Berliner Stadtschloss - Umfeld (Schlossplatz, Schlossfreiheit, Lustgarten & Spreeufer)

  • Um abschließend zu dem Thema noch etwas zu sagen. Ich habe in meinem Bekanntenkreis einige wenige Leute, die.... sagen wir mal... die so sparsam veranlagt sind, dass sie an keiner Pfandflasche vorbeigehen, obwohl sie es nicht nötig hätten und das sind keine Rentner.

  • Die Gleditschien werden schön verteilt gepflanzt. Künftig werden wir die Lustgartenfassade in der Schrägsicht aus Nordosten genießen können - das zarte Gelb der Fassade teilweise vom südländischen Grün der Bäume verdeckt. Wir werden die erste Generation sein, die diesen schönen Anblick erleben darf.


    SPK-Präsident Hermann Parzinger hatte vor einigen Jahren angeregt, im Umfeld des Schlosses die Kopie eines indischen Tempeltores aufzustellen. Leider wurde dieser Vorschlag nie ernsthaft diskutiert, da sich beim Thema Berliner Schloss zwei Lager unversöhnlich gegenüberstehen. Parzinger wollte mit seinem Vorschlag dieses Lagerdenken aufbrechen. Das fand ich gut. Deshalb plädiere ich auch dafür, den Sockel des Nationaldenkmals vorerst leer zu lassen und das Humboldt Forum zu eröffnen und wirken zu lassen. Ich habe immer noch die Hoffnung, dass viele Menschen sich entkrampfen werden, wenn das Schloss erst richtig wieder da ist. Vielleicht könnte man dann das alte Nationaldenkmal unter Verzicht auf die menschlichen Figuren rekonstruieren. Dieser Vorschlag wurde ja hier schon mal eingebracht. Ich könnte mir vorstellen, dass ein solches Nationaldenkmal der Tiere eine starke künstlerische Wirkung entfalten würde. Auf dem Sockel stünde des Kaisers Pferd, der Reiter würde fehlen. Vielleicht käme man aber auch auf eine ganz neue Idee und würde etwas Humboldtmäßiges auf den Sockel setzen - eine chinesische Pagode, einen indischen Tempel ...


    Die Nahtstellen zwischen den Barockfassaden und dem modernen Spreeflügel finde ich gut gelöst. Im Erdgeschoss setzt man da offenbar auf Gittertore. Ein Gebäude wie das Humboldt Forum braucht eine Einfahrt für die Warenanlieferung. Die traditionellen Schlosshöfe sind ausschließlich dem Publikumsverkehr vorbehalten. Da bleibt die nördliche und die südliche Schmalseite des Spreeflügels als einzige Möglichkeit für die Abwicklung des Wirtschaftsverkehrs.

  • Ja, ja statt des Goldenen Kalbs, soll's dann ein Pferd auf dem Sockel sein!? Karneval der Tiere. Auf Ideen kommst Du?
    :augenrollengruen:
    Na gut, das mal weitergesponnen: Kollonnaden wieder errichten und statt den alten Tierfiguren einen ganzen Zoo von Tieren, die Humboldt auf seinen Reisen beschrieben hat und das als Widmung und Wertschätzung der Schöpfung unserer Welt. Käme in Zeiten der Klimabewegten sicher gut an. Sozusagen eine Denkmalsarche der Schöpfung. Und das gerne noch multimedial aufbereitet/inszeniert. Wäre allemal erlebnisreicher (und ästhetischer) als diese olle Schalenwippe, die nur Platz wegnimmt und nix bringt (sofern man realistisch/naturalistisch arbeitende Bildhauer heranzieht)!
    Auch eine herbei geträumte Vision!

  • Die gesetzten Holzrahmen um die Baumscheiben sind nicht parallel zur Einfassung mit der Regenrinne. Mir fällt sowas auf, weil ich selbst so ungenau nicht arbeiten würde. Zwar scheinen mir das nur Behelfsrahmen zu sein, damit die Bodenbefestigung noch geradelinig um die Baumscheiben gemacht werden kann, aber diese sind halt dann doch nicht parallel. Sieht im wahrsten Sinne schräg aus, oder!? :S

  • ein glaube ich, gelungenes Beispiel für die Begrünung am Stadtschloss - das erste Grün von neu gepflanzten Bäumen auf dem Neumarkt in Dresden :)
    Quelle : stadtbild-deutschland. de

  • olle Schalenwippe, die nur Platz wegnimmt und nix bringt

    Es geht nicht darum, irgendwelche Tierskulpturen vor das Schloss zu stellen und das dann mit Scheinargumenten zu begründen (Hinweis auf Klimawandel, Humboldt etc.), sondern einen Gedenkort für den Umbruch von 1989/90 zu schaffen. Das soll die Schale "bringen".

