Umfeld Berliner Schloss - Allgemeines

  • Lamentieren hilft wohl weder beim Molkenmarkt noch bei der Dachterrasse.

    Wenn Du aber eine Idee hast, wie wir konkret handeln können, lass es mich bitte wissen.

    Am Thema historische Mitte und Schlossumfeld sind wir mit dem Ortsverband Berlin von Stadtbild Deutschland und dem Bürgerforum dran.


    Wer nicht nur zuschauen will, wie Alt-Berlin verhunzt wird, sondern mitreden will, was getan werden kann: der melde sich direkt bei mir oder Snork. Danke! :!:

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  • Es geht doch darum, dass hier offensichtlich mit aller Macht versucht wird, die Schlossreko durch das Umfeld zu diskreditieren. Man wird sich ja noch darüber ärgern dürfen, dass das zum Teil auch durch die Zerstörung der wenigen noch vorhandenen historischen Reste wie eben die Ufermauer oder den Denkmalsockel (samt Mosaike) geschieht. Das ist absolut überflüssig, genauso wie die ignorante oder zumindest unbedarfte Platzierung von Bäumen an der falschen Stelle. Soll man das etwa alles klaglos hinnehmen? Natürlich befürworte ich die Schlossreko nach wie vor.

    Lûbeke, aller Stêden schône, van rîken Êren dragestu de Krône. (Johann Broling, Lübecker Kaufmann und Ratsherr, um 1450)

  • "Weltbekannt" und "klassisch" sind Ausdrücke, die ich mit den Veduten und der Zeit Gaertners in Verbindung bringe.


    Wo hättest du denn den U-Bahneingang platziert und wie hättest du ihn gestaltet? Das würde mich sehr interessieren.


    Ich mag übrigens Bäume. Auf Gaertners Bild gibt es auch Bäume. Das war wohl nicht "früher"?

    Du willst wohl wirklich nicht verstehen, oder?

    Wer bitte außer den wirklich Kunstinteressierten kennt denn die Darstellungen von Gaertner? Ich persönlich habe ihn erst durch eine Ausstellung im Ephraim-Palais kennen- und lieben gelernt.

    Aber als Postkarten- und touristisches Fotomotiv (incl.Nationaldenkmal) kennen das Schloss wohl viele Menschen eher, bzw. haben es so vor Augen, wie auf der alten Ansichtskarte, die ich eingestellt habe.

    Es geht beim U-Bahneingang auch weniger um den "normalen" Zugang, den man stilistisch auch besser anlegen kann als wohl jetzt entworfen. Und frank1204 hat es ausgesprochen, was auch meine Meinung ist. An dem Eingang (oder auch stattdessen) seitlich am Zeughaus wäre es sicherlich auch gegangen.


    Ich bin ein sehr eifriger Hobbyfotograf in allen Stadtteilen Berlins (und in anderen deutschen Städten). Was denkst Du, wie schwierig oder gar unmöglich es manchmal ist, ein Motiv aus einer bestimmten Persepktive oder im Ganzen aufzunehmen, weil die deutsche Regulierungswut unsere Innenstädte mit Verkehrsschildern nahezu vollkleistert.


    Da würde ich es begrüßen, wenn man bei so einem Prestigeobjekt wie dem Berliner Schloss es fertigbringt, die Fotografierbarkeit, schon im Interesse der zahlreichen Touristen aus aller Welt nicht durch Bäume oder Aufzugseingänge einzuschränken.

  • Mich wundert etwas, dass Berlin scheinbar anders tickt als anderswo in Deutschland. Überall werden mittlerweile schon seit einiger Zeit genau diese Maßnahmen ergriffen: Schattenspendende Bäume, weniger Versiegeln, Wasserströme wieder offenlegen oder sogar künstlich neu anlegen, Wasser erlebbar machen, insgesamt einen Erlebnisraum schaffen, Aufenthaltsqualität steigern. Nicht nur wehrt man sich hier nun gegen die wenigen geplanten Schritte in diese Richtung, schon die Stadt hat das meiste davon versäumt, indem sie weder die Grünanlagen (ich lese hier widersprüchliche Aussagen dazu ob es die nun gibt) auf der einen, noch den Brunnen auf der anderen Seite realisiert hat und stattdessen riesige gepflasterte Flächen geschaffen hat, die sowohl im Hochsommer, als auch wie windigem Wetter wohl kaum sehr angenehm sein dürften. Ich verstehs nicht.

    DAS ist nun wiederum auf dem Mist der Senatsbaudiktatorin Lüscher gewachsen, wie uns allen bekannt ist.

  • Da dieses Postkartenmotiv seit 75 Jahren nicht mehr existierte, vermute ich, dass es sehr wenige Menschen gibt, die es kennen. Ob es mehr sind als diejenigen, die Gaertners Vedouten kennen? Ich wage keine Prognose.

