Umfeld Berliner Schloss - Allgemeines

  • Um das Dachrestaurant nicht mehr zu sehen müsste man Dutzende Attikafiguren dicht an dicht im Schulterschluss vor das Restaurant stellen. Oder besser: man müsste das Restaurant etwas ältlich dekorieren und auswärtigen Touristen erklären, dass schon Wilhelm I in diesem Restaurant gespeist hätte.

  • Das Dachrestaurant offenbart die heutige Funktions des Ortes. Es ist ein Bau für die breite Gesellschaft. Und ja, im vermeintlichen Schloss wird auch mal ein Kaffee getrunken. Da oben werden die Menschen fröhlich auf die herrliche Umgebung blicken, bevor sie später von einem schönen Tag im neuen alten Schloss erzählen. Ich gehe davon aus, dass diese Terrasse inklusive Café ein positiver und beliebter Ort sein wird, und dieser darf für mich dann auch ein bisschen sichtbar sein.

  • Das Dachrestaurant offenbart die heutige Funktions des Ortes...

    Also es soll ein Ort der Kultur sein. Dachrestaurants gibt es ggf. auf Malls, Konsumtempel, bei Karstadt ganz oben.


    Ein Café als "positiver und beliebter Ort" hätte man problemlos auch woanders unterbringen können ohne es so als gewollten Bruch in Szene zu setzen.

    In der Kuppel zum Beispiel, da diese ohnehin ja wohl nie wieder als Kapelle genutzt wird.

    Oder auch außerhalb, z.B. am Schinkelplatz in einen dieser trostlosen Neubauten...mit einere Außenbewirtschaftung hätte man von dort aus einen wunderbaren Blick auf das Schloss.

  • Um wieder zum eigentlichen Thema "Schloss-Umfeld" zurückzukommen...

    Update: Ich habe heute Sonntag Nachmittag eine Antwort auf meine Mail bekommen!

    Demnach ist direkt Frau Grütters zuständig.

    Ich bin mir ziemlich sicher, dass Sie die Umsiedlung der Fledermäuse und auch die Zerstörung des Denkmalssockels als letztendlich verantwortliche Unterschrieben hat. Also werd ich Ihr die selben Fragen stellen und noch ein paar neue aufnehmen....

    Also ich finde die Antwort merkwürdig bzw, die Senatsverwaltung macht es sich schon sehr einfach.

    Du (Sir Moc) hast dir sehr viel Mühe mit deinen Fragen gemacht und letztlich kommt faktisch nur ein "wir sind nicht zuständig, wenden Sie sich an Frau Grütters".


    Die Begründung mit der fehlenden Zuständigkeit leuchtet mir jedoch so gar nicht ein, denn bisher war ja auch die Senatsverwaltung für die Fledermäuse usw. zuständig.

    Wo ist die Rechtsgrundlage, dass auf einmal die Kulturstaatssekretärin sämtliche Aufgaben, einschließlich die der Naturschutzbehörde übernimmt?


    Laut Wikipedia lief es bisher so ab:


    "Wegen geschützter Fledermäuse, die im unterirdischen Teil des Nationaldenkmals überwintern, verzögerte sich der Baubeginn im Herbst 2019 weiter auf frühestens Frühjahr 2020. Die Baugenehmigung wurde um ein Jahr bis Oktober 2020 verlängert. Die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz erteilte eine Ausnahmegenehmigung zum Bau, forderte aber zugleich die Erfüllung strenger Natur- und Artenschutzauflagen, die das Projekt voraussichtlich um mehrere Millionen Euro verteuern. Der Berliner Landesverband des Naturschutzbunds reichte Ende Oktober 2019 Klage mit aufschiebender Wirkung gegen den Ausnahmebescheid ein; Anfang November 2019 hob die Berliner Umweltverwaltung diesen auf. Der Baubeginn erfolgte am 19. Mai 2020."

  • Was immer das hier werden soll. Es ist leicht versetzt vor Portal II und das Metallteil steht über das Pflaster hinaus.


    Gleich zwei gibt es auf der anderen Seite, also im Bereich vor Portal IV.

