Berliner Stadtschloss - Umfeld (Schlossplatz, Schlossfreiheit, Lustgarten & Spreeufer)

  • Dies ist die historische Stadtmitte und keine Freizeitanlage. Hier muss irgendwann gebaut werden (aber erst nach Lüscher), sonst fehlt der Stadt ihre Keimzelle. Was architektonisch das Schloss, ist städtebaulich dieses Areal.


    (Hinweis: Dies ist die persönliche Meinung des Autors)

  • Die Freiflächen sind das beste an der Berliner Mitte, was es gibt. Man hat Platz für Freizeit und Erholung, die beliebten Weihnachtsmärkte und gesundheitsfördernd ist das Grün allemal. Deshalb bloß keine Bebauung, sondern Aufwertung der Parkanlagen. Dort stehen noch viel zu wenig Pflanzen. Das gleiche gilt eben auch für die Planung des Umfeldes des Humboldt-Forums.

  • Vorerst kannst du dich da entspannt zurücklehnen Goldstein. Aber ich bin überzeugt, früher oder später kommt eine Bebauung der historischen Mitte, so wie es über viele Jahrhunderte bis zu den unseligen DDR-Zeiten war.


    Im Übrigen finde ich, dass wir bei SD dem Verein Historische Mitte e.V. mit seinen Bemühungen nicht in den Rücken fallen sollten. Damit will ich natürlich niemandem seine persönliche Meinung zu dem Thema absprechen, aber
    ich hoffe doch dass es eine "offizielle" Position von SD hierzu gibt, welche die bauliche Historie und Bedeutung dieses Ortes würdigt.

  • Ich denke auch, dass Berlin von einem genug hat, nämlich Grünflächen, da muss man sich also keine Sorgen machen. Ich plädiere seit jeher für eine Bebauung des Rathausforums, nur bitte nicht unter den aktuellen Entscheidungsträgern, ich fürchte, die werden schon den Molkenmarkt völlig versauen, da muss man denen nicht auch noch das Forum anvertrauen. Man sollte warten, bis der Zeitgeist für eine Rekonstruktion eines Kerninnenstadtquartiers auch in Berlin angekommen ist. Leider leider hatte Berlin nur nicht diese herausragenden Einzelbauten, wie sie in Potsdam, Dresden oder auch Frankfurt zu finden waren. Ich glaube das macht es sowohl am Molkenmarkt, am Rathausforum und auch auf der Fischerinsel so schwierig, weil an sich wenn überhaupt nur das Ensemble in Berllin eine Rekonstruktion rechtfertigen würde, nicht aber der kunsthistorische Wert eines einzelnen Baus.
    Und leider waren die meisten Berliner Altstadthäuser sehr einfach und sehr klein, bei den Baulandpreisen baut heute keiner mehr ein Gebäude mit 3 Stockwerken. Somit müsste das schon ein staatliches Projekt werden oder man müsste das Bauland sehr günstig abgeben und Berlin ist auch politisch sehr schwierig, es würde eine Herkulesaufgabe, so ein Projekt durch zu bringen.

  • Eine Bebauung ist nicht grundsätzlich etwas, dass zur Verbesserung beitragen muss. Im Gegenteil.


    Die historische Mitte erstreckt sich auch über den Molkenmarkt und das Klosterviertel.
    Hier gilt es viele Dinge zu verbessern, dass die Architekten sich dieses Ortes würdig erweisen müssen.
    Sollte das dann wirklich gelingen, wäre das ein Novum in Berlin. Übrigens völlig unabhängig von den Entscheidungsträgern.

  • Die Kurfürstendamm-Bühnen standen nicht unter Denkmalschutz!

    Oh - sorry, dann hatte ich da eine falsche Info. Als Beispiel der Theaterkultur am Kurfürstendamm sollte man dies aber dann schleunigst nachholen. Sie sind mindestens genauso bedeutend für unsere Stadtkultur wie die Plattenbauten des Nikolai-Viertel!

