Berliner Schloss - Umfeld (Schlossplatz, Schlossfreiheit, Lustgarten & Spreeufer)

    This site uses cookies. By continuing to browse this site, you are agreeing to our Cookie Policy.

    Jahreshauptversammlung 2019: 1. und 2. Juni in Balingen/Zollernalb. Mach mit!

    • Seinsheim wrote:

      Bleibt allerdings zu hoffen, dass es mit klassischen Brüstungen und mit Rossebändigern geschieht.
      Es steht ja im bericht: "in zeitgenössischer Form", also eher nicht mit klassischen Brüstungen. Wenn die Rossebändiger, wonach es ja momentan aussieht, tatsächlich nicht wiederkommen, wäre das sehr sehr schade.
      "Mens agitat molem!" "Der Geist bewegt die Materie!"
    • Humboldtforum.com wrote:

      Hier hält das Humboldt Forum einen Bereich für den Schlossbrunnen frei, der derzeit noch als Neptun-Brunnen vor dem Roten Rathaus steht und der wieder vor Portal 3 in die Sichtachse der Breiten Straße kommen soll
      Ist das eine Ankündigung oder reines Wunschdenken ?? Ich fürchte das Letztere ist wohl leider der Fall. :(

      P.S. warum hat man in der offiziellen Webseite des Humboldtforums keine Ahnung von der richtigen Nummerierung der Portale?? Zutreffend wäre natürlich Portal 2.
    • Tja, die Pressestelle sind halt nicht die Architekten, Kunsthistoriker, Bauleute, ... . Na ja, gut informiert ist halt sone Sache!?
      Im Artikel ist ja eine Visu mit Aufsicht auf die geplanten Terrassen zu finden, eben nur die historische Form andeutend. Vielleicht in einigen Jahren erweiterbar? Die Frau Senatsbaudirektorin hatte ja stets verkündet, daß der schlichte Umfeldentwurf noch Raum für Differenzierungen bieten würde (meine sinngemäßen Worte). Mal sehen! Immerhin kommt Grün vor's Schloß.
      Viel wichtiger wäre allerdings, daß die U-Bahnbaustelle mal in die Puschen kommt und voran macht. Ist ja sowas von peinlich so viele Jahre die ganze Gegend um Schloß und Unter den Linden zu blockieren!
    • Es sieht so aus, als ob sich der überarbeitete Entwurf für die Schlossterrasse dem historischen Zustand hinsichtlich Höhe und Aufteilung etwas annähert. Bei genauem Hinsehen erkennt man auch die für eine spätere Rückführung eingezeichneten Standorte der Rossebändiger und der Adlersäule. Insgesamt also eine leichte Verbesserung:

      Vorher: bbz.la/projekt/freiraumgestaltung-umfeld-humboldt-forum/

      Nachher: images.ctfassets.net/74pdx9dps…l=progressive&w=1920&q=80
    • New

      Die Bundestagsfraktion von CDU/CSU haben am 03.04.2019 ganz unbemerkt eine Pressemitteilung herausgegeben.

      "Baustart des Freiheits- und Einheitsdenkmals für September geplant"

      Ich dachte eigentlich das man hier auf die Bevölkerung hört und dieses Projekt am Schloßplatz langsam einschlafen lässt aber ich habe mich getäuscht.

      cducsu.de/presse/pressestateme…ls-fuer-september-geplant
    • New

      Meister Lampe wrote:

      Die Bundestagsfraktion von CDU/CSU haben am 03.04.2019 ganz unbemerkt eine Pressemitteilung herausgegeben.

      "Baustart des Freiheits- und Einheitsdenkmals für September geplant"

      Ich dachte eigentlich das man hier auf die Bevölkerung hört und dieses Projekt am Schloßplatz langsam einschlafen lässt aber ich habe mich getäuscht.

      cducsu.de/presse/pressestateme…ls-fuer-september-geplant


      Offensichtlich will die Mehrheit der Berliner das Ding haben - warum auch immer :augenrollengruen:
      Amateure bauten die Arche, Profis die Titanic...
    • New

      Das Denkmalprojekt hat nichts mit der "Mehrheit der Berliner" zu tun. Wann begreifen endlich alle, dass Berlin nicht nur den Berlinern gehört. Es ist "our Nation's Capital" (wie die Amerikaner immer in Bezug auf Washington betonen). Vieles, was in Berlin gemacht wird, sind nationale Projekte. So auch das Berliner Schloss (Humboldt Forum) und das Freiheits- und Einheitsdenkmal. Deshalb ist auch der Bundestag zuständig. In einer parlamentarischen Demokratie ist es Aufgabe des nationalen Parlamentes, politische Mehrheitsverhältnisse der Nation abzubilden und in die politische Entscheidungsfindung einfließen zu lassen. Deshalb ist das Parlament im Staatsverständnis auch so wichtig. Es repräsentiert das Staatsvolk.

