Berliner Stadtschloss - Umfeld

Wir wünschen allen Nutzern ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2021
  • Ganz rechts am Ende der Rampe hat man sogar den Abschluss mit einer Verzierung aus einem anderen Material gestaltet. Kupfer oder Bronze? Das soetwas heute möglich ist. Die ganze Osteseite wurde hypermodern gestaltet und am Ende der Rampe dann so eine verlorene Verzierung. Aber besser so als alles modern.

  • Der Schmuck der damaligen Kaiser Wilhelm Brücke sollte 1941 als" Metallspende des deutschen Volkes" in einer Eisenschmelzhütte in Gießen eingeschmolzen werden. Arbeiter verhinderten dies und so wurden die Bärenskulpturen nach Beendigung des Krieges in die USA verkauft. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurden die Skulpturen wieder nach Berlin verbracht und 1997 in einem feierlichen Akt an der heutigen Liebknechtbrücke wieder angebracht.




  • Ja, und noch schlimmer: manche verwenden schon kein ß mehr. Wo bleibt der Respekt vor Preußen und unserer Kultur?


    Ernsthaft Leute: Ihr habt Probleme..

    Stimmt. Allerdings ist das kein Phänomen der Neuzeit. Das hat schon um 1900, also vor 120 Jahren angefangen, wie man am größten Segelschiff aller Zeiten der Preußen sehen kann:


  • Wollen wir auch noch über den I Punkt debattieren??? BITTE ZURÜCK ZUM THEMA!

    Diejenigen, die entscheiden, sind nicht gewählt, und diejenigen, die gewählt werden, haben nichts zu entscheiden.

    Horst Seehofer

  • Tragt die Schrift - und Schreibweisediskussionen bitte woanders aus. DEAKTIVIERT!

    Diejenigen, die entscheiden, sind nicht gewählt, und diejenigen, die gewählt werden, haben nichts zu entscheiden.

    Horst Seehofer

  • Ganz rechts am Ende der Rampe hat man sogar den Abschluss mit einer Verzierung aus einem anderen Material gestaltet. Kupfer oder Bronze? Das soetwas heute möglich ist. Die ganze Osteseite wurde hypermodern gestaltet und am Ende der Rampe dann so eine verlorene Verzierung. Aber besser so als alles modern.

    Als Bauhaus-Geschädigter kann ich nur sagen: scheußlich, scheußlich, diese Ostseite!

  • Als Bauhaus-Geschädigter kann ich nur sagen: scheußlich, scheußlich, diese Ostseite!

    Lieber Elbegeist,


    ich hätte auch lieber die historische Ostfassade. Aber mit Pauschalurteilen soll man vorsichtig sein. Es gibt verblüffende Form-Beziehungen, die Manches erträglicher machen, wenn man sie erkennt. Joachim Schwerdt zeigt im neuen Extrablatt die Klarheit der Ostfassade in dreitausend Jahre altem Zusammenhang:


    Der Tempel der Hadschepsut in Ägypten:


    Irgendwie verblüffend, zwar völlig andere Umgebung und Einbettung, dazu eine Terrassierung. Dennoch scheint hier schon ein ganz ähnlich klares Formgefühl zu herrschen wie bei Stella Jahrtausende später.


    Ich finde bei Stella auch nicht alles gut - aber ich habe vom ersten Tag an gedacht, dass wir mit ihm sehr großes Glück hatten und haben.

    Alles prüfe der Mensch, sagen die Himmlischen,

    Daß er, kräftig genährt, danken für Alles lern‘,

    Und verstehe die Freiheit,


    Aufzubrechen, wohin er will.


    Hölderlin

  • Wie groß das Glück war, dass Stella den Schlossaufbau übertragen bekam, zeigt schon die Tatsache, dass mit der Rekonstruktion der Gigantentreppe bereits jetzt ein kunsthistorischer Innenraum Realität werden kann. Bereits jetzt, und das Humboldt Forum hat noch nicht mal eröffnet! Grandios!

  • Irgendwie verblüffend, zwar völlig andere Umgebung und Einbettung, dazu eine Terrassierung. Dennoch scheint hier schon ein ganz ähnlich klares Formgefühl zu herrschen wie bei Stella Jahrtausende später.

    Der größte Unterschied ist wohl, dass sich der Tempel der Hadschepsut harmonisch in sein (natürliches) Umfeld einbettet, die Ostfassade aber einen krassen Bruch zu den Barockfassaden bildet.

    Ich hoffe ja immer noch auf Efeu, wilden Wein o.ä. an den Seitenwänden der Ostfassade um dies abzumildern.

  • Wird die Gigantentreppe vollständig rekonstruiert oder nur teilweise?

    Lübeck, mein Lübeck, an der Waterkant
    Königin der Hanse, Perle am Ostseestrand.

  • Mit den genannten 22 Mio. Euro wird doch wohl hoffentlich eine vollständige Rekonstruktion möglich sein!

    Und ich bin mir sicher, dass auch das Schlossumfeld noch positive Überraschungen bringen kann und wird!

  • Der größte Unterschied ist wohl, dass sich der Tempel der Hadschepsut harmonisch in sein (natürliches) Umfeld einbettet, die Ostfassade aber einen krassen Bruch zu den Barockfassaden bildet.

