Umfeld Berliner Schloss - Allgemeines

  • Ich weiß gar nicht ob angestrebt wird einen bestimmten Bauzustand darzustellen. Die beiden Uhrentürme an der Westfassade sollen wohl entfallen. So weit ich weiß, waren auch diese beim Original nachträglich ergänzt worden. Wenn die Uhrentürme 1825 (nur als Beispiel) ergänzt wurde und der Neptunbrunnen zu dem Zeitpunkt noch nicht da war, würde man den auch nicht ergänzen, da der Bauzustand von vor 1825 dargestellt wird. Mir persönlich würde der Bauzustand von 1939 am besten gefallen, aber auch hierzu passen Details des Schlüterhofes nicht.
    Ich habe hier in blau eingekreist wo zu einem späteren Zeitpunkt zwei Rundbögen ergänzt wurden, wie sie an den unteren Geschossen ebenfalls zu sehen sind.



    Ich weiß nicht on seitens der Planung überhaupt in diese Richtung gedacht wird, oder ob hier vielleicht sogar mehrere Jahrhunderte miteinander in Konflikt stehen. (Ich könnte damit leben).

    Heilen ist besser als Wunden offenhalten!

  • Grundsätzlich haben die Varianten eine höhere Chance auf Rekonstruktion, bei denen man Geld sparen kann. Also keine Uhrtürme und keine angebauten Arkaden im 2. OG, die ich übrigens auch nicht vermisse, weil sie Schlüters Baugedanken verunklarten. Die Idee war ja, dass die zweigeschossig umlaufenden Hoflauben eine horizontale Konstante bildeten, die durch die Vertikalität der drei Risalite aufgebrochen wurde. Am Großen Hofrisalit liefen die Lauben sogar hinter der Risalitfassade weiter bzw. durchrangen sich mit ihrer Kolossalgliederung, wobei sie im Inneren als Galerien des Treppenhauses in Erscheingung traten. Diese sehr klare Konzeption wurde durch die zusätzlichen Arkaden konterkariert.

    Nimm das Recht weg, was ist der Staat dann noch anderes als eine große Räuberbande? (Augustinus von Hippo)

  • Vielen Dank für das Einstellen der Bilder aber auch die haben wir hier an anderer Stelle schon mal gesehen. Und trotzdem stößt es mir sehr sauer auf, dass man sich hier als Forenneuling wegen so was, von einem anscheinend gestandenen Mitglied, so anmachen lassen muss

    Heilen ist besser als Wunden offenhalten!

  • Ich weiß gar nicht ob angestrebt wird einen bestimmten Bauzustand darzustellen.

    Das sollte man nicht zu dogmatisch sehen, auch in der Denkmalpflege nicht. Bei Restaurierungen stellt sich das Problem auch oft, bis auf welchen Zustand bauliche Veränderungen rückgängig gemacht werden sollen. Es kann sein, dass an einem Gebäude aus dem 18. Jh. im 19. Jh. eine unpassende bis entstellende Veränderung vorgenommen wurde (dazu gehören sicherlich die beiden von Dir erwähnten Aufbauten im Schlüterhof), und im 20. Jh. ein wertvoller, das Gebäude nicht beeinträchtigender Anbau erstellt wurde. Da würde ich die entstellende Veränderung aus dem 19. Jh. gerne opfern, den Anbau aus dem 20. Jh. aber belassen. Dann hat man eben ein Resultat, das es bisher noch nie gegeben hat, und auch dieses wird die Baugeschichte eines Gebäudes weiterschreiben.


    Ich habe auch kein Problem damit, dass die Schlossterrassen an der Süd- und Nordseite nicht mehr in historistischer Gestalt kommen. Das Schloss stand viel längere Zeit ohne diese Terrassen da, wie das kürzlich jemand in diesem oder im Schlossstrang ausführlicher geschildert hat. Die Frage (oder das Problem) ist, wie eine Platzfläche gestaltet wird... :/


    Auf diesem Bild haben diese Terrassen für mich etwas spiesserisches. Das Schloss ist hier kein Bestandteil der Stadt, sondern grenzt sich ab. Gegenüber der Stadt wirkt es mit den historistischen Terrassen nicht erhabener. Auf der Lustgartenseite befürworte ich Terrassen eher, weil dort kein Stadtraum, sondern eine Parkanlage ist.