  • Weitere Bilder der Baumpflanzungen gibt es bei Facebook (durchklicken).
    Allerdings frage ich mich wie die Fläche direkt um und zwischen den 13 Bäumchen gestaltet werden soll. Ein Blick in die Webcam legt die Vermutung nahe dass hier keine Pflasterung vorgesehen ist. Was aber dann ?? huh:)

  • Allerdings frage ich mich wie die Fläche direkt um und zwischen den 13 Bäumchen gestaltet werden soll. Ein Blick in die Webcam legt die Vermutung nahe dass hier keine Pflasterung vorgesehen ist. Was aber dann ??

    Kies, Moos oder Schotter. Im verschwenderischen Verteilen desselben ist man in Berlin ja geübt.

  • Die in der FB-Baumserie danach folgenden Fotos: zeigen diese ein im Humboldtforum entstehendes Wandgemälde?
    Mutet nach sozialistischer Kunst a la DDR an! Das Sujet wohl die eine Welt, nicht schlecht gemalt. Aber diese Hände, die sich halten, sowas von sozialistisch ... :augenrollen:


    https://scontent-frx5-1.xx.fbc…73f9119dd2840&oe=5E6D9552


    Zur Oberflächengestaltung zwischen den Bäumen.
    ... wie ich schon weiter oben schrieb, glaube ich, daß das eine offene, gebundene Feinsplittfläche wird. Keine Pflasterung. Bloß nicht. Wäre dann wirklich zuviel des Guten (Granits). Eine "befestigte" Splittschicht, wie wir es auch von südfranzösischen Bouleplätzen kennen!? So in etwa stelle ich mir das vor. Die Holzrahmen kommen wohl wieder raus. Die sind nur zum Ausheben der Pflanzgruben, damit das Erdreich am Rand nicht nachrutscht und zur Abtrennung zur Splittschicht bis die endgültige Schüttung drauf kommt!? Die grobe Grundlage ist ja schon eingebracht.

  • Kies, Moos oder Schotter. Im verschwenderischen Verteilen desselben ist man in Berlin ja geübt.

    Den meist ungepflegten (oder jährlich aufwändig neugesäten) Rasen nicht vergessen. Und ich tippe darauf, dass es Rasen werden wird.

    Es gibt eine Architektur, die zur Landschaft gehört, sowie eine andere, die sie zerstört.

  • Unsinn. Auch in Berlin weiß man, dass Gras im Schatten nicht sonderlich gut wächst. Es wird vermutlich eine wassergebundene Sandoberfläche.

  • @Fusajiro, @UrPotsdamer Ich wusste nicht, dass Rasen (nebst Kies, Moos und Schotter) auch ein Synonym für Geld ist. ;) Davon abgesehen: Soviel ich weiß, ist der autofeindliche Senat gerade im Innenstadtbereich prinzipiell gegen Rasen (um ein weiteres Wortspiel zu verwenden). Gras hingegen dürfte im hippen Szene-Berlin immer Anklang finden.

  • Ich habe bei den Landschaftsarchitekten nachgesehen. Dort finden sich keine Angaben zur Bodengestaltung zwischen den 13 Bäumen. Eine "wassergebundene Sandoberfläche", wie @UrPotsdamer meint, wäre auch nach meinem Empfinden die passendste Lösung.


    Zur strengen Rechtwinkligkeit des Spreeflügels werden die Bäume sicherlich einen schönen Kontrast bilden. Übrigens kommen auch die Schlossterrassen wieder. Sie werden mit breiten Granitmauern gefasst und sich bis zu 1,80 m über das allgemeine Platzniveau erheben. Die Bepflanzung der Schlossterrassen wird Tendenzen der modernen Gartenkunst aufgreifen und assoziativ mit Alexander von Humboldt verknüpft. Das wird bestimmt schön.


    Die Sandsteinverkleidung der Ufermauern schreitet ja nun auch langsam voran und macht einen guten Eindruck. Mit der geplanten Trauerweide wird die Ostseite einen weiteren interessanten grünen Akzent erhalten.

  • Zu den verbleibenden Erdhaufen nach Einpflanzen der Bäume fällt mir folgende Geschichte ein:


    Vor dem Staatsratsgebäude graben zwei Bausoldaten ein Loch, um einen Fahnenmast zu setzen. Als der in der Erde ist bleibt logischerweise Erde übrig. Sie graben ein zweites Loch, um die Erde zu vergraben,wieder bleibt Erde übrig. Da beugt sich der Staatsratvorsitzende Walter Ulbricht, der die Szene eine Weile schon beobachtet hat aus dem Fenster und ruft den Beiden zu:


    "Ihr müsst tiefer graben Genossen!"