Berliner Schloss - Umfeld

  • "Dabei sind die besagten Fledermäuse wegen des Baumlärms und –Lichtes eigenständig in den Plänterwald ausgewichen."

    Das gilt als Argument?? Vielleicht sollten die deutschen Straßenbauer mal mit dieser Logik kommen, wenn wieder irgendwo eine vom Aussterben bedrohte Gelbbauchunke herhalten muss, um ein Infrastrukturprojekt zu behindern. Das gäbe ein Geschrei!

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    Gutmensch = Gut gemeint, nicht zuende gedacht, schlecht gemacht

  • Vielleicht sollten die deutschen Straßenbauer mal mit dieser Logik kommen, wenn wieder irgendwo eine vom Aussterben bedrohte Gelbbauchunke herhalten muss, um ein Infrastrukturprojekt zu behindern. Das gäbe ein Geschrei!

    Welche Straße wurde denn konkret wegen der Gelbbauchunke oder einem sonstigen Vogel nicht gebaut? Das sind doch alles nur Verzögerungen... und mit der Fledermaus beim Bau der Wippe wird es (wenn überhaupt) genauso sein.


    Martintre Das Argument ist, dasses dort keine Fledermäuse mehr gibt.


    Ansonsten soll als Begründung für ein dauerhaftes Bauverbot ernsthaft ausreichen, dass dort einmal in der Vergangenheit Fledermäuse waren?

  • Von östlich der Marienkirche.


    Schlossfreiheit.





    Von Westen.


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    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Ich kann mich noch immer nicht damit anfreunden, dass Portal III verglast ist. Ein Triumphbogen mit einer Tür ist ein Widerspruch in sich. Schon die schmiedeeisernen Gitter waren ein Fremdkörper, aber sie wirkten weitaus dezenter und besaßen für sich genommen einen hohen gestalterischen Wert. Ich frage mich, ob die hintere Verglasung zum Foyer hin nicht gereicht hätte.

    Früher hieß es: "Der Geist weht, wo er will". Heute muss es heißen: "Der Zeitgeist tickt, wo er will".

  • Das sind keine Farbfehler sondern natürliche Varianzen, wenn man als Auftraggeber nicht spezielle Sortierungen bestellt. Die Bauleitung hätte allerdings die starken Farbabweichungen der Trommeln nach hinten drehen können.


    Mit der Reinigung hat das nichts zu tun, das war schon vorher - auffällig - so.


    Aber was ist denn mit den Halsringen passiert und wie kommen die vertikalen Risse zustande? Da hilft nur austauschen, dabei kann man die Farbabweichungen auch gleich korrigieren.

    „Kreativität entsteht nicht durch Überfluß sondern durch Mangel.“
    Richard David Precht

  • Babber50 meinte wohl nicht die beiden Säulentrommeln, die wir schon vor dem Brand bemängelten, sondern die graue Partie mit den vielen hellen Flicken.

    Aber was ist denn mit den Halsringen passiert und wie kommen die vertikalen Risse zustande?

    Endlich sehen wir mal ein Bild mit Rissen in Steinen, die nur kurz einem sehr heissen Feuer ausgesetzt waren! So sollte jetzt hoffentlich weiteren Forumern mal klar werden, dass eben nicht jede ausgeglühte Kriegsruine wiederaufbaufähig war. Eine statische Schwächung von Mauerwerk sieht man auf Fotos eben nicht, ausser es sind Detailaufnahmen wie diese von Babber50.

  • Endlich sehen wir mal ein Bild mit Rissen in Steinen, die nur kurz einem sehr heissen Feuer ausgesetzt waren! So sollte jetzt hoffentlich weiteren Forumern mal klar werden, dass eben nicht jede ausgeglühte Kriegsruine wiederaufbaufähig war.

    Das mag sein, anderseits kann dein Argument aber wohl kaum als ernsthafte Legitimierung der flächenhaften Abrisse in der Nachkriegszeit dienen. Sehr viel historische Bausubstanz hätte damals gerettet werden können, aber es aber fehlte der Wille. Zudem müssen wir auch zwischen geborstenen Sandsteinsäulen und Ziegelmauerwerk unterscheiden. Ich behaupte dass die meisten in den Kriegsjahren zerstörten Mauern aus Ziegelmauerwerk bestanden, was eben deutlich robuster ist als hitzeempfindlicher Naturstein. Das bekannte Bild der zerbombten Rampischen Straße in Dresden zeigt, dass die Fassaden weitgehend erhalten und wiederaufbaufähig waren. Ein Beleg für deine These ist hingegen die Frauenkirche, hier hat eine durchgeglühte, zuvor tragende Sandsteinsäule den Einsturz verursacht.

