Schlossumfeld - Neptunbrunnen, Kolonnaden und Lustgartenterrassen

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    • SchortschiBähr schrieb:

      Was ist denn mit dem geplanten Bibliotheksneubau am Spreeufer? Ist das vom Tisch?
      Hoffentlich ja.

      Kralle schrieb:

      Zumindest eine Teilbebaung wäre damit unumgänglich.
      Hoffentlich nicht.

      Was erwartet Ihr denn in den heutigen Zeiten von einer Bebauung dieses Areals? Es werden die übelsten Klötze gebaut werden, und danach ist die Fläche für eine behutsame Stadtreparatur verloren.

      Wie schon mehrfach von mir geschrieben: Kümmert Euch mehr um das Bauvorhaben Grunerstraße, Molkenmarkt, Klosterviertel. Aber, laut "Konstantindegeer" wird die Umsetzung ja noch längere Zeit dauern.
    • Passende Artikel dazu in der Morgenpost über die Konzeptlosigkeit des Berliner Senats. Es ist unglaublich, man fragt sich, was die ganzen Leute da tagtäglich in den Ämtern machen :wuetenspringen: :lachentuerkis: :lachentuerkis:
      morgenpost.de/berlin/article21…-droht-Verkehrschaos.html

      Und dan gibt es eine umfangreiche Zwischenbilanz seitens der Stiftung, für das APH ist besonders dieser Ausschnitt interessant.

      Morgenpost schrieb:

      ...Kommen wir vom Inneren zum Äußeren. Sind Sie eigentlich mit der Außengestaltung am Humboldt Forum zufrieden?
      Damit kann man schwerlich zufrieden sein, sehr vieles ist noch nicht fertig und wird es bis zur Eröffnung leider auch nicht sein. Unser Gebäude wird Ende dieses Jahres fertiggestellt, dann ziehen die Nutzer ein, die Eröffnung ist für Ende 2019 vorgesehen. Die privat finanzierte Humboldt Box aber schließt erst Mitte 2019, dann muss sie auch noch abgebaut werden.
      Dadurch ist es auch erst dann möglich, Geothermie-Bohrungen vorzunehmen, die wir aber unbedingt brauchen, schließlich soll das Humboldt Forum ein energieeffizientes Gebäude sein. Politisch noch nicht geklärt ist zudem ja leider auch noch, ob der Neptunbrunnen auf den Schloßplatz umziehen kann, was wir sehr begrüßen würden, und ob das Einheitsdenkmal auf die Seite der Schloßfreiheit nun wirklich kommt....
      morgenpost.de/berlin/article21…-droht-Verkehrschaos.html
      APH - am Puls der Zeit
    • Wissen.de schrieb:

      Morgenpost schrieb:

      Politisch noch nicht geklärt ist zudem ja leider auch noch, ob der Neptunbrunnen auf den Schloßplatz umziehen kann, ...

      Das scheint mir reiner Zweckoptimismus zu sein. Ich habe irgendwo im Netz vor ein paar Tagen aufgeschnappt, dass der Senat den Brunnen definitiv in der Honecker-Brache belassen und selber sanieren lassen will (die Quelle finde ich leider nicht wieder). Regula wird also bald Fakten schaffen.
      Derweil berichtet die Morgenpost heute über das drohende Verkehrschaos nach der Eröffnung des HuFo, falls die träge Regula-Behörde weiter planerisch untätig bleibt. Dabei gibt es diesbezüglich durchaus gute Ideen, vgl. z.B. Berliner Zeitung
    • Also für die Sanierung des Brunnens ist das Bezirksamt Mitte zuständig. Die werden das sicher vom Senat finanziert bekommen. M.W.n. muss der ganze Brunnen abgebaut werden und auch das zu DDR-Tagen neu angefertigte Becken instand gesetzt werden. Nach Reinigung, Ausbesserung und Rekonstruktion der Bronzeteile (da gibt es ja erhebliche Beschädigungen durch Vandalismus, u.a. sind einigen Figuren mit Akkuschraubern Löcher eingebohrt worden, um "Erinnerungsschlösser" zu befestigen; die sommerlichen Wasserschlachten waren auch nicht ganz folgenlos) muss die gesamte Brunnentechnik inkl. Leitungen und Pumpen erneuert werden. Der Senat von Berlin weiss ja z. Zt. gar nicht wohin mit dem Geld. Insofern ist das die wahrscheinlichste Lösung.