  • Ich als geborenes DDR- Kind kenne nur den Freiraum vom Fernsehturm zum Marx- Engels- Forum so, wie er jetzt besteht. Und ich denke, die allermeisten hier im Forum kennen ihn auch nicht anders. Warum soll dieser wieder so eng bebaut werden wie vor 1945? Hinterhöfe, kaum Licht in den Strassen, Höfen, Häusern... Die Architektur rund um den Fernsehturm atmet den damaligen Zeitgeist der 60/70iger Jahre. Muß diese Architektur nun ebenso verschwinden, wie so manch anderes DDR- Produkt(Ahornblatt, PdR usw). Er hat sich in Laufe der Zeit zur kleinen grünen Lunge entwickelt, mit seinen Springbrunnen und dem vielen Grün. Auch den Neptunbrunnen würde ich nicht umsetzen, er passt irgendwie dorthin, ist ein Anziehungspunkt geworden. Warum nicht eine Kopie ans Humboldforum? Passt dieser Brunnen denn überhaupt dort in das heutige Strassenbild, das sich doch sehr von dem vor dem Krieg unterscheidet? Das ist meine persönliche Meinung, bitte verteufelt nicht alles, was die DDR erschuf! Es war nicht alles gut, aber auch nicht alles schlecht.

    In der Architektur muß sich ausdrücken, was eine Stadt zu sagen hat.
    Eine Stadt muss ihren Bürgern gefallen, nicht den Architekten

  • kaffeesachse, du kannst noch so viele Plädoyers für das M-E-F halten, ich werde der DDR nie verzeihen was sie aus der historischen Mitte Berlins gemacht hat, denn deren Struktur war vor dem ideologischen Kahlschlag noch vorhanden.
    Und "ich kenne es nicht anders" ist ein nachvollziehbares, aber recht dröges Argument angesichts der Bedeutung des Ortes.

  • Der Neptunbrunnen gehört zurück auf den Schlossplatz, nur dort hat er einen sinnvollen Kontext und Bezugspunkt. Regula Lüscher und ihre Clique sind Ideologen und Kunstbanausen, sonst würden sie den derzeitigen verlorenen Standort in der Ödnis nicht als das Nonplusultra verkaufen.
    Wenn man schon unbedingt das Marx-Engels-Forum und das Rathaus-Forum als "grüne Lunge" als auch die SED-Sichtachse erhalten will, dann doch bitte zumindest ein bisschen strukturierter, so dass hier eine tatsächliche Aufenthaltsqualität entsteht (von der derzeit überhaupt keine Rede sein kann!). Zumindest eine Teilbebaung wäre damit unumgänglich.


    So z.B.:
    Quelle: DAF-Forum
    .

  • Ich finde Duplikate auch nicht schlimm. Sowas gibt gleich verschiedenen Orten einen Bezug zum Berliner Schloss und diese kuriosen Dinge gehören irgendwie auch zu Berlin dazu.


    Bevor der Streit um den Neptunbrunnen eskaliert, lieber eine Kopie. Und als Kompromiss dafür dann durhsetzen, dass die Lustgartenterrassen wiederkommen dürfen! ;)

    Dann aber die Originale mit ihrer eingeprägten Aura der Geschichte ans Schloß und Kopien auf die jetzigen Standorte!

  • So z.B.:
    Quelle: DAF-Forum

    Hoffentlich nicht. Ist zwar nur eine Zeichnung, aber das sieht eher nach einer bunt zusammengewürfelten Stadt à la Simcity aus, als nach der historischen Mitte einer Großstadt.


    Edit: Bemerke erst gerade, dass diese Videospiel-Optik wohl gewollt ist.

  • Ich als geborenes DDR- Kind kenne nur den Freiraum vom Fernsehturm zum Marx- Engels- Forum so, wie er jetzt besteht. Und ich denke, die allermeisten hier im Forum kennen ihn auch nicht anders. Warum soll dieser wieder so eng bebaut werden wie vor 1945? Hinterhöfe, kaum Licht in den Strassen, Höfen, Häusern... Die Architektur rund um den Fernsehturm atmet den damaligen Zeitgeist der 60/70iger Jahre. Muß diese Architektur nun ebenso verschwinden, wie so manch anderes DDR- Produkt(Ahornblatt, PdR usw).