  • Schon allein aus der Tatsache ersichtlich, dass die entsprechenden Fassaden der Rampischen eben anders als die FK länger als bis zum 15.2. gehalten haben, wahrscheinlich würden sie heute noch stehen.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Ich schrieb aber ganz deutlich "nicht jede ausgeglühte Kriegsruine ". Die Ruine des Kurländer Palais' in Dresden hatte auch sechs Jahrzehnte lang der Witterung standgehalten und wurde bei der Rekonstruktion weitgehend integriert. Es kommt wohl auch sehr auf die Gesteinsart an. Und möglicherweise auch auf die verbauten Holzteile; Eichenholz generiert eine viel höhere Brandhitze als Tannenholz.

  • Das sind keine Farbfehler sondern natürliche Varianzen, wenn man als Auftraggeber nicht spezielle Sortierungen bestellt. Die Bauleitung hätte allerdings die starken Farbabweichungen der Trommeln nach hinten drehen können.


    Die eine extrem gemaserte Trommel von Portal 1 stört mich auch sehr. Etwas natürliche Maserung schön und gut, aber in diesem Fall ist sie so krass gefärbt und hebt sich so sehr vom restlichen Sandstein ab, dass sie das Gesamtbild stört und den Blick von der Architektur auf sich allein zieht. Ich hoffe, man plant doch zumindest diese eine Trommel in einem passenderen Sandsteinton zu schlämmen/bemalen.

    Was die gesprungenen Säulen und Kapitelle angeht: Echt ärgerlich... Ich nehme an, das muss ersetzt werden? Und selbst wenn es statisch keine Probleme macht, hoffe ich auf einen Ersatz. Sieht nicht schön so ruinös aus. :(

  • Das sind keine Farbfehler sondern natürliche Varianzen, wenn man als Auftraggeber nicht spezielle Sortierungen bestellt. Die Bauleitung hätte allerdings die starken Farbabweichungen der Trommeln nach hinten drehen können.


    Mit der Reinigung hat das nichts zu tun, das war schon vorher - auffällig - so.


    Aber was ist denn mit den Halsringen passiert und wie kommen die vertikalen Risse zustande? Da hilft nur austauschen, dabei kann man die Farbabweichungen auch gleich korrigieren.

    Wie schon gesagt, meinte ich die Farbabweichungen der Fensterfasche. Entweder sind das Ausblühungen oder Reste des Reinigungssilikons.

    Und die durch Brand beschädigten Trommeln und Kapitelle gehören nicht zu den Kolossalsäulen, sondern zu den kleinen "Schönheitssäulen" links und rechts der Einfahrt. Die haben sicher keine tragende Funktion - zumindest in der heute neuen Ausführung.

    Können die Beschädigungen an den Kapitellen durch ein Feuerwehrauto entstanden sein.

  • Das hier ist die Firma die, die Bodenmosaike eingelagert hat. Sie haben auf Ihrer Homepage auch Bilder von der Aktion.

    Das Mosaik war fast vollständig erhalten, z.T. in sehr gutem Zustand! Bei der Anzahl der Kisten muss es eine ganze Lagerhalle füllen.

    Ein ungeheuerliches Kultures Verbrechen seitens der Denkmalpflege so einer Kulturbarbarei zuzustimmen.

    Ich muss mich nochmal selbst zitieren. Ich habe die Firma gefunden, die die Bodenmosaike restauriert hat.


    Hier der Link


    Und ich habe dem Berliner Senat mit Bitte um Weiterleitung an die zuständigen Stellen, folgende Anfrage gesendet:


    • Wie ist der aktuelle Stand zur Umsiedlung der Fledermäuse die im Sockel des Kaiser-Wilhelm-Nationaldenkmals lebten?
    • Wie werden diese umgesiedelt? Welche Maßnahmen werden getroffen?
    • Wie ist die Umsiedlung der Fledermäuse insb. der Zwergfledermaus und Wasserfledermaus mit der Richtlinie 92/43/EWG (Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie) vereinbar?
    • Verstößt die Umsiedlung der Zwergfledermaus und Wasserfledermaus gegen die Richtlinie 92/43/EWG?
    • Wie ist die Umsiedlung der Fledermäuse insb. der Zwergfledermaus und der Wasserfledermaus im Zusammenhang mit der Klage der Europäischen Kommission gegen Deutschland vor dem Europäischen Gerichtshof zu bewerten?
    • Erfüllt die Stadt Berlin, die festgelegten Erhaltungsziele der 92/43/EWG im Hinblick auf die Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen bezogen auf die Zwergfledermaus und Wasserfledermaus? Sind diese hinreichend quantifiziert und messbar?
    • Wurde der Denkmalschutz des Sockel des Kaiser-Wilhelm-Nationaldenkmals aufgehoben?
    • Wie ist die Errichtung des Freiheits- und Einheitsdenkmals mit dem Denkmalschutz des Kaiser-Wilhelm-Nationaldenkmals vereinbar?
    • Sollte es eine Denkmalrechtliche Erlaubnis zur Errichtung des Freiheits- und Einheitsdenkmals geben, kann man diese einsehen?
    • Wie ist die Entfernung der Bodenmosaike mit dem Denkmalschutz vereinbar?
  • Wie der Berliner Senat reagieren wird ist eigentlich doch klar.

    Falls es nicht sofort in den für solche Anfragen eingerichteten Spamordner rutscht, der einmal pro Monat automatisch geleert wird, wird einfach mit einem leichten Kopfschütteln auf die Löschtaste gedrückt und das war es dann. Kurz und schmerzlos wird bei denen so eine Anfrage behandelt.

  • Ach quatsch, die sind verpflichtet zu antworten. Daher wird es auf jedenfall eine Antwort geben. Die Frage ist, wann und wie.

    Auf jedenfall werden meine Fragen dort durch die Behörden wandern.

    Vielleicht macht es auch den ein oder anderen nervös. Sollte etwas brisantes dabei rumkommen wo man ggf. wieder ansetzen kann werde ich dies an die Presse und zum Nabu weiterleiten.


    Vertraut mir, ich mach sowas nicht zum ersten mal 😉


    Es ist zwar fast aussichtlos, aber immernoch besser als aufzugeben!

  • Ach quatsch, die sind verpflichtet zu antworten.

    Echt? Und die Pflicht ergibt sich aus welcher gesetzlichen Grundlage?


    Also inhaltlich bin ich ja z.T. auf deiner Linie. Nur eine Pflicht, jedem Bürger auf alle möglichen Fragen zu antworten gibt es doch nicht. Warum auch, solange keine subjektiven, individuellen Rechte betroffen sind.

    Wäre es anders, könnten in den Verwaltungen allein schon für Beantwortung solcher Fragen tausende Beamte mehr eingestellt bzw. durch den Arbeitsaufwand der Apparat stillgelegt werden.

    Allein schon für die Beantwortung deiner Fragen bräuchte es wohl mehrere Stunden und ganze juristische Abhandlungen.


    Eine Verpflichtung zur Auskunft hat der Senat jedoch gegenüber Parlamentariern des Abgeordnetenhauses bzw. einzelnen Fraktionen.

    Es wäre daher sinnvoll, wenn sich ein Abgeordneter auf Landesebene oder im Bezirk Mitte findet, der solche Fragen stellt. (Traurig und bezeichnend genug, wenn sich keiner finden lässt).


    Im Umweltrecht haben wohl auch Umweltverbände ein Klagerecht und damit ein Auskunftsrecht. Insofern wäre es sinnvoll, dies irgendeinem Verband (BUND o.ä.) zuzuleiten, dass die sich der Sache annehmen.


    Auch ohne Rechtsanspruch wäre zumindest die Chance höher, dass solche Schreiben Ernst genommen werden, wenn sie durch einen Verein erfolgen.

  • Im Umweltrecht haben wohl auch Umweltverbände ein Klagerecht und damit ein Auskunftsrecht. Insofern wäre es sinnvoll, dies irgendeinem Verband (BUND o.ä.) zuzuleiten, dass die sich der Sache annehmen.

    Mutmaßlich fehlt bei so einer Antwort die Kenntnis der tatsächlichen Aktionen von sir moc, der nicht nur negative Tendenzen bejammert und Wunschträume äußert.

    Größtenteils seiner direkten Kommunikation mit dem Naturschutzinstitutionen ist es zu verdanken, dass die Schritte zur Errichtung der Verschaukelungswippe mehr als ein Jahr verzögert wurden und daher tatsächlich jetzt noch eine theoretische Möglichkeit existiert, den endgültigen Bau zu vehindern. Einziger Fehler von sir moc: er hat es nicht selbstwerbend auf der aph-Website propagiert, was allerdings auch kontraproduktiv sein könnte. Daher, vielen Dank sir moc, machen Sie bitte weiter so!cclap:):applaus: