Umfeld Berliner Schloss - Allgemeines

  • Also der Wunsch vieler hier ist möglichst die Schönheit in die Mitte Berlins zurückzuholen, das Ur-Berlin wiedererstehen zu lassen, dabei aber auch die Freiflächen zu erhalten. Alles Ansätze, die sich nicht komplett widersprechen müssen.
    [1] Auf der Abbildung oben sind nun bereits bestehende Gebäude abgebildet, die umgestaltet werden müssen:
    Was ist das für ein hässliches Parkhaus hinter den Rathaus-Passagen?
    Gleichfalls dieses schreckliche Motel One. Und das grauenhafte Cubix-Kino.
    Ganz zu schweigen von dem House-Monstrum gegenüber in der Gontardstraße.
    Und das widerliche ALEXA erst.
    [2] Derzeit wird die Straßenverlegung der Grunerstraße schrittweise umgesetzt. Was ist dann zu erwarten?
    Werden sich endlich mal Architekten dem alten Berlin annehmen, wenn es um die freien Grundstücke im
    Klosterviertel geht? Hier gilt es zunächst den Focus zu setzen und klare Forderungen nach Schönheit zu stellen.
    [3] Wenn die Schlossumfeldgestaltung sichtbare Ergebnisse bringt, werden sich die nächsten Forderungen anschließen:
    Mehr Grün, Restaurierung des alten Nationaldenkmals als Ausstellungsstück der Stiftung Preußischer Kulturbesitz.
    Grünanlagen und Brunnen an der Breiten Straße. Hoffentlich ausgedehnter als die unzureíchende historische Anlage.

  • Seien wir realistisch, in Berlin gibt es aktuell noch einige innerstädtische Grundstücke zu erwerben, diese werden aber zunehmend weniger. Irgendwann wir der Druck auf diese noch freien Innenstadtflächen so massiv werden, dass zahlreiche Gebiete zur Disposition stehen werden, dies betrifft die gesamte nördliche Wilhemstraße, den Mehringplatz, die Fischerinsel, die Leipziger Straße und auch das Rathausforum. Wenn man sieht, wie die Preise ansteigen und damit auch die Nachfrage nach Investmöglichkeiten in Innenstädten, wird irgendwann das Geld über jede Ideologie siegen, so war es immer.
    Nur müsste man eben dafür gerüstet sein, damit am Ende nicht irgendwas gebaut wird, sondern etwas Sinnvolles. Und zu solch strategische Prozesse ist man in Berlin seit Jahren nicht in der Lage, das Ergebnis sieht man heute überall im Stadtbild.

    APH - am Puls der Zeit

  • Hoffentlich nicht. Ist zwar nur eine Zeichnung, aber das sieht eher nach einer bunt zusammengewürfelten Stadt à la Simcity aus, als nach der historischen Mitte einer Großstadt.

    Die von mir oben eingestellte Visu ist nicht eins zu eins als vorbildlich bzw. maßgebend anzusehen, sondern sie soll nur die Notwenigkeit einer Verdichtung des Quartiers verdeutlichen.


    Im Übrigen hat die gesamte gigantische Flächen der beiden "Foren" Bestandsschutz bis 2030. Daher wird es in den nächsten Jahren vermutlich keine nennenswerten Veränderungen geben, das städtebauliche Elend geht weiter.
    >> http://www.tagesspiegel.de/ber…ns-bis-2030/10349612.html

    „Die Freiheitsliebe ist bei den Deutschen nicht entwickelt“ (Madame de Stael)

  • Was ist denn mit dem geplanten Bibliotheksneubau am Spreeufer? Ist das vom Tisch?

    Hoffentlich ja.


    Zumindest eine Teilbebaung wäre damit unumgänglich.

    Hoffentlich nicht.


    Was erwartet Ihr denn in den heutigen Zeiten von einer Bebauung dieses Areals? Es werden die übelsten Klötze gebaut werden, und danach ist die Fläche für eine behutsame Stadtreparatur verloren.


    Wie schon mehrfach von mir geschrieben: Kümmert Euch mehr um das Bauvorhaben Grunerstraße, Molkenmarkt, Klosterviertel. Aber, laut "Konstantindegeer" wird die Umsetzung ja noch längere Zeit dauern.

  • Passende Artikel dazu in der Morgenpost über die Konzeptlosigkeit des Berliner Senats. Es ist unglaublich, man fragt sich, was die ganzen Leute da tagtäglich in den Ämtern machen :wuetenspringen::lachentuerkis::lachentuerkis:
    https://www.morgenpost.de/berl…-droht-Verkehrschaos.html


    Und dan gibt es eine umfangreiche Zwischenbilanz seitens der Stiftung, für das APH ist besonders dieser Ausschnitt interessant.