      Wenn am historischen Ort am Schloßplatz ein Brunnen gebaut werden soll müsste die Vattenfall einen Fernwärmeknotenpunkt verlegen. Das wird sich das Unternehmen sicher bezahlen lassen. Das Geld für eine Kopie des Brunnens wird der Schloßverein sicher erst aufbringen wollen, wenn die anderen Wünsche realisiert sind.
      „Wer sich der Vergangenheit nicht erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana (1863-1952), US-amerikanischer Philosoph spanischer Herkunft
    • Was ist mit den Geldern, die der Bund zur Sanierung und Versetzung des Brunnens in Aussicht gestellt hat? Sind die schon wieder ins Nirwana entschwunden oder sind sie umzuwidmen? Dann wäre das der Grundstock für eine Reko des Brunnens. Und mit den Vattenfalls kann man reden. Die Verlegung der Leitung wäre dann eine erste Mäzenatenleistung des Unternehmens, was der Ruf des Unternehmens nun dringend gebrauchen könnte! :D :thumbsup:
      (Konstantin, Du kennst Dich aber auch aus ...!)
      (Und wenn ich hier lese, wie der alte Brunnen unter Vandalismus zu leiden hat, wäre ein verlegter und sanierter vor dem Schloß sicherer als auf dem MEF! Und dort könnte man einen Spaßbrunnen aufbauen, der den sommerlichen Gelüsten und Badefreuden gerechter wird und mehr standhält, aber leider sind die Typen Im Senat offensichtlich so tröge und ideenlos in ihrer ideologischen Verbohrtheit, daß neue Ideen nicht fließen können und das bei dem Thema Brunnen, tsss!?. Wenn es am Geld scheitern sollte, dann könnte ja der Senat die Haltung entwickeln, okay wir geben Euch den Neptunbrunnen, wollen dafür aber einen neuen Brunnen finanziert haben, na ja, teilfinanziert haben, vom Bund. "Mensch Leute bewegt Euch!!!")

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von SchortschiBähr ()

    • Ich halte die Befürchtungen der MoPo hinsichtlich"Verkehrskollaps" für überzogen und unwichtig. Wer so bescheuert ist und meint, er muss unbedingt mit seiner Karre auf die Museumsinsel bzw zum Schloss fahren und sich dann wundert, dass da ja keine Parkplätze mehr frei sind - entschuldigung, der ist sowieso nicht mehr zu retten.

      Da kommt man schon jetzt, auch ohne U-Bahn hin, einfach S- Bahn bis Hackescher Markt oder Busse nehmen.

      Viel wichtiger ist doch die Gestaltung des Schlossumfeldes, und das liegt bekanntlich im Argen. Würde die MoPo sich hier eindeutiger für den Schlossbrunnen, die Adlersäule, die Schlossterrassen , die Rossebändiger positionieren, wäre dem Areal mehr geholfen.

      Stattdessen bindet man ausgerechnet die Autolobby namens ADAC ein, denen fällt für die Gestaltung des Schlossumfeldes doch nix anderes ein als Parkplätze und Bushaltebuchten.
    • SchortschiBähr schrieb:

      Und mit den Vattenfalls kann man reden. Die Verlegung der Leitung wäre dann eine erste Mäzenatenleistung des Unternehmens, was der Ruf des Unternehmens nun dringend gebrauchen könnte! :D :thumbsup:
      Warum sollte Vattenfall sich nicht überlegen, Sponsor des Gesamtpaketes "Schlossbrunnen" zu werden? Aus Vattenfall-Sicht ergibt das ja ein sichtbares Ergebnis, im Gegensatz zu Verlegung einer unterirdischen Einrichtung von rechts nach links. Damit ließe sich übrigens in ganz Deutschland werben, nicht nur in Berlin.

      Außerdem könnte Vattenfallauch einen inhaltliche Bezug herstellen. Schließlich ist "vattenfall" das schwedische Wort für "Wasserfall" (sic!)

      Hat jemand hier geeignete Dokumente (Kosten, Ansprechpartner, ...), mit denen man mal bei der PR-Abteilung von Vattenfall vorstellig werden könnte?