    Im Übrigen schert es doch sonst auch niemanden hier, ob es für eine Rekonstruktion eine Mehrheit gibt. Wenn der auserlesene Kreis der Reko-Freunde und Kulturkenner etwas für rekonstruktionswürdig erachtet, dann muss es auf Teufel komm raus durchgesetzt werden; die misera contribuens plebs kennt sich halt nicht aus und muss zu ihrem Glück gezwungen werden. Außer es passt einem gerade, dann zählt auf einmal, was die Mehrheit will...

  • Da dieses Postkartenmotiv seit 75 Jahren nicht mehr existierte, vermute ich, dass es sehr wenige Menschen gibt, die es kennen. Ob es mehr sind als diejenigen, die Gaertners Vedouten kennen?

    Auch wenn dieses Postkartenmotiv seit 75 Jahren nicht mehr in der Realität existierte,... im Übrigen schickten die Berlinbesucher bereits vor 100 oder 120 Jahren gerne Karten mit der Ansicht des Schlosses mit Nationaldenkmal und nicht die Gaertnersche Ansicht... so dürfte spätestens mit dem Siegeszug des Internets und dem Beginn der Planungen zum Wiederaufbau des Schlosses diese Perspektive wieder stark ins Bewusstsein der Menschen gerückt sein.

  • Im Übrigen schert es doch sonst auch niemanden hier, ob es für eine Rekonstruktion eine Mehrheit gibt. Wenn der auserlesene Kreis der Reko-Freunde und Kulturkenner etwas für rekonstruktionswürdig erachtet, dann muss es auf Teufel komm raus durchgesetzt werden; die misera contribuens plebs kennt sich halt nicht aus und muss zu ihrem Glück gezwungen werden. Außer es passt einem gerade, dann zählt auf einmal, was die Mehrheit will...

    Nunja... es gibt in Berlin und anderswo kaum Rekonstruktionen, dafür X tausend Flächen und Gebäude an, in und um denen sich die Moderne oder sonstwer austoben kann.


    Dann ist es doch klar, dass bei den wenigen Rekonstruktionen das Umfeld den Befürwortern sehr am Herzen liegt, ungleich mehr als dem nicht "auserlesenen Kreis" (ob es nun die Mehrheit ist oder nicht).


    So böse sind die Leute nicht. Wer moderne Gestaltungen ganz allgemein als zeitgemäß, zweckmäßig und schön empfindet - wie zum Beispiel die Senatsbaudirektorin und die Landschaftsarchitekten -, der ist nicht der Meinung, dem Schloss durch eine moderne Umfeldgestaltung zu schaden.

    Böse würde ich es nicht nennen, eher empathielos. All den Menschen gegenüber, die sich für die Rekonstruktion eingesetzt haben und sich daran erfreuen.


    Es gelingt mir aber auch nicht, mich naiv zu stellen. Das Denken der Senatsbaudirektorin ist offensichtlich sehr ideologisch geprägt, ihr Handeln politisch.


    Sie hat die Rekonstruktion abgelehnt und weiß genau, dass dieses gesamte sehr "zeitgemäß, zweckmäßig" gestaltete Schlossumfeld von den Befürwortern nicht als schön empfunden wird.

    Das hat schon auch etwas mit "nicht-gönnen-können", ideologischer Verbissenheit und Machtdemonstration zu tun.

  • Kleine Fortsetzung über die Schlossbrücke nach Osten.




    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Meldung der Berlinerischen Zeitung - 1.4.2021


    Glaubwürdige Kreise wollen erfahren haben, dass Berlins Kulturpapst, Viledera heimlich die Rück­führung des Neptun-Brunnens zum Schlossplatz plant, obwohl er das offiziell ablehnt. Grund waren bisher Gasleitungen und Kosten. Auch soll eine Elterninitiative fordern, für die Kleinen wenigstens die Brunnen-Jungfrauen für „Abenteuer­spiele“ zu belassen (Zitat: Boron). Immerhin habe es Viledera erreicht, dass der Bund 10 Mio. € für die Umsetzung anbietet. Viledera sei auch für die Rückführung der Rosse­bändiger. Das sei aber zu teuer (fehlende Kitas). Den Rossebändiger-Umzug verweigere er nur, damit der Bund das irgendwann auch finanziert. Da der Bund wegen der Pandemie pleite sei, lehne er weitere Pferde, Reiter und Bändiger in B-Mitte ab. Jetzt prüfe Willi Boden vom ProSchloss-Verein, mit Spenden auszuhelfen. Ergebnis: Diese könnten zwar für einen Rossebändiger, nicht aber für zwei reichen. Der Teilrepatriierung mit Spenden würde der Kulturchef sogar zustimmen, da beide Statuen im Kleistpark zu weit auseinander stünden. Jetzt werde endlich eine alle befriedigende Gesamt­lösung ausgearbeitet. Danach könnten beide Pferde mit Personal umziehen, wenn die „grausige nachgemachte Schlossfassade“ (Zitat: v. Dusel) dafür „zeitgemäß“ an dem „sehr prominenten Ort“ (Zitat: Luschara) von religiösen Barocksymbolen befreit und weiß gestrichen würde. Auch müsse der Lustgarten planiert werden, damit durch die Pferde kein Freiluftmuseum entsteht. Der so gewonnene „Platz der demokratischen Republik“ könne für beliebte Großdemos von bis zu 60.000 Personen dienen (Wunsch des Senats). Vorteil: Der Platz könnte dann auch als Bus-Parkplatz alle Parkprobleme lösen. Das Rote-Rathaus-Forum könnte dann eng und historisierend bebaut werden (Forderung der Reko-Fraktion). Zur Finanzierung dieses genialen Konzeptes liegen keine Informatio­nen vor, es wären aber viele Bürger zu Spenden bereit. Zudem lägen lukrative Angebote aus aller Welt zum Ankauf von Raubkunst vor, was erheblich zur Finanzierung beitragen könnte. Das erfolgreiche BER-Projektmanagement stehe für diese neue Herausforderung bereit. Red.: Bauaesthet