      Da es längst entsprechende Beschlüsse gibt, kann man das Denkmalprojekt nicht einfach einschlafen lassen. Die an einer Verwirklichung in jedem Falle interessierten Künstler würden notfalls auf eine Umsetzung klagen. Unmut gibt es in den Medien und in großen Teilen der Bevölkerung, aber das reicht eben nicht. Es ist noch gar nicht lange her, dass sich Monika Grütters, die Kulturstaatsministerin, für eine Umsetzung ausgesprochen hat. Die Beschlüsse liegen vor, das Projekt geht seinen Weg. Vielleicht fällt das Denkmal am Ende auch nicht so schlecht aus, wie von vielen befürchtet.
    • New

      Ja, hier ist noch ein Beitrag von Nikolaus Bernau in der Berliner Zeitung, dem ich nur zustimmen kann. Schon zwei Jahre alt (wir hatten ihn damals sicher auch schon hier zur Kenntnis genommen), aber nach wie vor aktuell. Ärgerlich ist das Ganze, weil das Denkmal Luxus ist und von der Bevölkerung auch angenommen werden müsste. Die Gesellschaft braucht so ein Denkmal nicht, also könnte die Politik auch ohne Not darauf verzichten. Das Argument, dass das Ereignis soundsoviel Jahre her sei und wir mit einem Denkmal dafür schon spät dran seien, zieht ja nicht wirklich. Das Völkerschlachtdenkmal wurde erst 100 Jahre nach dem Ereignis fertiggestellt. Ein Denkmalsprojekt sollte erst umgesetzt werden, wenn die Gesellschaft reif dafür ist.

      Es wäre auch besser, jetzt, wo sich der Schlossbau so gut entwickelt, zu warten, bis er abgeschlossen ist und zu sehen, wie er wirkt. Dabei geht es nicht nur ums Aussehen, sondern dass Denken der Menschen verändert sich ja mit der Präsenz des Gebäudes und seiner Nutzung als Humboldt Forum. Es könnte dann sein, dass sich ganz andere Ideen entwickeln für die Nutzung der Schlossfreiheit. Zudem gibt es die Erfahrung, dass Architekten und Künstler bessere Ideen haben, wenn sie sich auf einen konkreten bekannten Ort einstellen müssen. Das reale Schloss von heute ist doch eine Wucht. Als das Einheitsdenkmal geplant wurde, kannte man nur alte Abbildungen und neue Computersimulationen vom Schloss, die aber auch nicht annähernd die körperliche, raumbeherrschende Präsenz und künstlerische Grandiosität des realen Bauwerks vermitteln konnten.

      Ich bin in der letzten Zeit zunehmend zu der Ansicht gelangt, dass es doch eine gute Idee sein könnte, das Kaiser-Wilhelm-Nationaldenkmal zu rekonstruieren. Das war ja auch ein Einheitsdenkmal, aber eines, das Spaß gemacht hat und nach einer Rekonstruktion sicher eine Touristenattraktion ersten Ranges wäre.
      Photochrom um 1900, aus der Sammlung der Library of Congress, Washington, gemeinfrei

      Ideologische Bedenken ziehen nicht wirklich. Es gibt mehrere Kaiser-Wilhelm-Denkmäler in Deutschland, Friedrich der Große darf unter den Linden reiten, und die Siegessäule zählt zu den Wahrzeichen Berlins. Übertrieben bombastisch, wie oft behauptet, ist es auch nicht. Man denke nur an das Millenniumsdenkmal in Budapest, das in etwa aus der gleichen Zeit stammt und die gleiche Funktion als Nationaldenkmal hat.