      (Edit: Und an der heutigen Stelle des Schlossbrunnens könnte Vattenfall dann einen "Mickymausbrunnen" hinstellen, für die Zielgruppe, die ein historischer Brunnen nicht erreicht, und sie könnten ihn meinetwegen sogar Vattenfallbrunnen nennen...)
      _______________________________________
      Gutmensch = Gut gedacht, nicht nachgedacht, schlecht gemacht
    • Vattenfall könnte aber nur mäzenatisch tätig werden wenn der Senat seine bisherige Haltung dazu ändert, bisher jedenfalls scheint sich die zuständige Senatorin Lompscher von der SED-Nachfolgepartei keinen Millimeter zu bewegen. Im Gegenteil, letztes Jahr hieß es von Madame: Ich halte den Neptunbrunnen an seinem jetzigen Standort für gut aufgehoben. Deshalb bin ich keine Anhängerin von irgendwelchen Versetzungsideen" (Quelle).
      Eine Umfrage, die glasklar den Wunsch der Berliner nach einem historischen Schlossumfeld verdeutlicht, wird dabei geflissentlich ignoriert. Postsozialistisches Demokratieverständnis eben, der Wille von "Madame-Ich" zählt. :daumenunten:
    • Zu den Bundesmitteln: Inzwischen gab es eine Neuwahl des Bundestags. Die alten Zusagen sind Schall und Rauch - zumal sie von Berlin zurückgewiesen wurden.

      Zu einer potenziellen Sponsorenschaft von Vattenfall: Wisst Ihr, was es kostet einen FW-Knoten zu verlegen? Und: warum sollte Vattenfall den Brunnen sponsoren? Die machen auf Grün und Natur und steigen aus der Braunkohle aus - warum soll man da einen innerstädtschen Brunnen sponsoren? Das hat doch gar keinen Bezug, auch wenn der Laden Wasserfall heisst.
      „Wer sich der Vergangenheit nicht erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana (1863-1952), US-amerikanischer Philosoph spanischer Herkunft
    • Ja, und nuu, was kostet die Verlegung eines FW-Knotens? Aber herje, jetzt reden die Schloßfans, einschließlich des Fördervereins seit Jahren von der Versetzung des Brunnens ans Schloß und nu kommt Konstantin mit dieser Hiobsbotschaft der Fernwärmeleitung!? Also was jetzt, geht es dann nicht, ist die so sehr im Wege? Hat man das vorher nicht gewußt? Verstehe ich nicht. Bist Du Dir sicher, Konstantin?
    • Ich müsste nochmal recherchieren - m.W.n. habe ich das hier schon vor Beginn der Schloßreko gepostet. Die Verlegung des Knotens dürfte nach damaligen Preis um eine Million kosten. Dann muss man die gesamte Wassertechnik installieren und das Granitbecken bauen. Das sind zusammen sicher 5-7 Millionen Euro. Die Straßenplanung müsste noch angepasst werden.

      Zudem ist die Breite Straße völlig anders neu gebaut worden, als sie früher war - jetzt ist sie schnurgerade und früher war die bananenkrumm. Letzteres hatte historische gründe, da der mittelalterliche Verlauf der Breiten Straße, der Hauptstraße Alt-Köllns, aufgenommen wurde. Das ist beim Neubau unter den Tisch gefallen.

      Wenn man den Schloßbrunnen deshalb heute dorthin stellt, wo er früher war, hätte er eine völlig andere Wirkung.

      Leitungsplan mit Standort Neptun- oder Schloßbrunnen:



      Standort Schloßbrunnen mit altem Straßenverlauf:



      Überlagerung :

      „Wer sich der Vergangenheit nicht erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana (1863-1952), US-amerikanischer Philosoph spanischer Herkunft
    • "Rotes Schloss Berlin" am Schloßplatz / An der Stechbahn / Spreekanal - „Hirsch'sche Schneider-Akademie Berlin“

      Nachdem ich diverse alte Bilder betrachtete und im letzten Beitrag von Konstantindegeer die hochinteressante Überlagerung sah:
      Ich will die Aufmerksamkeit nochmal auf dieses interessante Areal zwischen Berliner Stadtschloss und Staatsratsgebäude lenken. Dort war ja vor einigen Jahren dieser unsägliche Glaswürfel namens ThyssenKrupp-Haus geplant, der zum Glück unter öffentlichem Druck verworfen wurde (hier blau markiert). Gehört ThyssenKrupp das Premium-Grundstück noch, die das wohl zum Spottpreis von nicht einmal 4000€ erhalten haben?!

      Wenn ich den Ort bei Google Maps so mit der Situation heute und dem alten Straubeplan vergleiche, müsste doch eine Rekonstruktion des "Roten Schlosses" von 1867 am Schloßplatz möglich sein (Rot markiert), das sich hervorragend mit der ziegelroten Schinkelschen Bauakademie von 1836 und der Schinkelkirche sowie dem Neuen Marstall und dem Schloss ergänzen würde. Es würde noch eine weitere Fliege mit einer Klappe schlagen: das Staatsratsgebäude wäre vom Schloßplatz aus verdeckt, aus dem zugigen, unwirtlichen Ort würde wieder ein gefasster, urbaner Platz.

      Um diesen Standort geht es:



      Spreetunnel schrieb:

      Dort wo das Staatsratsgebäude mit Garten sich erstreckt befanden sich früher Mühlen, die vom Spreewasser betrieben wurden. Deshalb war z. B. das 'Rote Schloss', ein Gründerzeitbau, in der Mitte nicht sehr massiv gebaut, sondern als Brücke angelegt, da sich darunter der alte Mühlengraben befand. Heute kann man den Eingang zum Mühlenfließ an der Friedrichsgracht nicht mehr sehen, möglicherweise gibt es aber den Wasserlauf noch immer unterirdisch.

      Eingang zum Mühlengraben von Süden:




      Das 'Rote Schloss:








      Spreetunnel schrieb:

      Zur Frage wo das 'Rote Schloss' stand:

      Habe 'Rotes Schloss' mit 'RRRotes Puunkt' markiert:




      Hier auf dem Straubeplan sieht auch sehr schön die Situation 1910 mit dem Mühlengraben, er begann an einer Badeanstalt

      Aus: Einheitsdenkmal


      Volle Ansicht bei: commons.wikimedia.org/wiki/Fil…erlin_1880.jpg?uselang=de

      Ansichtskarte von 1900 in zwei Varianten:





      ansichtskarten-center.de/1000-…-rotes-schloss-hirschsche


      Zur Geschichte des Baus heißt es bei Wiki:
      "Der Durchgang vom Schloßplatz zum Werderschen Markt wurde 1866 erweitert, was einen Umbau des Straßenzuges zur Folge hatte; die „Neue Stechbahn“ wurde abgerissen und das „Rote Schloss“, auch „Rote Burg“ genannt, 1867 erbaut. Das viergeschossige Wohn- und Geschäftshaus mit der Adresse An der Stechbahn 1-2 verdankte seinen Namen der Ähnlichkeit mit dem Berliner Rathaus. Die Brüder Castan eröffneten hier das erste Berliner Panoptikum, das jedoch kurze Zeit später in die Kaisergalerie in der Friedrichstraße umzog. Der Bau beherbergte viele Jahre die „Hirsch'sche Schneider-Akademie Berlin“ bzw. "Private Zuschneide-Schule"."

      Vielleicht kennt jemand von euch den Architekten und weitere Hintergründe?

      Zur Geschichte dieses Ortes siehe auch: de.wikipedia.org/wiki/An_der_Stechbahn


      Über das angrenzende Gebäude Breite Straße 1-2 (Ford am Schloßplatz) und die Häuser An der Schleuse 13-12 (Haus des Carl Friedrich Michaut von 1835/36) könnte man sich ggf. auch nochmal unterhalten, vllt. als Erweiterung der Hochschule im Staatsratsgebäude. ;)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von erbse ()

    • Die Idee ist sehr gut.
      Einstellen wirst Du Dich aber teils auf Widerstände, mit denen auch das ThyssenKrupp-Haus zu kämpfen hatte. Es wird argumentiert werden, dass dadurch das Staatsratgebäude verstellt würde (was Du gut findest, andere aber nun einmal schlecht). Zudem könnten vielleicht noch verkehrstechnische Gegenargumente kommen. Mit Kosten von ca. 1,5 Millionen Euro für die reine Baufelderstellung wird zu rechnen sein. Vermutlich ginge es nur über einen Investor, der das Grundstück samt Rekonstruktion nutzen würde. Den sollte man in der Lage natürlich finden können. Wir sehen aber, wie langsam in Berlin die Mühlen mahlen bereits beim Einheitsdenkmal und der Bauakademie und der Grunerstraße/Molkenmarkt. Insofern kann man ein solches Projekt natürlich andenken, es bringt allerdings wenig, ständig neue geistige Baustellen aufzumachen, auf denen praktisch nichts geschieht. Erst einmal sollten die bestehenden, geistig schon weiter gediehenen Projekte umgesetzt werden.
    • Heimdall schrieb:

      ...Erst einmal sollten die bestehenden, geistig schon weiter gediehenen Projekte umgesetzt werden.

      Welche Projekte sind hier gemeint?
      Die Kolonnaden, die der Bund sogar komplett finanzieren wollte, der Senat jedoch dankend abgelehnt hatte?
      Oder die Rückversetzung des Schloßbrunnens, die vom Senat bis heute abgelehnt wird?
      Oder die Rekonstruktion der Denkmalskirche, die in den 70er Jahren gesprengt wurde und dessen Steine vor ein paar Jahren wiedergefunden wurden, aber nicht mal etwas unternommen wird um diese Steine wenigstens zu bergen und zu sichern?
      Oder die Rekonstruktion der Domkuppeln, die es wohl niemals geben wird...?
      Hab ich noch was vergessen?

      Mit diesem Blockierersenat wird nichts passieren.
    • Im derzeitigen Senat mangelt es eben an Weitblick und es gibt noch viel ideologische Verbohrtheit, insbesondere bei den Linken. Wobei sich das auch allmählich wandelt, siehe Neustrelitz, wo sich die Linken für den Schlossturm einsetzen.

      Die Zeit spielt für uns und wir sollten nicht den Politikerfehler machen, in Legislaturperioden und Lagern zu denken (auch wenn ich selbst politisch aktiv bin). Politische Unterstützer für unsere Anliegen können aus allen Ebenen kommen, da darf es auch keine steinharten Vorfestlegungen geben, dass wir nur Support aus einer bestimmten Richtung zulassen. Im Gegenteil müssen wir in allen Parteien und Gremien um Unterstützung werben.

      Heimdall schrieb:

      es bringt allerdings wenig, ständig neue geistige Baustellen aufzumachen
      Das erzählst du irgendwie dauernd Heimdall, doch welche Ideen kommen von dir selbst? Und wie treibst du die "aktuellen Baustellen" voran?
      Nichts für ungut, aber wir sind hier noch immer in einem Diskussionsforum und können so viele "geistige Baustellen" aufmachen wie wir wollen. Hier geht es um das ganze Schlossumfeld, und dazu gehören alle Baufelder. Man muss zunächst überhaupt mal wissen, wie das Schlossumfeld in Gänze aussah, bevor man über seine Zukunft richtig nachdenken kann.

      Es wird ja gerne (auch öffentlich) behauptet, dass Alt-Kölln und Alt-Berlin vor dem Krieg praktisch nur bedeutungslose Bauten aufwiesen. Diese steile These widerlegt u.a. der Blick auf diese Seite mit Ansichten zu allerhand Grundstücken in Berlins historischer Mitte.
    • Kaiser Karl schrieb:

      Welche Projekte sind hier gemeint?
      Ich habe sie genannt.

      erbse schrieb:

      Das erzählst du irgendwie dauernd Heimdall, doch welche Ideen kommen von dir selbst? Und wie treibst du die "aktuellen Baustellen" voran?
      Nun, Ideen sind schon einige in der Vergangenheit von mir gekommen. Ein paar kann man in diesem Forum recherchieren. Wenn es mir möglich war, habe ich etwas getan, Projekte voranzutreiben. Ich habe schon Kommunalfraktionen angeschrieben, Eigentümer angeschrieben, Initiativen auf Versäumnisse in der Öffentlichkeitsarbeit aufmerksam gemacht (z.B. dass es zum Langen Franz in Frankfurt nun ein Spendenkonto gibt, geht auch ein wenig auf meine Initiative zurück), und ich habe zu einigen Vorhaben Spenden getätigt.

      Um alles aber kann ich mich nicht kümmern, zumal, wenn ich nicht vor Ort lebe. Die Berliner Angelegenheiten müssen primär Leute in Berlin regeln.

      Sicherlich ist das ein Forum, in dem jeder schreiben kann, was er will. Morgen kann einer 15 Kopien von Schloss Neuschwanstein fordern, also eine für jedes Bundesland, übermorgen den Komplettabriss von Pforzheim oder die Hamburger Innenstadt durch Fachwerkhäuser zu ersetzen. Mir sind das eben zu viele Luftschlösser. Bzw. ich bin zu alt für so etwas.

