Berliner Schloss - Umfeld

  • Durch die schönen neuen Schupmann-Kandelaber gewinnt sogar das Staatsratsgebäude als Denkmal.
    Bislang war drumherum ja eher Fußweg-Plattenwüste ohne ästhetisch anspruchsvolle Hingucker.


    Allerdings scheinen mir die gegenwärtigen Exemplare nicht die Eiform der "Glas"glocke zu haben wie die Vorkriegsversion.

  • Dort wurden erst 1988 politisch genehmere DDR-Plastiken eingepflanzt. Alles mutwillig vereinfacht und umgebaut, nach eher leichten Beschädigungen im 2. WK.


    Wiki dazu:


    Nach Beschädigungen im Zweiten Weltkrieg wurde der Komplex mit vereinfachtem Äußeren wiederaufgebaut, wobei man die Westfassade an der Breiten Straße 1952 um zwei Fensterachsen verlängerte, im Falle der Ostfassade an der Spree jedoch die Dreiecksgiebel und Attikafiguren der Eckrisalite entfernte. Die Hauptfassade zum durch den Abriss des Schlosses entstandenen Marx-Engels-Platz verlor ihr ursprüngliches Erscheinungsbild. Hier beseitigte man den Dreiecksgiebel des Mittelrisalits, sämtliche Attikafiguren sowie die beiden Wandbrunnen „Prometheus mit den Okeaniden“ und „Perseus und Andromeda“ von Otto Lessing. An ihren Stellen befinden sich seit 1988 zwei Karl Marx und Karl Liebknecht gewidmete Bronzereliefs von Gerhard Rommel.[6] Bis zur Wende nutzte die Akademie der Künste der DDR das Gebäude als Ausstellungsraum.


    Karl-Marx-Relief:


    https://commons.wikimedia.org/…_Bronze_(29695887333).jpg


    Karl-Liebknecht-Relief:


    https://commons.wikimedia.org/…9_Nov_1918_Liebknecht.jpg


    Ich hab die auch schon mal fotografiert, muss ich mal nachschauen...



    Die Schupmann-Kandelaber sind jedenfalls wie erwartet ein Riesengewinn. Ein Unterschied wie Tag und Nacht im Vergleich zu vorher!


    Hier ist die vorherige Ansicht zu erahnen: https://commons.wikimedia.org/…le:Neuer_Marstall_001.JPG

  • Die Schlacht am Neptunbrunnen ist noch immer nicht entschieden. Mal schauen, wie das in der Verlängerung ausgeht.


    Beim Marstall war der Dreiecksgiebel in den 1970ern noch im Depot, in den 90ern war nichts mehr zu finden. Von den Attikafiguren ist noch etwas da. Wenn die Südfassade des Schlosses fertig ist, mit Attikafiguren, wird der Marstall ohne Giebel komisch aussehen...


    Die schlechten Reliefs anstelle der Brunnen sind billige DDR-Revolutionsromantik, bei einem SED-Kultursenator kommen die sicher nicht ins Depot.


    „Kreativität entsteht nicht durch Überfluß sondern durch Mangel.“
    Richard David Precht

  • Gerhard Rommel war zwar DDR-Künstler, aber nicht der schlechteste. Die Reliefs finde ich von der Motivwahl nicht so interessant, aber ob sie jetzt so viel schlechter als die historistischen Brunnen sind... Von mir aus können sie dran bleiben. Im Gesamtbild stören sie nicht...

  • Die zwei Wandbrunnen empfinde ich auch ganz klar als wertvoller und ansehnlicher. Sie ragten auch schön in den Straßenraum hinein. Aber die beiden DDR-Reliefs sind jetzt auch nicht so schlecht. Damit kann ich leben. Ist ja irgendwie auch ein Stück DDR-Geschichte. Wichtiger sind für mich der Giebel und die Figuren.

  • Also Trinkbrunnen (mit Trinkwasser) fände ich schon toll. In Venedig war ich von solchen sehr angetan. Ich stelle mir gerade vor, wie die bei der Hitze wie heute und morgen die Touristen zum Marstall rüberziehen...

  • Die Schlacht am Neptunbrunnen ist noch immer nicht entschieden. Mal schauen, wie das in der Verlängerung ausgeht.

    Ich bin bisher vom Gegenteil ausgegangen, nach den zahlreichen Äußerungen vom Lompscher und Lüscher, den Brunnen auf dem Rathaus-Forum belassen zu wollen. Besteht denn da wirklich noch eine klitzekleine, aber realistische Hoffnung auf Rückkehr zum Schlossplatz ??