      Budapest, Millenniumsdenkmal auf dem Heldenplatz (Foto: Sarah Stierch, Juni 2013, CC-BY-4.0)

      Budapest, Millenniumsdenkmal, die sieben landnehmenden Magyarenfürsten (Foto: Troyberg, August 2015, CC-BY-SA-4.0)

      Die Rekonstruktion des Nationaldenkmals wäre eine historische Genugtuung, denn das Denkmal hatte den Krieg überstanden und wurde nur aus ideologischen Gründen beseitigt, ebenso wie das Schloss. Durch die Fassung mit den Kolonnaden ergäbe sich vor dem Eosanderportal sicherlich ein schöner Platz. Aber wahrscheinlich wird man das moderne Einheitsdenkmal bauen, und zwar vor allem mit dem Ziel, eine Wiederkehr Kaiser Wilhelms zu verhindern.
    • New

      Ein anderer legitimer Vergleich zum alten Nationaldenkmal wäre das Vittoriano (Schreibmaschine) in Rom. Im Vergleich zu dessen Hypertrophie nahm sich das Berliner Pendant geradezu bescheiden aus.

      Hier einiges zur ursprünglichen städtebaulichen Bedeutung und zur Ikonographie des alten Denkmals (ab Seite 17). Der Vergleich zur Banalität des modernen Projekts ergibt sich von selbst.

      baukammerberlin.de/wp-content/…4/BK-2018-01-Internet.pdf

      The post was edited 1 time, last by Seinsheim ().

    • New

      In der Pressemitteilung der CDU kommt ja deutlichst zum Ausdruck, daß ein Stop-Antrag der AfD mit den Stimmen aller anderen Parteien glattgebügelt werden sollte. Also worum ging es da eigentlich?
      Und das hier ist auch nur eine Absichtserklärung und ein nette Aufforderung an die Verantwortlichen. Nationales Engagement für ein stimmiges Denkmal dürfte anders aussehen:
      "Wir fordern alle beteiligten Akteure auf, sich dafür einzusetzen, dass der Bau des Freiheits- und Einheitsdenkmals in diesem Jahr beginnt."
    • New

      SchortschiBähr wrote:

      In der Pressemitteilung der CDU kommt ja deutlichst zum Ausdruck, daß ein Stop-Antrag der AfD mit den Stimmen aller anderen Parteien glattgebügelt werden sollte. Also worum ging es da eigentlich?
      Und das hier ist auch nur eine Absichtserklärung und ein nette Aufforderung an die Verantwortlichen. Nationales Engagement für ein stimmiges Denkmal dürfte anders aussehen:
      "Wir fordern alle beteiligten Akteure auf, sich dafür einzusetzen, dass der Bau des Freiheits- und Einheitsdenkmals in diesem Jahr beginnt."
      Es ist richtig, man muss sich an Bundestagsbeschlüsse halten. Aber der Bundestagsbeschluss zum Nartionaldenkmal war in dreifacher Hinsicht eine Farce:
      1. Es war das Lieblingsprojekt zweiter alter Herren, Lammert und Thierse, die ganz am Ende der letzten Sitzung in der auslaufenden Legislaturperiode diesen Beschluss noch schnell durchgepeitscht haben. Im darauffolgenden Parlament waren sie schon nicht mehr vertreten.
      2. Anders als bei der Debatte um den Wiederaufbau des Schlosses war der Fraktionszwang nicht aufgehoben worden. Auch gab es vorher im Parlament keine vergleichbare Debatte wie beim Schloss.
      3. Sehr wahrscheinlich war der Bundestag aufgrund von Unterbesetzung gar nicht beschlussfähig. Aber eine Oppositionspartei, die das hätte feststellen könnten, war damals im Hohen Hause noch nicht vertreten.
    • New

      Rastrelli wrote:

      Das Denkmalprojekt hat nichts mit der "Mehrheit der Berliner" zu tun. Wann begreifen endlich alle, dass Berlin nicht nur den Berlinern gehört. [...]. Da es längst entsprechende Beschlüsse gibt, kann man das Denkmalprojekt nicht einfach einschlafen lassen. Die an einer Verwirklichung in jedem Falle interessierten Künstler würden notfalls auf eine Umsetzung klagen.
      Das ist natürlich Unsinn. Die Projektteilnehmer haben Verträge aber werden immer nur leistungsphasenweise beauftragt. Natürlich kann ein Kunde ein Projekt auch beenden, wenn er dies nicht mehr umsetzen will - warum auch immer.
      „Wer sich der Vergangenheit nicht erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana (1863-1952), US-amerikanischer Philosoph spanischer Herkunft