    Quote from Morgenpost

    ...Kommen wir vom Inneren zum Äußeren. Sind Sie eigentlich mit der Außengestaltung am Humboldt Forum zufrieden?
    Damit kann man schwerlich zufrieden sein, sehr vieles ist noch nicht fertig und wird es bis zur Eröffnung leider auch nicht sein. Unser Gebäude wird Ende dieses Jahres fertiggestellt, dann ziehen die Nutzer ein, die Eröffnung ist für Ende 2019 vorgesehen. Die privat finanzierte Humboldt Box aber schließt erst Mitte 2019, dann muss sie auch noch abgebaut werden.
    Dadurch ist es auch erst dann möglich, Geothermie-Bohrungen vorzunehmen, die wir aber unbedingt brauchen, schließlich soll das Humboldt Forum ein energieeffizientes Gebäude sein. Politisch noch nicht geklärt ist zudem ja leider auch noch, ob der Neptunbrunnen auf den Schloßplatz umziehen kann, was wir sehr begrüßen würden, und ob das Einheitsdenkmal auf die Seite der Schloßfreiheit nun wirklich kommt....

    https://www.morgenpost.de/berl…-droht-Verkehrschaos.html

    APH - am Puls der Zeit

  • Das scheint mir reiner Zweckoptimismus zu sein. Ich habe irgendwo im Netz vor ein paar Tagen aufgeschnappt, dass der Senat den Brunnen definitiv in der Honecker-Brache belassen und selber sanieren lassen will (die Quelle finde ich leider nicht wieder). Regula wird also bald Fakten schaffen.
    Derweil berichtet die Morgenpost heute über das drohende Verkehrschaos nach der Eröffnung des HuFo, falls die träge Regula-Behörde weiter planerisch untätig bleibt. Dabei gibt es diesbezüglich durchaus gute Ideen, vgl. z.B. Berliner Zeitung

    „Die Freiheitsliebe ist bei den Deutschen nicht entwickelt“ (Madame de Stael)

  • Ich halte die Befürchtungen der MoPo hinsichtlich"Verkehrskollaps" für überzogen und unwichtig. Wer so bescheuert ist und meint, er muss unbedingt mit seiner Karre auf die Museumsinsel bzw zum Schloss fahren und sich dann wundert, dass da ja keine Parkplätze mehr frei sind - entschuldigung, der ist sowieso nicht mehr zu retten.


    Da kommt man schon jetzt, auch ohne U-Bahn hin, einfach S- Bahn bis Hackescher Markt oder Busse nehmen.


    Viel wichtiger ist doch die Gestaltung des Schlossumfeldes, und das liegt bekanntlich im Argen. Würde die MoPo sich hier eindeutiger für den Schlossbrunnen, die Adlersäule, die Schlossterrassen , die Rossebändiger positionieren, wäre dem Areal mehr geholfen.


    Stattdessen bindet man ausgerechnet die Autolobby namens ADAC ein, denen fällt für die Gestaltung des Schlossumfeldes doch nix anderes ein als Parkplätze und Bushaltebuchten.

  • ...Erst einmal sollten die bestehenden, geistig schon weiter gediehenen Projekte umgesetzt werden.


    Welche Projekte sind hier gemeint?
    Die Kolonnaden, die der Bund sogar komplett finanzieren wollte, der Senat jedoch dankend abgelehnt hatte?
    Oder die Rückversetzung des Schloßbrunnens, die vom Senat bis heute abgelehnt wird?
    Oder die Rekonstruktion der Denkmalskirche, die in den 70er Jahren gesprengt wurde und dessen Steine vor ein paar Jahren wiedergefunden wurden, aber nicht mal etwas unternommen wird um diese Steine wenigstens zu bergen und zu sichern?
    Oder die Rekonstruktion der Domkuppeln, die es wohl niemals geben wird...?
    Hab ich noch was vergessen?


    Mit diesem Blockierersenat wird nichts passieren.

  • “Jeder hat das Recht, sich einzeln oder in Gemeinschaft mit anderen mit schriftlichen Anträgen, Anregungen oder Beschwerden an die zuständigen Stellen, insbesondere an das Abgeordnetenhaus, den Senat, die Bezirksverordnetenversammlungen oder die Bezirksämter, zu wenden.” (Artikel 34 Verfassung von Berlin)

  • Im derzeitigen Senat mangelt es eben an Weitblick und es gibt noch viel ideologische Verbohrtheit, insbesondere bei den Linken. Wobei sich das auch allmählich wandelt, siehe Neustrelitz, wo sich die Linken für den Schlossturm einsetzen.