    Ich könnte mir einen breiten grünen Steg über die Spree vorstellen. Was an dieser Simcitybebauung schlecht gelöst, ist die Spreeseite. Eine grüne Magistrale, die ins nirgendwo führt. Ausserdem stimmt dieTraufhöhe der Häuser nicht. Das rote Rathaus muss man auch nicht gerade verstecken. Was soll das Gelbe sein? Tennisplätze?

  • Also der Wunsch vieler hier ist möglichst die Schönheit in die Mitte Berlins zurückzuholen, das Ur-Berlin wiedererstehen zu lassen, dabei aber auch die Freiflächen zu erhalten. Alles Ansätze, die sich nicht komplett widersprechen müssen.
    [1] Auf der Abbildung oben sind nun bereits bestehende Gebäude abgebildet, die umgestaltet werden müssen:
    Was ist das für ein hässliches Parkhaus hinter den Rathaus-Passagen?
    Gleichfalls dieses schreckliche Motel One. Und das grauenhafte Cubix-Kino.
    Ganz zu schweigen von dem House-Monstrum gegenüber in der Gontardstraße.
    Und das widerliche ALEXA erst.
    [2] Derzeit wird die Straßenverlegung der Grunerstraße schrittweise umgesetzt. Was ist dann zu erwarten?
    Werden sich endlich mal Architekten dem alten Berlin annehmen, wenn es um die freien Grundstücke im
    Klosterviertel geht? Hier gilt es zunächst den Focus zu setzen und klare Forderungen nach Schönheit zu stellen.
    [3] Wenn die Schlossumfeldgestaltung sichtbare Ergebnisse bringt, werden sich die nächsten Forderungen anschließen:
    Mehr Grün, Restaurierung des alten Nationaldenkmals als Ausstellungsstück der Stiftung Preußischer Kulturbesitz.
    Grünanlagen und Brunnen an der Breiten Straße. Hoffentlich ausgedehnter als die unzureíchende historische Anlage.

  • Seien wir realistisch, in Berlin gibt es aktuell noch einige innerstädtische Grundstücke zu erwerben, diese werden aber zunehmend weniger. Irgendwann wir der Druck auf diese noch freien Innenstadtflächen so massiv werden, dass zahlreiche Gebiete zur Disposition stehen werden, dies betrifft die gesamte nördliche Wilhemstraße, den Mehringplatz, die Fischerinsel, die Leipziger Straße und auch das Rathausforum. Wenn man sieht, wie die Preise ansteigen und damit auch die Nachfrage nach Investmöglichkeiten in Innenstädten, wird irgendwann das Geld über jede Ideologie siegen, so war es immer.
    Nur müsste man eben dafür gerüstet sein, damit am Ende nicht irgendwas gebaut wird, sondern etwas Sinnvolles. Und zu solch strategische Prozesse ist man in Berlin seit Jahren nicht in der Lage, das Ergebnis sieht man heute überall im Stadtbild.

  • Hoffentlich nicht. Ist zwar nur eine Zeichnung, aber das sieht eher nach einer bunt zusammengewürfelten Stadt à la Simcity aus, als nach der historischen Mitte einer Großstadt.

    Die von mir oben eingestellte Visu ist nicht eins zu eins als vorbildlich bzw. maßgebend anzusehen, sondern sie soll nur die Notwenigkeit einer Verdichtung des Quartiers verdeutlichen.


    Im Übrigen hat die gesamte gigantische Flächen der beiden "Foren" Bestandsschutz bis 2030. Daher wird es in den nächsten Jahren vermutlich keine nennenswerten Veränderungen geben, das städtebauliche Elend geht weiter.
    >> http://www.tagesspiegel.de/ber…ns-bis-2030/10349612.html