  • @Bismarck#: längerfristig: Lompscher und Lüscher bleiben nicht ewig am Ruder. Mittelfristig: wenn das Schloß fertig ist, werden es bestimmt mehr Leute werden, die den Neptunbrunnen gern wieder dort hätten.

  • Die neu-alten Schupmann-Kandelaber in der Nahansicht:



    Echt schön!



    Vorplatz am Staatsrat-Gebäude:



    Spreewand an der Ostseite:



    Eingestellte Bilder sind, falls nicht anders angegeben, von mir

  • Die Ostseite wird regelrecht bloßgestellt, und das ist auch gut so. Sie hat es nicht besser verdient.

    In dubio pro reko

  • Die Ostseite wird regelrecht bloßgestellt, und das ist auch gut so. Sie hat es nicht besser verdient.

    Besser kann man gar nicht zeigen, dass die Ostseite ein Fremdkörper ist, der irgendwann verschwinden wird.

  • @Fusajiro, super geile Bilder! Vielen lieben Dank!
    [Moderationshinweis: Bezieht sich auf den Strang "Berliner Schloss - Humboldtforum", fier folgende Diskussion über den Lustgarten in zugehörigen Thread verschoben (Centralbahnhof)]


    Was ich etwas asozial finde, ist dieses Herumgelungere und Herumgelatsche auf den Grünflächen des Lustgartens. Natürlich ist der Platz dadurch belebt und man sollte eine gewisse Toleranz walten lassen. Aber die Wiesen sehen dadurch recht kaputt und ungepflegt aus.

  • Dieser Kleinigkeit kann sich dann nach Fertigstellung der ganzen Bauvorhaben eine Parkverwaltung annehmen.
    Nein, lasst die Menschen dort liegen und sitzen. Freiheit und Kunst lassen sich nicht besser erleben.
    Ein zentral markierter Mülleimer im historischen Stil wäre noch sinnvoll.

  • Wo sollte an den Rampen zur Spree hin doch gleich die Trauerweide gepflanzt werden? Braucht es dazu nicht ein ausreichend großes Erdloch, damit das Wurzelwerk des Baums genug Platz hat um sich über Jahre zu ernähren und auszuweiten? Bisher sehe ich kein Anzeichen für ein Loch.

  • Der Lustgarten braucht einfach strapazierfähigere Rasensorten und etwas mehr Pflege. Man wird die Leute da kaum davon abhalten können, außer man macht sich sehr unbeliebt und scheucht sie alle immer wieder hoch. Alternativ muss ein schmiedeeiserner Zaun her.


    Ich finde der Lustgarten ist in der heutigen Form und Nutzung aber ein sehr schöner Aufenhaltsort und das Bild von Leuten, welche ausgiebig das Leben zwischen Dom, Altem Museum und Schloss genießen, gereicht Berlin sehr zur Zier. Wird ja auch regelmäßig zurecht als Werbebild für Berlin(-Mitte) verwendet, wie auch von der Strandbar am Bodemuseum, weil es die Verbindung von Kultur und Lebensart schön unterstreicht, die Berlin als Besuchsziel überhaupt erst so beliebt gemacht hat.

  • Ehrlich gesagt, finde ich es gut, dass Berliner und Berlinbesucher den Lustgarten so für sich vereinnahmen, auf dem Rasen fläzen, sich sonnen und im Brunnen abkühlen. Das ist eben ein zeitgemäßer "Lustgarten". Die heutige Version ist eine Anlehnung an Schinkels Design, jedoch für eine moderne Nutzung gedacht, nicht fürs flanieren und an Blüten schnuppern.
    Ich bin nicht generell für Liegewiesen im Innenstadtgebiet. Schöne, städtische Gartenanlagen des 19. Jahrhunderts, wie man sie in Wien, London oder Paris häufiger findet, werten diese Städte ungemein auf. Sie haben ein besonders mondänes Flair, und ich wünschte Berlin und andere Deutsche Städte hätten noch mehr davon, aber an dieser Stelle wäre eine solche manikürte Gartenanlage meiner Meinung nach fehl am Platz.

  • Die Gestaltung ist in Anlehnung an PJ Lenné, nicht an KF Schinkel.


    Die "robustere Rasensorte", die Erbse vorschlägt, müsste schon Kunstrasen sein. Die disziplinlose Übernutzung, die heute inkl. den Folgeeffekten Müll, Scherben, Urin, Hundekot und Zerstörung der Anlagen bis hin zu Graffiti die Regel geworden ist, hat ja nichts mit "modern" zu tun sondern mit verantwortungsloser Saumseligkeit und der Haltung daß der Staat schon alles wieder in Ordnung bringt.

    „Kreativität entsteht nicht durch Überfluß sondern durch Mangel.“
    Richard David Precht