      Noch ein anderer Aspekt: Es wurde immer mal wieder gesagt, politische Diskussionen würden dem Image des Forums schaden. Ich bezweifle das, sofern diese Diskussionen einen gewissen Rahmen des Stils behalten. Im Gegenteil, ohne politische Analyse versteht man auch nicht, warum es hier nicht voran geht und dort nichts oder etwas entsteht. Nie kam aber das Argument, dass auch zu viel Aktionismus, zu viele Ideen und Luftschlösser dem Image schaden könnten. Sie wirken nämlich nicht gerade sehr praxisnah und realistisch. Das Forum könnte also weniger als Forum politischer "Radikaler" wahrgenommen werden, sondern als eines von Spinnern. Doch was ist schlechter?

      Das bitte ich nicht als persönlichen Angriff zu werten. Mir ist Dein Aktionismus durchaus sehr sympathisch. Auch das Vorhaben, dass Du hier anstößt, findet meine volle Sympathie. Und ich weiß, dass es langweilig ist, wenn gerade in Berlin über viele Jahre und Jahrzehnte die Dinge allenfalls im Schneckentempo voran gehen. Ich mahne allerdings dennoch dazu, die Bodenhaftung nicht zu verlieren. Noch steht keine Bauakademie, noch gibt es keine Denkmalskirche, noch ist nichts am Molkenmarkt geschehen. Deshalb ist es zu früh, nun das nächste Fass aufzumachen. Welche Bürger vor Ort sollen da noch den Überblick behalten bzw. sich für ein Projekt engagieren?

      Aber, vielleicht hast Du ja recht, und alle springen sofort auf die Idee einer Rekonstruktion des "Roten Schlosses". Dann war ich zwar im Unrecht. Aber, glaube mir, ich würde mich darüber freuen.
    • @Heimdall, @erbse: Ihr werdet beide dringend gebraucht. Denn die Projekte sind meist über Jahrzehnte weiterzuverfolgen, und es braucht Leute, die einen so langen Atem haben, da dabeizubleiben. Das ist ganz wichtig, sonst bleiben es nur Luftballons. Aber, auf der anderen Seite, finde ich es auch nicht verkehrt, sich immer mal mit diversen anderen "möglichen Baustellen" zu befassen, denn typischerweise geht ja lange Jahre garnix und dann tut sich auf einmal eine Verwirklichungsmöglichkeit auf, die man aber einfacher ergreifen kann, wenn man sich vorher schon mit dem Ort befaßt hat. Sicher, man sollte sich nicht verzetteln. Das scheint mir aber eher eine Sache der persönlichen Kapazitäten zu sein, also wo man seine Schwerpunkte hat, und auch ob man eher aus dem Verein heraus etwas voranbringt oder auf der Webseite oder auf Facebook eher Diskussionen ingang hält. Es braucht mE beides, wie gesagt.
    • Seh ich auch so.

      Ich habe doch einen konkreten Anlass für die Diskussion um das Baufeld des "Roten Schlosses" geliefert: diese Fläche war vor einigen Jahren bereits für eine Bebauung in der Diskussion! Das hat absolut nix mit Luftschloss (haha) zu tun, sondern ist ein ganz konkretes Anliegen. Denn dass das endgültig vom Tisch ist, dass ThyssenKrupp (oder wer auch immer) dort bauen will, glaube ich kaum. Wer weiß, vielleicht wird just in diesem Moment wieder irgendetwas unter der Hand ausgehandelt, so wie dunnemals der Verkauf an Thyssen zum Spottpreis. Und dann wird hier die nächste Glaskiste angekündigt.

      Daher gilt es eben frühzeitig in die Überlegungen einzusteigen. Stadtbild Deutschland ist doch bislang auch deswegen so zahnlos (sorry!) weil wir uns lange gar nicht erst um frühzeitige Debatten bemüht haben, sondern immer erst aufgeschrien haben, wenn das Kind längst in den Brunnen gefallen war! (Und dann auch oft genug nur im Forum statt in der Öffentlichkeit..) Darum muss es doch aber gehen, von Anfang an dabei sein und die Geschicke mitlenken. idea:)


      // Heimdall: wir können doch froh sein, dass unser Anliegen so engagierte und beharrliche Menschen wie dich und mich anzieht. Wir kommen eben von unterschiedlichen Standpunkten und reden mitunter eine andere Sprache, das macht die eine oder andere Sichtweise nicht unbedeutender. Gegen politische Diskussionen ist grundsätzlich an der einen oder anderen Stelle nichts einzuwenden, es hilft aber nichts, verschiedene Gruppen gegeneinander auszuspielen. Es gibt da wie gesagt nicht die oft behaupteten großen Fronten, Architektur ist ein individuelleres Thema.