    Ich hoffe ja immer noch auf Efeu, wilden Wein o.ä. an den Seitenwänden der Ostfassade um dies abzumildern.

    Lieber newly,

    man kann sich auch was einreden!

    Ich war da und muss sagen, der Tempel ist ein absoluter Bruch mit dem Umfeld!

    Das macht ja gerade seine Wirkung aus.

    Auckland bei Nacht

  • Lieber Weissenseer,

    dann hast Du durch einen Einblick vor Ort vom Tempel einen anderen Eindruck als ich von den Bildern.


    Wobei ich schon auch denke, dass die Ostfassade des Humboldt Forums für sich allein, ohne die rekonstruierten Barockfassaden des Schlosses eine viel bescheidenere Wirkung hätte.

  • @Weissenseer Wenn dich das "Blabla" von Stauffer schon genervt hat, überlies bitte besser meinen folgenden Beitrag :wink:

    Beim Tempel von Hadschepsut geht es um genau diese Machtausstrahlung. Jeder Stuck, jede Figur würde mit dem Felse verlaufen und die Ausstrahlung des menschlichen Einbaus infrage stellen.


    Der Fels garniert förmlich den Tempel. Der Fels ersetzt also den Stuck. Sprich: Der Mensch dominiert die Natur, macht sie sich zu eigen, missbraucht sie, unterwirft sie - und strahlt damit eine wahnsinnige Stärke aus.


    D A S ist die Aussagekraft des Tempels von Hatschepsut.

    Stauffer


    Was den Vergleich des Tempels von Hatschepsut mit dem Stadtschloss angeht ist es natürlich so, dass beide Gebäude (wie alle historischen Gebäude) auf die Menschen zu ihrer Zeit eine andere Ausstrahlung hatten als auf die unsere Generation.

    Beide Gebäude - so unterschiedlich sie auch sein mögen - sollten auch die Macht des Herrschers symbolisieren und dienten auch dem jeweiligen Gesellschaftssystem.

    Diese Funktion ist verschwunden und insoweit auch diese "Ausstrahlung" auf die Menschen. Wir können versuchen uns in die Zeit hinzuversetzen, wir können diese Gebäude heute aber auch ganz anders wahrnehmen. Auch das Schloss - so sehr wie uns heute wieder an seinen Fassaden erfreuen - diente anno dazumal allein schon durch seine Größe der Zurschaustellung von Macht und Reichtum.


    Wenn nun Harmonie für Einklang, Eintracht, Einigkeit steht, kann man den Begriff auf den Tempel durchaus heranziehen, da er wohl unmittelbar aus den ihn umgebenden Material hergestellt wurde. Allein die Farben des Naturgesteins und des Tempels wirken doch schon harmonischer als das Hellgrau der Ostfassade mit dem Rest des Schlosses.

    (Wie gesagt auf den Fotos, ich war nie vor Ort und kann mich irren)


    Ich habe bei dem Anblick des Tempels heute jedenfalls nicht die Assoziation, dass "der Mensch" die Natur "missbraucht" wie du schreibst. (Den hab ich eher bei plumpen Aussichtsplattformen aus Metall und Glas in den Alpen).


    Auch wüsste ich nicht, warum dort zusätzlicher Stuck die Ausstrahlung menschlichen Einflusses "in Frage stellen" sollte.

    (und ist es nicht ohnehin möglich, dass dort über die Jahrtausende zahlreiche Verzierungen, Stuck, weitere Statuen, Wandmalereien usw. abhanden gekommen sind, so dass dieser Tempel heute ganz anders wirkt?)

    Hatschepsut (und alle Herrscher, die sich als gottgleiche Wesen sahen) hatten sicher nicht im Sinn, die Überlegenheit "des Menschen" zu demonstrieren, vielleicht wollten sie aber eine Einheit mit der göttlichen Natur symbolisieren.

    Wir haben heute schon Probleme, uns in die Gedankenwelt unserer Vorfahren vor 100 Jahren hineinzuversetzen. Wer weiß schon sicher, was Menschen vor tausenden Jahren aus einem vollkommen anderen Kulturkreis bei einem solchen Gebäude genau im Sinn hatten.


    I.Ü. finde ich den Vergleich der Ostfassade mit dem Tempel von Hatschepsut mehr als gewagt. Ich denke, man interpretiert in diese Fassade etwas hinein, um von deren Banalität abzulenken. So sehr man Stella auch in anderer Hinsicht dankbar sein kann.

  • Bergischer,mir gefällt die Ostfassade auch nicht,aber um realistisch zu sein,ich glaube nicht das man sie in einigen Jahren(4,5,oder max 10 Jahren)wieder abreißt um den Ostflügel eben historisch zu Rekonstruieren.Wenn es zu einem Abriss der Ostfassade vielleicht irgendwann einmal kommen sollte, werden wir Foristen das jedenfalls nicht mehr erleben.Ich denke wir sollten uns jetzt lieber über den gesamten Aufbau und der baldigen schrittweisen Eröffnung des Humboldtforums freuen als immer nur kritisch auf den Ostflügel zu schauen.

  • Wird die Gigantentreppe vollständig rekonstruiert oder nur teilweise?

    Ich denke eher garnicht. Und wenn, dann wahrscheinlich in verspieltem Beton, so wie das Treppenhaus des Neuen Museums. dafür wird der Senat schon sorgen. Alles andere wäre zu weit rechts.