbande? (Augustinus von Hippo)

  • Heute mal wieder was los auf der Kuppel



    Und Wasserbau gibts auch...

    Ob hier deshalb abgepumpt wird, um die historische Ufermauer wieder aufzubauen ?

    Was paasiert eigentlich mit dem klotzigen Betondreieck ?



    Moderationshinweis: Da das zweite Bild anlass zu einer kleinen Diskussion war, diesen Beitrag aus "Berliner Stadtschloss (Aktuelles und Baugeschehen)" hierher kopiert.

  • Spreetunnel Danke für die Info, ich war dezent irritiert. Weißt Du etwas über die Volkswippe? Ich war Anfang der Woche dort und konnte keine Bauarbeiten erkennen.

    Da es keinen eigenen Strang mehr dafür gibt, antworte ich hier darauf. Ich denke, dass es aktuell wegen der Fledermäuse bis Ende Mai keine baulichen Aktivitäten am Nationaldenkmalsockel geben darf. So zumindest meine Information. Ich denke auch, dass in der aktuellen Krise niemand so leichtfertig an einen ersten Spatenstich denkt, wenn das ganze Land lahmgelegt ist und Menschen sterben. Wobei ich Milla (und anderen Verantwortlichen) ehrlich gesagt auch diese Geschmacklosigkeit zutrauen würde.


    Ich finde in Zeiten der Coronakrise und des größten Wirtschaftshilfeprogramms der Bundesrepublik seit ihrer Gründung sollte man kein Geld für ein solch unsinniges Denkmal verschwenden. Man sollte einen Aufruf machen, dass das bereits für die Wippe bewilligte Geld denen zukommt, die es jetzt nötig haben. Wir brauchen kein Denkmal für die Einheit, sondern gesellschaftlichen Zusammenhalt. Das Geld könnte beispielsweise freiberuflichen Künstlern zugute kommen, wobei es aber da auch noch viele andere Möglichkeiten geben könnte. Vielleicht stimmt ihr ja zu und habt Ideen.

  • Ich finde in Zeiten der Coronakrise und des größten Wirtschaftshilfeprogramms der Bundesrepublik seit ihrer Gründung sollte man kein Geld für ein solch unsinniges Denkmal verschwenden. Man sollte einen Aufruf machen, dass das bereits für die Wippe bewilligte Geld denen zukommt, die es jetzt nötig haben.

    Abgesehen davon, dass das der falsche Gesprächsfaden ist, [Modertationshinweis: Beiträge wurden jetzt in richtiges Thema verschoben], sollte man mit solchen Argumenten sehr vorsichtig sein. Denn beim nächsten Projekt, das sich der Stadtreparatur widmet, gibt man dann denjenigen üblichen Verdächtigen Recht, die in Leserbriefen immer wieder davon reden, der Staat solle doch kein Geld für Reko-Luxus ausgeben, sondern Kindergärten bauen oder Schulcontainer aufstellen. Ich denke z.B. an den Schlossturm Neustrelitz, aber die Bauakademie oder die von einigen gewünschte Umsetzung der Rossebändiger vor das Schloss usw.usf. Diese Leute könnten sich dann durch Corona im Aufwind erachten.


    Das mit dem Geld, das nur für soziale und pädagogische Projekte ausgegeben werden solle, ist auch eine häufige Argumentation der Partei "Die Linke". Und zufälligerweise trifft sich das in dieser Argumentation mit dem Ansinnen, die Revolution, die ihre Niederlage war, möglichst aus dem kollektiven Gedächtnis zu verdrängen.


    Nein, das Denkmal für die Revolution von 1989 und die deutsche Einheit ist keinesfalls unsinnig. Gerade eine Gesellschaft in der Krise bedarf auch solcher gemeinsamer Identifizierungspunkte. Ich (das habe ich aber auch schon mehrfach geschrieben) begrüße das Denkmal und hoffe auf baldigen Baubeginn.

  • Ein solches Denkmal tut sicherlich not und in der Tat ist nichts kontraproduktiver, als die Argumente von 'sozial' argumentierenden Kulturfeinden zu übernehmen. Allerdings, und darüber wurde auf diesem Forum ja auch schon ausgiebig debattiert, halte ich das geplante Denkmal für eine Katastrophe - in seiner Hässlichkeit, seinen städtebaulichen Defiziten und in seiner gedanklichen Trivialität. Und ich bin sehr dafür, in dieses Denkmal alle Freiheitsbewegungen der deutschen einzubeziehen, auch die Bauernkriege und die 1848er Revolution, die sich ja gerade im Umfeld des Schlosses abgespielt hat. Und im Grunde gehören auch das Hambacher Fest und die Freiheitskriege von 1813-15 dazu, weil sie die eigentliche Grundlage für die heute immer wieder beschworene Zivilgesellschaft geschaffen haben.

    Gerade die Erinnerung an die Bauernkriege sollte man den Linken nicht überlassen sondern sie in eine gesamtdeutsche Freiheitstradition einbinden.

    Nimm das Recht weg, was ist der Staat dann noch anderes als eine große Räuberbande? (Augustinus von Hippo)

  • Ich bin auch für das geplante Denkmal,allerdings an anderer Stelle! Der jetzige Ort ist komplett ungeeignet.Warum rekonstruiert man nicht wenigstens die Kollonaden des alten Denkmals und lässt den Platz frei oder rekonstruiert gleich das alte K.W.N? Man könnte die "Wippe" so leicht an einen anderen Ort in Berlin verlegen oder gleich in einer andere Stadt,wie z.B Leipzig aufbauen(die eigentliche Hauptstadt der Bewegung).

    Lübeck, mein Lübeck, an der Waterkant
    Königin der Hanse, Perle am Ostseestrand.

  • Ich teile, wie bereits zum Ausdruck gebracht, den Standpunkt der Notwendigkeit eines Denkmals für die deutsche Einheit. Meinetwegen auch den Entwurf der sog. "Wippe". Allerdings würde auch ich unbedingt auf einen anderen Standort drängen, z.B. zentral auf dem Platz der Republik.


    Die Verbindung, die der Milla-Entwurf zum alten Denkmalssockel an der Schlossfreiheit hat, ist die, dass auch das alte Nationaldenkmal im Grunde ein Denkmal der Reichseinigung, also der Vereinigung der vielen deutschen Staaten zu einem Nationalstaat, war. 1871 war dies eine Vereinigung "von oben", das Volk war daran nicht beteiligt.


    Also im Bezug auf die Einheit, passt der Sockel irgendwo doch, oder auch nicht, aus städtebaulichen Gründen jedenfalls ist ein anderer Platz mit einem passenderen Umfeld wünschenswert.

  • Mich würde mal interessieren wohin man die Teile der Ufermauer hingebracht hat, die jahrelang in einer Ecke des BVG-Areals lagen und dort verschwunden sind. Kamera Nordseite. So etwa seit dem 15. Januar 2020.