    Die Zeit spielt für uns und wir sollten nicht den Politikerfehler machen, in Legislaturperioden und Lagern zu denken (auch wenn ich selbst politisch aktiv bin). Politische Unterstützer für unsere Anliegen können aus allen Ebenen kommen, da darf es auch keine steinharten Vorfestlegungen geben, dass wir nur Support aus einer bestimmten Richtung zulassen. Im Gegenteil müssen wir in allen Parteien und Gremien um Unterstützung werben.


    es bringt allerdings wenig, ständig neue geistige Baustellen aufzumachen

    Das erzählst du irgendwie dauernd Heimdall, doch welche Ideen kommen von dir selbst? Und wie treibst du die "aktuellen Baustellen" voran?
    Nichts für ungut, aber wir sind hier noch immer in einem Diskussionsforum und können so viele "geistige Baustellen" aufmachen wie wir wollen. Hier geht es um das ganze Schlossumfeld, und dazu gehören alle Baufelder. Man muss zunächst überhaupt mal wissen, wie das Schlossumfeld in Gänze aussah, bevor man über seine Zukunft richtig nachdenken kann.


    Es wird ja gerne (auch öffentlich) behauptet, dass Alt-Kölln und Alt-Berlin vor dem Krieg praktisch nur bedeutungslose Bauten aufwiesen. Diese steile These widerlegt u.a. der Blick auf diese Seite mit Ansichten zu allerhand Grundstücken in Berlins historischer Mitte.

  • Welche Projekte sind hier gemeint?

    Ich habe sie genannt.

    Das erzählst du irgendwie dauernd Heimdall, doch welche Ideen kommen von dir selbst? Und wie treibst du die "aktuellen Baustellen" voran?

    Nun, Ideen sind schon einige in der Vergangenheit von mir gekommen. Ein paar kann man in diesem Forum recherchieren. Wenn es mir möglich war, habe ich etwas getan, Projekte voranzutreiben. Ich habe schon Kommunalfraktionen angeschrieben, Eigentümer angeschrieben, Initiativen auf Versäumnisse in der Öffentlichkeitsarbeit aufmerksam gemacht (z.B. dass es zum Langen Franz in Frankfurt nun ein Spendenkonto gibt, geht auch ein wenig auf meine Initiative zurück), und ich habe zu einigen Vorhaben Spenden getätigt.


    Um alles aber kann ich mich nicht kümmern, zumal, wenn ich nicht vor Ort lebe. Die Berliner Angelegenheiten müssen primär Leute in Berlin regeln.


    Sicherlich ist das ein Forum, in dem jeder schreiben kann, was er will. Morgen kann einer 15 Kopien von Schloss Neuschwanstein fordern, also eine für jedes Bundesland, übermorgen den Komplettabriss von Pforzheim oder die Hamburger Innenstadt durch Fachwerkhäuser zu ersetzen. Mir sind das eben zu viele Luftschlösser. Bzw. ich bin zu alt für so etwas.


    Noch ein anderer Aspekt: Es wurde immer mal wieder gesagt, politische Diskussionen würden dem Image des Forums schaden. Ich bezweifle das, sofern diese Diskussionen einen gewissen Rahmen des Stils behalten. Im Gegenteil, ohne politische Analyse versteht man auch nicht, warum es hier nicht voran geht und dort nichts oder etwas entsteht. Nie kam aber das Argument, dass auch zu viel Aktionismus, zu viele Ideen und Luftschlösser dem Image schaden könnten. Sie wirken nämlich nicht gerade sehr praxisnah und realistisch. Das Forum könnte also weniger als Forum politischer "Radikaler" wahrgenommen werden, sondern als eines von Spinnern. Doch was ist schlechter?


    Das bitte ich nicht als persönlichen Angriff zu werten. Mir ist Dein Aktionismus durchaus sehr sympathisch. Auch das Vorhaben, dass Du hier anstößt, findet meine volle Sympathie. Und ich weiß, dass es langweilig ist, wenn gerade in Berlin über viele Jahre und Jahrzehnte die Dinge allenfalls im Schneckentempo voran gehen. Ich mahne allerdings dennoch dazu, die Bodenhaftung nicht zu verlieren. Noch steht keine Bauakademie, noch gibt es keine Denkmalskirche, noch ist nichts am Molkenmarkt geschehen. Deshalb ist es zu früh, nun das nächste Fass aufzumachen. Welche Bürger vor Ort sollen da noch den Überblick behalten bzw. sich für ein Projekt engagieren?


    Aber, vielleicht hast Du ja recht, und alle springen sofort auf die Idee einer Rekonstruktion des "Roten Schlosses". Dann war ich zwar im Unrecht. Aber, glaube mir, ich würde mich darüber freuen.