  • Nun beruhige dich mal, Olympic1911! @Spreetunnel macht sich die Mühe, dir in der Sache zu antworten, und du motzt rum. Muss nicht sein.

    Ich weiß gar nicht ob angestrebt wird einen bestimmten Bauzustand darzustellen. Die beiden Uhrentürme an der Westfassade sollen wohl entfallen. So weit ich weiß, waren auch diese beim Original nachträglich ergänzt worden. Wenn die Uhrentürme 1825 (nur als Beispiel) ergänzt wurde und der Neptunbrunnen zu dem Zeitpunkt noch nicht da war, würde man den auch nicht ergänzen, da der Bauzustand von vor 1825 dargestellt wird. Mir persönlich würde der Bauzustand von 1939 am besten gefallen, aber auch hierzu passen Details des Schlüterhofes nicht.

    Ich wollte dir auf die Frage auch noch antworten. Nun mache ich es ganz kurz: Konzeptionell handelt es sich um einen Neubau, der von der Nutzung her gedacht ist. Gebaut wird hier ein modernes Kulturzentrum, Humboldt Forum. Dabei werden für das Stadtbild besonders wichtige und künstlerisch herausragende Aspekte des historischen Berliner Schlosses rekonstruiert: Lage und Kubatur des früheren Schlosses, die Barockfassaden von Schlüter und Eosander zur Stadt hin und am Schlüterhof, die Kuppel und die Innenportale. Die Umfeldgestaltung des Gebäudes berücksichtigt die heutigen Gegebenheiten und ist nicht an einen bestimmten historischen Zustand gebunden. Ein Referenzjahr für die Rekonstruktion gibt es nicht.

  • Die Frage, welcher bauliche Zustand beim Schloss als Rekonstruktionsvorlage dienen sollte, habe ich mir so beantwortet, dass ich sage: nicht der älteste oder jüngste Zustand vor der Zerstörung, sondern der Schönste sollte es nach meinem Geschmack sein! Und was das Umfeld angeht, gefällt mir die Version MIT den Schlossterassen eindeutig am Besten.


    Aber wie bereits gesagt, ich bin mit dem, was beim Humboldt Forum erreicht wurde, mehr als nur glücklich. Daran ändert auch das "zeitgemäße" Umfeld nichts mehr.

  • Nun beruhige dich mal, Olympic1911! @Spreetunnel macht sich die Mühe, dir in der Sache zu antworten, und du motzt rum. Muss nicht sein.

    "...dir in der Sache zu antworten..." genau das hat er eben nicht getan. Aber belassen wir es jetzt dabei.

    Heilen ist besser als Wunden offenhalten!

  • Das elende Ding wird eben auf Biegen und Brechen gebaut, alle sich abzeichnenden Probleme werden bewusst ignoriert, was doch sehr an das "Wir schaffen das" erinnert. Da man eine 150-Tonnen Schaukel auf einem überaus schwabbeligen Untergrund aufstellen will ist schon jetzt mit astronomisch ansteigenden Baukosten zu rechnen; um das zu erkennen muss man kein Prophet sein. Die Wiedererrichtung der wesentlich schöneren und an diesem Standort sinnvolleren wilhelminischen Arkaden wäre ungleich günstiger geworden. Aber mit dem Geld des Steuerzahlers vernünftig umzugehen ist vermutlich zu "preußisch" für die GroKo.

  • Ich bete wirklich, ernsthaft, dass die noch zu Vernunft kommen und dieses Denkmal nicht vor dem Schloss, sondern vor dem Reichstag bauen, wo es meiner Meinung nach auf einen dazu passend gestalteten Platz der Republik auch hin gehört!

  • Nun ja, es stand ja auch vorher schon etwas auf dem "überaus schwabbeligen Untergrund". Wieviel hat denn das Kaiser-Wilhelm-Nationaldenkmal samt Arkaden gewogen? Oder die Bebauung, die dort vorher stand? Und auch das Stadtschloss steht auf dem Untergrund und kippt nicht gerade im Schlamm weg. Das bisschen Wippen wird wohl schon nicht die Museumsinsel versinken lassen
    Also, die Argumente müssen ja nicht an den Haaren herbeigezogen werden.

  • Nun ja, es stand ja auch vorher schon etwas auf dem "überaus schwabbeligen Untergrund". Wieviel hat denn das Kaiser-Wilhelm-Nationaldenkmal samt Arkaden gewogen? Oder die Bebauung, die dort vorher stand? Und auch das Stadtschloss steht auf dem Untergrund und kippt nicht gerade im Schlamm weg. Das bisschen Wippen wird wohl schon nicht die Museumsinsel versinken lassen
    Also, die Argumente müssen ja nicht an den Haaren herbeigezogen werden.

    Das Gewicht an sich wird wohl weniger das Problem sein, eher die Konstruktionsanordnung für sich. Das Ganze soll in der Spree verankert werden - daß halte auch ich für staatisch bedenklich.

    Diejenigen, die entscheiden, sind nicht gewählt, und diejenigen, die gewählt werden, haben nichts zu entscheiden.

    Horst Seehofer

  • Es gibt nun mal einen fundamentalen Unterschied zwischen statistischen Kolonnaden und eine gigantischen Wippe, die ständig in Bewegung sein wird und dem Untergrund so einiges zumuten wird. Dafür muss dieser erst einmal mit viel Aufwand "ertüchtigt" werden. Es bestehen in der Fachwelt erhebliche Zweifel daran ob das Terrain überhaupt für ein derartiges schaukelndes Ungetüm geeignet ist.

  • Im Bereich der Nordseite (siehe Webcam) ist ein neuer Beleuchtungsmast aufgestellt worden.
    Dazu wurde das erst kürzlich neu verlegte Pflaster aufgegraben.
    Der Mast sieht gewöhnungsbedürftig aus.
    Ist das die endgültige Variante?

  • Oje, meine schlimmsten Befürchtungen werden wohl wahr:


    Auf dem gepflasterten Platz vor der Lustgartenseite des Schlosses wurde heute ein grauer Pfahl montiert, an einer Stelle, an welcher bisher ein provisorischer Holzklotz mit einem Kabel aus dem Pflaster schaute.


    Offenbar handelt es sich um eine dieser grässlichen "Lichtstelen" wie sie sich bereits (in schwarz) im Lustgarten und ebenso seit einiger Zeit auf dem Bebelplatz befinden.


    Nun wissen wir wenigstens, dass wir die Hoffnung auf geschmackvolle Schinkelleuchten o.ä. vor dem Schloss begraben dürfen und stattdessen bald bunt beklebte und beschmierte Lichtzombies das Schlossumfeld ausleuchten wie einen Aldiparkplatz.

  • Ja...ich ging schon eine ganze Weil davon aus, dass man zwar entlang der Hauptstraßen am Lustgarten und am Schlossplatz die prächtigen Schupmann-Kandelaber aufstellen wird (immerhin!), aber dass die Beleuchtung der Plätze modern und schlicht ausfallen wird, ganz so wie die Platzgestaltung.
    Ich hoffe nun, dass einerseits die großen, prachtvollen Schupmänner und andererseits die prächtigen Schlossfassaden den Blick größtenteils auf sich lenken werden, sodass diese Lichtstelen praktish vor dem Auge verschwinden. :/ Es is schonmal gut, dass sie grau wie das Pflaster sind und nicht auffällig schwarz.

  • Ist es auszuschließen, dass es sich um eine provisorische Baustellenbeleuchtung handelt, jetzt, da es wieder früher dunkel wird?

  • Ich glaube, meine Frage hat sich bereits beantwortet, ich hab eben eine detailiertere Fotografie von der Leuchte gesehen...