  • Irgendwie beschämt es mich und ist mir mittlerweile peinlich, dass ich sehr lange Zeit CDU-Sympathisant war! Diese Partei hat in den letzten Jahren so gut wie alles falsch gemacht, was man nur falsch machen kann. Selbst bei so "Kleinigkeiten" wie dem hier aufgezeigten Aushebeln des Denkmalschutzes versagen die CDU Protagonisten. Ich hoffe, dass hier das letzte Wort bzgl Bodenmosaik noch nicht gesprochen ist, aber eine Wiedererrichtung an einem andern Standort macht inhaltlich überhaupt kein Sinn!

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • ein paar Fotos von heute:


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    entlang UdL:


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    der Aufzug sieht sehr kopflastig aus, und es scheint ein quadratisches Loch zu geben, in dem vielleicht ein riesiges hintergrundbeleuchtetes "U" installiert werden soll. auf jeden Fall sind die Baluster frisch gestrichen worden


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    blick ins Hof:


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    Quelle: Dropdeaded209

  • Die ganzen Aufreger sind aber noch Pillepalle. Seid nur froh, dass sie bislang noch nicht auf Idee kamen, irgendeinen Künstler-Heini durch Steuergeldausschüttung zu beauftragen, auf das Dach des Aufzugsschachts (oder gleich in den Schlüterhof) zweidimensionale Pappkulissen von Sanssouci zu setzen oder an die Fassade einen Schriftzug a la "Ceci n'est pas un chateau" zu schrauben.

  • @ Dropdeaded209 : Danke für die Bilder.


    Da die Webcam's deaktiviert wurde, sehe ich erst jetzt, daß die tiefbauseitigen Arbeiten mittlerweile fortgesetzt werden. Im Umfeld der U5-Zugänge gibt es wohl auch Termindruck, wenn die Station spätestens im Juni/Juli in Betrieb gehen soll.


    Übrigens bestimmen die unterirdischen Gegebenheiten die Position des Fahrstuhlschachtes, den man zwar sicher einige Meter hätte versetzen, auf keinen Fall aber ganz aus der optischen "Schußlinie" in Richtung HF-Gebäude hätte nehmen können.

    Spätestens dann, wenn die Leute auf der provokanten Wippe herumturnen, wird man erkennen, daß der Fahrstuhl nebensächlich ist, da es ohnehin nicht mehr viel zu verderben gibt !

  • Jedenfalls erstaunlich, wie sich die Gegend immer weiter in eine gute Richtung entwickelt.

    Wenn ich da noch an den riesigen Parkplatz mit Stasi-Überwachung denke ...

    und heute: Sanierte Staatsbibliothek, sanierte Staatsoper, Schlossneubau, saniertes Zeughaus, U-Bahn

    Schupmänner, bald Blumenrabatten und neue Lindenbäume ...

  • Was Straßen- und Platzgestaltung an wichtigen Orten angeht hat man in Berlin mit das beste Händchen in Deutschland. Siehe Pariser Platz, all die neu aufgestellten Schupmann-Kandelaber oder den vor einigen Jahren rekonstruierten Schinkelplatz. Den Bebelplatz und Schlossplatz wird man sicher auch irgendwann wieder würdiger und lebensfroher präsentieren.

    Die ganzen Aufreger sind aber noch Pillepalle. Seid nur froh, dass sie bislang noch nicht auf Idee kamen, irgendeinen Künstler-Heini durch Steuergeldausschüttung zu beauftragen, auf das Dach des Aufzugsschachts (oder gleich in den Schlüterhof) zweidimensionale Pappkulissen von Sanssouci zu setzen oder an die Fassade einen Schriftzug a la "Ceci n'est pas un chateau" zu schrauben.

    Nunja. Der Kulissenzauber in Potsdam ist bei Bedarf leicht zu beheben.

    Das wird in Berlin schon erheblich schwieriger, mit stark technisch verankerten Einrichtungen wie einem Dachcafé oder einem Aufzug...