  • @Heimdall, erbse: Ihr werdet beide dringend gebraucht. Denn die Projekte sind meist über Jahrzehnte weiterzuverfolgen, und es braucht Leute, die einen so langen Atem haben, da dabeizubleiben. Das ist ganz wichtig, sonst bleiben es nur Luftballons. Aber, auf der anderen Seite, finde ich es auch nicht verkehrt, sich immer mal mit diversen anderen "möglichen Baustellen" zu befassen, denn typischerweise geht ja lange Jahre garnix und dann tut sich auf einmal eine Verwirklichungsmöglichkeit auf, die man aber einfacher ergreifen kann, wenn man sich vorher schon mit dem Ort befaßt hat. Sicher, man sollte sich nicht verzetteln. Das scheint mir aber eher eine Sache der persönlichen Kapazitäten zu sein, also wo man seine Schwerpunkte hat, und auch ob man eher aus dem Verein heraus etwas voranbringt oder auf der Webseite oder auf Facebook eher Diskussionen ingang hält. Es braucht mE beides, wie gesagt.

  • Seh ich auch so.


    Ich habe doch einen konkreten Anlass für die Diskussion um das Baufeld des "Roten Schlosses" geliefert: diese Fläche war vor einigen Jahren bereits für eine Bebauung in der Diskussion! Das hat absolut nix mit Luftschloss (haha) zu tun, sondern ist ein ganz konkretes Anliegen. Denn dass das endgültig vom Tisch ist, dass ThyssenKrupp (oder wer auch immer) dort bauen will, glaube ich kaum. Wer weiß, vielleicht wird just in diesem Moment wieder irgendetwas unter der Hand ausgehandelt, so wie dunnemals der Verkauf an Thyssen zum Spottpreis. Und dann wird hier die nächste Glaskiste angekündigt.


    Daher gilt es eben frühzeitig in die Überlegungen einzusteigen. Stadtbild Deutschland ist doch bislang auch deswegen so zahnlos (sorry!) weil wir uns lange gar nicht erst um frühzeitige Debatten bemüht haben, sondern immer erst aufgeschrien haben, wenn das Kind längst in den Brunnen gefallen war! (Und dann auch oft genug nur im Forum statt in der Öffentlichkeit..) Darum muss es doch aber gehen, von Anfang an dabei sein und die Geschicke mitlenken. idea:)



    // Heimdall: wir können doch froh sein, dass unser Anliegen so engagierte und beharrliche Menschen wie dich und mich anzieht. Wir kommen eben von unterschiedlichen Standpunkten und reden mitunter eine andere Sprache, das macht die eine oder andere Sichtweise nicht unbedeutender. Gegen politische Diskussionen ist grundsätzlich an der einen oder anderen Stelle nichts einzuwenden, es hilft aber nichts, verschiedene Gruppen gegeneinander auszuspielen. Es gibt da wie gesagt nicht die oft behaupteten großen Fronten, Architektur ist ein individuelleres Thema.


  • Da kommt man schon jetzt, auch ohne U-Bahn hin, einfach S- Bahn bis Hackescher Markt oder Busse nehmen.

    Ich denke auch, die allermeisten laufen an der Spree vom Hackeschen Markt oder sie nehmen die bekannten 100er oder 200er oder eben die unsäglichen Hop-On-Hop-Off-Teile.
    Und - nicht zu vergessen - die unendliche Armada von Mieträdern, die jetzt schon überall herumliegen.

  • Es wäre doch wohl angemessen - und sicher auch im Sinne des Denkmalschutzes - an dieser Stelle dass zu zeigen, was vom Kaiser-Wilhelm-Nationaldenkmal noch vorhanden ist. Meine Wunschvorstellung wäre, die Kolonnaden in etwas reduzierter Form wieder aufzubauen und die Mosaike wieder aufzubringen. Außerdem sollte man den Adler aus dem Märkischen Museum und die Löwenfiguren aus dem Tierpark in irgendeiner Form dort aufstellen. Ergänzen kann man das ganze noch mit erklärenden Tafeln zur Geschichte der Schlossfreiheit.

    "Mens agitat molem!" "Der Geist bewegt die Materie!"

  • Gibt es eigentlich einen Grund dafür, warum die Spree verschmälert wurde? Selbst beim Palast der Republik war sie breiter. Es kann doch nicht damit zu tun haben, dass so ein Mittelpfeiler an der "Langen Brücke/Rathausbrücke" nicht mehr möglich war und somit auch das Denkmal des Großen Kurfürsten dort nicht mehr aufgestellt werden kann.

  • Die Rathausbrücke hätte auch den Kurfürsten getragen - es war nicht gewollt.

    „Kreativität entsteht nicht durch Überfluß sondern durch Mangel.“
    Richard David Precht