    Vielleicht kommen da Infostelen drauf. Elektronische Schaukästen, die über die aktuell laufenden Ausstellungen im Hufo informieren. Sowas gibt es jedenfalls im Umfeld des Dresdner Schlosses.


    Ein Café als "positiver und beliebter Ort" hätte man problemlos auch woanders unterbringen können ohne es so als gewollten Bruch in Szene zu setzen.

    In der Kuppel zum Beispiel, da diese ohnehin ja wohl nie wieder als Kapelle genutzt wird.

    Nein, den Kuppelraum, genauer: den Raum im Tambour oberhalb des Schlossdaches, konnte man dafür nicht nutzen. Das Gebäude wäre sonst baurechtlich ein Hochhaus geworden. Auch die Erschließung des Raumes (Zuwegung, Nutzung der Grundfläche des Raumes) wäre schwierig. Wir hatten das im Forum schon mehrfach erörtert.


    Man muss das Café nicht mögen, aber man muss auch das sehr, sehr große Wort der "Zerstörung" der gesamten Perspektive nicht wählen.

    Das sehe ich genauso. Mir gefällt das Foto von Snork ausnehmend gut. Sicherlich liegt das nicht nur daran, dass er ein exzellenter Fotograf ist.


    Ich denke, in Anbetracht des Aufwandes, den man bei der Rekonstruktion der Fassaden und der Kuppel getrieben hat, hätte man auf das Dachrestaurant verzichten sollen. Doch glaube ich auch, dass es "ein positiver und beliebter Ort" werden wird. Und Orte, mit denen man positive Erlebnisse verbindet, bewertet man auch eher als schön. "Schau mal, da oben haben wir mit Tante Liese gesessen. Tolle Aussicht! Und die Schlosskuppel hast du ganz nah." Das ist der Hintergrund von dem, was Paul Boray meinte. Unsere Wahrnehmung richtet sich auch nach Bedeutungszuschreibungen.


    Leider scheint auch der U-Bahn-Eingang stilistisch an dieser Stelle ein Fehlgriff zu sein. Im Untergrund ein Märchen mit Sternenhimmel, auf der Straße klobig und aufdringlich. Den Aufzug zur Schaffung der Barriefreiheit hätte sich mit gutem Willen sicherlich auch an nicht so exponierter Stelle errichten lassen.

    Wo würdest du denn den Aufzug hinsetzen? Nach der Visualisierung zu urteilen wird er ein recht wertiges Aussehen erhalten. Außerdem sollen in seiner Nachbarschaft noch Bäume gepflanzt werden. Um einen völlig freien Blick auf das Schloss zu haben, müsste die Fläche davor öd und leer sein.

  • Das Fledermaus-Thema ist doch längst erledigt. Von Sir Mocs Schreiben lässt sich in den Behörden niemand beeindrucken. Egal was es ist: Irgendwer ist immer dagegen. Dass dann der Naturschutz dafür instrumentalisiert wird, das kennen die schon. Das neue Denkmal wird gebaut und fertig. Wäre die Politik nicht hartleibig, bekäme sie gar nichts mehr durch. Ich denke ja, dass die Schale des Freiheits- und Einheitsdenkmals ein beliebter Aussichtspunkt wird. Für den Blick auf das Eosanderportal und den Kupfergraben entlang zur Museumsinsel.


    Übrigens eignen sich Naturschutzargumente auch gut dafür, um Rekovorhaben oder die Wiederbebauung brachliegender innerstädtischer Räume zu verhindern.

  • Also zu der Möglichkeit eines Cafés in der Kuppel statt eines Dachrestaurants.

    Nein, den Kuppelraum, genauer: den Raum im Tambour oberhalb des Schlossdaches, konnte man dafür nicht nutzen. Das Gebäude wäre sonst baurechtlich ein Hochhaus geworden. Auch die Erschließung des Raumes (Zuwegung, Nutzung der Grundfläche des Raumes) wäre schwierig. ..


    Dann wäre es eben "baurechtlich ein Hochhaus geworden", wo ist das Problem?

    Mal abgesehen davon, dass man anderswo in der Stadt rechtliche Vorschriften bei Gebäuden quetscht bis es quietscht:

    Notfalls würde dann eben der Bebauungsplan entsprechend geändert.


    Und nur weil die Erschließung des Raumes schwierig wäre, heißt ja offensichtlich auch, dass es möglich wäre.

    Bei diesem Gebäude mit dieser herausragenden Bedeutung sollte es doch den Aufwand wohl wert sein.

    Man lässt diesen wunderbaren Raum der Kuppel quasi ungenutzt, und klatscht stattdessen einen Kasten auf das Dach.


    Bei Betrieb des Dachrestraurants bei Dunkelheit wird dieser übrigens noch mehr auffallen als tagsüber.

  • Wie hier nach Jahren immer noch seitenweise über dieses Dachrestaurant lamentiert wird... 😄


    Leute! Aufwachen! Direkt nebenan droht der Molkenmarkt im Herzen des alten Berlins mit lieblosen kommunalen Bauten zugestellt zu werden! Der älteste Platz der Stadt. Der Ort, wo JETZT die Dringlichkeit zum lamentieren und handeln besteht. Wo die nächste Chance auf echte Stadtheilung besteht.

  • Das Fledermaus-Thema ist doch längst erledigt. Von Sir Mocs Schreiben lässt sich in den Behörden niemand beeindrucken.

    Das denke ich zwar auch, trotzdem hätte man ehrlicher antworten können.


    Zur Verhinderung der Wippen hätte man ggf. noch auf die geplante Fußbodenheizung abstellen können (bei einem Nationaldenkmal in Zeiten des Klimawandels ein fatales Symbol ;-)

    Und was mich am meisten stört: Was ist mit den Behinderten (Rollstuhlfahrern, Blinden), betagten Senioren? Kommen die wirklich gefahrlos auf die Wippe oder gehören die nicht zum Volk?


    Aber insgesamt ist der Zug ohnehin abgefahren, da hast du natürlich recht, Rastrelli.



    Auf der o.g. Wikipediaseite steht übrigens auch über die geplante Wippe:

    "Auf der vergoldeten Unterseite, die mit Leichtmetallpaneelen bedeckt ist, sind Bilder aus der Wendezeit angebracht...


    Weiß jemand näheres darüber oder gibt es Visualisierungen davon?

  • Wie hier nach Jahren immer noch seitenweise über dieses Dachrestaurant lamentiert wird... 😄

    Nunja...weil man jetzt erst das ganze Elend sieht, das es anrichtet.


    Direkt nebenan droht der Molkenmarkt im Herzen des alten Berlins mit lieblosen kommunalen Bauten zugestellt zu werden! Der älteste Platz der Stadt. Der Ort, wo JETZT die Dringlichkeit zum lamentieren und handeln besteht

    Lamentieren hilft wohl weder beim Molkenmarkt noch bei der Dachterrasse.

    Wenn Du aber eine Idee hast, wie wir konkret handeln können, lass es mich bitte wissen.

  • Übrigens eignen sich Naturschutzargumente auch gut dafür, um Rekovorhaben oder die Wiederbebauung brachliegender innerstädtischer Räume zu verhindern.

    Eben - wegen jeder blöden Erdscheißkröte werden wichtige Baumaßnahmen verhindert!


    Bei der Verschaukelungswippe sah man das komischerweise nicht so eng :angry:

    Diejenigen, die entscheiden, sind nicht gewählt, und diejenigen, die gewählt werden, haben nichts zu entscheiden.

    Horst Seehofer

  • Ah....danke sehr.

    Ich hatte beim ersten mal nicht genau hingesehen und gar keine Bilder wahrgenommen.


    Von der Idee gar nicht so schlecht, wertet die Wippe jedenfalls auf.

  • Interessant, dass auf der von Heimdall verlinkten Visualisierung die kaiserzeitlichen Mosaike abgebildet sind. Es ist eigentlich ein jämmerliches vorauseilendes Einknicken vor einem die Kaiserzeit ablehnenden, tonangebenden Kulturmilieu, was zu dieser Fehlentscheidung der Grütters-Behörde geführt hat. Aber wir hatten diese Diskussion ja schon...

    Eingestellte Bilder sind, falls nicht anders angegeben, von mir

  • Was mich wundert: dass der Spruch auf dem Einheitsdenkmal "Wir sind das Volk - wir sind ein Volk" nicht längst von identitätspolitischer Seite als anti-inklusiv angegriffen wird. Aber die Gleichung lautet hier wohl: große Schüssel direkt vor dem Schloss -> ärgert Schlossbefürworter -> kann daher nur gut und richtig sein -> drücken wir ein Auge zu...

    Eingestellte Bilder sind, falls nicht anders angegeben, von mir

  • Lamentieren hilft wohl weder beim Molkenmarkt noch bei der Dachterrasse.

    Wenn Du aber eine Idee hast, wie wir konkret handeln können, lass es mich bitte wissen.

    Am Thema historische Mitte und Schlossumfeld sind wir mit dem Ortsverband Berlin von Stadtbild Deutschland und dem Bürgerforum dran.


    Wer nicht nur zuschauen will, wie Alt-Berlin verhunzt wird, sondern mitreden will, was getan werden kann: der melde sich direkt bei mir oder Snork. Danke! :!:

  • .

  • Es geht doch darum, dass hier offensichtlich mit aller Macht versucht wird, die Schlossreko durch das Umfeld zu diskreditieren. Man wird sich ja noch darüber ärgern dürfen, dass das zum Teil auch durch die Zerstörung der wenigen noch vorhandenen historischen Reste wie eben die Ufermauer oder den Denkmalsockel (samt Mosaike) geschieht. Das ist absolut überflüssig, genauso wie die ignorante oder zumindest unbedarfte Platzierung von Bäumen an der falschen Stelle. Soll man das etwa alles klaglos hinnehmen? Natürlich befürworte ich die Schlossreko nach wie vor.

    Lûbeke, aller Stêden schône, van rîken Êren dragestu de Krône. (Johann Broling, Lübecker Kaufmann und Ratsherr, um 1450)

  • "Weltbekannt" und "klassisch" sind Ausdrücke, die ich mit den Veduten und der Zeit Gaertners in Verbindung bringe.


    Wo hättest du denn den U-Bahneingang platziert und wie hättest du ihn gestaltet? Das würde mich sehr interessieren.


    Ich mag übrigens Bäume. Auf Gaertners Bild gibt es auch Bäume. Das war wohl nicht "früher"?

    Du willst wohl wirklich nicht verstehen, oder?

    Wer bitte außer den wirklich Kunstinteressierten kennt denn die Darstellungen von Gaertner? Ich persönlich habe ihn erst durch eine Ausstellung im Ephraim-Palais kennen- und lieben gelernt.

    Aber als Postkarten- und touristisches Fotomotiv (incl.Nationaldenkmal) kennen das Schloss wohl viele Menschen eher, bzw. haben es so vor Augen, wie auf der alten Ansichtskarte, die ich eingestellt habe.

    Es geht beim U-Bahneingang auch weniger um den "normalen" Zugang, den man stilistisch auch besser anlegen kann als wohl jetzt entworfen. Und frank1204 hat es ausgesprochen, was auch meine Meinung ist. An dem Eingang (oder auch stattdessen) seitlich am Zeughaus wäre es sicherlich auch gegangen.


    Ich bin ein sehr eifriger Hobbyfotograf in allen Stadtteilen Berlins (und in anderen deutschen Städten). Was denkst Du, wie schwierig oder gar unmöglich es manchmal ist, ein Motiv aus einer bestimmten Persepktive oder im Ganzen aufzunehmen, weil die deutsche Regulierungswut unsere Innenstädte mit Verkehrsschildern nahezu vollkleistert.


    Da würde ich es begrüßen, wenn man bei so einem Prestigeobjekt wie dem Berliner Schloss es fertigbringt, die Fotografierbarkeit, schon im Interesse der zahlreichen Touristen aus aller Welt nicht durch Bäume oder Aufzugseingänge einzuschränken.