Berliner Stadtschloss - Umfeld (Schlossplatz, Schlossfreiheit, Lustgarten & Spreeufer)

  • Schloss den Rücken zu und blickt Richtung Cöllner Rathaus.

    Da gibt es eine interessante Anektdote da zu - Neptun schute wohl zunächst in das Schlafgemach seiner Majestät, worauf er sich unangenehm beobachtet fühlte und den Brunnen hat umdrehen lassen. Ich meine es wäre König Friedrich Wilhelm IV gewesen.

    Das Schloß war ja von der Architektur überhaupt nicht für Wohnzwecke der Monarchen vorgesehen, es verfügte ja nicht einmal über ein eigenes Badezimmer. Dem König war das wurscht, er ließ halt die Badewanne von der nächsten Badeanstalt holen.

    Jeder hat das Recht auf meine Meinung.

  • Friedenau,ja das wäre ganz interessant mit den Häusern an der Stechbahn.Aber das ehemalige Staatsratsgeb.steht dem im Weg.Und gerade dieses steht unter Denkmalschutz.Also wird das mit den Häusern auf lange,lange Zeit Wunschdenken bleiben.

  • Onkel Henry Das kann ich so nicht stehenlassen. Das Schloss war natürlich für Wohnzwecke vorgesehen, ist aber bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts nicht modernisiert worden. Zu Bauzeiten des Schlosses waren eigene Badezimmer nirgends Standard.

    Und dass der ganze Brunnen erst aufgebaut und dann auf Wunsch des Monarchen um 180 Grad gedreht worden wäre, scheint mir auch eher ein Ausfluss des Berliner Mutterwitzes als der historischen Wahrheit zu sein.

  • Da gibt es eine interessante Anektdote da zu - Neptun schute wohl zunächst in das Schlafgemach seiner Majestät, worauf er sich unangenehm beobachtet fühlte und den Brunnen hat umdrehen lassen. Ich meine es wäre König Friedrich Wilhelm IV gewesen.

    Das Schloß war ja von der Architektur überhaupt nicht für Wohnzwecke der Monarchen vorgesehen, es verfügte ja nicht einmal über ein eigenes Badezimmer. Dem König war das wurscht, er ließ halt die Badewanne von der nächsten Badeanstalt holen.

    Lieber Onkel Henry, mit dem Herrscher irrst Du Dich, denn der Schloßbrunnen wurde erst zwischen 1888 und 1891 von Reinhold begas geschaffen, ein Geschenk der Berliner Bürgerschaft an den Kaiser und das war zu dem Zeitpunkt bereits Wilhelms Zwo.

    Mit den bescheidenen Wohnverhältnissen im Schloss hast Du allerdings ganz recht. Auch einer der Gründe, die Wilhelm bewogen, Lorenz Adlon bei seinen Plänen, ein Luxushotel zu bauen, zu unterstützen und war bei der Baugrundbeschaffung und bei allen notwendigen Genehmigungen behilflich. Wilhelm floh gern vor den zugigen Räumen seines Schlosses in die luxuriösen und gut beheizten Zimmer des Adlon. Der Hochadel tat es ihm gleich und zogen das Adlon ihren eigenen Winterpalais vor.

  • Was soll das nun schon wieder?

    Erst wird vor der Nordseite gepflastert, dann das Pflaster mit Folie und Kies (oder Ähnlichem) überzogen und

    letzendlich geteert.

    Was soll dieser Irrsinn?

    Haben die zu viel Geld?

  • Tja, so ist es, wenn teilweise Fertigstellung und noch laufender Baubetrieb mit schwerem Gerät sich überschneiden. Denke wohl, daß sie das neue Pflaster schützen, weil diese Flächen als Abstellraum und Überfahrt benötigt werden. Das frische Pflaster hält zum Beispiel einen großen Hubkran nicht aus!

  • Ein Bild leider nicht, nur Informationen aus dem Buch "Heino Schmieden: Leben und Werk des Architekten und Baumeisters 1835 – 1913" von Oleg Peters aus dem Lukas Verlag (erwerblich z.B. hier)


    Dort steht, dass es sich um ein temporäres Denkmal aus Gips handelte (Entwurf Gropius & Schmieden) zur Ausschmückung der Siegesparade entlang der Via triumphalis vom Brandenburger Tor bis zum Stadtschloss anlässlich des Einzugs der deutschen Truppen am 16. Juni 1871.

    Es war eine thronende Germania zwischen ihren "Töchtern" Elsass und Lothringen mit Relieffries im Sockelbereich.

    Das Denkmal selbst ist nicht erhalten, jedoch wurde der Fries mehrfach weiterverwendet, so beim "Kanonendenkmal" in Görlitz und beim Landes-Kriegerdenkmal im Kieler Schlossgarten.

  • Das temporäre Denkmal wurde von niemand Geringerem als Rudolf Siemering gestaltet.

    Informationen gibt es unter anderem hier und hier nachzulesen.


    Ausschnitte vom damals allseits bewunderten Fries:

    Ergänzende Abbildungen und Informationen hierzu in der "Gartenlaube" von 1871: Klick!

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Zugegeben - es ist weißer Gips - aber da sieht man mal, wie schwarz das Schloss dahinter schon war... Auch im Getty-Bild im Vergleich zum Apothekerflügel.

  • Tja, wie die ganze Umfeldgestaltung grobschlächtig ist! Im Gegensatz zur Ausdifferenzierung der plastischen Schloßfassaden ist das wie die berüchtigte Faust auf's Auge. Und da echauffiert sich auch noch der Landschafts(-star)architekt , wenn die Leute sich den Brunnen und die Rossebändiger zur festlichen Auflockerung herwünschen und tönt "Nein mit mir nicht, (How dare you!)" und blockiert. Dient somit nur sich selbst und einer verkopften Idee und den eigenen Egoallüren eines vorgestellten Künstler-Ichs, statt in Demut auf die Bedürfnisse der Menschen einzugehen und einer zeitlosen, wertigen Gestaltung sich zu öffnen, die deutlichere Verbindungen auch in der detaillierten Ausarbeitung zur historischen Tiefe dieses Ortes aufgreift!